CH176019A - Verfahren zur Polymerisation von Kohlenhydraten. - Google Patents
Verfahren zur Polymerisation von Kohlenhydraten.Info
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Description
Verfahren zur Polymerisation von Kohlenhydraten. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Polymerisation von Kohlenhydraten durch Erhitzen der Kohlen hydrate mit freien Mineralsäuren. Es ist be kannt, dass monomere Kohlenhydrate durch die Einwirkung von 14fineralsäure polymeri siert werden. Dabei hat man bisher unter solchen Bedingungen gearbeitet, dass man grössere Mengen von Mineralsäure anwenden musste. Dadurch entstanden Nebenprodukte unerwünschter Art, und man musste den Überschuss der Säure abstumpfen oder sonst wie beseitigen. Das erfindungsgemässe Ver fahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man die Kohlenhydrate mit wesentlich weniger als 0,1 % freier Mineralsäure mischt und innerhalb des Temperaturbereiches von 120 bis<B>180</B> C so hoch erhitzt, dass keine Zer setzung eintritt. Die Säuremenge wird zweckmässig so gering gewählt, dass sie in dem Endprodukt nicht neutralisiert zu wer den braueht. Bei dem Erhitzen mit Mineral säure braucht weder ein verringerter noch erhöhter Druck angewendet zu werden. Durch das Erhitzen, beispielsweise auf 140 bis<B>170',</B> erhält man Produkte, deren durchschnittliches Molekulargewieht unge fähr einem Tetrasaccharid entspricht. Die erhaltenen Produkte sind hygroskopisch und können daher in der Technik dort verwendet werden, wo man wasseranziehende Dickungs- mittel benötigt, zum Beispiel in der Färberei und Textilindustrie, sowie im graphischen Gewerbe. Die Dauer des Erhitzens richtet sich vor zugsweise nach der gewählten Temperatur und auch nach dem gewählten kleinen Säure zusatz. Der Grad der Polymerisation kann durch Wahl dieser drei Faktoren ,geregelt werden. Um Nebenreaktionen zu vermeiden, werden zweckmässig hohe Temperaturen nur kurze Zeit angewendet. Die Menge der zu verwendenden Säuren beträgt stets wesentlich weniger als 0,1 Teile auf 100 Teile Monosaccharide. Bei Tempe raturen zwischen 120 und 180 C wird eine gewöhnlich ausreichende Polymerisation in einigen Minuten erreicht. Kohlenhydrate von noch höherem Holekulargewiclit können er halten werden, wenn man nach diesem kur zen Erhitzen auf höhere Temperaturen noch drei bis sechs Stunden auf 120 bis l30 C nacherhitzt. Die nacherhitzten Produkte sind weniger hygroskopische, leicht lösliche Poly- saccharide, die in der Industrie sowohl als reine geruchlose Dextrinarten dienen können., als auch als Zusatz zu Sirupen für technische Zwecke geignet sind. Um beispielsweise Dextrose zu polymeri sieren, kann man 100 Teile reines Dextrose- hy drat mit 0,002 Teilen Schwefelsäure ver mischen, schmelzen und dann 30 Minuten lang auf 175'C erhitzen. Nach dem Ab kühlen erhält man eine spröde Masse, die sich in Wasser leicht löst. Eine geringe braune Färbung kann durch Entfärbungs- mittel leicht beseitigt werden. Mit 0,01 Tei len Schwefelsäure kann man 100 Gewichts teile Dextrosehydrat mit geringem Asche gehalt (etwa 0,01%) polymerisieren, indem man zehn Minuten lang auf<B>150'C</B> erhitzt. Die Reaktionszeit kann auf weniger als fünf Minuten verringert werden, wenn man un gefähr 0,02 Teile Säure anwendet. Bei Mono- sacchariden von mehr als<B>0,1%</B> Asche muss der Betrag an Schwefelsäure etwas grösser gewählt werden. Äquivalente Mengen von andern Mineral säuren, wie Salzsäure oder Phosphorsäure. haben ähnliche Wirkung. Durch Mischung verschiedener Säuren kann der Effekt noch gesteigert werden. Beispielsweise erzielt man mit 0,002 Gewichtsteilen Schwefelsäure nach 20 Minuten bei 165 C nur eine halb so starke Wirkung als mit 0,001 Teilen Schwe felsäure, gemischt mit 0,002 Teilen Phos phorsäure unter sonst gleichen Bedingungen. Für manche technische Zwecke ist der bei dieser Arbeitsweise