CH169052A - Verfahren zur Herstellung eines den Geruch der Auspuffgase von Verbrennungskraftmaschinen verbessernden Betriebsstoffes. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines den Geruch der Auspuffgase von Verbrennungskraftmaschinen verbessernden Betriebsstoffes.

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CH169052A
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Aktiengesellsc Farbenindustrie
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Ig Farbenindustrie Ag
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  Verfahren zur Herstellung eines den Geruch der Auspuffgase von     Verbrennungs-          kraftmaschinen    verbessernden Betriebsstoffes.    Bekanntlich bilden die Auspuffgase vor)  Benzinmotoren durch ihren scharfen und beis  senden Geruch eine grosse Belästigung, ins  besondere in Garagen, in der Nähe von be  wohnten     Räumen    oder in Strassen, die beider  seits von hohen     Häuserreihen    eingeschlossen  sind und in denen der, Gasaustausch weniger  rasch     voll    statten geht. Dieser Geruch beruht  auf sehr     geringen    Mengen halbverbrannten  Öles und Treibstoffes und tritt insbesondere  bei Leerlauf oder bei auf Spätzündung ein  gestellten Motoren auf, also besonders beim  Anlassen.

   Bei Explosionsmotoren, die fast       agisschliesslich    in der Automobilindustrie ver  wendet werden, ist zudem das Laufenlassen  des Motors mit. geringem Luftmangel üblich,  was zwar zu     vergrössertem        Kraftstoffverbrauch     und zur Erzeugung besonders stark riechender  Auspuffgase wegen Unmöglichkeit der völligen  Verbrennung des vom Kolben gepumpten  Schmieröls, aber bei entsprechend grösserer         Zündgeschwindigkeit    der Gemische von rund       100/,    Luftmangel zu der grösseren Leistung  des Motors führt.  



  Es ist bereits vorgeschlagen worden, diese       übelriechenden    Auspuffgase durch Absorption  mit aktiver Kohle oder ähnlichen Stoffen zu  beseitigen oder auch durch Einschaltung von       Katalysatoren,.    um in dem Abgasstrom eine  Nachverbrennung zu bewirken, was aber nur  bei     Luftüberschuss    im Gasgemisch möglich ist.  Alle diese Versuche haben sich in der Praxis  nicht durchsetzen können.  



  Es wurde nun gefunden, dass es gelingt,  den Auspuffgasen von     Verbrennungskraftma-          schinen    einen angenehmen Geruch dadurch  zu verleihen, dass man dem Betriebsstoff aroma  tisch riechende Körper zusetzt. Überraschen  derweise wird eine grosse Zahl solcher Ver  bindungen, sowohl natürlicher als auch synthe  tischer, unter den im Explosionsmotor herr  schenden Bedingungen nicht verbrannt, soll-           dern    verleiht vielmehr den Auspuffgasen einen  angenehmen Geruch,

   der den stechenden     Ge-          rUch    des halbverbrannten Öls     bezw.        Benzin-          Ölgemisches    nach Wunsch     abzuändern    vermag.  



  Als solche riechenden Körper seien bei  spielsweise die nachfolgenden aufgeführt:       Kampfer,        Kampferabfallöl,        Borneol,        Bor-          nylacetat,    Nelkenöl,     Jonon,        Cumarin,        Indol,          Skatol,        Acetophenon,        Methylacetophenon,        4-          Methoxyacetophenon,        Para-Kresylacetat,        An-          thranilsäLireniethylester,

          Isopropylmethylhy-          drozimtaldehyd,        Naphtliylmethylketori,        Trini-          trotertiäi-butyltol        iiol        (1ziinstlichei-Moschus)        iisw.     



  Von diesen Körpern genügen bereits solche  Mengen, die dem Kraftstoff selbst noch keinen  ausgesprochenen Geruch zu verleihen vermö  gen, uni einen deutlichen     (xeruchseffekt    im       Auspuffgas    zu erzielen. In der Regel kann  dem Betriebsstoff etwa 1     gr    pro Liter zuge  setzt werden, doch kann diese Menge in man  chen Fällen selbst auf     '/1o        gr    und weniger  herabgesetzt werden. Naturgemäss können auch  Mischungen der genannten Stoffe Verwendung  finden.  



  Wie weiterhin gefunden wurde, nehmen  von den oben angeführten riechenden Körpern  die künstlichen     Moschusriechstoff'e    und die       Arylalkylketone    eine besondere Stellung ein,  da mit ihnen eine besonders gut wahrnehm  bare Geruchsverbesserung der Auspuffgase  erreichbar ist und weil dabei in vielen Fällen  wesentlich geringere     Mengen    zur     Herbeifüh-          rung    des gewünschten Effektes genügen.

