CH176100A - Verfahren zum Härten von Stahl und dessen Legierungen. - Google Patents
Verfahren zum Härten von Stahl und dessen Legierungen.Info
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Description
Verfahren zum Härten von Stahl und dessen Legierungen. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Härten von Stahl und dessen Legierungen durch Abschrecken.
Wenn man beim Härten von Stahl und dessen Legierungen als Abschreckmittel Lö sungen verwendet, die Pektinstoffe enthalten, so erhält man bekanntlich dadurch zahlreiche Vorteile gegenüber den sonstigen bisher ge brauchten Abschreckmitteln.
Die üblichsten Abschreckmittel sind Öl und Wasser, von denen Ö1 eine langsame und Wasser eine sehr schnelle Härtung her beiführt. Wasser lässt sich nur in verhältnis mässig wenigen Fällen anwenden, in denen eine schroffe Härtung eintreten darf oder soll. Öl dagegen, das in den meisten Fällen ver wendet wird, hat schwerwiegende Nachteile, vor allen diejenigen der Feuergefährlichkeit, der Unsauberkeit im Betrieb, der Gesund- heitschädlichkeit infolge der Entwicklung schädlicher Gase und Dämpfe und des starken Verbrauchs, weil stets Öl an dem Härtegut haften bleibt.
Der Hauptnachteil der Verwendung von Wasser und Öl liegt aber darin, dass es nicht möglich ist, mittelst dieser Stoffe Zwischen stufen der Härtung zu erzielen, weil Öl und Wasser nicht miteinander mischbar sind.
Für diese Zwischenstufen 'der Härtung sind zahlreiche Vorschläge von Zusätzen gemacht worden, die sich aber durchweg nicht haben in die Praxis einführen können, weil ihnen sämtlich erhebliche Nachteile an haften. Entweder liegen die mit solchen Mitteln erreichbaren Zwischenstufen in der Nähe, der durch Wasser erzielbaren Härtung, während Härtupgsstufen in der Nähe der Ölhärtung nicht erzielt werden können, wo bei noch zu beachten ist, dass es im Betriebe nicht möglich oder doch mindestens sehr störend ist, Härteflüssigkeiten für eine grössere Anzahl von Härtungsstufen vorrätig zu halten, oder die verwendeten Mittel zersetzen sich zu schnell,
sie ergeben auch feste Aussehei- dungen in solcher Menge, dass die Konzen tration der verbleibenden Flüssigkeit sich zu sehr ändert, oder auch die Umlaufleitungen für die Lösung verstopft werden.
Lösungen von Pektinstoffen haben den grossen Vorteil, dass man Härtungen erreichen kann, die sich je nach der Konzentration der Lösung über den ganzen Bereich der Wasserhärtung und Ölhärtung und sogar noch über letztere hinaus erstrecken. Es hat sich gezeigt, dass schon geringfügige Zusätze von Pektinstoffen, etwa 2%, dieselbe Ab- schreckwirkung ergeben,
wie l00 % iges Gly- zerin. Für unterhalb der Ölhärtung liegende Zwischenstufen sind demgemäss noch viel geringere Zusätze an Pektinstoffen ausrei chend. Die jeweils zu verwendende KoDzen- tration solcher unbeschränkt haltbaren und beliebig für den Einzelfall verdünnbaren Lösungen hängt von der Beschaffenheit des zu härtenden Stahls oder der sonstigen Le gierung ab.
Durch viele Versuche hat sich gezeigt, dass das Härteverfahren, bei dem eine Pektin lösung verwendet wird, trotz der erheblichen Vorteile, die es bietet, noch weiter verbessert werden kann, wenn die genannte Lösung noch mindestens einen Stoff (zum Beispiel Gummiarabikum, Glycose) enthält, welcher beim Abschrecken eine den Temperaturabfall des Metalles verlangsamende Wirkung ausübt.
Deswegen ist das erfindungsgemässe Ver fahren dadurch gekennzeichnet, dass die als Abschreckmittel verwendete, Pektinstoffe ent haltende Lösung noch mindestens einen Stoff enthält, welcher beim Abschrecken eine den Temperaturabfall des Metalles verlangsa mende Wirkung ausübt.
