CH171130A - Verfahren zur Ausscheidung von Salzen in Röhrendampferzeugern. - Google Patents
Verfahren zur Ausscheidung von Salzen in Röhrendampferzeugern.Info
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Description
Verfahren zur Ausscheidung von Salzen in Röhrendampferzeugern. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zur Ausscheidung von Salzen in Röhrendampferzeugern mit Zwangsdurchfluss und besteht darin, dass der Dampf, bevor er den Überhitzer durchströmt, in einem Zustand nahe dem Übergangspunkt vom Nassdampf- ins Heissdampfgebiet durch mindestens eine Turbine geleitet wird.
Die Erfindung stützt sich auf die Beob achtung, dass in mehrstufigen Turbinen Salze, die durch den Dampf in die Turbine ge schleppt werden, sich auf den Laufrädern derjenigen Stufen niedersetzen, in denen der Dampf aus dem überhitzten Zustand in den nassen Zustand übergeht, die äussere Grenz kurve also von oben nach unten überschreitet. Salze scheiden sich dann in Kristallform aus, wenn der Zustand des Dampfes sich aus dem Überhitzungsgebiet in das Nassdampfgebiet senkt, weil die einzelnen Kristalle Konden sationskerne bilden und nach beginnender Kondensation in klebrigem Zustand an festen Teilen haften bleiben.
In Dampferzeugern, in denen das Arbeits mittel unter zwangsläufiger Strömung ein beheiztes Rohrsystem durchströmt; scheiden sich die in der Speiseflüssigkeit mitgeführten Salze nach der Verdampfung der Flüssigkeit in Kristallform aus und bleiben im Über- hitzer, hauptsächlich in dessen Anfang, an den Rohrwänden haften. Die anhaftenden Salzkristalle bilden Schichten, die den Wärme- durchgang stauen, eine erhöhte Temperatur der Rohrwände verursachen und letzten Endes die Ursache von Beschädigungen der Rohre werden.
Nach dem Verfahren gemäss der Erfindung werden die genannten Nach teile von Röhrendampferzeugern dadurch ver mieden, dass beim Durchströmen durch die Turbine die Salzkristalle auf den Schaufeln bei der Entspannung sich niederschlagen, wodurch die Möglichkeit entsteht, sie zu entfernen.
Zur Ausführung des Verfahrens kann bei einem Röhrendampferzeuger in der Nähe der Übergangsstelle vom Nassdampf zum Heiss- dampfgebiet im Rohrsystem mindestens eine Turbine eingeschaltet sein, in welcher sich die im Dampf mitgeführten Salze ausscheiden.
Die Erfindung ist auf der Zeichnung an hand von zwei vereinfacht dargestellten Dampferzeugern in Fig. 1 und 3 und durch ein Mollier-Diagramm in Fig. 2 genauer er läutert.
Das Arbeitsmittel wird bei den Dampf erzeugern in Fig. 1 und 3 als Speiseflüssig keit durch die Speiseleitung 1 dem einen Ende eines Rohrstranges 2 zugeführt und als Heissdampf dem andern Ende entnommen und durch die Leitung 3 zu den nichtge zeichneten Verbrauchsstellen geführt. Die Beheizung erfolgt durch einen Brenner 4, dem durch die Leitung 5 Brennstoff und durch die Leitung 6 die Verbrennungsluft zugeführt wird. Die bei der Verbrennung entstehenden Rauchgase strömen durch die Leitung 7 an weitere Verbrauchsstellen oder ins Freie.
In der Nähe der Stelle 8 (Fig. 1), an welcher das Arbeitsmittel aus dem Nassdampf- gebiet ins Heissdarnpfgebiet übergeht, wird der Dampf durch die Leitung 9 aus dem Dampferzeuger entnommen und durch eine der Turbinen 10 bezw. 11 geleitet. Nachdem der Dampf in den Turbinen unter Arbeits abgabe etwas entspannt worden ist, strömt er durch die Leitung 12 wieder zum Dampf erzeuger zurück und wird in einem weiteren Abschnitt des Rohrstranges 2 auf die Betriebs temperatur überhitzt. Die Turbinen 10 bezw.11 treiben die Arbeit aufnehmenden Maschinen 13 bezw. 14.
