Vorrichtung zur Bestimmung der Belichtungszeit für photographische Aufnahmen. Gegenstand der Erfindung ist eine Vor richtung zur Bestimmung der Belichtungszeit für photographische Aufnahmen, mit einem Spiegel und einem Pupillengrösse-Vergleichs- körper, bei welcher Bestimmung die Grösse der Pupille eines auf den zu photographieren den Gegenstand gerichteten menschlichen Auges mittelst den Pupillengrössen entspre chender, auf dem Vergleichskörper vorgesehe ner Vergleichsmasse in dem vor das Auge gehaltenen Spiegel gemessen und aus dem so ermittelten Wert die Belichtungszeit unter Berücksichtigung der Blendenöffnung und der Empfindlichkeit des Aufnahmematerials be stimmt wird.
Mit der erfindungsgemässen Vorrichtung wird bei äusserst einfacher Ausgestaltung eine rasch durchzuführende und genaue Messung ermöglicht. Die Erfindung besteht darin, dass die Vergleichsmasse, auf dem flachen Ver gleichskörper, aus nebeneinander angeordne ten Kreisflächen bestehen, deren Durchmesser von einer der maximalen Pupillengrösse ent- sprechenden Grösse bis zu einer der minimalen Pupillengrösse entsprechenden Grösse stufen- w@ise abnehmen.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungs beispiele des Erfindungsgegenstandes ver anschaulicht.
Die Fig. 1 und 2 stellen eine Ausfüh rungsform dar, bei welcher der Vergleichs körper als biegsames Plättchen ausgebildet ist, und es zeigt die Fig. 1 den Vorgang beim Messen in schaubildlicher Darstellung; Fig. 2 zeigt in Ansicht den an das Auge angelegten Vergleichskörper; Fig. 3 veranschaulicht ein auf der Rückseite des Vergleichskörpers vor gesehenes Diagramm.
Die Fig. 4 bis 6 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel, und zwar die Fig. 4 in Vorderansicht, die Fig. 5 im Schnitt und die Fig. 6 den Vergleichskörper dieser Aus führungsform.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 ist auf einem plattenförmigen, bieg samen Vergleichskörper R eine Reihe von 'im Durchmesser abgestuften Kreisflächen vorgesehen, welche Vergleichsmasse bilden. Der Durchmesser der grössten Vergleichs fläche beträgt 9 mm (Maximalgrösse der Pu pille), derjenige der kleinsten 1 mm (Minimal grösse der Pupille). Jeder Kreisfläche ist ein Ordnungsbuchstabe,<I>z. B.</I> ca, <I>b, c, d . .</I> ., bei geordnet.
Um die Grösse der Pupille zu messen, wendet .sich der Benützer in die Richtung des zu photographierenden Objektes, fasst mit einer Hand den Vergleichskörper R und setzt ihn unmittelbar unterhalb des auf den zu photographierenden Gegenstand gerichteten Auges so an, dass, der die Kreisflächen ent haltende Rand des Vergleichskörpers un- mittelbar vor das untere Augenlid zu liegen kommt. Mit der andern Hand wird etwa 8 bis 10 cm vom Auge entfernt der Spiegel S' in vertikaler Stellung gehalten.
Der Ver gleichskörper wird nun in einer tangentialen Ebene zum Augapfel unterhalb des Auges verschoben und im .Spiegel die Grösse des Pu pillendurchmessers mit der Grösse der einzel nen Kreisflächen verglichen. Der Vergleichs körper. wird dabei so weit verschoben, bis im Spiegelbild unmittelbar unterhalb des Bil des der Pupille eine ihr flächengleiche Kreis fläche erscheint. Damit ist derjenige Durch messer der Pupille, der von dem zu photogra phierenden Objekt ausgestrahlten Licht be eindruckt wird, bestimmt.
Der Vergleichskörper selbst beeinflusst während der Messung die Pupillengrösse nicht, da er hierbei unterhalb des Auges verschoben wird. Der Spiegel S' ist zweckmässig so klein zu halten, dass er gerade nur die Pupille und die Kreisfläche abbildet, wodurch die Konzentration des Messenden erhöht wird und auch der Spiegel bei Einhaltung der rich tigen Entfernung das Auge nicht beeinflusst.