Schreckt man Stähle oder dergleichen in. reinen Pektinlösungen ab'-, so verläuft der erste Teil der Temperaturzeitkurve recht günstig, so dass man hier nichts mehr zu ändern braucht, während der letzte Teil mit Vorteil noch geregelt werden kann, wie die Versuche zeigten. Es ist nämlich vorteilhaft, dass dieser letzte Teil nicht zu steil, sondern flach verläuft, weil dann die Stahlprodukte insofern wertvoller werden, als der Stahl oder die Legierung. entsahnt .wird;, er ist weniger spröde, die Bruchgefahr wird ver mindert, ohne dass die Härte leidet.
Es hat sich nun gezeigt, dass diese Wir kung durch einen Zusatz von Gummiarabikum, Glycose oder Stoffen, die ähnliche Eigen schaften haben, erreicht werden kann. Ein solcher Zusatz hat einen Einfluss auf die im folgenden, unter Nr. 1-- 5 angegebenen Ver hältnisse, wobei der Niederschlag gemäss Punkt 5 eine besondere Rolle zu spielen scheint.
Man erreicht durch solche Zusätze nicht nur, dass der Schlussteil der Tempera turzeit- (abfall-) -kurve flacher verläuft, son dern es zeigt sich noch folgendes Bei Verwendung reiner Pektinlösung kann man auch den obern Verlauf der Tempera turzeitkurven flacher gestalten, das heisst die Abkühlungszeit auch in diesem Bereich ver mindern oder vergrössern, je nachdem man die Konzentration des Bades erhöht oder ver mindert. Je höher aber die Konzentration wird, desto geringer werden die relativen Abstände der aufeinander folgenden Abkühlungskurven voneinander. Die Grenze liegt für die Praxis bei etwa 20 % Pektingehalt. Ein höherer Zusatz hat keine weitere Wirkung.
Ein Zusatz von Gummiarabikum oder dergleichen hat nun den grossen Vorteil, dass der relative Abstand der einzelnen Kurven sieh vergrössert. Man kann hierbei bis zu 40 % mit der Konzentration gehen. Das heisst also, dass man je nach den Stahl- und Le gierungsarten und den Eigenschaften, welche man denselben zuerteilen will, einen viel grössern Bereich hat. Die Wirkung der Kon zentration auf die Abkühlung macht sich eben weit über die frühere Konzentration von 2011/o hinaus bemerkbar.
Änderungen der Abschreckkurve zeigen sich schon bei einem Zusatz von 1/z 0% Gum- miarabikum zur Pektinlösung, während ein so geringer Zusatz zu Wasser allein noch keine merkbare Wirkung zeigt. Gummiarabi- kum und dergleichen bilden mit.den Pektin stoffen gut haltbare Mischungen.
Für den charakteristischen Verlauf des Temperaturabfalls beim Abschrecken sind folgende fünf Punkte massgebend-, . - 1. Die Wärmeleitungsfähigkeit der Ab.- schreckflüssigkeit.
2. Die Wärmeableitung auf Grund der spezifischen Wärme der Flüssigkeit.
3. Die Verdampfungswärme der Flüssig keit.
4. Die Isolierschicht, hervorgerufen durch Dampf- oder (xasbildung.
5. Die Isolierschicht durch Niederschlag fester Bestandteile.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Härten von Stahl und dessen Legierungen durch Abschrecken, bei welchem als Abschreckmittel eine Pektin stoffe enthaltende Lösung verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass diese Lösung noch mindestens einen Stoff enthält, welcher beim Abschrecken eine den Temperaturabfall des Metalles verlangsamende Wirkung ausübt. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, -dadurch gekennzeichnet, dass der genannte Stoff Gummiarabikum ist. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der genannte Stoff Glycose ist.
Applications Claiming Priority (1)
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| FR176100X | 1933-03-29 |
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| CH176100A true CH176100A (de) | 1935-03-31 |
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ID=8877782
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH176100D CH176100A (de) | 1933-03-29 | 1934-03-12 | Verfahren zum Härten von Stahl und dessen Legierungen. |
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| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH176100A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1114516B (de) * | 1956-11-12 | 1961-10-05 | Mack Gordon | Verfahren zum Haerten von Stahl oder perlitischem Temperguss |
-
1934
- 1934-03-12 CH CH176100D patent/CH176100A/de unknown
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