CH175997A - Verfahren zur Herstellung von hochkonzentrierten Schwefelfarbstoffpräparaten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von hochkonzentrierten Schwefelfarbstoffpräparaten.

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CH175997A
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  Verfahren zur Herstellung von hochkonzentrierten     Sehwefelfarbstofpräparaten.       Es sind     verschiedene        Vorschläge    bekannt  geworden, die auf die Herstellung     wasser-          löslicher    Schwefelfarbstoffe hinzielen. Sie  gelingt zum Beispiel durch Eindampfen der  Farbsäuren     (Disulfide)    mit     Schwefelnatrium     (Lange, Schwefelfarbstoffe, Auflage 1925,  S. 179).

   Auch hat man diese     Farbstoffe    aus  dem gleichen Grunde in flüssige oder pastöse  Form     gebracht    (Anmeldung F. 19,945;     Fried-          länder        VIII,    824; siehe auch: Leipziger Mo  natshefte für     Textilindustrie    1905,     Seite   <B>207,</B>       Lehnes        Färberzeitung    1905, Seite     2@;    An  meldung A. 14985;     Friedländer        IX,    478).

    Solche flüssige     Handelsfarbstoffe    lassen sieh  aber im Vergleich zu den     getrockneten        Farb-          stoffen    nur in einer geringen     Konzentration     herstellen, da sonst Entmischung und Kri  stallisation auftreten.

   Ein     weiterer        Nachteil     der     wasserlöslichen    Farbstoffe besteht darin,  dass für die     Herstellung    der Färbebäder noch  ein     bestimmter    Zusatz von Schwefelkali not  wendig ist, eine besonders im Exporthandel    unliebsam     empfundene        Massnahme.    Es ist  daher versucht worden, solche Schwefelfarb  stoffe herzustellen, die ohne einen     weiteren     Zusatz von Schwefelalkali gebrauchsfähige  Färbebäder liefern.

   Brauchbare     Resultate     sind     bisher    nur beiden schwarzen Schwefel  farbstoffen     erhalten    worden, die aus     Dinitro-          phenol        bezw.        Dinitro-Trinitrophenolgemi-          schen    hergestellt werden.

   Von bunten  Schwefelfarbstoffen     liessen    sich     bisher          brauchbare        Farbstoffpräparate    nicht     gewin-          nen,    da während des     gonzentrierens    und       Trocknens    der     schwefelnatriumhaltigen          Farbstoffbrühen        Zersetzungs-    und Abbaupro  dukte     entstehen.     



  Es wurde nun die     Beobachtung    gemacht,  dass sich brauchbare     wasserlösliche,    hochkon  zentrierte     Farbstoffpräparate    von allen  Schwefelfarbstoffen     herstellen    lassen, wenn  man gemäss dem vorliegenden Verfahren ein       wasserhaltiges    Gemisch. eines durch Reduk  tion löslich gemachten Schwefelfarbstoffes,      mit der     zum    Ansatz eines Färbebades erfor  derlichen Menge Schwefelalkali, in der  Weise von     mindenstens    einem Teil des Was  sers befreit,     dass    Hydrolyse des Schwefelalka  lis     vermieden    wird.

   Da bekanntlich nur die  reduzierte oder     Leukoform    von Schwefelfarb  stoffen Affinität zur Faser hat, so liegen  diese     Farbstoffpräparate    bereits in einem  gebrauchsfertigen Zustand vor. Die so her  gestellten     Präparate    zeigen den Vorteil, be  reits bei gewöhnlicher Temperatur in     Wasser     löslich zu sein und     aus    den so     bereiteten     Färbebädern bei     Zimmertemperatur    ohne  weitere     Zusätze    von Schwefelalkalien eine  Affinität zur Faser zeigen.

       Entsprechend    der       Eigenart    der     einzelnen    Schwefelfarbstoffe  kann dann bei gewöhnlicher oder erhöhter  Temperatur die beste Färbung erzielt wer  den. Für die     Färbereipraxis    bedeuten diese       Farbstoffpräparate    einen erheblichen     Fort-          schritt.     



  Dass Verfahren kann     beispielsweise,derart          durchgeführt    werden,     dab    man eine den  Farbstoff und Schwefelalkali enthaltende  Lösung bei     einer    unter dem normalen Siede  punkt der Lösung liegenden Temperatur  einengt.     Man    kann ferner so verfahren, dass  man eine Lösung einengt, welche mindestens  30 Teile Schwefelnatrium (berechnet auf       Mol    78) und 70 Teile     Wasser        enthält.    End  lich kann man auch in der Weise vorgehen,  dass man ein Gemisch eines löslich gemach  ten Schwefelfarbstoffes mit einer Schwefel  alkaliverbindung, bei der die Hydrolyse zu  rückgedrängt wird, verwendet.