Der Spiegel S' ist zweckmässig-in ein Etui E, das zur Aufnahme des Vergleichskörpers dient, eingebaut, so dass & der ganze Belich tungsmesser bequem in der Westentasche .des Benützers untergebracht werden kann.
Es muss nun nur noch die dem bestimm ten. Durchmesser der Pupille entsprechende Belichtungszeit unter Berücksichtigung der gebräuchlichen Blendenöffnungen und Film empfindlichkeiten bestimmt werden. Die hier für geltenden Beziehungen sind bei dem dar gestellten Ausführungsbeispiel auf der Rück seite des Vergleichskörpers R in Form eines Diagrammes veranschaulicht (Fix. 1 und 3).
Die Pupillendurchmesser<I>a, b, c, d</I> ... sind hierbei als. Abszissen und die Logarithmen der Belichtungszeiten Z als Ordinaten dar gestellt; die Blendenöffnungen sind als aus Geraden bestehende Parameter gezeichnet und mit den gebräuchlichen Werten 4, 5; 6, 3; 9; . . . angegeben. Zur Bestimmung der Belichtungszeit genügt es, bei dem der gemessenen Pupille zugeordneten Zeichen a, b, <I>c, d .</I> . . im Diagramm vertikal nach auf wärts zu gehen und den .Schnittpunkt mit der schrägen Geraden, welche mit der ge wünschten Blende angeschrieben ist, aufzu suchen und auf der Ordinatenachse die ge suchte Zeit abzulesen.
Die so ermittelte Belichtungszeit gilt- für eine bestimmte Empfindlichkeit des Auf nahmematerials, für die das Diagramm kal kuliert ist, zum Beispiel für<B>19'</B> Seheiner. Bei einer Schicht von beispielsweise<B>17'</B> Seheiner würde man mit der ermittelten Be lichtungszeit unter-, bei einer Schicht von beispielsweise 21 Seheiner überbelichten.
Bei Verwendung einer lichtempfindlichen Schicht von grösserer oder geringerer Emp findlichkeit als<B>19'</B> Seheiner muss daher für je zwei Scheinergrade eine Kreisfläche weiter rechts bezw. links von der als flächengleich mit der zu messenden Pupille abgeschätzten Kreisfläche abgelesen werden.
Die gleichen Erwägungen gelten auch für die verschiedenen individuellen Unter schiede der Pupillengrösse. Man kann die Menschen nach der Grösse der Pupillen in mehrere Gruppen einteilen, wovon eine Gruppe als normal angenommen und für diese Gruppe der- Belichtungsmesser kalkuliert wird. Gehört ein Individuum einer Gruppe mit grösserer Pupille an, so hat es eine ent sprechende Zahl -von Kreisflächen weiter rechts von der als flächengleich mit der zu messenden Pupille ermittelten Kreisfläche ab zulesen. Das Umgekehrte gilt von Individuen mit einer kleineren Pupille als die normale.
Welcher Gruppe ein Individuum angehört, kann durch Vergleich mit einem Auge, dessen Pupillengrösse man kennt, oder durch einige Probeaufnahmen festgestellt werden.
Die gleichen Betrachtungen gelten auch für die Verwendung von Gelbfiltern. Bei zweifachem Gelbfilter wird zwei Kreisflächen nach rechts, bei dreifachem Filter drei Flächen weiter rechts usf. abgelesen.
Das Ausführungsbeispiel nach den Fig. 4 bis 6 kann ein für allemal auf die Gruppe, der der Benützer angehört, eingestellt werden und alle andern Faktoren können durch blosses Nachstellen beweglicher Teile ohne Rechnung ermittelt werden.
Bei diesem Ausführungsbeispiel sind auf der einen Seite des Vergleichskörpers G die die Vergleichsmasse bildenden Kreisflächen angeordnet (Fig. 6,). Jede Kreisfläche hat eine Bezeichnung in Spiegelschrift, die bei der Messung gleich im Spiegel abgelesen werden kann. Auf der andern Seite des Vergleichskörpers (Fig. 5) sind die Be lichtungszeiten in Form einer Kreisskala Z angegeben. Ferner befindet sich auf dieser Seite des Vergleichskörpers eine Filterskala F.
