Elektromagnetisches Schiitz zur beschleunigten Unterbrechung von Stromkreisen. Die Erfindung betrifft ein elektromagne tisches Schütz zur beschleunigten Unter brechung von Stromkreisen beim plötzlichen Auftreten einer unzulässigen Stromzunahme. Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass sowohl der bewegliche Schützkontakt, als auch der Anker des Elektromagnetes mechanisch mit einer Beschleunigungsvorrich tung verbunden sind, welche einen Kurzschluss- ring aufweist, der ganz oder teilweise das Feld umfasst, das durch eine vom Hauptstrom durchflossene Spute erzeugt wird, so dass bei einer Stromzunahme der Ring von einem Strom durchflossen wird, wobei auf ihn elektro dynamische Kräfte einwirken,
die ihn vom Elektomagneten abzustossen streben und die, auf die mechanische Verbindung des Ringes mit dem Schütz übertragen, eine rasche Trennung der Kontakte herbeiführen können.
Die Zeichnung zeigt einige Ausführungs beispiele von elektromagnetischen Schützen nach der Erfindung, und zwar zeigt Fig. 1 die Einzelheiten der Beschleunigungsvorrich- tung in parallelperspektivischer Ansicht, wäh rend Fig. 2 die Anwendung dieser Vorrich tung in Verbindung mit einem elektromagne tischen Schütz schematisch darstellt. Die Fig. 3, 4, 5 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung im Aufriss, Seitenansicht und Grundriss, deren Schaltschema aus Fig. 6 er sichtlich ist.
Gemäss Fig. 1 besteht die Beschleunigungs vorrichtung aus einem magnetischen Strom kreis a mit drei Schenkeln aus lamelliertem Eisen, welcher von der auf den mittleren Schenkel gewickelten, mit dem Hauptstrom kreis c in Reihe geschalteten Spule b magneti siert wird. Ein um die Achse x-x drehbar angeordneter Kurzschlussring d umfasst das in dem magnetischen Stromkreis der Spule b erzeugte Feld. Der Kurzschlussring d liegt in den Luftspalten a1, a' zwischen den Schen keln und befindet sich infolgedessen unter dem Einfluss eines Magnetfeldes.
Solange der Hauptstrom keine Änderung erfährt, wird in dem Kurzschlussring d kein Strom induziert. Tritt aber eine plötzliche Veränderung des Hauptstromes ein, z. B. infolge eines Kurz scblusses, so wird der Ring von einem starken Strom durchflossen. Da die diesen Ring bil denden einzelnen Leiter in einem magneti schen Feld liegen, so entwickeln sich auf dein Ring Kräfte, welche denselben gemäss dem Gesetz von Laplace zu bewegen streben, so dass er, wenn diese Kräfte gross genug sind, aus seiner Ruhelage in der Richtung der Pfeile f herausgerissen wird.
Diese Kraft wird nun dazu benutzt, eine besonders rasche Trennung der Kontakte eines Schützes herbeizuführen. Fig.2 zeigt die Anwendung dieser Be schleunigungsvorrichtung in Verbindung mit einem elektromagnetischen Schütz. Das vom Schützmagnet g1 gesteuerte Schütz besteht aus dem beweglichen und dem festen Kontakt arm<I>i</I> bezw. <I>i ,</I> die an den Hauptstromkreis c angeschlossen sind.
Der Kurzschlussring d der Beschleunigungsvorrichtung ist durch eine Lenkstange h mit dem beweglichen Kontakt arm i des Schützes verbunden, an dem gleich zeitig auch der Anker g des Elektromagnetes g1 befestigt ist. Bei normalen Stromverhältnissen werden die Kontakte des Schützes durch den Elektromagnet g1 entgegen der Kraft einer Feder geschlossen gehalten. Auch die Be schleunigungsvorrichtung wird vom normalen Strom durchflossen und der Kurzachlussring d befindet sich in der Ruhelage. Sobald aber der Strom in der Spule b, z.
B. infolge eines Kurz schlusses stark anwächst, so wird auch der Ring d von einem starken Strom durchflossen und aus seiner Ruhelage in der Richtung des Pfeils f herausgerissen. Die Bewegung des Ringes<I>d</I> wird über die Lenkstange<I>h</I> auf den beweglichen Kontaktarm i übertragen, der Anker g wird vom Elektromagnet g' ab gerissen und die Kontakte des Schützes wer den sehr rasch geöffnet.
Bei dem zweipoligen Schütz gemäss Fig. 3, 4 und 5 ist der von zwei Ansätzen d' ge tragene Kurzschlussring d, wie bei dem Aus führungsbeispiel gemäss Fig. 1, drehbar auf einer Achse e angeordnet. Die gleiche Achse e trägt die beweglichen Kontakte i des Schützes und den Anker g des Elektromagnetes g1.
Das Schütz wird, wie das Schaltschema gemäss Fig. 6 zeigt, bei dem die Pfeile den Sinn angeben, in welchem der Strom dem Apparat zu- bezw. von demselben abfliesst, durch Schliessen eines von dem Schütz unab hängigen Hilfsschalters, z. B. eines Druck knopfschalters n geschlossen. Dadurch erhält die Spule g1 Strom und wird erregt. Die Spule g1 ist über einen mit der Achse e be weglichen Kontakt in mit einem Hilfswider stand r in Reihe geschaltet.
Tritt in der Spule b ein starker Überstrom auf, dann reisst der Kurzschlussring d den Anker des Schützes gewaltsam ab, wodurch die Kontakte 7n und i geöffnet werden, da sie auf. der gleichen Welle e wie der Kurzschlussring angeordnet sind. Der Kontakt m unterbricht den Strom der Spule g1. Er ist so eingestellt, dass er erst dann geschlossen wird, wenn das Schütz am Ende seiner eigenen Schliessbewegung an gelangt ist. Zum abermaligen Schliessen des Schützes muss der Kontakt n von neuem ein geschaltet werden.
Die Empfindlichkeit der Einrichtung kann z. B. dadurch geändert werden, dass der Er regerstrom des Elektromagnetes g1 durch entsprechende Einstellung des Widerstandes r geregelt wird, oder auch durch Verstellen eines Anschlages, der den Weg des Ankers g beim Schliessen begrenzt und dadurch das Verbleiben desselben am Magnetkern ver hindert.