Elektrische Entladungsröhre. Die Erfindung betrifft eine elektrische Entladungsröhre, die mit einem Elektroden system versehen ist, das mindestens ein Gitter enthält.
Bei der Herstellung elektrischer Ent ladungsröhren hat man längst gewünscht, die Gitter dieser Röhren derart herzustellen, dass sie in bezug auf die Entladungserschei nungen die günstigste Wirkung ausüben. Zu diesem Zweck ist zunächst auf den Abstand zu achten, den die verschiedenen Gitter drähte voneinander haben müssen und können. Es ist ersichtlich, dass diesem Ab stand in baulicher Hinsicht eine Grenze ge setzt ist. Es ist bekannt, dass es von Wichtig keit ist, die Drähte eines Gitters möglichst nahe aneinander zu rücken. Bei Steuer gittern, zum Beispiel tritt sonst der Nachteil auf, dass ein Teil des Elektronenstroms un genügend gesteuert wird, was die Ursache dafür ist, dass die Erscheinung der sogenann ten Inselbildung auftritt.
Wenn man jedoch dieses Mittel zur Hintanhaltung der Insel- bildung anwendet, ändert sich der Verstär kungsgrad der Entladungsröhre, was im all gemeinen nicht wünschenswert ist. Zum Aus gleich dieser Änderung kann man den Durch messer der Gitterdrähte verringern und die Entfernung des Gitters von der Anode ver kleinern. Es versteht sich von selbst, dass diesem Gitteranodenabstand in baulicher Hinsicht eine Grenze gesetzt ist.
Auch hat es sich als unmöglich erwiesen, ein Gitter aus äusserst dünnen Drähten herzustellen, ohne dass im Röhrenbetrieb diese Drähte den Ab stand voneinander oder von den andern Elek troden ändern, was zu unerwünschten Stö rungen im Röhrenbetrieb führt.
Bisher ist es daher auch nicht gelungen, die oben erwähnten Störungserscheinungen zu vermeiden, ohne die Kennlinien der Röhre, insbesondere den Verstärkungsgrad, zu ändern.
Erfindungsgemäss werden diese Schwie- rigkeiten dadurch behoben, dass das Gitter aus einer Anzahl paralleler Drahtteile be- steht, deren Dicke höchstens 100 Mikron be trägt. Diese Drahtteile werden durch Quer drähte im richtigen Abstand voneinander ge halten, deren Dicke von der gleichen Grössenordnung, wie die der Gitterdrähte selbst ist, und die an den Knotenpunkten wenigstens teilweise, zum Beispiel durch Schweissen oder Löten, mit den Gitterdrähten verbunden sind, wobei die zwischen den Drähten befindlichen Öffnungen gegenüber der Drahtdicke relativ gross sind.
Es hat sich gezeigt, dass sich mit einer solchen Röhre verschiedene Vorteile erzielen lassen. Es können durch Verwendung dünner Drähte, die mittelst Querdrähten sehr gut im richtigen Abstand voneinander gehalten werden können, die verschiedenen Gitter drähte verhältnismässig nahe aneinander ge rückt werden. Die mit der Erfindung be absichtigte Wirkung lässt sich, wie Versuche gezeigt haben, gerade durch die Verwendung dieser dünnen Drähte sehr gut erreichen, auch wenn die Entfernung zwischen den Gitter drähten, obwohl absolut genommen klein, ver hältnismässig gross gegenüber der Dicke der Gitterdrähte selbst gewählt wird.
Es hat sich als ein Vorteil erwiesen, diese Abstände und die Gitterdrahtdicke derart zu wählen, dass das Schattenverhältnis des Gitters wenigstens i/.4 beträgt. Unter Schat tenverhältnis ist dabei das Verhältnis der auf eine zum Gitter parallele Fläche projizierte Oberfläche des Gittermaterials zu der proj izierten Oberfläche der im Gitter vorhan denen Öffnungen zu verstehen.
Die Drahtdicke des Gitters kann zweck mässig 100 Mikron oder weniger betragen. Es hat sich jedoch als sehr vorteilhaft er wiesen, eine Dicke von 50 Mikron oder weniger zu wählen. Die Dicke der Quer drähte, die als Fixierdrähte zu betrachten sind, ist von der gleichen Grössenordnung wie die der Gitterdrähte. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass als Dicken der gleichen Grössenordnung auch Drahtstärken betrachtet werden, die etwa 4 bis 5 mal grösser als die der sehr dünnen Gitterdrähte selbst sind.
Zur Erzielung einer genügenden Wärme- ableitung hat es sich als vorteilhaft erwiesen, an dem so hergestellten Gitter ein oder mehrere Kühlorgane zu befestigen, die zum Teil als Stütze des Gitters verwendet werden können.
Es hat sich gezeigt, dass abgesehen von der Verhütung der sogenannten Inselbildung unter Beibehaltung eines bestimmten Ver- stärkungsgrades auch erheblich grössere Steil seiten als die jetzt bekannten erreicht werden können.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes durch Fig. 1 in einer Ansicht.
Fig. 2 ist eine Einzeldarstellung des Gitters einer solchen Röhre.
In der Zeichnung bezeichnet 1 die Röh renwandung und 2 den Quetschfuss, der das Elektrodensystem trägt. Zu diesem Elek- trodensystem gehört eine Kathode 8, im vor liegenden Fall eine indirekt heizbare Ka thode, die aus einem zweckmässig U- oder V förmigen Heizkörper besteht, um den herum, unter Zwischenfügung von Isoliermaterial, der Kathodenkörper angebracht ist. Dieser Nathodenkörper, der zum Beispiel aus einem Nickelröhrchen besteht, ist mit einer elek tronenemittierenden Schicht, zum Beispiel Bariumoxyd, versehen.
Die Stromzuführungs- drähte 4 und 5 sind am untern Teil des Kathodenheizkörpers befestigt und durch den Quetschfuss hindurch nach aussen geführt. Der Stromzuleitungsdraht 6 des Kathoden körpers selbst ist ebenfalls am untern Teil dieses Körpers befestigt und in die Quetsch stelle eingeschmolzen. Um die Kathode herum ist das Gitter 7 angeordnet. Wie aus Fig. 2 deutlicher ersichtlich ist, besteht dieses Gitter aus dünnen Gitterdrähten 8 von zum Beispiel 40 Mikrondicke, die durch Fixierdrähte 9 von 80 Mikrondicke im richtigen Abstand voneinander gehalten werden.
Mit der Aussen seite des Gitters sind zwei Stützen 10 ver bunden, die gleichzeitig als Wärmeableitung des Gitters verwendet werden können.
Das Gitter umgebend ist die Anode 11 angeordnet, die mittelst zweier Stützen 12 an dem Quetschfuss befestigt ist. An einer dieser Stützen ist der Anodenstromzufüh- rungsdraht befestigt.
Obwohl in dem hier dargestellten Bei spiel eine Entladungsröhre mit drei Elek- i;roden dargestellt ist, ist die Erfindung selbstverständlich nicht auf solche Röhren beschränkt, und nicht nur :das Steuergitter, sondern auch andere Gitter, zum Beispiel ein Raumladungsgitter, können in der beschrie benen Weise gebaut. sein.