Durch eine Öse D ist mit dem flachen Vergleichskörper G ein Sektor P drehbar verbunden, der an dem Vergleichskörper G anliegt. Auf diesem Sektor sind die den Pu pillendurchanessern zugeordneten Ordnungs- zeichen in Form einer Kreisskala A angeord net. Auf der Öse D ist ferner eine halb kreisförmige Scheibe T aus transparentem Material drehbar befestigt,. die auf der Aussenseite des Sektors P anliegt, so dass dieser zwischen dem Vergleichskörper G und der transparenten Scheibe T liegt.
Auf die ser Scheibe ist eine zu den genannten Skalen konzentrische Seheinerskala S vorgesehen, welche über der Skala A spielt, ferner eine kreisförmige Blendenskala B, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel oberhalb der Belichtungsskala Z, die durch die trans parente Scheibe T hindurch sichtbar ist, spielt. Ausserdem ist auf der transparenten Scheibe T eine Kreisskala U mit gleicher Winkelteilung wie die Skala S vorgesehen, deren Zweck später erörtert werden soll.
Die Pupille wird mit dem in der Zeich nung nicht dargestellten Spiegel wie bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 bis 3 gemessen. Hierauf wird der aus den Körpern <I>T, P, G</I> bestehende Teil der Vorrichtung vom Auge entfernt und nun die transparente Scheibe T so verdreht, dass die Seheiner grade des verwendeten Negativmaterials mit dem ermittelten Pupillendurchmesser, der auf der Skala A sichtbar ist, übereinstimmen.
Nun kann bei der gewünschten Blenden= öffnung, die auf der ,Skala B ablesbar ist, die unmittelbar darunter auf der Skala Z sicht bare Belichtungszeit abgelesen werden.
Beim Arbeiten mit Gelbfiltern wird, be vor die Blende gewählt und die Belichtungs zeit abgelesen wird, derjenige Teilstrich der Skala U festgestellt, .der sich mit der auf dem Vergleichskörper G unmittelbar neben der Gelbfilterskala F befindlichen Marke NI deckt und nun die transparente Scheibe T. so weit verdreht, bis dieser Teilstrich sich mit demjenigen der Gelbfilterskala deckt, der dem verwendeten Filter entspricht. Erst jetzt wird bei der gewünschten Blendenöffnung der Skala B die unmittelbar darunter auf der Skala Z sichtbare Belichtungszeit abge lesen.
Die Verschiedenheit persönlicher Pupillen unterschiede ist bei dieser Ausführungsform auf die Weise berücksichtigt worden, dass der Sektor P in verschiedenen gesetzmässig abgestuften Stellungen durch Druckknopf g in den in Fig. 6 eingezeichneten Löchern Ll, Lx, L3 <I>. . . . .</I> der Grundscheibe G nach gestellt und festgehalten wird. Für eine be stimmte Person bleibt der Druckknopf ein für allemal in einer einmal erprobten Stel lung stehen.
Der Sektor P kann auch gleichzeitig zur Berücksichtigung verschiedener Filmempfind lichkeiten verwendet werden, so dass für eine bestimmte Person und eine bestimmte Film sorte der Knopf K eine bestimmte Stellung hat, die beim - Übergang auf ein anders empfind liches Aufnahmematerial entsprechend einer an den Löchern L,, L2, L3 <I>. . . .</I> angebrachten Skala nachgestellt werden kann.
Die dargestellten Vorrichtungen sind ausserordentlich einfach und billig herzustel len, überaus handlich und liefern sehr genaue Messergebnisse. Die Messung kann mit den selben ausserordentlich rasch, bei einiger Übung schon in 8 bis 4, Sekunden, durch geführt werden. Die Zahl der Kreisflächen kann so gross gewählt werden, dass die Mess- resultate praktisch nicht beeinträchtigt wer den, auch wenn der Messende statt einer be stimmten Kreisfläche die benachbarte Fläche als mit der zu messenden Pupillengrösse flächengleich abschätzt.
Ein weiterer Vorteil der dargestellten Vorrichtungen besteht darin, dass der Vergleichskörper nur ganz wenige cm 2 gross ist und daher mit dem Spiegel be quem in einer Westentasche des Benutzers untergebracht werden kann.