Verfahren zur Herstellung von Polsterkörpern. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zur Herstellung von Polsterkörpern, aus haar- oder faserartigem Werkstoff, zum Beispiel aus Rosshaaren oder andern tieri schen Haaren, India- oder andern vegetabi lischen Fasern.
Es ist bereits, bekannt, Polsterkörper aus Tierhaaren oder aus Fasern pflanzlichen Ursprungs durch Gummieren und Vulkani sieren derselben herzustellen. Mittelst bekann ter Verfahren ist jedoch die Herstellung von scharfen Kanten und Gelenkstellen, insbe sondere auch zum Zwecke der Anbringung von Verbindungsnähten und Heftungen, unmöglich oder zumindest sehr schwierig.
Durch das der Erfindung zugrundelie gende Verfahren soll dagegen ermöglicht werden, Platten oder geeignete Raumformen zeigende Polsterkörper mit Heft- und Gelenk leisten zu versehen, welche einerseits dazu dienen, eine Verschiebung der Haar- oder Fasermasse in sich zu verhüten, und welche anderseits die Herstellung von Polsterkörpern der verschiedensten Formen ermöglichen. Das Verfahren nach vorliegender Erfin dung besteht im wesentlichen darin, dass der haar- oder faserartige Werkstoff an bestimm ten, durch seine Weiterverarbeitung und die Verwendung des Polsters gegebenen Stellen, an. denen er mit einer elastischen Klebmasse versehen worden ist, durch Wärme- und Druckbehandlung in einen dauernd verdich teten Zustand übergeführt wird.
In der Zeichnung sind, beispielsweise, ver schiedenartige Polsterkörper, die nach .dem Verfahren gemäss der Erfindung hergestellt sind, veranschaulicht, und zwar zeigt: Fig. 1 einen rollenförmigen Körper, wel cher aus zwei halbzylinderförmigen Körpern besteht, deren Längskanten miteinander ver schweisst, das heisst durch Wärme- und Druckbehandlung miteinander verklebt sind; Fig. ? zeigt einen andern, rollenförmigen Polsterkörper, welcher durch Umhüllung eines zylindrischen Kerns mit einer an den Stosskanten verschweissten, zum Zylinder gebogenen Platte hergestellt ist;
Fig. 3 und 4 zeigen ein quaderförmiges Polster in halbfertigem und fertigem Zu stande, und Fig. 6 zeigt einen kappenförmigen Kör per, welcher aus der in Fig. 5 dargestellten Platte gebildet ist.
Zweckmässig wird als Ausgangsprodukt für die dargestellten Körper eine aus Haaren oder Fasern bestehende Platte verwendet, deren einzelne Haare oder Fasern in bekann ter Weise mit einem elastischen Klebstoff, zum Beispiel Latex, durch Bespritzen oder Tauchen überzogen sind, so dass sie anein ander kleben und eine Polsterplatte bilden, welche eine gleichmässige hohe Elastizität aufweist.
Wird nun eine solche Platte, dem der Erfindung zugrunde liegenden Verfahren gemäss, an bestimmten Stellen unter Wärme- und Druckbehandlung verdichtet, so ist an diesen Prägestellen das Polstermaterial un ter Verklebung der einzelnen Haare bezw. Fasern derart verdichtet, dass die Platte an diesen Stelleneine stark verringerte Elastizi tät aufweist, während eine Verringerung der Elastizität der zwischen den Prägestellen liegenden Flächen nicht eintritt.
Die Her stellung der Prägestellen kann zweckmässiger weise dadurch erzielt werden, dass der zum Beispiel gummierte Werkstoff, vorzugsweise vor zu Ende geführter Vulkanisation, an den zu behandelnden Stellen erhitzt und gleich zeitig einem hohen Pressdruck unterworfen wird. Dies kann am einfachsten mittelst er hitzter Prägestempel erfolgen, deren Gestalt der Form der zu prägenden Stellen ent spricht. Die Form der Prägestellen braucht natürlich nicht geradlinig zu sein, sondern die Prägung kann je nach dem gewünsehten Verwendungszweck auch kurvenförmig oder punktförmig ausgeführt werden.
