Leuchtvorrichtung für die Luft- und Schiffahrt und dergleichen Zwecke. Im Hauptpatent ist eine Leuchtvorrich- tung (Leuchtbake) beschrieben, die eine stab- förmige Lichtquelle enthält, die aus einer ;angefüllten Leuchtröhre mit mindestens einer Glühkathode besteht und die in einem zylindrischen Reflektor derartiger Gestalt angeordnet ist, dass ein in der Hauptsache flaelies Lichtbündel ausgesendet wird. Der Reflektor ist dabei zusammen mit der Licht quelle um eine vertikale Axe drehbar.
Im Luftverkehr wird als Kommunika tionsmittel meistens Radiotelegraphie oder -telephonie benutzt, wobei ausgezeichnete Verbindungen zwischen sich in der Luft be findenden Flugzeugen und einer auf dem festen Boden befindlichen Sendestation her gestellt werden können. Es ist jedoch in einigen Fällen nicht möglich, dieses Kommu nikationsmittel zu benutzen. Dieser Fall liegt zum Beispiel vor, wenn sich ein Flug zeug nahe am Boden befindet, so dass man die am Flugzeug hängende Antenne hat ein hüllen müssen. Auch wenn sich das Flug- zeug am Boden befindet, ist es meistens un möglich, eine Radioverbindung herzustellen.
Aus diesem Grunde werden in solchen Fällen bisweilen optische Signale benutzt. Um einem Flugzeug von dem Kommando turm eines Flugfeldes her das Abfahrts signal zu geben, wird zum Beispiel wohl eine kleine Signallaterne in der Gestalt eines Re volvers verwendet. In dieser Laterne befin det sich eine Glühlampe, mittelst deren Morse-Signale ausgesendet werden können. Zu diesem Zweck sind am Revolver eine Visiervorrichtung und ein Druckknopf zum Schliessen und Unterbrechen des durch die Glühlampe fliessenden Stromes vorgesehen.
Das von der Glühlampe ausgesendete Licht bündel wird naturgemäss stark konzentriert und mit Hilfe der Visiervorrichtung auf das Flugzeug gerichtet.
Dieses Instrument eignet sich nahezu lediglich zum Geben von Signalen an still stehende Flugzeuge und nicht als Kommuni kationsmittel für sich bewegende, zum Bei- spiel niedrig fliegende Flugzeuge; denn in diesem Fall ist es praktisch unmöglich, das konzentrierte Lichtbündel stets auf das Flug zeug gerichtet zu halten, das sich nicht nur in der Flugrichtung bewegt, sondern dessen Höhe sich belmnntlich auch stets ändert.
Die Erfindung betrifft eine Leuchtvor- richtung nach dem Patentanspruch des Hauptpatentes, bei welcher die Mittel aus einem Reflektor bestehen; der die von der in ihm angeordneten Lichtquelle auf ihn auf treffenden Lichtstrahlen zu einem flachen Lichtbündel zusammendrängt, wobei dieser Reflektor zusammen mit der Lichtquelle um die senkrechte Axe drehbar ist und seine Längsaxe mit dieser Axe in einer senkrech ten Ebene liegt, und hat den Zweck, eine Leuchtvorrichtung zu schaffen,
mittelst der auf einfache und zuverlässige Weise Signale an ein sich bewegendes Flugzeug oder son stiges Transportmittel gegeben werden kön nen.
Gemäss der Erfindung ist der drehbare Teil der Vorrichtung mit einer Visiervorrich- tung versehen und sind Mittel zur wechsel weisen Ein- und Ausschaltung der Licht quelle vorgesehen. Beim Geben von Signalen, braucht der Signalgeber den Reflektor mit der Lichtquelle bloss um die senkrechte Axe zu drehen, so dass es mit Hilfe der Visier vorrichtung ziemlich einfach ist, das Licht bündel auf den Gegenstand gerichtet zu hal ten, dem die Signale zugesendet werden müssen. Durch Ein- und Ausschaltung der Lichtquelle können zum Beispiel Morse- Signale gegeben werden.
Obwohl die Vorrichtung hauptsächlich für den Luftverkehr brauchbar ist, kann sie auch zum Geben von Signalen an andere Fahrzeuge, zum Beispiel an Schiffe, benutzt werden. Bei Verwendung für den Luftver kehr wird der Reflektor zweckmässig derart angeordnet, dass seine Längsaxe einen spitzen Winkel mit einer Horizontalebene bildet, so dass ein schräg aufwärts gerichtetes Licht bündel ausgesendet wird.
Die Lichtquelle besteht zweckmässig aus einer gasgefüllten Leuchtröhre. Solche, mei- stens mit dem Namen Neonröhren bezeich nete Entladungsröhren mit positiver Säule senden nämlich ein so stark die Aufmerksam keit erregendes Licht aus, dass es nicht nur nachts, sondern auch tagsüber sehr gut sicht bar ist. Werden Röhren mit mindestens einer Glühkathode (Niederspannungsleuchtröhre) verwendet, so sind keine umfangreichen Hochspannungstransformatoren nötig, und ausserdem wird die Isolation sehr einfach, so dass die Abmessungen der Vorrichtung klein gewählt werden können und die Be dienung der Vorrichtung ganz ohne Ge fahr ist.
Zur Hervorbringung der auszusendenden Signale kann, wenn die Lichtquelle aus einer Entladungsröhre besteht, der Hauptstrom kreis derselben nach Bedarf unterbrochen und geschlossen werden. In vielen Fällen ist es jedoch einfacher, die Leuchtröhre mit mindestens einer die Zündung fördernden Hilfselektrode zu versehen und den Strom kreis dieser Hilfselektrode nach Bedarf zu unterbrechen und zu schliessen. In dem Stromkreis. dieser Hilfselektrode fliesst näm lich ein kleinerer Strom, als in dem Haupt entladungskreis, so dass der Bau des Strom unterbrechers vereinfacht und die Geschwin- digkeit der Signalaussendung gesteigert wer den kann.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstan des.
Fig. 1 zeigt einen Vertikalschnitt des Beispiels, und Fig. 2 einen wagrechten Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1; Fig. 3 stellt das Schaltschema der in der Vorrichtung vorhandenen Leuchtröhre dar. Die dargestellte Vorrichtung weist einen zum Beispiel aus Eisenblech hergestellten, kegelförmigen Fuss 1 auf, mit dem gleich achsig eine vertikale Spindel 2 angeordnet ist, die in den am Fuss 1 befestigten Lagern 3 und 4 drehbar ist.
An dem obern Ende der Spindel 2 ist ein Körper 5 in Form eines abgestumpften Kegels befestigt, so dass sich dieser Körper mit der Spindel 2 um die Axe der Vorrichtung drehen kann. An dem Kör per 5 ist ein länglicher Behälter 6 befestigt; i u dem sich ein Reflektor 7 befindet, der die Gestalt eines parabolischen Zylinders aufweist. Zwischen diesem Reflektor und dem Behälter 6 befindet sich eine Röhre 8, durch welche die Stromzuleitungsdrähte ge- f ührt sind. In der Brennlinie des Reflektors befindet sich eine die stabförmige Licht quelle bildende elektrische Leuchtröhre 9, die aus einer Glasröhre mit erweiterten Enden besteht.
In diesen erweiterten Enden befin den sich Glühkathoden 10 und 11, und a@:usserdem sind in der Röhre zwei Hilfselek- roden 1? und 13 angeordnet, die aus einem Metalldraht bestehen. Diese Drähte bestehen aus Zirkonium, das oberflächlich oxydiert sein kann. Die beiden aus Drähten bestehen- den Hilfselektroden 12 und 13 sind unab hängig von den Glühkathoden 10 und 11 mit Stromzuleitungsdrähten versehen. Die Leuchtröhre 9 ist mit Gas, zum Beispiel mit Neon. unter einem Druck von 9 mm Queck silber gefüllt. Die Röhre ist an dem Reflek tor mit Hilfe der Bügel 14 befestigt.
Der aus Metall bestehende Behälter 6 ist an jener Seite, an der sich die Leuchtröhre 9 befindet. mittelst einer einen Teil des Deckels 16 bildenden Glasplatte 15 ab geschlossen. An dem obern Ende des Be hälters 6 befindet sich eine Visierv orrichtung 17, die derart eingerichtet ist, dass das Rich ten der Vorrichtung in einer vertikalen Ebene möglich ist. Diese Visiervorrichtung kann zu diesem Zweck aus zwei kleinen, parallelen, vertikalen Platten bestehen.
Der drehbare Teil der Vorrichtung kann mit Hilfe eines Handgriffes 18, auf dem ein Stromunterbrecher in Form eines Druck knopfes 19 angebracht ist, gedreht werden. Der Reflektor ist zusammen mit der Licht quelle um die vertikale Axe der Spindel 2 drehbar. Seine Längsaxe liegt mit dieser Axe in einer vertikalen Ebene.
