Verfahren und Vorrichtung zum Pflanzen von Getreide und dergleichen.
Bei der Aussaat von Getreidepflanzen pflegt man die einzelnen Saatkörner in mehr oder weniger grosse Tiefe unter die Oberflache des Ackers zu bringen. Diesesz Ver- fahren hat aber den Nachteil, dass die keimende Pflanze sich zunÏchst durch eine verhÏltnismϯig dicke Bodenschicht hindurcharbeiten muss und dabei einen beträchtlichen Teil der dem Saatkorn innewohnenden Energie verbraucht.
Man kann diesem ¯belstande aber nicht abhelfen, indem man die. Saatkorner einfach oben auf den Boden streut ; denn die dann entstehenden Pflanzen würden zu einer Zeit, in, der sie Feuchtigkeit brauchen, den hei¯en Sonnenstrahlen ausgesetzt sein, also über- haupt nicht keimen.
Mit dem yerfahren gemäss der Erfindung sollen die Überstände des bekannten Drillverfahrens mit tief in den Boden gelegten Saatkörnern beseitigt werden, ohne da, ss dasselbe die Nachteile beim Ausstreuen der. Saatkorner unmittelbar auf die Oberfläche besitzt. Es besteht darin,. dass die unmittelbar auf die Ackerfläche ausgestreuten Saatkörner sogleich nach der Aussaat mit einer lookeren Schicht ana Erde, Torf, Humus oder derglei- chen bedeekt werden und dass diese Schicht wenigstens teilweise wieder entfernt wird, nachdem die K¯rner gekeimt haben.
Nach der Entfernung der lockeren Schicht wird jede Pflanze einzeln durch auf-und abwärts bewegliche Stempel in den lockeren oder vorher gelockerten Boden hinabgedrückt.
Durch die Stempel wird.'der Pflanzenkorper f r sich, also ohne Mitnahme des umliegenden Erdreiches, im Boden tiefer gesetzt, so dass eine Verdichtung und Zusammenpres- sung des Erdreiches nicht stattfindet und ferner eine nachtrÏgliche Einebnung des Bodens berfl ssig wird. Die Stempel sind hierfür zweckmϯig an ihrem untern Ende gespalten, so da¯ sie in schräg nach unten gerichteten Zinken etwa nach Art eines Dreifusses auslaufen, welche den Pflanzenk¯rper beim Herunterdrücken gabelartig um fassen.
Die Stempel k¯nnen federnd nachgiebig sein, beispielsweise aus Gummi bestehen, oder unter Fedenwirkung stehen. Sie sind zweckmässig in einem Fahrgestell so angeordnet, daB sie gegenüber diesem auBer einer senkrechten Bewegung eine waagrechte Verstellung erhalten, die die Vorbewegung' der Vorrichtung auf die Stempel wenigstens im wesentlichen unwirksam macht, solange diese sich im Erdreich befinden.
Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung beispielsweise.
Die Fig. g. 1 zeigt eine Aufsicht auf den Boden mit der Aussaat, und
Fig. 2 einen Querschnitt ; die
Fig. 3 bis 6 zeigen die Aussaat auf dem Boden in verschiedenen Wachstumstadien der Planzen ; die
Fig. 7 bis 9 zeigen in schematischer Darstellung die Arbeitsweise eines.
Stempels beim Tiefersetzen der Pflanzen ; die
Fig. 10 und 11 zeigen im Querschnitt und in Aufsicht die Anordnung der Pflan- zen auf dem Ackerboden mit unbesetzten breiten Streifen, und Fig. 10 zeigt berdies über den Pflanzen sohematisch eine Machine mit Stempeln zum Tiefersetzen derselben ;
Fig. 12 zeigt eine Ausf hrungsform einer Pflanzenvertiefungsmaschine im Längs- schnitt nach Linie 20-20 in Fig. g. 13,
Fig. 15 eine Ansicht der Maschine nach Fig. 12 von vorn,
Fig. 14 eine zweite Ausführungsform im Längsschnitt,
Fig. 15 eine dritte Ausführungsform im LÏngsschnitt,
Fig. 16 eine Aufsicht auf die Machine mach Fig. 15,
Fig. 17 eine Vorderansicht einer vierten Ausführungsform,
Fig. 18 einen Schnitt nach Linie 26-26 in Fig. 17.