In der Dampfzuführungsleitung 9 sind die Abschlussorgane 15 bezw. 16 und in der zum Dampferzeuger zurückführenden Dampfleitung 12 die Abschlussorgane 17 bezw. 18 eingeschaltet. Durch eine Leitung 19 kann den Turbinen eine Flüssigkeit zugeführt werden, die durch die Leitung 20 wieder fortgeführt wird. Zur Regelung des Zuflusses und des Abflusses sind in der Zuführungs leitung 19 die Absperrorgane 21 bezw. 22 und in der Abführungsleitung die Absperr organe 23 bezw. 24 angeordnet.
DerDampfzustandverläuftim is-Diagramm der Molliertafel (Fig. 2) nach dem Überschrei ten der innern Grenzkurve auf der Line b bis zum Punkt C der äussern Grenzkurve, wobei das Arbeitsmittel aus dem flüssigen Zustand in den trocken gesättigten Zustand übergeht. Nach dem Punkt C wird es längs einer Linie c etwas überhitzt. An einer Stelle, wo es den Zustand D geringer Überhitzung erreicht hat, sind die Turbinen 10 bezw. 11 (Fig. 1) in den Rohrstrang eingeschaltet.
Bei der Entspannung in den Turbinen fällt der Zustand des Arbeitsmittels längs einer Linie d auf den Zustand E im Nassdampf- gebiet, um dann endgültig im Dampferzeuger längs einer Line e auf den Endzustand F überhitzt zu werden.
Bei der Entspannung in der Turbine längs der Linie d kann der Zustand die äussere Grenzkurve wieder in rückwärtigem Sinn überschreiten, wobei sich die Salze auf den Turbinenschaufeln niederschlagen. Die ge trockneten Salzkristalle bilden bei der Ent spannung die Kondensationskerne, sie werden feucht und klebrig und bleiben an den Tur binenschaufeln hangen.
Nachdem eine Menge von Salzkristallen sich auf den Schaufeln einer der Turbinen 10 oder 11 (Fig. 1) abgesetzt hat, wird die andere der Turbinen in Betrieb und die eine ausser Betrieb gesetzt, worauf die Salze durch eine Flüssigkeit, beispielsweise Wasser, wieder aus der Turbine entfernt werden. Die Flüssig keit löst die abgesetzten Salzkristalle auf oder löst sie auf mechanischem Wege von den Turbinenteilen und führt sie aus der Turbine fort. Die Umschaltung von einer Turbine auf die andere wird so oft wieder holt, als es durch die Menge der abgesetzten Salzkristalle notwendig wird.
Die in Fig. 3 gezeigten Turbinen 10 und 11 treiben die Speisepumpe 25, welche aus dem Speisebehälter 26 die Speiseflüssigkeit durch die Speiseleitung 1 in den Dampf erzeuger fördert. Zwischen den Turbinen 10 und 11 und der Speisepumpe 25 ist je eine Kupplung 27 bezw. 28 angeordnet, mittelst deren die jeweils im Betrieb befindliche Turbine an die Speisepumpe gekuppelt und die jeweils auszuspülende Turbine von der Speisepumpe abgekuppelt wird.
Im Rohrstrang 2 ist ausserdem noch ein Wasserabscheider 29 eingeschaltet, mit dessen Hilfe das noch nicht verdampfte Wasser des einströmenden Dampfes durch die Leitung 30 abgeleitet wird. Aus dem Abscheider strömt demnach trockener Dampf in den Dampf erzeuger zurück, der in geringem Mass über hitzt wird, bevor er den Turbinen 10 bezw. 11 zuströmt. Dadurch wird mit Sicherheit der Dampf in etwas überhitztem Zustand den Turbinen zugeführt und auf alle Fälleverhütet, dass er jemals etwas mit zu hoher Temperatur oder dann feucht in die Turbine einströmt.
Die von den Turbinen angetriebene Maschine kann irgend welcher Art sein. Es können beispielsweise Stromerzeuger, Speise pumpen, Gebläse für Rauch oder Luft oder andere Hilfsantriebe an die Turbinen gekup pelt sein. Der Antrieb kann entweder direkt erfolgen oder über ein Getriebe bezw. eine Kupplung. Bei Antrieb über Getriebe oder Kupplungen kann von den zwei parallel ge schalteten Turbinen ein und dieselbe Arbeits maschine angetrieben werden. Die Arbeits maschine kann als Stromerzeuger ausgebildet sein, welcher die Elektromotoren der Hilfs maschinen des Dampferzeugers, wie Gebläse, Speisepumpen usw. mit Strom versorgt.
