CH172942A - Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebilde. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebilde.

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CH172942A
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Leon Dr Lilienfeld
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  Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebilde.    Das Hauptpatent betrifft ein Verfahren  zur Herstellung von     künstlichen    Gebilden,       t=velches    dadurch gekennzeichnet ist, dass man  auf eine Lösung des Einwirkungsproduktes  wenigstens eines     Haloidesters    eines minde  stens zweiwertigen Alkohols auf ein     Zellu-          losexanthat,    eine Flüssigkeit einwirken lässt,  welche auf die Lösung koagulierend, und auf  das frisch     koagulierte    Material     plastizierend     wirkt.  



  Gegenstand des vorliegenden Patentes ist  ein Verfahren zur Herstellung künstlicher  Gebilde, das dadurch gekennzeichnet ist, dass       rnan    auf die Lösung eines Produktes, das  man erhält, wenn man wenigstens eine die       CSS-Gruppe    enthaltende     Zelluloseverbindung     mit wenigstens einem zyklischen Äther eines  mindestens zweiwertigen Alkohols behandelt,  eine Flüssigkeit einwirken lässt, die auf die  Lösung koagulierend, und auf das frisch  koagulierte Material     plastizierend    wirkt.

    Vorteilhaft verwendet man zum Beispiel die  Lösungen der     Einwirkungsprodukte    von         Äthylenoxyd,        Propylenoxyd,        Tetramethylen-          oxyd,        Pentamethylenogyd    oder     Glycid        auf     die     CSS-Gruppen    enthaltende     Zellulosever-          bindungen,    wie zum Beispiel Viskose.  



  Die praktische Durchführung des Ver  fahrens kann in     analogerweise,    wie in der  Patentschrift Nr. 165 474 für das Verfahren  des Hauptpatentes durch zahlreiche Beispiele  erläutert ist, erfolgen. Es wird hier auf die       Namhaftmachung    aller dieser Einzelheiten  verzichtet. Im Zusammenhang mit der aus  führlichen Beschreibung und den Beispielen  des Patentes Nr. 165 474 erscheinen die fol  genden Beispiele ausreichend,     um    die prak  tische Durchführung der     Erfindung    zu ver  anschaulichen.

           B,pispiel   <I>1 (a bis h)</I>    a) 100 Teile Holzzellstoff (Wassergehalt  _ 8 % ) oder     Baumwollinters    (Wassergehalt  = 6 bis<B>7%)</B> werden in 2000 Teile 18%iger  Natronlauge bei 15   C eingetragen und darin  drei     Stunden    belassen; die     Alkalizellulose         wird dann im Falle Holzzellstoff auf 300  Teile und im Falle     Linters    auf 340 Teile ab  gepresst und dann     2i/2    bis 3 Stunden bei 11  bis<B>15'</B> C zerfasert. Daraufhin werden im  Falle von Holzzellstoff 40 und im Falle  von     Linters    60 Teile Schwefelkohlenstoff zu  gesetzt, 8 Stunden bei 18 bis 20' C     einwir-    .

         ken    gelassen; der überschüssige Schwefel  kohlenstoff im Verlaufe von 10 bis 15 Mi  nuten abgeblasen, und das     Xanthat        unter     Verwendung von soviel     Ätznatron    und  Wasser gelöst, dass die erhaltene Lösung un  gefähr     6,5%    analytisch bestimmbare Zellu  lose und 5 %     NaOH    enthält.  



  Nach vollzogener Lösung werden der Vis  kose 30 bis 40 Teile     Äthylenogyd    zugesetzt,  gut eingerührt und die Lösung dreimal durch  Baumwolle     filtriert.    Die ersten zwei Filtra  tionen werden bald nach der- Herstellung,  die     dritte    unmittelbar vor der     Verspinnung          vorgenommen.    Die Spinnlösung wird vor dem  Verspinnen 96 bis 100     Stunden    (vom Lö  sungsvorgang an gerechnet) bei<B>15'</B> C altern  gelassen, während dieser Zeit (zum Beispiel  4 Stunden täglich) energisch durchgerührt  und dann     wie    folgt versponnen:

    Man     #drückt    die Spinnlösung mit einer  Geschwindigkeit von 3,3     cr < i3    in der Minute  durch eine Platindüse, die 54 Löcher von  0,1 mm Durchmesser besitzt in ein     koagu-          lierend    und     plastizierend    wirkendes Bad, das  66 bis 70ö     H2S04    enthält und eine Tem  peratur     von'16      C hat, wobei     man    dem Fa  den eine Tauchlänge von 20 cm in der Schwe  felsäure erteilt, den Faden dann etwa 120 cm  durch die Luft gehen lässt und ihn auf eine  Spule aufwickelt, die mit einer solchen Ge  schwindigkeit umläuft,

   dass die Abzugs  geschwindigkeit 18 m pro Minute     beträgt.     Drei Glasstäbe, über welche die Fäden lau  fen, sind zwischen dem Spinnbad und der  Spule winklig zueinander angeordnet, so dass  die Fäden einer zusätzlichen Streckung     bezw.     Spannung unterworfen     werden.    Der untere  Teil der Spule läuft in Wasser um, so dass  die Schwefelsäure entfernt     bezw.    beträchtlich  verdünnt     wird,    sobald der Faden die Spule    erreicht. Die Fäden werden dann gewaschen,  gereinigt, gezwirnt und in üblicher Weise  fertiggestellt.  



  Die so erhaltenen Fäden bestehen aus  Einzelfäden von ungefähr je 2 bis 2,5     De-          niers.     



  <I>b)</I> Arbeitsweise wie in<I>a),</I> jedoch mit der  Abweichung, dass die Temperatur des koagu  lierend     plastizierend    wirkenden Bades - 5   C  beträgt.  



  c) Arbeitsweise wie in a), jedoch mit dem  Unterschiede, dass 3     cm3    Spinnlösung pro Mi  nute gefördert werden, dass die Düsen 24 Lö  cher von 0,1 mm Durchmesser besitzen, dass  das     koagulierend    und     plastizierend    wirkende  Bad 63 bis 67     %        H2SOg    enthält und eine     Tem-          perätur    von 0   C hat     uri-d    dass die Tauch  strecke in dem     Fällbad,80    cm beträgt.  



  Der     Titer    der Einzelfäden ist ungefähr 4  bis 5,5     Deniers.     



  <I>d)</I> Arbeitsweise wie in     a)    oder b), jedoch  mit dem Unterschiede, dass 6,2 cm' Spinn  lösung pro Minute gefördert werden, dass die  Düsen 100 Löcher von 0,08     mm    Durchmesser  besitzen, dass die Abzugsgeschwindigkeit 40 m  pro Minute beträgt und dass die Stärke des       koagulierend    und     plastizierend    wirkenden  Bades 66 bis<B>70%</B>     H2S04    beträgt.  



  Der     Titer    der Einzelfäden ist ungefähr  1 bis 1,4     Deniers.     



  e) Arbeitsweise wie in a) oder b), jedoch  mit dem-Unterschiede, dass 3     cm3    Spinnlösung  pro Minute gefördert werden, dass die Düsen  100 Löcher von 0,08 mm Durchmesser be  sitzen, dass die     Abzugsgeschwindigkeit    30 m  pro Minute beträgt und dass die Stärke der  Schwefelsäure 62 bis -67 %     H2S04    beträgt.  



  <I>f)</I> Arbeitsweise wie in<I>a)</I> oder b), jedoch  mit dem Unterschiede, dass nur 1,6 cm'       Spinnlösung    pro Minute gefördert werden,  dass die Düsen 100 Löcher von 0,08 mm  Durchmesser besitzen und dass die Stärke der  Schwefelsäure 61 bis 66 %     HZSO4    beträgt.  



  g)     Arbeitsweise    wie in d), jedoch mit  dem Unterschiede, -dass 14     em3        Spinnlösung          pxo        Minute    gefördert werden, dass die Ab  zugsgeschwindigkeit ungefähr 100 bis 120 m      pro Minute beträgt, dass der Faden keiner  zusätzlichen Streckung unterworfen wird,  dass die Tauchstrecke 80 bis 100 cm beträgt  und dass die Stärke der Schwefelsäure 66 bis  <B>70%</B>     H.S04    beträgt.  



  <I>h)</I> Arbeitsweise wie in     a)    bis g), jedoch  mit dem Unterschiede,     da.ss    das     koagu-          lierend    und     plastizierend    wirkende Bad 40       HZSO4    enthält.

