CH171353A - Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Erzeugung feinkörniger Fällungen. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Erzeugung feinkörniger Fällungen.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Erzeugung feinkörniger Fällungen. Für viele Zwecke, beispielsweise für die Herstellung von pharmazeutischen Präpara ten, von Farbstoffen oder von den verschie denartigsten sonstigen chemischen Produkten ist es wesentlich, die bei Fällungsreaktionen sich bildenden festen Teilchen in einer mög lichst feinkörnigen Form zu erhalten.
Es wurde nun ein Verfahren zur Erzeugung von besonders feinkörnigen Fällungen gefun den, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die bei der Fällung zusammentretenden Flüssigkeiten im Augenblick ihrer Mischung oder unmittelbar nach dem Zusammentreffen zerstäubt werden, bevor noch die Fällungs- reaktion abgelaufen ist.
Auf diese Weise wird schon durch die Grösse der Nebelteil chen die Grösse des innerhalb des einzelnen Nebeltröpfchens sich bildenden Niederschlags teilchens begrenzt; dabei ist es möglich, durch entsprechende Wahl der Konzentration der miteinander reagierenden Flüssigkeiten die Masse des im einzelnen Nebeltröpfchen sich ausbildenden Fettkörpers zu vergrössern oder zu verkleinern.
Häufig tritt bei der An wendung dieser Methode ein nicht vorauszu sehender neuartiger Effekt auf, der vielleicht auf' die Lenard'sche Ablösungselektrizität zurückzuführen ist, Die, bei der Zerstäubung auftretenden elektrischen Aufladungen, die mehrere hundert Volt betragen können, laden nämlich dir sich bildenden Niederschlags keime gleichsinnig auf, so dass innerhalb ei nes Tröpfchens die einzelnen Keime nicht miteinander verwachsen, sondern innerhalb des Tröpfchens eine möglichst grosse Entfer nung voneinander einzunehmen streben. In folgedessen gelingt es, noch viel kleinere Teilchen zu erzielen, als sie aus der Tropfen grösse entsprechen würden.
Um die Erzeugung besonders kleiner Tröpfchen und damit besonders kleiner Teil chen zu begünstigen, kann es -von Vorteil sein, den miteinander reagierenden Flüssig keiten an sich bekannte oberflächenaktive Stoffe zuzusetzen, die bei gleichem mechani- schemAufwand eine noch feinereZerstäubung bewirken.
Ist die Geschwindigkeit der Fällungsreak- tion so gross, dass die Reaktion bereits be endet wäre, bevor das Flüssigkeitsgemisch von der Zerstäubungsvorrichtung abgeschleu- dert wäre, so setzt man zweckmässigerweise durch reaktionshemmende Mittel die Reak tionsgeschwindigkeit herab.
Verläuft die Fäl- lungsreaktion dagegen so langsam, dass sie nach der Wiedervereinigung des zerstäubten Tropfens im Sammelgefäss noch nicht been digt wäre, so kann man durch beschleuni gende Mittel oder durch Verlängerung des Weges von der Mischung der Komponenten bis zur Wiedervereinigung der Nebeltröpf chen im Sammelgefäss begegnen.
Die Zerstäubung selbst kann beispiels weise unter Druck, mit oder ohne Zuhilfe nahme eines geeigneten gespannten Gases, in an sich bekannten Zerstäubungsdüsen vor genommen werden, wobei nur dafür zu sor gen ist, dass die verschiedenen miteinander reagierenden Flüssigkeiten sich noch inner halb der Düse gut mischen, dort aber nur kurze Zeit verweilen.
Es hat sich gezeigt, dass das Verfahren auch sehr zweckmässig mit einer kontinuier lich arbeitenden Vorrichtung von beispiels weise der in Abb. 1 dargestellten Formge bung auszuführen ist. Auf einer mit hoher Umdrehungszahl umlaufenden Welle a sitzt ein rotierender Verdüsungskopf b, der für eine Fällung mittels zweier flüssiger Kompo nenten I und II aus zwei Schalen c und d zusammengesetzt ist. Die flüssige Reaktions komponente I läuft in geregelter Menge zen tral den Bohrungen der Schale c zu, die Komponente II den Bohrungen der Schale d.
Die Bohrungen der beiden Schalen münden in der Nähe des Schalenumfanges in jeweils zwei einander gegenüberliegenden Öffnungen i und k in den Grundflächen der Schalen. Die beiden zueinander parallelen Schalengrund flächen haben einen ganz geringen Abstand voneinander und bilden auf diese Weise einen feinen, einstellbaren kreisförmigen Spalt e. Innerhalb dieses Spaltes vermischen sich die beiden aus den Bohrungen auNtre- tenden flüssigen Reaktionskomponenten. Fast noch im Augenblick des Zusammentreffens der flüssigen Komponenten wird jedoch das Gemisch durch die Zentrifugalkraft mit einem Druck von mehreren Atmosphären herausge schleudert und infolge der hohen Umdrehungs geschwindigkeit der Schalen zu feinen Tröpf chen in der Luft zerstäubt.
In die Ebene des Spaltes e kann von aussen ein Messer f eingeführt werden, um etwa sich ansetzende Verstopfungen im Betriebe zu beseitigen.
Anstatt für jede der beiden flüssigen Kom ponenten nur eine einzige Bohrung vorzu sehen, ist es ohne weiteres möglich, in dem Rotationskörper mehrere Bohrungen anzu bringen, deren Öffnungen entsprechend den in der Zeichnung dargestellten Öffnungen i und k in der Nähe des Umfangs des Rota tionskörpers und einander gegenüber liegen. Die einzelnen Öffnungen in den Grundflächen der beiden Schalen können durch eine ring förmige Rille miteinander verbunden sein.
In ähnlicher Weise sind auch drei- und mehrteilige Verdüsungsköpfe auszubilden, wobei deren Kanalsystem in verschiedenarti ger, dem Chemismus der jeweiligen Fällungs- reaktion angepasster Weise und Reihenfolge zusammengeführt werden können.
Man kann die verdüste Suspension in einer Spritzkammer absinken lassen, oder aber nach Abb. 2 den Kopf b mit einem Sammelbehälter g mit Ablauf h umgeben, von dem aus die Suspension kontinuierlich zur weiteren Aufarbeitung abgeleitet wird.
An Stelle des oben beschriebenen Ver- düsungskopfes kann auch eine andere Ver- düsungsvorrichtung verwendet werden, welche Bohrungen, Röhren oder ähnliche Vorrich tungen enthält, die so angeordnet sind, dass die flüssigen Reaktionskomponenten einzeln in die Bohrungen oder dergleichen einfliessen können und dass die Ausflussöffnungen der Bohrungen nahe beieinander und in der Nähe des Umfangs der Verdüsungsvorrichtung lie gen, so dass sich die Reaktionskomponenten erst unmittelbar vor dem Abschleudern von der Verdüsungsvorrichtung treffen.
Von den bekannten Zerstäubungsverfah- ren unter Verwendung von Zerstäubungs- trocknern unterscheidet sich das vorliegende Verfahren dadurch, dass mit Hilfe der Zer- stäubungstrockner lediglich das Lösungsmittel vertrieben wird und dass demnach die bereits fertig vorliegende Verbindung rein mecha nisch in ihrer Korngrösse beeinflusst wird, während das vorliegende Verfahren dagegen sich auf den Ausfällungsprozess selbst bezieht und die Entstehung grobkörniger Fällungen in einem Zeitpunkt,
indem die Fällungsreak- tion noch nicht abgeschlossen ist, verhindert. <I>Beispiele:</I> <I>1.</I> Naphtol-Stispertsion.
5 Liter einer 1,44-prozentigen alkalischen Lösung (Alkaligehalt 0,4 %) von f-Naplitol laufen gleichzeitig mit 5 Liter einer 0,5-pro- zerrtigen Salzsäure getrennt in die Aufnahme öffnungen einer mit etwa 12000 Umdrehungen in derMinute rotierenden Maschineder oben be schriebenen Art ein. Das aus dem 0,02 mm breiten Spalt herausgeschleuderte gefällte P-Naplitol liegt in sehr feinen Teilchen vor.
<I>2.</I> Überführung <I>des</I> Natronsalzes <I>eines</I> AZonoazofarbstoffes <I>in das</I> Bariumsalz.
88 g des Farbstoffes aus diazotierter 2-Chlor-4-sizlfo-5-amido-l-benzoesäure und ss-Naphtol werden in 3 Liter Wasser gelöst und auf 80 0 erwärmt. Diese Lösung wird in der oben beschriebenen Weise mit einer Lö sung von 32 g Chlorbarium in 3 Liter Wasser auf der Maschine vereinigt. Das entstandene Bariumsalz zeichnet sich durch sehr feine Verteilung und Gleichmässigkeit des Kornes <B>Z</B> alls. <I>3.</I> F(crbstoffbildtcyag.
Eine aus 76 g 3-Nitro-4-toluidin in üb licher Weise hergestellte Diazoverbindung wird, wie oben beschrieben mit einer Lösung von 92 g Acetessiganilid bei Gegenwart von Natriumacetat auf der Maschine vereinigt. Das entstandene gelbe Pigment liegt in sehr feinen Teilchen vor.
<I>4.</I> Fällung <I>von</I> Barit4irisatl <I>f</I> at.
Eine 10-prozentige Lösung von Barium chlorid wird in der in Beispiel 1 beschrie benen Weise mit einer Lösung von Natrium sulfat zusammengebracht. Die entstehenden Bariumsulfatteilchen sind so fein, dass sie nur noch ultramikroskopisch erkennbar sind. Ihre Durchmesser liegen also beträchtlich unter 0,2 ,u während bei normaler Fällung Teilchen von 1 bis 2 ,u Durchmesser ent stehen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur kontinuierlichen Erzeugung feinkörniger Fällungen, dadurch gekennzeich net, dass das Gemisch der flüssigen Reak tionskomponenten im Augenblick des Zusam mentreffens der Komponenten oder unmittel bar nachher noch vor Ablauf der Fällungs- reaktion zerstäubt wird. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass den flüssigen Reaktions komponenten vor dem Zerstäuben solche Stoffe hinzugefügt werden, welche die Reak tionsgeschwindigkeit beeinflussen.PATENTANSPRUCH II: Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, gekennzeich net durch einen mit hoher Umdrehungsge schwindigkeit rotierenden Körper, der Boh rungen aufweist, die so angeordnet sind, dass die einzeln in diese Bohrungen einfliessenden Reaktionskomponenten sich erst unmittelbar vor dem Abschleudern in der Randzone des Rotationskörpers vermischen.
Applications Claiming Priority (1)
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