Fig. 1 zeigt die Verbindung zweier halb zylindrischer Polsterkörper 1, 2 durch an den Längskanten vorgesehene, durch eine Prä gung der beschriebenen Art gebildete Schweissnähte 3, 4. Der auf diese Weise ent stehende zylindrische Körper kann als Pol sterrolle dienen. Eine Polsterrolle von ähnlicher äusserer Gestalt kann gemäss Fig. 2 auch dadurch er zielt werden, dass ein Kern 5, welcher aus minderwertigem Polstermaterial hergestellt sein kann, durch eine Polsterplatte 6 aus besserem Material umhüllt wird, wobei die Stossstelle derselben durch eine Schweissnaht 7 verschlossen wird. Es ist zweckmässig, die Stirnflächen des zylindrischen Körpers noch durch Deckplatten zu verkleiden.
In Fig. 4 ist ein quaderförmiger Polster körper gezeigt, welcher beispielsweise für die modernen Couch-Möbel Verwendung finden kann. Um bei einem solchen quader- förmigen Körper besonders scharfe und widerstandsfähige Kanten zu erzielen, wird zweckmässig zunächst der in Fig. 3 darge stellte Polsterkörper hergestellt, welcher aus vier miteinander durch Scharnierleisten 11. 12, 13, die durch eine Prägung der beschrie benen Art hergestellt wurden verbundenen Prismen 8, die aus einer gemeinsamen Grund fläche herausragen, besteht. Die Grund fläche selbst endet rechts und links in je einer Leiste 9, 10.
Der in Fig. 3 dargestellte, aus vier Prismen, bestehende Körper wird zum Quader zusammengefaltet, was infolge des Umstandes, dass die Prägeleisten 11, 12, 13 als Scharniere wirken können, ohne weiteres möglich ist. Die Prägekanten 11, 12, 13, bilden nunmehr die besonders widerstands fähigen Kanten .des Quaders. Schliesslich wird der Körper an, den Presskauten 9, 10 durch eine Schweissnaht im Vulkanisierungs- prozess geschlossen.
Wie in Fig. 3 in .gestrichelten Linien dar gestellt, kann der Körper 8 mit einem ähn lichen Körper 14 zu einem der Form nach plattenförmigen Prisma verbunden werden.
In Fig. 5 und 6 ist .gezeigt, wie in An wendung .des der Erfindung zugrunde lie genden Verfahrens aus einer Polsterplatte 15 ein aus Deckfläche und Seitenwänden 20, 21, 22, 23 bestehender, kappenartiger Körper hergestellt werden kann, wie solche beispiels weise zum Überpolstern der Sprungfedern von :den Tapezierern benutzt werden..
Wie Fig. 5 veranschaulicht, ist :die Polsterplatte 15 in gewissem Abstande von ihren Rändern mit Prägungen, 16, 17, 18, 19 versehen, so dass Eckteile entstehen; diese sind vor der weiteren Bearbeitung durch Fortschneiden zu entfernen. Nach dem Fortschneiden der Ecken werden die Seitenteile im rechten Winkel zu der Deckfläche 15 aufgestellt, was ohne weiteres möglich ist, da die Prägelinien 16, 17, 18, 19 eine Drehung der Seitenteile gegen die Deckfläche 15 gestatten. Hierauf werden die Ecken durch Schweissnähte durch Vulkanisieren miteinander verbunden wor auf der kappenartige Körper fertig ist.
Zum Schluss sei noch bemerkt, dass es nicht unbedingt notwendig ist, dass der ganze der vorliegenden Erfindung gemäss zu behan delnde Werkstoff aus gummiertem Polster material besteht. Es ist vielmehr möglich, auch Polsterkörper aus ungummierten Haa ren oder Fasern gemäss dem der Erfindung zugrunde liegenden Verfahren zu bearbeiten, vorausgesetzt, dass wenigstens die der Prä gung zu unterwerfenden Stellen mit Gummi- oder einer andern elastischen Klebmasse be handelt werden.