CH170613A - Verfahren zur Herstellung eines zur Bekämpfung von Tuberkulose usw. geeigneten Heilmittels. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines zur Bekämpfung von Tuberkulose usw. geeigneten Heilmittels.

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CH170613A
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  Verfahren zur Herstellung eines  zur Bekämpfung von Tuberkulose usw. geeigneten Heilmittels.    Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver  fahren zur Herstellung eines zur Bekämpfung  von Tuberkulose, chronischen Eiterungen, be  stimmten Geschwülsten usw. geeigneten Heil  mittels.  



  Die Erfindung baut sich auf der Erkennt  nis auf, dass es möglich ist, durch gewisse  Stoffe, insbesondere Eiweissprodukte von nie  deren     Lebewesen,    das Bindegewebe des mensch  lichen oder tierischen Organismus und deren  Abwehrkräfte so zu beeinflussen, dass die  oben genannten Krankheitserscheinungen ver  schwinden     bezw.    ausheilen. Anlass zu dieser  Erkenntnis war die Beobachtung, dass alte       Luetiker    bei einer Infektion mit Tuberkulose  nur ganz leicht schwindsüchtig werden. Es  gibt bekanntlich zwei klinische Verlaufsformen  der Tuberkulose. Bei der bösartigen schreitet  der Prozess ungehindert immer weiter fort. Bei  der gutartigen kapselt der     Bindegewebeappa-          rat    die Tuberkel ab.

   Diese     Abkapselungsnei-          gung    ist beim alten     Luetiker    in verstärktem  Masse vorhanden.    Es wurde gefunden, dass die Ursache für  den gutartigen Verlauf der Tuberkulose und  ähnlicher Krankheiten bei alten     Luetikern    in  einer Substanz liegt, die im Zusammenhang  mit der     Spirochaete    auftritt.  



  Gegenstand der Erfindung ist nun ein Ver  fahren zur Herstellung eines Heilmittels zur  Bekämpfung von Tuberkulose und andern  Krankheiten, das dem erkrankten Organismus,       vorzugsweise    in flüssiger Form, einverleibt  werden kann     undtuberkulöseundandereKrank-          heitserscheinungen    zum Abheilen bringt, wie  Versuche ergaben, ohne dass dabei schädliche  Nebenwirkungen auftreten.  



  Das erfindungsgemässe Verfahren ist da  durch gekennzeichnet, dass man aus     Spirochae-          tenkulturen    die verflüssigten     spirochaeten-          haltigen    Anteile entfernt, die     Spirochaeten    ab  trennt, reinigt und abtötet.  



  Als Nährböden für die     Spirochaetenkul-          turen    verwendet man zweckmässig solche, wel  che tierische Organe, wie z. B.     Meerschweinchen-          ]eher    oder     -niere,    enthalten.      Zwecks Entfernung der verflüssigten     api-          rochaetenhaltigen    Anteile kann man die     Spi-          rochaetenkultur,    vorzugsweise nach vorher  gehender Verdünnung mit physiologischer Salz  lösung, zur Abtrennung gröberer Bestandteile,  durch ein sterilisiertes Metallfilter und hierauf  zur weiteren Klärung durch eine Watte- und  Mullschicht filtrieren.

   Zur Abtrennung und  Reinigung der     Spirochaeten    wird die     spirochae-          tenhaltige    Flüssigkeit zweckmässig in Gegen  wart von physiologischer Salzlösung zentri  fugiert und das erhaltene Sediment erneut in  physiologischer Salzlösung aufgenommen und  zentrifugiert. Die     Abtötung    der     Spirochaeten     geschieht am besten derart, dass man die ge  reinigten     Spirochaeten    in physiologischer Salz  lösung aufschwemmt und heiss sterilisiert.  



  Die Einstellung der     Spirochaetensuspen-          sion    erfolgt zweckmässig vor der Sterilisation  und zwar derart, dass 1     oms    etwa 80 Millionen  Keime enthält. Unter physiologischer Salz  lösung sind hier die in der Physiologie und  Therapie gebräuchlichen     isotonischen    Lösun  gen, wie z. B. Ringerlösung,     Tyrodelösung        etc.     zu verstehen.  



  <I>Beispiel:</I>  Vier- bis fünftägige Reinkulturen der     Spi-          rochaeta        pallida    werden unter sterilen     Kautelen     in einer zirka zehnfachen Menge 0,85     o/oiger     Kochsalzlösung suspendiert. Diese     Nährboden-          aufschwemmung    wird zur Abtrennung gröberer  Bestandteile durch sterilisierte Metallfilter ge  gossen und =hierauf zur Klärung durch eine  Watte- und Mullschicht filtriert. Das nun ge  klärte Filtrat wird in einer Zentrifuge von  3-4000 Touren     11/2    Stunden geschleudert.

    Die überstehende Flüssigkeit wird abgegossen  und das die     Spirochaeten    enthaltende Sediment  zur weitern Reinigung nochmals mit 0,85     o/oiger     Kochsalzlösung versetzt und zentrifugiert. Das  derart     gewaschene    Sediment wird mit so viel  physiologischer Kochsalzlösung versetzt, dass  die Lösung zirka 80 Millionen Keime pro 1     cm3     enthält. Hierauf wird im Dampftopf bei etwa  <B>1000</B> an zwei aufeinanderfolgenden Tagen je  1 Stunde sterilisiert.  



  Die durch das erfindungsgemässe Verfahren  dargestellte Impflösung wird vorzugsweise zu       subcutaner    Applikation verwendet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCH: Verfahren zur Herstellung eines zur Be kämpfung von Tuberkulose und andern Krank heitserscheinungen geeigneten Heilmittels, da durch gekennzeichnet, dass man aus Spiro- chaetenkulturen die verflüssigten spirochaeten- haltigen Anteile entfernt, die Spirochaeten abtrennt, reinigt und abtötet. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dagmanzwecks Gewinnung der verflüssigten spirochaetenhaltigen An teile die SpirochaetenkulturzurAbtrennung gröbererBestandteile durch ein sterilisiertes Metallfilter und hierauf zur weitern Klärung durch eine Watte- und Mullschicht filtriert. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Spirochaeten- kultur vor der Filtration mit physiologischer Salzlösung verdünnt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zwecks Abtren nung und Reinigung der Spirochaeten die filtrierte spirochaetenhaltige Flüssigkeit in Gegenwart von physiologischer Salzlösung zentrifugiert und das erhaltene Sediment erneut in physiologischer Salzlösung auf nimmt und zentrifugiert. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zwecks Abtötung der Spirochaeten die gereinigten Spirochae- ten in physiologischer Salzlözung auf schwemmt und heiss sterilisiert. 5.
    Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man die Abtötung der Spirochaeten durch je einstündiges Erwär men ihrer Suspension auf etwa 100 o an zwei aneinanderfolgenden Tagen bewirkt. 6. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man die Aufschwem- mung der Spirochaeten in der physiologi schen Salzlösung derart einstellt, dass 1 cmo etwa 80 Millionen Keime enthält. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man für die Spirochae- tenkulturen solche Nährböden verwendet, welche tierische Organe enthalten.
CH170613D 1932-04-20 1933-04-07 Verfahren zur Herstellung eines zur Bekämpfung von Tuberkulose usw. geeigneten Heilmittels. CH170613A (de)

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