   Bei dieser       Ausführungsform    kann man     entweder    ein Ge  misch des löslich gemachten Schwefelfarb  stoffes mit     Alkalihydrosulfid    oder mit neu  tralem Schwefelalkali und     Alkalihydrosulfid          verwenden.    Man kann aber auch mehrere die  ser     Massnahmen    gleichzeitig     anwenden.     



  Das als Ausgangsstoff bei vorliegendem       Verfahren    zu     verwendende        Gemisch    von was  serlöslichem Schwefelfarbstoff und über  schüssigem Schwefelalkali kann     in.    besonde  ren Fällen, wie z.

   B. bei schwefelhal  tigen     Backfarbstoffen,    (erhalten durch Ver-    schmelzen von     aromatischen    Basen     mit     Schwefel), derart hergestellt werden, dass  man den Aufschluss der Schwefelschmelze,       das    heisst die Überführung in die     scIlwefel-          alkalilösliche        Form,    mit     Ätznatron    durch  führt, wobei     letzteres        in    Schwefelalkali und  Polysulfid übergeht;

   ohne Isolierung des er  haltenen     Schwefelfarbstoffes    kann er durch  einen weiteren     Zusatz    von     Na#,S    oder     NaSH          in,    die reduzierte     schwefelnatriumhaltige          Form        übergeführt    werden.  



  Aus den mit den     Farbstoffpräparaten          hergestellten    Färbebädern der üblichen Kon  zentration können Färbungen erzielt werden,  die die gleichen     Echtheitseigenschaften    be  sitzen, wie die mit nach den bisher bekannten  Verfahren     hergestellten        Farbstoffpräparaten     erhältlichen.  



       Beispiel   <I>1:</I>  Der aus dem     Leukoindophenol        3-Methyl-          4-amino-4'-ogydiphenylamin    in der     Polysul-          fidschmelze    hergestellte Farbstoff     wird    in  der üblichen Weise gefällt und     abgepresst;     100 kg Farbstoff werden als     Presskuchen     eingetragen in 370 kg     Natriumsulfhydrat-          lauge    65     %ig    bei 50   C.

   Nach beendeter  Reduktion wird auf<B>70'</B> angeheizt     und    die       Farbstoffpaste    auf dem Walzenapparat oder  im     Vacuumschrank    bei<B>125</B>     bis    135   getrock  net. Durch Verwendung von     Natriumsulf-          hydrat    wird das Auftreten von schädlich  wirkendem freiem     Natriumhydroxyd    wäh  rend der     Reduktion,        bezw.    während der  Trocknung vermieden.

   Das     erhaltene        hoch-          konzentrierte        Farbstoffpräparat    löst sich be  reits bei gewöhnlicher Temperatur     vollatän-          ,dig    in     Wasser    und zieht schon bei     Zimmer-          temperatur    ohne einen weiteren Zusatz von  Schwefelalkali gut auf die Faser. Die er  haltene Färbung ist -ein lebhaftes Blau mit       guter    Licht- und Waschechtheit.  



       Beispiel   <I>2:</I>  Der aus dem Kondensationsprodukt     Di-          phenylamiu-2-carbonsäure        -f-        Nitrosophenol          unter    den     Bedingungen    des- Beispiels 1 her  gestellte     Farbstoffpresskuchen    wird getrock  net.     100    kg getrockneter Farbstoff werden,      bei gewöhnlicher Temperatur beginnend, in  340 kg     NaSH-Lauge,    30%ig, eingetragen.  Nach beendeter Reduktion     wird    noch eine  Stunde bei<B>50'</B> gerührt     und    die Farbstoff  brühe wie im Beispiel 1 getrocknet.

   Durch  die Verwendung von     Natiiumsulfhydrat    wird  das Auftreten von schädlich wirkendem  freiem     Natriumhydrogyd    während der Re  duktion,     bezw.        während    der Trocknung ver  mieden. Die mit -dem     Farbstoffpräparat    er  haltene Färbung     zeigt    die im Beispiel 1 an  gegebenen Eigenschaften.  



       .Beispiel   <I>3:</I>  Der nach dem     DRP.116791    aus     Trini-          trophenol    erhaltene     Farbstoff    wird mit Luft  gefällt und durch     Filtration,        isoliert.    Der  Filterkuchen,     entsprechend    100 kg Farbstoff  trocken und zirka 25 % Wasser enthaltend,  wird mit<B>180</B> kg     Natriumsulfhydrat    40%ig       bei   <B>50'</B> verrührt, dann werden 40 kg Na  triumsulfid     calc.    eingetragen, worauf die       Anschlämmung    auf 75   angeheizt wird.