Zur Aufnahme der Pflanze dient zweckmässig nicht die gesamte Oberfläche des Bo dens, sondern, wie Fig. 1 in Aufsicht zeigt, werden nur Streifen 1 von einer gewissen Breite dazu gebraucht, während die daneben liegenden breiteren Streifen 2 frei bleiben.
Die einzelnen Saatkörner werden in der aus Fig. 2 ersichtlichen Weise in verhältnismä- Big grossen Abständen voneinander lÏngs dem Streifen 1 einfach auf den Boden ausgestreut. Hierauf wird sogleich der Boden streifen 1 gemϯ Fig. 3 mit einer Lockerschicht 3 aus Torf, Erde oder Humus be streut, die die einzelnen Saatkörner 4 bedeckt. Die Corner strecken daher zunächst, wie Fig. 4 zeigt, ihre Seime im Innern die- ser Schicht empor. Aus den Saatkörnern ragen die Embryonalwurzeln 5 nach unten heraus.
Haben die Körner gekeimt, so wird die Lockerschicht entfernt, zweckmϯig aber nur unvollständig, so dass eine dünne Erü- melsohicht 6 (Fig. 5) zwischen den Pflanzen liegen bleibt. Nach weiter fortgeschrittenem Wachstum beginnen, die Bestookungsknoten mit der Bildung von Adventivwurzeln.
Zweckmässig werden die Pflanzen dann gemϯ Fig. 6 ein- oder mehrfach bekr melt oder behäufelt. Danach werden die Pflanzen mittelst Stempeln tiefer gesetzt, so daB die Bestockungsknoten unter das Bodenniveau zu liegen kommen.
Das Aufbringen der Lockerschicht 3 (Fig. 3) auf die Saatkörner kann in ver schiedener Weise vorgenommen werden, bei- spielsweise dadurch, dass man Bodenteile aus den nebenliegenden Abschnitten 2 aufhebt und ber den, Streifen l streut.
Das beschriebene VerfahTen dient vor allem der Behandlung von Getreidepflanzen, kann aber in gleicher Weise auch auf andere Ackerpflanzen oder dergleichen angewendet werden.
Die bei den durch die Fig. 12 bis 18 veranschaulichten Vorrichtungen zum Tiefersetzen der Pflanzen vorgesehenen Stempel 13 laufen an ihrem untern Ende in drei sym metrisch zur Mittelachse angeordnete Zinken 14 a, us, die etwa nach Art der Beine eines Dreifusses verlaufen. Befindet sich ein Stempel oberhalb einer Pflanze a (Fig. 7) und wird er nunmehr heruntergedrückt, so umfa¯t er, wie Fig. 8 zeigt, die Pflanze gabelartig, so dass diese in das Erdreich hineingedrückt wird. Bevor die Pflanze vom Stem pel getroffen wird, fordern die eindringenden Zinken Erdreich nach innen, das sich iiber dem Bestockungsknoten ansammelt und das als Puffer dient. Wenn. der Stempel in der Lage nach Fig. 8 angelangt ist, schliesst sich da. s Erdreich oberhalb.
Beim Herausziehen des Stempels wird das Erdreich wieder etwas angehoben, fällt aber sofort wieder in die ursprüngliche Lage zurück, so da¯ die Pflanze vollstÏndig tiefergesetzt und mit Erde ummantelt ist.
Ist das Erdreich vor dem Tiefersetzen nicht schon locker, so wird es aufgelockert.
Die Lockerheit des Bodens wird durch die Stempel nur in geringem Masse wieder auf- gehoben, so daB zwar die Kapillarität in hinreichendem Masse wieder hergestellt wird, eine übermässige Zusammenpressung des Bodens aber nicht stattfindet.
Die Stempel 13 sind besonders geeignet, Breitsaat tiefer zu setzen. In diesem Fall wird der Boden nach dem Schema der Fig. 11 besät, das hei¯t er wird in mehrere Streifen b und c von verhältnismässig erheblicher Breite eingeteilt, von denen die Streifen b mit Pflanzen besät werden, die Streifen c aber frei bleiben. Als zweckmässig hat sich beispielsweise eine Ausführung bewährt, bei der die freibleibenden Streifen c 20 cm breit sind. Auf den freibleibenden Streifen c lau- fen beim Tiefersetzen mittelst der dargestellten Maschinen die Räder d (Fig. 10) und ausserdem die Antriebsmittel derselben. Die Stempel 13 sind so angeordnet, dass sie ber den Streifen b mit den Pflanzen a arbeiten.