erreichte Polymerisa- tionsgrad riocli ungenügend. Man kann ihn erhöhen, wenn man 0,01 bis 0,02 Teile Salz säure oder Schwefelsäure zusetzt, die Tem peratur auf 150 bis 160 C steigert und diese ungefähr zehn Minuten lang einwirken lässt. Aus den so entstandenen Polymerisa- tionsprodukten kann man durch Beimischen von monomerer Dextrose, beispielsweise 25 %, Sirupe erhalten, die dem gewöhnlichen Glu- kosesirup gleichkommen. Bei der Polymerisation von Xylose sind die Bedingungen etwas milder als für Hexo- sen. Beispielsweise braucht die Temperatur 125 bis 140 C nicht zu übersteigen, wenn <B>100</B> Teile Xylose mit 0,01 Teilen Schwefel säure erhitzt werden. Die praktische Durchführung ist sehr ein fach und beispielsweise folgende: Der Aus gangsstoff wird mit einer verdünnten Lö sung der anzuwendenden Säure oder Säuren gemischt, die Masse in einem Kessel unter Rühren geschmolzen und dann auf die er forderliche Temperatur weiter erhitzt. Der Prozess kann auch ununterbrochen ausgeführt werden, indem man das geschmolzene Mate rial durch entsprechend erhitzte Röhren fliessen lässt. Temperatur und Aufenthalts zeit sind dann in Übereinstimmung zu brin gen. Man kann auch in einem Apparat mit erhitzten Zylindern arbeiten. Vorteilhaft bringt man den Zucker auf dem ersten Zy linder zur Schmelze, verwandelt ihn auf einem zweiten Zylinder in Sirup und nimmt ihn von dem dritten Zylinder ab. Das spröde Produkt lässt sich nach dem Erkalten leicht zerkleinern. Zu lang ausgedehnte Behandlung bei hohen Temperaturen führt zur Zersetzung der Kohlenhydrate und nicht zu weiterer Polymerisation. Entgegen der Erwartung geht die Polymerisation bei niedrigeren Tem peraturen weiter, wenn das Erhitzen auf hohe Temperaturen vorangegangen ist. Die nachfolgende Polymerisation kann bei der niedrigen Temperatur von 120 bis 130 C ausgeführt werden, aber sie erfordert ein Erhitzen von drei bis sechs Stunden. Polysaccharide, die in dieser Weise her gestellt werden; sind wenig hygroskopisch und zeigen einen erheblichen Rückgang des Reduktionsvermögens gegenüber Feh- ling'scher Lösung. Die Eigenschaften der erhaltenen Sirupe können den verschiedenen Anforderungen der Praxis leicht angepasst werden, indem man weniger. polymerisierte oder monomere Zucker mit den zuletzt er haltenen schwach reduzierenden und hoch molekularen Kohlenhydraten vermischt. Es soll nochmals betont werden, dass .die beschriebenen Vorteile bei der Herstellung von Polysacchariden nach der vorliegenden Erfindung darauf zurückzuführen sind, dass man die Säure in so geringen Mengen an wendet, dass wesentlich weniger als 0,1 Teil auf 100 Teile Kohlenhydrate kommen und Grad und Dauer der Erhitzung so gewählt werden, dass keine Zersetzung des Materials unter den betreffenden Umständen eintritt. Die erhaltenen Polysaccharide sind nicht direkt vergärbar durch gewöhnliche Hefe und nicht angreifbar durch Enzyme wie Diastase.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Polymerisation von Koh lenhydraten durch Erhitzen der Kohlen hydrate mit freien Mineralsäuren, dadurch "Yekennzeichnet, dass man die Kohlenhydrate mit wesentlich weniger als 0,1% Mineral säure mischt und innerhalb des Temperatur- Bereiches von 120 bis 180 C so hoch erhitzt., dass keine Zersetzung eintritt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da.ss man auf 140 bis <B>170'C</B> einige Minuten lang erhitzt. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man nach dem Erhitzen auf 140 bis 170 C einige Stunden lang auf 120 bis 180 C erhitzt.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Mischung von zwei Säuren benutzt. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Mischung von Schwefel säure und Phosphorsäure benutzt. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Mischung von Salzsäure und Phosphorsäure benutzt.
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