         Aufarbeitung    und Eigenschaften des Farb  stoffes wie im     Beispiel    1. Das Auftreten von  freiem     Natriumhydrogyd    wird im vorliegen  den Falle durch Verwendung eines Gemi  sches von saurem Sulfid mit neutralem Sul  fid und durch Einhalten einer niederen Tem  peratur vermieden. Der Farbstoff gibt auf  Baumwolle     violettsehwarze    Töne, die im  kochenden     Bade    etwas gedeckter ausfallen.

           .Beispiel:   <I>4:</I>  Der aus     m-Toluylendiamin        nach        DRP.     139430 erhaltene, in     Alkalisulfiden    lösliche       gelbe    Schwefelfarbstoff wird nach     bekann-          ten    Methoden isoliert. Der getrocknete Farb  stoff wird dann bei 80   mit     Schwefeluatrium          kristal.    verrührt und wie im Beispiel 1 auf  gearbeitet. 100 kg Farbstoff benötigen etwa  400 kg     Schwefelnatrium        krist.     



       Durch        Verwendung    einer     Schwefelna-          triumlösung,        welche    mehr als<B>30%</B>     Na2S     enthält und durch Einhalten von     Arbeitstem-          peraturen,    die unter dem normalen     Siede-          punkt,der    Lösung liegen,

   wird Hydrolyse des  Sulfids unter Auftreten von freiem     Natriu.m.-          hydrogyd        vermieden.       Das erhaltene     Farbs@toffpräparat    löst  sich leicht in Wasser     und    färbt aus den so  bereiteten Färbebädern Baumwolle in gelben  Tönen mit guten     Echtheiten    an.  



       Beispiel   <I>5:</I>  100 kg der durch Verschmelzen von m  ToluyIendiamin und     p-Phenylendiamin    nach       DRP.    196753 erhaltenen Rohschmelze wer  den mit 200 kg Natronlauge 35       B6    auf  geschlossen und nach einem     Zusatz    von  157 kg Schwefelnatrium     krist.    auf der Va  kuumwalze oder im     Vakuumschrank    ge  trocknet.  



  Unter den     gegebenen        Arbeitsbedingungen     wird beider     Konzentration        bezw.    Trocknung  des überschüssiges Sulfid enthaltenden       Schwefelfarbstoffpräparates    eine Hydrolyse  des Schwefelalkalis dadurch vermieden,     dass     beim     Aufschluss    die Natronlauge     vorzuge-          weise    in Sulfid,     bezw.    Polysulfid umgesetzt  wird,

   so dass die zur     Eiudampfung    gelan  gende     Farbstofflösung    einen     Schwefelalkali-          gehalt    von zirka 30% hat. Ausserdem aber       wird    durch Arbeiten im Vakuum der Siede  punktder Lösung auf eine     Temperatur    her  abgesetzt, bei der Hydrolyse des Schwefel  alkalis nicht in schädigender Weise     eintritt.     . Das erhaltene     Farbstoffpräparat    hat die  im Beispiel 4 angegebenen Eigenschaften. Es  färbt Baumwolle in     Olive-Tönen    an.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von hochkon zentrierten Schwefelfarbstoffpräparaten, be stehend aus einem wasserlöslich gemach ten Schwefelfarbstoff und überschüssigem Schwefelalkali, dadurch gekennzeichnet, dass man ein wasserhaltiges. Gemisch eines durch Reduktion löslich gemachten Schwefelfarb- etoffes mit der zum Ansatz eines Färbeba des erforderlichen Menge Schwefelalkali in der Weise von mindestens einem Teil des Wassers befreit, dass Hydrolyse des Schwe felalkalis vermieden wird. UNTERANSPRüCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man eine .den Färb- Stoff und Schwefelalkali enthaltend-- Lö sung bei einer unter dem normalen Siede punkt der Lösung liegenden Temperatur einengt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, .dass man eine Lösung ein engt, welche auf 70 Teile Wasser min destens 30 Teile Schwefelalkali enthält. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Gemisch eines löslich gemachten Schwefelfarbstof fes mit einer Schwefelalkaliverbindung, bei der die Hydrolyse zurückgedrängt wird, verwendet. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un- teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Gemisch des löslich gemach ten Schwefelfarbstoffes mit AlkaIihydro- sulfid verwendet. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un- teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Gemisch des löslich gemach ten Schwefelfarbstoffes mit neutralem Schwefelalkali und Alkalihydrosulfit ver wendet.
CH175997D 1932-12-24 1933-11-20 Verfahren zur Herstellung von hochkonzentrierten Schwefelfarbstoffpräparaten. CH175997A (de)

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