Elektrischer Nehrmotorenantrieb mit Ständer- und läuferseitig gekuppelten Asynchronmotoren, insbesondere für Krempelsätze. Die Erfindung betrifft einen elektrischen Mehrmotorenantrieb mit Ständer- und läufer- seitig elektrisch gekuppelten Asynchronmo- toren, der insbesondere für Krempelsätze ge eignet ist.
Bei den bekannten Antrieben die ser Art benutzte man zum Ein- und Aus schalten eine besondere Steuer- oder Regel walze, mit der der Antrieb stufenweise ein- bezw. wieder wurde.
Diese bisherige Ausführung mit einer Schaltwalze hat sich bei richtiger Bedienung durchaus bewährt; wenn .sich das, Bedie nungspersonal jedoch nicht an .die Vorsehrif- ten hält und zu langsam ein- bezw. zu schnell abschaltet, treten erhebliche betrieb liche Nachteile auf.
Beim Einschalten wer den in einer ersten Schaltstellung lediglich die Ständer ans Netz gelegt, wodurch heftige mechanische Stösse an den Maschinen auftre ten, falls die Läufer aus irgendwelchem Grunde aus der räumlich gleichen Phasen lage, herausgebracht waren.
Nach Öffnen des Läuferkreises dürfen die Ständer erst abgeschaltet werden. wenn die Motoren zum Stillstand gekommen --ind, was infolge der grossen Schwungmassen etwa i/2 Minute oder noch länger dauert. Insbe sondere während der Pause und bei Arbeits schluss nehmen die Arbeiter jedoch hierauf keine Rücksicht, sondern schalten sofort voll ständig ab, oo dass der gleichmässige Aus lauf verloren geht. Das. hat aber ein Stauen oder Reissen des Vliessee zur Folge.
Gemäss der Erfindung werden diese Nachteile dadurch vermieden, dass: je ein ge meinsames Schütz für alle Ständer und für alle Läufer und Steuerorgane vorgesehen sind, durch welche diese Schütze in zwang läufiger Reihenfolge geschaltet werden. