Belegmaterial für Dächer, Wände und andere Flächen. Die Erfindung betrifft ein Belegmaterial für Dächer, Wände und andere Flächen. Bisher ist es nicht gelungen, aus Blechbahnen von einer Blechstärke, die unter 0,8 mm liegt und vorzugsweise 0,4 mm und weniger be trägt, Belegmaterial herzustellen, das gegen die auf die verlegten Blechbahnen einwirken den mechanischen Angriffe, herrührend von Ausdehnungsspannungen der Blechbahnen oder der Unterlage oder dergleichen, auf die Dauer genügend widerstandsfähig und halt bar war. Zahlreiche kurz nach der Verlegung auftretende Durchlochungen des Bleches der Bahnen waren die Ursache, die der Herstel lung von dünnem Belegmaterial entgegen stand.
Diese Mängel zu beseitigen, ist Aufgabe der Erfindung. Es wurde gefunden, dass es m'glich ist, ein einwandfreies, öhaltbares Be- logmaterial auch aus dünnen Blechbahnen herzustellen, wenn man plangerichtete Blech bahnen von weniger als 0,8 mm Dicke, vor weise aber solche mit einer Dicke von 0,4 mm und weniger, aus korrosionsfesten Metallen oder Legierungen, insbesondere Kup fer und seinen Legierungen,
von hoher Biege fähigkeit und Festigkeit mit parallel und geradlinig verlaufenden Kanten durch eine Zwischenschicht aus Asphaltmasse mit einer Unterlage aus Faserstoff verklebt. Bei einem derartig beschaffenen Belegmaterial bilden die aus den Ausdehnungsbestrebungen der Blechbahnen bei wechselnden Temperaturen, ferner die durch die unvermeidlichen Ver änderungen, dem sogenannten Arbeiten der Unterlage, z. B. des Dachstuhles oder dergl., sich ergebenden Beanspruchungen regelmässig geformte nachgiebige Verwellungen, die ohne Einfluss auf das Blechmaterial bleiben.
Es wurde nämlich erkannt, dass die Art, in der sich Blechbahnen bei solchen Angriffen ver welken, für die Haltbarkeit des Belages von grösster Bedeutung ist. Bisher wurde der äussern Form der Blechbahnen -keine Bedeu tung beigemessen, da es darauf bei den nor malen Verwendungszwecken solcher Blech- bahnen nicht ankommt. Sie wurden zwar mit parallel, aber nicht geradlinig verlaufenden Kanten und auch nicht praktisch vollkom men eben gerichtet verwendet. Die Folge war, dass die Blechbahnen, als sie zu Be lagszwecken verwendet wurden, bei Auf treten der oben angegebenen Angriffe sich unregelmässig verwellten, so dass die Wellen auf der Blechfläche in verschieden grossen Winkeln gegeneinander verliefen. Dadurch entstanden Knicke.
Infolge des dauernden Bewegens der Unterlage und des Metall belages bei Wärmeschwankungen, ferner in folge der durch den Windangriff hervor gerufenen Schwingungen des Bleches befin det sich die Dachfläche nun in dauernder Veränderung. Dies führte schon nach kurzer Zeit an den Stellen, wo zwei Verwellungen bezw. zwei Knicke im Winkel aufeinander treffen, zum Bruche.
Neben der Form der Blechbahnen ist in folge der genannten Beanspruchungen ihre Biegefähigkeit von Bedeutung. Es ist zweck mässig, wenn die Biegefähigkeit so ist, dass die Blechbahnen bei einem Biegungs halbmesser von 5 mm über 80 Biegungen aushalten.
Die Herstellung einer Blechbahn, die den angegebenen Bedingungen genügt,- kann auf verschiedene bekannte Weise erfolgen, so zum Beispiel durch geeignetes Legieren, durch die Art der Herstellung, durch Vergütung USW.
Als geeignet festgestellt in bezug auf Biegefähigkeit wurde zum Beispiel sehr rei nes, das heisst oxydfreies Kupfer oder Kup fer mit Zusätzen von Zinn, Zink, Aluminium, Nickel, Mangan, Silizium, Arsen einzeln, in Gruppen oder gemeinsam, in erfahrungs gemässem, 10 % einzeln oder zusammen nicht übersteigendem Mengenverhältnis nach er folgter mechanischer oder thermischer Be handlung. Dabei ist es selbstverständlich, dass, unbeschadet der obern Grenze von 10%, die Zusatzmengen der verschiedenen Kom ponenten nach der für sie geltenden allge meinen Erfahrungsregeln zu bemessen sind. Auch andere korrosionsfeste Metalle und Legierungen, deren Eigenschaften durch ent sprechende Behandlung obigen Bedingungen angepasst sind, sind geeignet.
Die erwähnte mechanische und thermische Behandlung be steht zweckmässig darin, dass man durch häu figer als üblich eingelegte Glühungen zwi schen die mechanischen Bearbeitungsstufen; zum Beispiel beim Walzen, eine die physi kalischen Eigenschaften schädlich beeinflus sende Orientierung der Kristallflächen in einer Richtung beim Walzen vermeidet.
