CH174464A - Verfahren zur Herstellung von oligodynamischem Silberchlorid zu Desinfektionszwecken. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von oligodynamischem Silberchlorid zu Desinfektionszwecken.

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CH174464A
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Walter Prof Dr Med Kruse
Maximilian Johann Dr M Fischer
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Walter Prof Dr Med Kruse
Maximilian Johann Dr M Fischer
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    • A01N59/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing elements or inorganic compounds
    • A01N59/16Heavy metals; Compounds thereof
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    • C25ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25BELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von   oligodynamisehem    Silberchlorid zu   Desinfektionszweeken.   



   Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von   oligodyna-      mischem    Silberchlorid zu   Desinfektions-    zwecken. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, da¯ ein Elektrolyt mit einem Chloridgehalt, der kleiner ist als der Gehalt einer 1/5 n   Chloridlosung,      mittelst    einer silbernen oder versilberten Anode, sowie eines   elektri-    schen Stromes von 2 bis 30 Volt Spannung und einer   Anodenstromdiehte    von mindestens 0,1 Ampere pro 1100   em2 elektrolysiert wirÅa.   



  Die Anwendungen dieser Erfindung sind sehr mannigfaltig. Hängt man zum Beispiel zwei Silberplatten, die keine Spur von oligodynamischer Wirkung erkennen lassen, in eine verdünnte   Chloridlösung,    zum Beispiel physiologische Kochsalzlösung (0,6 bis 0.   9%)    und schickt wenige Augenblieke lang einen schwachen Strom hindurch, so erweist sich nur die anodische Silberplatte   als"oligody-      namisch"wirksam,    das heisst mit   desinfizie-    render Kraft begabt ;

   legt man sie nämlich auf eine   Nährbodenfläche,    die mit Bakterien beschickt ist, so zeigt sich nach 24 Stunden, daB die Anode von   einem keimfreien Hof    umgeben ist, während die Umgebung der Kathode wie die übrige Bakterienplatte gleichmässig und dicht mit   Bakterienkolonien    bewachsen ist ; die Kathode sieht rein metallisch aus, die Anode ist trüb und mehr oder weniger verfÏrbt, Offenbar hat sich das Silber unter dem Einfluss des an der Anode entwickelten Chlors in oligodynamisches Silberchlorid verwandelt. Wie die   chemi-      schen    Reaktionen zeigen, handelt es sich tatschlich um Silberchlorid.

   Man kann also silberne oder versilberte chirurgische oder hygienische Instrumente in verdünnter Kochsalzlösung durch einen elektrischen Strom mit einer Schicht ,,oligodynamischer Substanz"umgeben, sie antiseptisch machen, das heisst mit desinfizierender Kraft begaben.



  Am einfachsten wird eine Trockenbatterie von 4 bis 15 Volt benutzt. Dann bekommt man Strome von beispielsweise 0,1 bis   1    Ampere (je nach der Gr¯¯e des benutzten Ge  genstandes),    die einer Stromdichte von mindestens 0,1 Ampere auf 100   cm3    Oberfläche des Instrumentes entsprechen.   Selbstver-      ständlich    verschwindet bei Gebrauch all  mählich die desinfizierende    Wirkung des   oligodynamischen    Silberehlorids, man kann sie aber durch   neue Anodisierung    ersetzen.



   Nimmt man nun schwäehere Chloridlösungen als physiologische Kochsalzlösung, zum Beispiel natürliches Wasser, so lässt sich dieses in kleineren Mengen sehr einfach dadurch desinfizieren, dass man entweder ein Silberblech, das vorher wie oben aktiviert ist,   hineinhängt oder durch    einen Taucher mit zwei stiftförmigen Silberelektroden und einer Trockenbatterie im Griff binnen einiger Sekunden die   notice    Menge aktiver Substanz hineinbringt. Grössere und strömende Wassermengen können desinfiziert werden durch Benutzung geeignet dimensionierter und voneinander entfernter Elektroden, index man die Besehickung der Silberanoden mit einem Strom abundzu wiederholt oder noch einfacher, einen intermittierenden oder kontinuierlichen Strom-durch die silberne Anode schickt, wÏhrend.als Kathode ein beliebiges Metall dient.



