Nach der Kompensationsmethode arbeitende Empfangsanordnung zur Fernanzeige von Betriebsgrössen, unter Verwendung eines Kelvin'schen Ausgleichinstrumentes. Bei der Fernanzeige von Messgrössen nach der reinen Kompensationsmethode macht man vom Prinzip zweier einander entgegenwirken der Kräfte Gebrauch, von denen gewöhnlich die eine von dem Gebermessinstrument und die andere von dem Übertragerstrom beein- flusst wird und die beide auf ein Gleichge- wichtsystem derart einwirken,
dass dieses durch Veränderung der von dem Übertrager strom beeinflussten Gegenkraft in seine Gleich gewichtslage zurückgeführt wird, wobei der zur Rückführung nötige, das Fernempfangs instrument beeinflussende Strom ein Mass der Messgrösse ist.
Hierzu benutzt man gewöhnlich ein Kel- vinsches Ausgleichinstrument, dessen einer seits unter dem Einfluss eines fernübertragenen Messwertes und anderseits unter dem Einfluss des Kompensationsstromes stehende Kontakt waage einen umsteuerbaren Servomotor steuert, der auf einen die Stromänderung des Kom pensationsstromkreises bewirkenden Einstell apparat einwirkt.
Obwohl nun die Fernanzeigesysteme nach der Kompensationsmethode in ihrem Aufbau an sich verhältnismässig einfach sind, be sitzen sie jedoch den grossen Nachteil, dass sie nicht bei allen Arten von Übertrager leitungen angewandt werden können und dass die Sicherheit der Übertragung weitgehend von dem Zustande der benutzten Leitung, wie beispielsweise von Isolationsfehlern, vom Leitungswiderstand und Ableitungen ab hängig ist. Dieses Kompensationsverfahren ist daher trotz einiger beachtenswerter Vor teile gegenüber dem gebräuchlicheren Impuls verfahren im Nachteil.
Um jedoch bei der Fernanzeige von Mess- grössen sowohl die Vorteile des Kompensa tionsverfahrens, als auch die des Impulsver fahrens nutzbar zu machen, wurde bereits vorgeschlagen, eine Kompensation der Mess- grösse entweder auf der Gebe- oder Emp fangsstation und die Übertragung der Mess- grösse nachdem Impulsverfahren zu bewirken. Damit werden unter gleichzeitiger Ausnützung der Vorteile des Impulsverfahrens die ge schilderten Nachteile des Kompensationsver fahrens beseitigt.
Die Erfindung bezieht sich nun auf eine Empfangsanordnung zur Fernanzeige von Be triebsgrössen unter Verwendung eines einer seits unter dem Einflusse des nach der Im pulsmethode fernübertragenen Messwertes und anderseits unter dem Einfluss eines Kompen sationsstromes stehenden Kelvinschen Aus gleichinstrumentes. Es handelt sich also hier um eine Empfangsanordnung für Fernmess- anlagen, bei denen die .Fernübertragung der Messgrösse nach der Impulsmethode und an der Empfangsstelle die Umformung der an kommenden Impulse in einen auf das Zeiger instrument einwirkenden Kompensationsstrom erfolgt.
Diese bisherigen derartigen Impuls kompensationsverfahren zur Fernübertragung von Messgrössen hatten nun den Nachteil, dass erstens einmal für das Kelvinsche Aus gleichinstrument ein besonders ausgebautes Instrument Verwendung finden musste und dass zweitens die Empfangsanlage nicht span nungsunabhängig war, was zu Fehlmessungen Veranlassung gab.
Diese Nachteile des Impulskompensations- verfahrens werden nun erfindungsgemäss da durch behoben, dass das Kelvinsche Aus gleichinstrument ein magnetelektrisches Mo tortriebsystem ist, dessen Anker zwei von dem dem Messwert proportionalen Strom bezw. von dem Kompensationsstrom gespeiste Spulen aufweist und dass das in dem Kom pensationsstromkreis liegende Anzeigeinstru ment ein Kreuzspulinstrument ist, dessen Direktionskreis an die auch das magnetelek trische Motortriebsystem und die Kompen sationsvorrichtung speisende Batterie ange schlossen ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel der Erfindung zur Darstellung ge bracht.