Zweckmässig werden die Saatkörner auf den Streifen b flach ausgesät, so da¯ sie breit ausladende Blätter bilden, die, etwa in der aus Fig. 8 ersichtlichen Weise, den Stempeln 13 eine grosse Angriffsfläche darbieten.
Die Stempel 13 können an der Maschine in verschiedener Weise angeordnet und angetrieben werden. Beim Ausf hrungsbeispiel nach Fig. 12 und 13 sind die Stempel in einem schwingbaren Querhaupt 15 senkrecht verschiebbar angeordnet. Federn 16 suchen sie nach oben zu sehieben. Oberhalb der Stempel ist auf jder Alchse 17 des vordern Radpaares IS eine Trommel 19 lose drehbar, die mit einem Kettenrad 20 fest verbunden ist, welches von einem auf der Achse 21 des hintern Radpaares 22 festsitzenden Kettenrade 23 iiber eine Kette 24 stÏndig angetrieben wird. Die Trommel 19 ist mit Nocken 25 besetzt, die an den Köpfen 64 der Stempel 13 angreifen un, sie entgegen der Kraft der Federn 16 herunterdrücken.
Dadurch, dass das Querhaupt bei der Fortbewegung der Machine bei in die Erde ein getretenenStempelnaussohwingen kann, f hren die letzteren im Erdreich gegenüber diesem, eine im wesentlichennur.senkrechte Bewegung aus.
Bei den Ausführungsbeispielen nach Fig. 14 bis 18 führer die Stempel 13 ausser einer senkrechten Bewegung eine parallel und entgegengesetzt zur Fortbewegungsrichtung der Maschine gerichtete Bewegung aus, um so zu erreichen, dass sie beim Eindringen in das Erdreich diesem gegenüber nur eine senkrechte Bewegung ausführen, also nicht wühlen.
Nach Fig. 14 ist das die Stempel 13 senkrecht führende Querhaupt 26 mittelst einer Stange 27 waagrecht und in der Richtung der Fortbewegung der Machine gef hrt. Eine Feder 28 sucht das Querhaupt 26 nach links zu schieben. An der Stange 27 sitzt ein Anschlag 219, an dem nachein- ander abgeschrägte Nocken 30 eines um die Achse 31 drehbaren Rades 32 angreifen.
Dieses wird von dem hintern Radpaar 22 über die KettenrÏder 33 und 34 und eine Kette 35 angetrieben. Der Durchmesser des Rades 32 ist so gewählt, dass die Bewegung der Stange 27 durch die Nocken 30 der Ge schwindigkeit der Maschine entspricht. Wäh- rend die Stange 27 zurückgezogen wird, stehen die Stempel 13 gegenüber dem Boden still, Die senkrechte Bewegung der Stempel 13 wird durch einen Kurbelantrieb erzeugt, der aus einer Pleuelstange 36 und einer Kur- bel 37 besteht, die über eine Kette 38 mittelst eines Kettenrades 39 von einem Kettenrad 40 angetrieben wird, das mit dem Rad
32 gekuppelt ist.
Die Pleuelstange 36 greift an einer verschiebbaren Stange 41 a. n, die an ihrem untern Ende die Stempel 13 trägt. Da bei können, wie beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 12 und 13, wieder mehrere Stempel nebeneinander angeordnet sein. Statt des- sen kann auch jeder Stempel für sich an einer verschiebbaren Stange sitzen, die je von einer Kurbel 37 mit Pleuelstange 36 angetrieben wird. Das er. gibt die vorteilhafte Möglichkeit, die Stempel nicht gleichzeitig, sondern nacheinander schrittweise in den Boden dringen zu lassen. An Stelle von Ket tentrieben können noch andere Ubertragungsmittel, zum Beispiel Zahntriebe, benutzt werden.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 15 und 16 sind die einzelnen Stempel 13 an einem Rahmen 49 von etwa rechteckiger Form in mehreren Reihen hintereinander und nebeneinander angeordnet. Dieser Rahmen 49 ist mittelst eines Gelenkes 50 an einer Lasche 51 aufgehängt, die ihrerseits an einer Kurbel 52 pendelnd hängt, welche durch Auskröpfung der hintern Radachse 53 der Machine erhalten ist. Auch die vordere Achse 54 weist eine kurbeiförmige Auskrop- fung 55 auf, und beide Kurbeln sind durch eine Kuppelstange 56 miteinander verbunden.