  Die olygodynamische Substanz haftet in diesen Fällen nicht an der Anode, sondern wird in Wolken von ihr abgestossen. So wurde das Wasser einer Badeanstalt (1000   m3 täglich) dadurch    desinfiziert, da¯ ein Plattenkorb, der nicht grösser war als eine Hand. vor der Mündung des Einlaufrohres des Wasserbehälters angebracht war und die vier silbernen Anodenplatten von 10-X 2   em    mit einem kontinuierlichen Strom von 1,25 Amp. und 9 Volt, also mit einer Stromdichte von etwa 0,8 Amp. auf 100   em2,      beschickt-wurden. Fünf    in einer Entfernung von 1 cm zwischen den Anoden und au¯erhalb derselben angeordnete Kupferplatten   dienten-dabei als. Kathoden.

   Durch    eine selbsttätige Einrichtung war dafür gesorgt,    dass. der Stromzutritb unterbrochen wurde,      sobald, der Wasserzufluss aufhorte.    Eine regelmϯige Bedienung des Apparates war kaum n¯tig ; nur wurde er während der Nacht ausgeschaltet, die Kathoden ab und zu durch Bürsten gereinigt und die silbernen Elektroden,   die durch einen Bügel zusammen-    geschlossen waren und zusammen   1    kg wogen, alle drei Woehen erneuert, weil sie bis auf einen geringen Rest aufgelöst waren.

   Den    naheliegendenGedanken,auchdieKathoden    aus Silber zu formen und den Strom von Zeit zu   Zeit unizupolen, wurde bald aufgegeben,    weil Störungen dabei auftraten, die den   Zweck geradezu vereitelten.    Sehr wichtig ist ferner, da.   B fiir    jede   Wasserbesohaffenheit    die Vorrichtung umgeformt werden muss. Bei einer andern   Badeanstalt    z. B.   funktionierte    der obige Apparat überhaupt nicht. Es bildete sich vielmehr auf der Anode ein dicker Belag von unlöslichem Silberchlorid und das Wasser wurde nicht desinfiziert. Änderungen in   dez    Stromstärke blieben ohne Erfolg. Als aber der   EIektrodenabstand verdoppelt    wurde. trat der Erfolg sofort ein.

   Die Ursache lag offenbar an der   abweichenden Zusammen-    setzung des Wassers, das vielmehr Chloride und   härtebildende, sowie organische Bestand-    teile enthielt als das Wasser des vorher erwähnten Bades. Um   keine Fehlschlage    zu   er-    leiden, mu¯ man also in jedem einzelnen Fall die richtige Entfernung der Elektroden voneinander (zum Beispiel 1 bis 2   em)-wählen.   



   Im übrigen ist die durch Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens erreichbare Desinfektion von Wasser einfach und billig, da die Kosten des Stromes kaum ins Gewicht fallen, und man bei nicht zu stark verunreinigten Wässern mit 15 bis   20 gr Silher, bei    stark verunreinigten mit   50    gr Silber f r je 1000 m3 auskommt. Solche Silbermengen sind natürlich gänzlieh   geschmacklos    und ungefährlich. Zu   bedenken-ist    allerdings, dass   das oligodynamische Silberchlorid das Was-    ser nicht sofort sterilisiert, sondern erst naeh 3 bis 6 Stunden.



   Wo grössere WasserbehÏlter zur Verfügung stehen, wird man wie vorher   beschrie-    ben, den   Plattenkorb    auf das Einlaufrohr aufsetzen, das heisst vor der Auslauföffnung anbringen. Wenn das Wasser bis zum. Ver brauch aber   grossere.    Strecken zu durchlaufen hat, wird man vorteilhaft eine   Durehlauf-    anordnung benutzen, bei der die Elektroden zweckmässig konzentrisch angeordnet sind und in einem in der Rohrleitung eingeschalteten T-St ck   sa    angebracht sind, dass sie in das durchflie¯ende Wasser eintauchen. Vor und   hinter-dem    sind zweckmässig Absperrmittel angeordnet, die in Funktion treten, wenn der   Plattenapparat    erneuert oder gereinigt werden soll.