Die Umschaltvorrichtungen können unter sich so verblockt sein, dass nach dem Ein schalten der einen Turbine die andere abge stellt wird und dass auf keinen Fall der einen oder andern Turbine während dem Betrieb mit Dampf Flüssigkeit zugeführt werden kann. Unter Umständen kann die Bedienung der Umschaltorgane gleichzeitig mit der Umschaltung der Antriebe der Tur bine verbunden sein. Die Verblockung und die Verbindung der Umschaltung kann me chanisch, hydraulisch oder elektrisch erfolgen. Vorteilhafterweise werden die Turbinen an Stellen eingeschaltet, wo der Dampf eine geringe Überhitzung besitzt und bei der Entspannung mindestens die äussere Grenz- kurve wieder erreicht oder sie nochmals unterschreitet.
Die Erfindung besitzt besondere Vorteile bei der Anwendung auf Dampferzeuger mit einem oder mehreren langen Rohrstängen, denen das Arbeitsmittel als Speiseflüssigkeit am einen Ende zugeführt und am andern Ende als Heissdampf entnommen wird. Die Erfindung kann aber auch angewendet werden auf andere Dampferzeuger, bei denen das Arbeitsmittel ein gegabeltes oder mehrere unter sich durch Leitungen in Verbindung stehende Rohrsysteme durchströmt. Sehliess- lich kann die Erfindung auch angewendet werden auf Dampferzeuger, bei denen das Arbeitsmittel in gewissen Abschnitten einen geschlossenen Kreislauf ausführt. Die Höhe des Speisedruckes, sowie des Verbrauchs druckes hat keine Bedeutung auf die An wendung der Erfindung.
Sie kann auch ange wendet werden auf Dampferzeuger, bei denen das Arbeitsmittel zum Teil unter höherem als kritischem Druck steht.
Claims (1)
- PATENTANSPRüCHE: I. Verfahren zur Ausscheidung von Salzen in Röhrendampferzeugern mit Zwangs durchfluss, dadurch gekennzeichnet, dass der Dampf, bevor er den Überhitzer durchströmt, in einem Zustand nahe dem Übergangspunkt vom Nassdampf- ins Heiss dampfgebiet durch mindestens eine Tur bine geleitet wird.II. Röhrendampferzeuger zur Ausführung des Verfahrens nachPatentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass im Rohrsystem nahe der Übergangsstelle vom Nassdampf- zum Heissdampfgebiet mindestens eine Turbine eingeschaltet ist, in welcher sich die im Dampf mitgeführten Salze ausscheiden.UNTERANSPRüCHE 1. Röhrendampferzeuger nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Turbinen einander parallel geschaltet und Vorrichtungen vorgesehen sind, mit deren Hilfe von allen Turbinen zu gleicher Zeit nur ein Teil in Betrieb gehalten werden kann, während der andere Teil still gesetzt ist. 2. RöhrendampferzeugernachUnteranspruchl, gekennzeichnet durch Vorrichtungen, mit deren Hilfe mindestens eine Turbine vom Dampfweg abgeschaltet und durch Flüssig keit beaufschlagt werden kann.B. P.öhrendampferzeuger nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Dampf vor der Turbine einen Flüssigkeitsabschei- der durchströmt, in welchem die im Dampf enthaltene Flüssigkeit ausgeschieden wird.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH171130T | 1933-07-21 |
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| CH171130D CH171130A (de) | 1933-07-21 | 1933-07-21 | Verfahren zur Ausscheidung von Salzen in Röhrendampferzeugern. |
Country Status (1)
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| CH (1) | CH171130A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2017055002A1 (de) * | 2015-09-30 | 2017-04-06 | Siemens Aktiengesellschaft | Aktiv-nassdampf-reinigungs-verfahren für dampfturbinen |
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1933
- 1933-07-21 CH CH171130D patent/CH171130A/de unknown
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