Yerfaliren zum Desinfizieren und ]Konservieren. Es ist bekannt, Ameisensäure zum Des infizieren, sowie ferner zum Frischhalten und Konservieren von Futtermitteln usw. zu ver wenden. Auch die Desinfektion der At mungsorgane durch Einatmen von Ameisen säuredämpfen ist bereits bekannt gewesen.
Die allgemeine Verwendung von Ameisen säure zum Desinfizieren und Konservieren ist jedoch mit Nachteilen verbunden, da die Ameisensäure stark ätzend und blasenziehend wirkt und, da ihre Handhabung infolge der leichten Brennbarkeit der Dämpfe nicht un gefährlich ist. Diese Nachteile können durch Verwendung einer stark verdünnten Säure keineswegs vollkommen beseitigt, sondern nur gemildert werden. Die schwierige Hand habung der in diesem Falle notwendigen gro ssen Flüssigkeitsmengen behindert jedoch eine Verwendung der verdünnten Ameisensäure im grossen .sehr.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Desinfizieren und Konservieren, gekennzeichnet durch die Ver wendung einer Anlagerungsverbindung von Ameisensäure an ein ameisensaures Salz und gegebenenfalls von indifferenten Trägerstof fen. Dieses Desinfektions- und Konservie rungsverfahren ist frei von den oben erwähn ten Nachteilen. Die Anlagerungsverbindun- gen von Ameisensäure an ameisensaure Salze sind fest und wirken nicht ätzend. Sie kön nen daher ohne Schwierigkeiten gehandhabt und auch leicht verwandt werden.
Es kann beispielsweise das saure Natriumformiat HCOONa, HCOOH verwendet werden. Diese Anlagerungsverbindung ist ein bei gewöhn licher Temperatur gut beständiges, trockenes und streufähiges Salz, das vollkommen un gefährlich zu handhaben ist und sieh ver möge seines relativ hohen Ameisensäure dampfdruckes sehr gut für die Beladung von Gasen, z. B. Luft, mit Ameisensäuredämpfen eignet. Diese Verbindung kann gemäss dem Verfahren der Erfindung zur Durchsäuerung, z. B. von Grünfuttersilos, Verwendung fin den, eventuell auch unter Auflösen in Wasser.
Aber auch andere Anlagerungsverbindun- gen, die Ameisensäure als solche und- ein ameisensaures Salz in stöchiometrischen Men gen enthalten, können benutzt werden, z. B. HCOOK, HCOOTI oder HCOONH4, HCOOH und andere. Als indifferente Trägerstoffe kommen beispielsweise in Frage: Magnesia, Kieselsäuregel, Kieselgur, Wasserglas usw.
Ein Schutz des erfindungsgemässen Ver fahrens für die Behandlung des lebenden menschlichen oder tierischen Körpers, sowie für die Konservierung von Lebensmitteln wird nicht beansprucht.
<I>Beispiele:</I> 1. In einem Silo, wie er für die Grün futterkonservierung Verwendung findet, wird Grünfutter mittelst festem, saurem Natrium- formiat in der Weise konserviert und gleich zeitig desinfiziert, dass jeweils auf eine Lage des Grünfutters eine dünne Schicht saures Formiat gestreut wird. Nach Pressen der obersten Lagen; z. B. durch Festtreten, wird der Silo geschlossen.
Wird das Futter in nicht sehr feuchtem Zustande eingebracht, so empfiehlt es sich, auf jede Lage Grünfutter auch etwas Was ser zu sprengen, um eine gleichmässige Ver- teilung des Konservierungsmittels zu errei chen. Von Zeit zu Zeit wird der auf dem Siloboden sich ansammelnde saure Saft dem Grünfutter im Kopf des Silos wieder zuge setzt, z. B. mit Hilfe einer Handpumpe.
2. Das Grünfutter wird in bekannter Weise durch ein Gebläse in den Silo geför dert. In die Gebläseleitung wird nun zur Konservierung und gleichzeitigen Desinfek tion eine dünne, z. B. 1 % ige Lösung des sau ren Natriumformiates mit eingeführt und so im Grünfutter fein verteilt. Die weitere Be handlung erfolgt wie im Beispiel 1 ange geben.