Die beiden Achsen 53 und 54. sind fest mit den zugehörigen Laufrädern 57, bezw. 58 verbunden.
Wird die Maschine mittelst des an der vordem Achse 54 vorgesehenen Bügels 59 vorwärts gezogen, so wird der Rahmen 49 mit den Stempeln 13 abwechselnd aufgeho- ben und niedergesetzt. Der Gelenkpunkt G0 führt auch in seiner untersten Stellung noch eine Bewegung im Sinne der Fortbewegungs- richtung der Maschineaus. Indessen nimmt der Rahmen 49 daran nicht teil, da diese Be- wegung durch die Lasche 51 ausgeglichen wird.
Um gegebenenfalls zu verhindern, dass die gelenkige Verbindung 51,52 ausknickt, ohne dass der Rahmen mit seinen Stempeln 13 hinreichend tief in den Boden eindringt, ist eine Kulissenstange 61 vorgesehen, die mit ihrem Schlitz 62 auf einem Zapfen 63 der Euppelstange 56 geführt ist. Der Schlitz
62 ist so bemessen, da¯ er ein übermässiges Ausinicken des Lenkers 51 gegen die gour- bel 53 verhindert.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 17 und 18 sind die einzelnen Stempel 13 schwingbar auf Zapfen 42 aufgehängt, die zwischen Scheiben 43 auf einem zur Radachse 44 konzentrischen Ereise angeordnet sind. Um mehrere Stempel 13 nebeneinander anordnen zu können, sind, wie Fig. 25 zeigt, mehrere Scheiben 43 auf der Achse 44 befestigt, die von den Laufrädem 45 der Maschine angetrieben werden. Die jeweils im untern Bereich befindlichen Stempel 13 hän- gen senkrecht herab und werden bei der Vorbewegung der Maschine in das Erdreich hineingedrückt, ohne dabei an dieser Vor- bewegung teilzunehmen.
Um zu verhindern, dass die Stempel 13 sich bei Berührung mit der Erdoberfläche umlegen, anstatt in das Erdreich hineinzugehen, können Anschläge 46 vorgesehensein,'dieeinUmlegen verhin dern. Auf diesen Anschlägen ruhen die Stempel, wenn sie sich im obern Bereich der Scheibe 43 befinden. Wenn sie, von unten gerechnet, etwa drei Viertel einer vollen Umdrehung zurückgelegt haben, klappen sie wieder herunter, um so in die Bereitschafts- stellung zu gelangen. Der dabei auftretende schlagartige Stoss bewirkt, dass etwa anhaftendes Erdreich abfällt.
Werden, wie in der Zeichnung, mehrere Scheiben 43 mit dazwischenhängenden Stem- peln 13 benutzt, so kann man die einzelnen nebeneinanderliegenden Stempel gegeneinander versetzen. Wird hierauf kein Wert gelegt, so genügt es, nur zwei äussere Scheiben zu verwenden und mehrere Stempel nebeneinander auf dem gleichen Zapfen in geigneten Abständen anzuordnen.
Die Stempel nach Fig. 17 und 18 können, ebenso wie diejenigen der vorbeschriebenen Einrichtungen, an einer Maschine angehängt werden, die Lockerungswerkzeuge trägt.
Auch können Lockerungsgeräte unmittelbar an der Vertiefungsmaschine sitzen. Ist eine Lockerungnichterforderlich,bezw.der Boden schon locker, so werden die eigentlichen Vertiefungsgeräte unmittelbar von einem.
Gespann oder Traktor gezogen. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 17 und 18 dient zum Ziehen der Maschine ein Rahmen 47, der an den Enden der Radachse 44 bei 48 angreift.