   Da der Augenschein lehrt, da¯   die   oligo-    dynamische   Wirkung"durch    echte   Substan-    zen, das hei¯t Silberchlorid, nicht etwa, wie man auch behauptet hat, durch kt" hervorgerufen wird, musste es möglich sein, diese Substanzen in   konzentriertem    Zustande herzustellen. Das ist auch gelungen, und zwar in zweierlei Form.



   Wenn man den Elektrolyten, zum Bei spiel   Kochsalzlosung oder Salzsäure    in einer Verdünnung von   N/500'benutzt,    erhÏlt man vor der   Silberanode    eine kolloidale Losung von oligodynamischem   Silberchlorid,dasdurch    Zusatz von Schutzkolloid stabilisiert werden kann. Steigert man die Konzentration des Elektrolyten auf N/10 bis N/20, so erhÏlt man n ein sehr fein verteiltes Pulver, das sich leicht von der Anode abstreifen lässt und sehr aktiv ist. WÏhlt man noch   stärkere Lösun-    gen, so bekommt man eine an dem. Silber haftende schliefrige Masse, die sich. als fast unlöslich und weniger wirksam erweist.

   Die kolloidale Silberchloridl¯sung, die zum Beispiel mit einem   Silbergehalt-von. l bis 3 %    hergestellt werden kann, ist au¯erordentlich haltbar und besitzt stärkste   antiseptischeEi-      genschaften.   



   In der Zeichnung sind einige   Ausfüh-      rungsbeispiele von Vorrichtungen    zur Durchf hrung des Verfahrens gemäss   der Erfin-    dung f r verschiedene, vorher erwÏhnte Anwendungen dargestellt.



   Fig.   1    und 2 zeigen je eine Anordnung zur Aktivierung von chirurgischen oder   hy-    g versilberten oder silbernen In  strumenten.   



   In- einem Fu¯- 1 sind eine Trockenbatterie 2 und ein Behälter 3 eingesetzt, der eine   verdiinnte      Na-Cl-Losung    enthÏlt. In die L¯sung ist eine   cathode 4    in einem Leinenstrumpf eingetaucht, welche   mit-dem-nega-      tiven    Pol der Trockenbatterie.leitend verbunden ist.   Der positive Pól der-Batterie    ist durch eine Leitung 5 und einen   Klemmkon-    takt 6 mit dem zu aktivierenden Instrument 7 verbunden, das in die   Na-Cl-Losung    eintaucht.



   Die   Modifikationnach    Fig. 2 unterscheidet sich von der   Ausführung nach Fig. l-nur    durch die liegende Anordnung des   Losungs-    behälters 8 und der   lLathode 9, welche für      kleinere Instrumente-wie    Silberkatheter und d dergleichen, also kleine schmale Instrumente, besonders zweekmϯig ist.



   Fig. 3 veranschaulicht im Sehnitt einen    Handapparat zum Desinfizieren kleiner Wa, s-    sermengen. Zwei   Silberstäbe    2, 23 sind in einem, eine   Tasehenlampenbatterie 24 auf-    nehmenden und als Griff dienenden Gehäuse 25 befestigt und mit dem positiven bezw. negativen   Pol der Trockenbatterie    leitend verbunden. Das Sterilisieren der Wassermengen   geschiehtdurchEintauchen    der Silberstäbe in das Wasser.



   Fig. 4 bis 6   veransohaulichen    eine Einrichtung zum Sterilisieren von   ausfliessen-    dem Wasser, und zwar ist
Fig. 4 ein Längsschnitt durch-das Auslaufende der Rohrleitung,
Fig. 5 eine Endansicht,
Fig, 6 eine Ansicht des   ausweehselbaren    Plattenkorbes.