   Als  solche     Moschuskörper    seien beispielsweise       genannt:-          2.4.        6-Trinitro-l-methyl-3-tert.        butylbenzol,          2.4.6-Trinitro-l.3-dimethyl-5-tert.        butylbenzol,          2.4.6-Trinitro-3-methyl-5-tert.        butylanisol,     3.

       5-Diriitro-2.4-di    m     ethyl-6-tert.        butyl        acetophe-          non,        Dinitro-tert.        butyl-para-cymol.        Über-          raschenderweise    werden diese Verbindungen  in     Verbrennungskraftmaschinen    nicht ver  brannt trotz der in den Molekülen enthal  tenen Nitrogruppen. Diese verleihen den Aus  puffgasen einen besonders angenehmen Geruch  und es genügen bereits 0,1     gr    pro Liter flüs  sigen Betriebsstoffes zur Erzielung der ge  wünschten Geruchsverbesserung.

   Diese Menge    kann sogar in manchen Fällen auf '/so     gr    pro  Liter Brennstoff herabgesetzt werden. Selbst  verständlich können auch, und das gilt sinn..  gemäss auch für die hierunter beschriebenen       Arylalkylketone,        Riechstoffmischungen    ver  wendet werden, welche auf diesen besonders  gut riechenden Verbindungen aufgebaut sind.  



       MVie    schon gesagt,     kann    man diesen be  sonders günstigen Effekt auch mit Hilfe von       Arylalkylketonen    erreichen, wie zum Beispiel  mit     Aeetophenon,        Methylacetophenon,        4-Me-          tlioxyacetophenon,        1-Naplithylmethylketon,        2-          Naphtliylinethylketon,    sowie Derivaten und  Homologen dieser Verbindungen.

   Diese betone  können dem Betriebsstoff in den Mengen     zri-          gefügt    werden, wie sie oben für die künst  lichen     Moschuskörper    angegeben sind.  



  Für den gewünschten Zweck braucht natur  gemäss nicht von den reinen     Riechstoffkörpern          ausgegangen    zu werden, vielmehr können die  im Betrieb anfallenden Rohprodukte oder die  bei der Destillation anfallenden Vor- und  Nachläufe verwendet werden, die noch Anteile  der =genannten Riechstoffe enthalten.  



  Alle im     allgemeinen    in Verbrennungskraft  maschinen gebrauchten     Betriebsstoffe    können  durch die genannten Zusätze verbessert werden  und lediglich die     Mengen    müssen etwas variiert  werden, je nachdem Leicht- oder Schweröle  als     Betriebsstoffe    verwendet werden. Natur  gemäss kann man auch den Auspuffgasen von       Gasmotoren    einen besseren Geruch verleihen,  wenn man dem Treibgas Spuren der genannten  Riechstoffe zusetzt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung eines den Geruch der Auspuffgase von Verbrennungskraftma- schinen verbessernden Betriebsstoffes, dadurch gekennzeichnet, dass man einem Betriebsstoff einen aromatisch riechenden Körper zusetzt, der unter den im Explosionsmotor herrschen den Bedingungen nicht verbrannt wird. ITNTERANSPRtrCHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als aromatisch riechende Körper solche vom Typus des künstlichen Moschus verwendet werden. Z. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet. dass als aromatisch rie chende Körper Arylalkylketone verwendet werden. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass als aromatisch rie- clreude Körper Riechstoffmischungen ver wendet werden, die Körper vom Typus des künstlichen Moschus enthalten. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass als aromatisch rie chende Körper Riechstoffmischungen ver wendet werden, die Arylalkylketone ent halten.
    PATENTANSPRUCH II: Betriebsstoff, erhalten gemäss dein Ver fahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass er einen aromatisch riechen- den Körper, welcher unter den im Verbren nungsmotor vorherrschenden Bedingungen nicht verbrennt, in einer Menge von höch stens 1 gr- pro Liter, enthält. UNTERANSPRCCHE 5. Betriebsstoff nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass er pro Liter höchstens 0,1 gr eines Riechstoffes vom Typus des künstlichen Moschus enthält. 6.
    Betriebsstoff nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass er pro Liter höchstens 0,1 gr- eines Arylalkylketons enthält.
CH169052D 1932-05-17 1933-04-06 Verfahren zur Herstellung eines den Geruch der Auspuffgase von Verbrennungskraftmaschinen verbessernden Betriebsstoffes. CH169052A (de)

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