Diese Gleichrichtung der Kristallflächen wird besonders beim Bandwalzen beobachtet, und zwar mit Verringerung der Bandstärke in zunehmendem Masse; bei Bändern von 0,2 und 10,1 mm zeigt sich dann häufig, dass die Festigkeitszahlen in der Quer- und Schräg richtung verschieden sind von denen der Längsrichtung.
Neben den angegebenen Materialeigen schaften ist, wie schon erwähnt, zu beachten, dass Blechbahnen mit parallel und geradlinig verlaufenden Kanten verwendet werden. Die im Handel erhältlichen Blechbahnen sind auch bei bester Ausführung weder vollstän dig flächenplan, noch besitzen sie gerad linige Schneidekanten. In Rollenform schei nen derartige Bahnen, die gewöhnlich eine Länge von 20 bis 3,0 m haben, eben und zu sein.
Wenn man sie aber ab rollt, findet man, dass sie Aufbauschun- gen, Blasen und Wellen aufweisen und auf ebener Unterlage nie völlig plan aufliegen. Abweichungen von 10 bis 40 mm von der Geraden kommen oft vor. Ist die Blechbahn aber auch nur mit geringen welligen Un regelmässigkeiten behaftet, wie sie das übliche Walzen mit sich bringt 'und die für ge wöhnliche Verwendungszwecke ganz bedeu tungslos sind, dann kann es eintreten, dass sich die dünnen Bahnen nach der Verlegung in der zwischen je vier Festpunkten gegebe nen Fläche nicht mehr in einer regelmässigen Welle verformen,
sondern die Längsänderun gen vereinigen sich auf einzelne Stellen und bringen die Metallbahn dort zum Knicken, wodurch Löcher entstehen. Derselbe Miss- stand wird auch dadurch verursacht, dass die an sich überall gleich breiten Metallbahnen keine gerade durchlaufenden und parallelen Schnittkanten haben. Werden derartige Me tallbahnen den durch die Temperaturände rungen hervorgerufenen Beanspruchungen aus gesetzt, so nehmen die beschriebenen Unregel mässigkeiten der Verwellung Ausmasse an, die dem Belegmaterial nicht nur ein hässliches Aussehen verleihen, sondern es unbrauchbar machen.
Diese Schwierigkeiten können beseitigt werden, wenn man die Metallbahn, bevor sie mit der Unterlage verbunden wird, auf einer Reckmaschine ausstreckt. Die Bahn wird da bei in ihrer Längsrichtung so weit ausein- andergezogen, bis sie praktisch völlig plan, das heisst bis alle Punkte der Oberfläche praktisch in einer Ebene liegen und bis sie in ihrer Breite überall nahezu gleich ist. Die Reckeinrichtung muss so fein einstellbar sein, dass selbst papierdünne Bänder, ohne zu rei ssen, gereckt werden können. Dies hat zur Voraussetzung, dass zwischen den Einspann stellen ebene Tischplatten vorgesehen sind, auf denen die Metallbahnen zunächst auf liegen.
Die Einspannwerkzeuge werden mit weichen Auflagen versehen, die eine Beschä digung der eingespannten Bandoberfläche verhindern. Durch Anspannen der einen Ein spannstelle erfolgt nun der Reckvorgang. An den Einspannstellen sind Winkellineale angebracht, die es ermöglichen, endlose Bah nen in der Weise zu recken, dass die Bahn, nachdem eine Länge derselben gereckt ist, so weit aufgerollt wird, dass nunmehr, ohne dass dadurch ein Knick oder Absatz in den Kanten entsteht, die zweite Länge dem Reck prozess unterworfen werden kann. Auf diese Weise lassen sich beliebig lange Blechbahnen zu praktisch vollständig planen und gerad- kantigen Werkstücken ausrichten.
Es hat sich nämlich gezeigt, dass, wenn durch den Reckvorgang die Oberfläche plan wird, sich wellige Seitenkanten zu gleicher Zeit zu einer Geraden ausrecken.
Als Zwischenschicht für das Verkleben der Blechbahn mit der Faserstoffunterlage hat sich die folgende, aus reinen Asphalten hergestellte Masse als besonders geeignet er wiesen: 46 Gewichtsteile Naturasphalt (Petrol bitumen) vom Schmelzpunkt 56 C, 46 Gewichtsteile Naturasphalt (Petrol- bitumen) vom Schmelzpunkt 65 C, 6 Gewichtsteile Asbestfaser, 2 Gewichtsteile Leinöl.
Die Mischung ergibt eine Klebmasse, de ren Fliesspunkt bei 75 bis<B>8.5.'</B> liegt und die im Winter nicht brüchig wird und im Som mer zäh bleibt.
Die Bleche lösen sich bei Verwendung dieser Klebemasse trotz der durch die Tem peraturveränderungen hervorgerufenen Län genänderungen nicht von der Unterlage und selbst beim Begehen des Belages bei niederer Aussentemperatur tritt keine Zerbröckelung der Klebeschicht ein.