   Auf einem Endflansch 26 der   Leitung 27    ist eine in der Mitte mit einer Offnung ver  sehene Platte 28 festgeschraubt.    Die viereckige Öffnung ist von einem auf der Platte befestigten, isolierten Rahmen 29 umgeben. in welchem ein die Elektrodenplatten aufnehmender Korb 30 eingesetzt ist. In den Korb sind vier dicke Silberplattenanoden   31    und fünf   Eupferplattenkathoden    32 eingesetzt. Die   Anodenplatten    sind durch eine Br cke 33 verbunden, während die   : super-    kathoden paarweise abwechselnd auf beiden  Seiten durch Leiter 34 verbunden sind. Die beschriebene Einrichtung ist geeignet für aufwÏrts gerichteten Wasserauslauf.

   Bei geneigtem wagrechten oder abwärts gerichteten Auslauf ist natürlich eine Befestigung des   Plattenkorbes    und der Platten vorzusehen.



   Fig. 7 und 8 veranschaulichen eine Einrichtung zum Desinfizieren von durchfliessendem, bezw. in wagrechter Richtung   ausfliessendem    Wasser, und zwar ist
Fig. 7 ein   Längssohnitt    nach Linie   7-7    der Fig.   8,    und
Fig. 8 ein Querschnitt nach Linie   8-8    der Fig. 7.



   In dem senkrechten Abzweigstutzen 35 eines T-Rohrstückes 36 ist der   Plattenkorper    eingehängt, der in konzentrischer Anordnung eine dicke, rohrförmige Anode 37 aus Silber und eine äussere und eine innere dünne   Eupferrohrkathode 38 enthalt. Aussen    ist der Plattenkörper durch einen isolierenden Mantel 39 geschützt. Der Korb ist vermittelst seitlich angeordneter isolierender Halter 40, in deren Inneren die   Stromzuleitungen    41 angeordnet sind, an einer Platte 42 befestigt, welche auf dem Flansch des Abzweigstutzens   35      mittelst Schrauben befestigt    ist. Auf der Aussenseite. des Deckels 42 befinden sich die Leitungsanschlu¯klemmen 43.



   Fig. 9 zeigt eine Vorrichtung zur Herstellung von konzentriertem   oligodynami-      schen {Silberchlorid    in perspektivischer Darstellung.



   Die Vorrichtung besteht aus einer Wanne   44    zur Aufnahme des verdünnten Chlorid Elektrolyten, in welchen zwei dicke Silberplattenanoden 45 und drei dünne   lLupfer-    plattenkathoden 46 eingehängt sind. Die Anoden-und   d gupferkathodenplatten    sind je durch eine Brücke 47 bezw. 48 verbunden.



  Die Figur zeigt ferner noch die Stromzuleitung von einer Gleiehstromquelle mit einem Regulierungswiderstand 49, Amperemeter 50 und Voltmesser 51.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von oligody- namischem Silberchlorid zu Desinfektionszwecken, dadurch gekennzeichnet, dass ein Elektrolyt mit einem Chloridgehalt,, der kleiner ist als der Gehalt einer 1/5 n Chloridlösung, mittelst einer silbernen oder versilberten Anode, sowie eines elektrischen Stromes von 2 bis 30 Volt Spannung und einer Anodenstromdichte von mindestens 0.1 Ampere pro 100 om2 elektrolysiert wird.
    UNTERANSPRUOHE : 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass natürliehes chlorid- haltiges Wasser elektrolysiert wird und die Anode in einem Abstand von 1 bis 2 cm der Kathode gegenübersteht.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Elektrolyt eine mit Schutzkolloid versetzte 11500nChlorid- lösung verwendet wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Elektrolyt eine 1/20 n Chloridlösung verwendet wird.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein silbernes oder versilbertes Instrument als Anode und ein Elektrolyt mit einem Chloridgehalt, der dem Gehalt einer 1/10 bis 1/5 n Losung entspricht, verwendet werden.
CH174464D 1933-08-18 1933-08-18 Verfahren zur Herstellung von oligodynamischem Silberchlorid zu Desinfektionszwecken. CH174464A (de)

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