Aus Fig. 3 geht hervor, dass die Röhre 9 mit Hilfe einer Wechselstromquelle 20 be trieben werden kann. Diese Quelle kann aus einem gewöhnlichen Wechselstromnetz von 220 V bestehen. In den Hauptstromzufüh- rungsleitern befinden sich die Schmelzsiche rungen 21 und der Schalter 22. Der Strom für die Glühkathoden<B>1</B>0 und 11 wird von dem Transformator 23 mit einer Primär %vicklung 24 und zwei Sekundärwicklungen 25 und 26 geliefert. Die Wicklung 25 ist mit der Glühkathode 11 verbunden, während die Wicklung 26 an die Glühkathode 10 an geschlossen ist.
Die Leiter 27 und 28, durch die der Hauptentladungsstrom der Röhre 9 zugeführt wird, sind an die Mitten der Sekundärwicklungen 25 und 26 angeschlos sen. In Reihe mit der Entladungsröhre ist die Vorschaltimpedanz 29 geschaltet. Pa rallel zu der Primärwicklung 24 ist die Pri märwicklung 30 des Transformators 31 ge schaltet. Die Sekundärwicklung 32 dieses Transformators ist an die beiden Hilfs elektroden 12 und 13 angeschlossen. Zwi schen diesen Hilfselektroden und der Trans formatorwicklung 32 befinden sich die Widerstände 33, die den diesen Hilfs- entladungskreis durchfliessenden Strom be grenzen. In diesem Kreis liegt auch der Unterbrecher 19.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, sind die verschiedenen Transformatoren und die Drosselspule 29 in dem untern Teil des Fusses 1 angeordnet, der mit einer Türe 34 versehen ist. Die verschiedenen Verbindungs drähte sind zu einer biegsamen Schnur 35 vereinigt. Diese Schnur befindet sich im Fusse 1 und zum Teil auch in dem kegel förmigen Körper 5, wo eine Abzweigung zu dem Druckknopfunterbrecher 19 geführt ist. Die verschiedenen Stromzuleitungsdrähte durchlaufen ferner die Röhre 8 und sind an die Enden der Leuchtröhre 9 angeschlossen. Es wäre selbstverständlich auch möglich, die 'Transformatoren und die Drosselspulen und andere Hilfsgeräte in dem Behälter 6 anzu ordnen.
Zu diesem Zweck könnte zum Bei spiel der untere Teil des Behälters dienen. Diese Hilfsgeräte sind bei der Verwendung von Niederspannungsleuehtröhren nur von geringem Umfang, so dass die Anordnung dieser Geräte in dem Behälter 6 die Beweg- lichkeit des drehbaren Teils der Vorrichtung nicht beeinflusst. Der Transformator für den Heizstrom wird zweckmässig möglichst nahe an der Röhre angeordnet.
Es ist selbstverständlich auch möglich, die Stromzufuhr nicht mittelst eines bieg samen Kabels erfolgen zu lassen, sondern an dem obern Teil des Fusses 1 Schleifringe an zuordnen, über welche am kegelförmigen Körper 5 befestigte Bürsten gleiten können.
Die Spannung der Sekundärwicklung 32 wird derart gewählt, dass sie grösser als die Spannung der Wechselstromquelle 20 ist. Beträgt letztere Spannung 220 V, so kann die sekundäre Transformatorspannung zum Beispiel etwa 380 V betragen. Werden der Schalter 22 und der Druckknopfunterbrecher 19 geschlossen, so zündet unter dem gün stigen Einfluss der Hilfselektroden 12 und 13 in sehr kurzer Zeit die Entladung zwi schen den Glühkathoden 10 und 11. Diese Zündung der Entladung findet eigentlich in jeder Halbperiode des Wechselstromes statt.
Wird der Druckknopfunterbrecher 19 ge öffnet, so findet keine Zündung der Ent ladung mehr statt. Auf diese Weise ist es mit Hilfe des Druckknopfunterbrechers 19 möglich, die Entladungsröhre nach Belieben Licht ausstrahlen zu lassen, so dass es mög lich ist, Morse-Signale oder andere Zeichen auszusenden.
Infolge der Anordnung der Leuchtröhre in dem zylindrischen Reflektor mit parabo lischem Querschnitt werden die auf letzteren auftreffenden Lichtstrahlen zu einem fla chen Lichtbündel zusammengedrängt, dessen Ebene vertikal liegt. In dem Falle, wo einem sich bewegenden Flugzeug Signale gegeben werden müssen, braucht man daher nur dafür zu sorgen, dass sich das Flugzeug beim Geben der Signale stets in dem verti kalen Lichtbündel befindet. Dies kann der Signalgeber auf einfache Weise durch Dre hung des beweglichen Teils der Vorrichtung erreichen. Das ' Richten des Lichtbündels wird dabei nicht durch Änderungen der Höhe des Flugzeuges erschwert.