Bei der dargestellten Schaltanordnung erfolgt die Umformung der über die Fern leitung 1 übertragenen Impulse in einen der Messgrösse proportionalen Strom nach der sogenannten gondensatorfrequenzmethode. Es ist also mit der Fernleitung 1 ein Umschalt relais 2 verbunden, das den Kondensator 3 zur Aufladung und Entladung bringt. In dein mit einer Gleichstrombatterie 4 ver bundenen Kondensatorstromkreis 5 liegt nun die Wicklung 6 eines als Drehspuleninstru- ment wirkenden magnetelektrischen Motor triebsystems 7, dessen zweite Wicklung 8 in einen Kompensationsstromkreis 9 einge schaltet ist.
In dem Kompensationsstrom kreis 9 befinden sich fernerhin noch ein mit der Batterie 4 verbundenes Potentiometer 10 und ein Kreuzspulinstrument 11, dessen Di rektionsstromkreis 12 ebenfalls mit der Bat terie 4 verbunden ist. Der Drehkontakt 13 des Potentiometers 10 wird nun von einem von einer Kontaktwaage 14 des Motortrieb systems 7 überwachten, von der Batterie 4 gespeisten Motor 15 gesteuert.
Die über die Fernleitung 1 ankommen den Impulse bringen nun das Umschaltrelais 2 zur Erregung, wobei durch das Aufladen des Kondensators 3 Gleichstromstösse erzeugt werden. Diese durch die Wicklung 6 des Motortriebsystems 7 fliessenden Gleichstrom stösse bewirken nun eine Verdrehung der Ankerscheibe 16 in der eingezeichneten Pfeil richtung. Dadurch wird der Drehkontakt 17 der Kontaktwaage 14 mit dem linken der beiden Kontakte 18, 19 in Berührung ge langen, wodurch der Motorwicklungsteil 20 erregt wird. Der Rotor des Motors 15 wird dann in Tätigkeit gesetzt und damit der Drehkontakt 13 des Potentiometers 10 ver stellt.
Der eingestellte, in der Wicklung 8 des Motortriebsystems 7 fliessende Kompen sationsstrom ruft dann eine Verdrehung der Ankerscheibe 16 in der strichliert eingezeich neten Pfeilrichtung hervor. Sobald das durch die gondensatorströme ausgeübte Drehmoment dem durch den Kompensationsstrom hervor gerufenen Drehmoment gleich ist, gelangt der Drehkontakt 17 der Kontaktwaage 14 in seine Mittelstellung; er ist dann also mit keinem der beiden Kontakte 18, 19 in Be rührung. Die Folge davon ist, dass der Motor 15 zum Stillstand gelangt.
Der von dem Kreuzspulinstrument 11 angezeigte Kompen- sationsstrom entspricht dann der fernüber tragenen Messgrösse.
Bei Ausbleiben von Impulsen wird, da dann in den Kondensatorstromkreis 5 ein Gleichstrom nicht fliesst, in dem Zähler nur das von dem Kompensationsstrom hervorge rufene Drehmoment auftreten. Demzufolge wird der Drehkontakt 17 mit dem rechten Kontakt 18 der Kontaktwaage 14 in Be rührung gelangen. Es erhält dann die Er regerwicklung 21 des Motors 15 Strom, so dass dessen Rotor in der umgekehrten Rich tung als vorher zum Anlaufen kommen wird. Der Drehkontakt 13 des Potentiometers 10 wird darin so lange verstellt, bis in dem Kom pensationsstromkreis 9 kein Strom fliesst, wo durch das Kompensationsdrehmoment Null wird.
Der Zeiger des Kreuzspulinstrumentes 11 befindet sich dann in der Nullstellung und der Drehkontakt 17 der Kontaktwaage 14 in der Mittelstellung.
Die Empfangsanordnung ist auch leicht zur Summenmessung mehrerer gleichartiger Betriebsgrössen verschiedener Kraftwerke auf einer Zentralstation geeignet. Es können auch beliebige Arten von Betriebsgrössen, so wohl physikalische, als auch mechanische übertragen werden.