Das Belegmaterial gemäss der Erfindung kann fabrikmässig hergestellt und in Rollen form, wie Dachpappe, für die Verlegung auf Dächern und dergl. geliefert werden.
Auf der Zeichnung sind beispielsweise Einrichtungen zur Herstellung von Beleg material gemäss der Erfindung, sowie Aus führungsformen von Belegmaterial darge stellt.
Fig. 1 ist eine schematische Darstellung einer Einrichtung zum Herstellung von Be legmaterial mit glatter Oberfläche, Fig. 2 eine solche zur Herstellung von Belegmaterial mit geriffelter Oberfläche; Fig. 3 und 4 zeigen einen Querschnitt und Aufsicht eines Belegmaterials mit glatter Oberfläche und Fig. 5 und 6 Querschnitt und Aufsicht eines Belegmaterials mit geriffelter Ober fläche.
Gemäss Fig. 1 werden die Blechbahn 1 und die Faserstoffbahn 2" zum Beispiel Dach pappe, gemeinsam so abgerollt, dass die Me tallbahn sich auf der Faserstoffbahn, deren Dimensionen mit denen der Metallbahn über einstimmen, beim Durchgang durch die -VGTal- zen 5 auflegen kann. Während des Abrollens wird aus einem Behälter 3 mittelst Auftrag walzen 4 eine Schicht heisser flüssiger As phaltmasse der angegebenen Zusammenset zung von beispielsweise 180 bis 200' C auf die Unterseite des Blechbandes 1 aufgebracht.
Beide Bahnen passieren nun gemeinsam die Walzen 5 und werden dabei unter dem Walz- druck miteinander durch die Asphaltmasse verklebt. Nachdem die Verklebung von Me tall- und Faserstoffbahn auf diese Weise her beigeführt ist, lässt man die neue Bahn 6 durch eine Anzahl gegeneinander versetzter Walzen 7 laufen. Diese Walzen werden zweckmässigerweise so angeordnet, wie dies von Bleehrichtmaschinen her bekannt ist, und müssen, wenn man Erfolg haben will, gut gekühlt werden. Die Belagteile treten aus der Maschine in vorzüglicher Weise ver klebt, praktisch vollständig glatt, eben und kalt aus und werden für den Verbrauch auf gerollt oder, bei dicken Blechauflagen, in Tafeln verschnitten (Fig.3 und 4).
Bei der Herstellung von mit Erhöhungen und Vertiefungen versehenen Bahnen ver fährt man zunächst in gleicher Weise. Blech bahn 1' und Faserstoffbahn 2' (Fig. 2) wer den gemeinsam abgerollt; die Metallbahn wird auf der Unterseite mit flüssiger, heisser Asphaltmasse aus Trog 3' mittelst Auftrag walzen 4' bestrichen und beide Bahnen ge langen zwischen die Druckwalzen 5'. In die sem Falle sind die Druckwalzen 5' mit Gra vuren, die die betreffenden Druckfiguren (Riffelung) auf der Blechoberfläche erzeugen sollen, versehen.
Die Bahnen könnten auch vor der Ver klebung mit Erhöhungen und Vertiefungen versehen werden.
Das mit Erhöhungen und Vertiefungen versehene Belegmaterial vermag Längenände rungen besser in sich auszugleichen als ein glattes Belegmaterial. Die verklebte Fläche ist durch die Riffelung sehr erheblich ver grössert; dadurch und weil die Faserstoff unterlage in die Vertiefungen der Metall fläche eingedrückt ist, wird der mechanische Zusammenhalt verbessert. Nach dem Ver kleben der mit Erhöhungen und Vertiefungen versehenen Bahn muss dieselbe nochmals plan gemacht, das heisst gereckt werden, weil durch das Riffelverfahren wieder Verspannungen in der Blechbahn eintreten, die beseitigt wer den müssen, wenn man ein Lösen der Unter lage vermeiden will.
Die Riffelung wird durch dieses nachträgliche Planmachen (Rek- ken) natürlich nicht beseitigt.
Das beschriebene Belegmaterial mit Fa- serstoffschicht kann Blechstärken von 0,4 bi,3 0,1 mm aufweisen. Für manche Zwecke ist es vorteilhaft, das Material auf der Rückseite mit einer Metallfolie zu überziehen. Dies hat den Vorteil, dass die Faserstoffschicht gegen chemische Einflüsse, die von dem Gebäude oder der eingedeckten Fläche ausgehen kön nen, besser geschützt ist.
Auch bewirkt ein luftdichter Abschluss der Rückseite eine weitere Verbesserung der Haltbarkeit der Asphaltmasse, da diese im Laufe langer Zeit räume durch den Luftsauerstoff, welcher durch die poröse Faserstoffunterlage hin- durchdringt, etwas angegriffen wird. In solchen Fällen, wo es darauf ankommt, dem Belegmaterial eine gewisse Schwere zu geben, um ein möglichst schwingungsfestes Auf liegen auf der abgedeckten Fläche zu be wirken, ist es zweckmässig, die Rückseite mit Bleifolie oder dünnem Bleiblech zu überziehen.