      <I>Beispiel 2 (a bis h):</I>  Arbeitsweise wie in Beispiel 1 (a bis h),  jedoch mit dem Unterschiede, dass das     Zellu-          loseganthat    nach dem     Sulfidierungsvorgang     in einer solchen Menge     Atznatron    und Was  ser gelöst wird,     da.ss    eine Viskose entsteht,  welche ungefähr 6,5 analytisch bestimmbare  Zellulose und 5 %     NaOH    enthält und dass nur  10 Teile     Äthylenogyd    der Viskose zugesetzt  werden.  



  Das koagulierend und     plastizierend    wir  kende Bad hat folgende Stärken:  Bei Spinnart<I>a)</I> und<I>b):</I> 58 bis 62      %o        H_.S04.     Bei Spinnart c): 55 bis 58%     H@SO-          Bei    Spinnart d): 54 bis<B>59%</B>     H2,S04.     



  Bei Spinnart<I>e)</I> und     J):    46 bis 54 %     HIS04.       <I>Beispiel 3 (a bis h):</I>  Arbeitsweise wie in Beispiel 1 (a bis h),  jedoch mit dem Unterschiede, dass statt       Äthylenogyd    30 bis 40 Teile     Glycid    der Vis  kose zugesetzt werden.  



  In den vorangehenden Beispielen kann  auch ohne jede     Streckung    gesponnen werden;  zum Beispiel in ein     koagulierend    und     pla-          stizierend    wirkendes Bad von geringer, mässi  ger oder grösserer Länge und ohne jede Vor  richtung, die den Fäden irgend eine besondere  Streckung zwischen der Spinndüse und der       Aufwickelvorrichtung        geben    könnte, zum  Beispiel ohne jede Richtungsänderung des  Fadens, ohne     Anwendung    von festen oder be  weglichen Stäben oder Rollen, Häkchen oder  Differentialrollen oder dergleichen im Gegen  satz zu dem,

   was man aus den Erfahrungen  mit Spinnen von Viskose in stark sauren Bä-         dern    erwarten würde, erhält man     auch-    dann  Fäden von einer fast gleich grossen oder nicht  bedeutend niedrigeren Festigkeit und mit  einer meistens grösseren, mindestens gleichen  Dehnung     wie    mit besonderer Streckung ge  sponnenen Fäden, und zwar ungeachtet, ob  die angewandte     Spinngeschwindigkeit    gross  (zum     Beispiel    mehr als 60 m je Minute), nor  mal (30 bis 60 m je Minute) oder sogar unter  normal ist (zum Beispiel 10 bis 30 m je Mi  nute).

   Das Verfahren, bei dem ohne be  sondere Streckung gesponnen     wird,    liefert  auch dann gute Erfolge,     wenn    die Luft  strecke     bedeutend    verkürzt wird (zum Bei  spiel 40 bis 70 cm beträgt).  



  Die Ausdrücke Viskose, künstliche Ge  bilde,     künstliche    Fäden, starke Mineralsäu  ren, starke Schwefelsäuren haben dieselbe Be  deutung wie im Patent Nr. 165 474.

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRUCH:</B> Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebilde, dadurch gekennzeichnet, dass man auf die Lösung eines Produktes, das man er hält, wenn man wenigstens eine, die CSS- Gruppe enthaltende Zelluloseverbindung mit wenigstens einem zyklischen Äther eines min destens zweiwertigen Alkohols behandelt, eine Flüssigkeit einwirken lässt, die auf die Lö sung koagulierend, und auf das frisch koagu lierte Material plastizierrend wirkt. UNTERANSPRüCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Lösung eines Produktes verwendet, das erhalten wurde durch Einwirkung von Äthylenogyd auf Viskose. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Lösung eines Produktes verwendet, das erhalten wurde durch Einwirkung von Propylenosyd auf Viskose. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Lösung eines Produktes verwendet, das erhalten wurde durch Einwirkung von Tetramethylen- ogyd auf Viskose.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Lösung eines Produktes verwendet, das erhalten wurde durch .Einwirkung von Pentamethylen- ogyd auf Viskose. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Lösung eines Produktes verwendet, das erhalten wurde durch Einwirkung von Glycid auf Vis kose.
CH172942D 1930-03-15 1931-03-14 Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebilde. CH172942A (de)

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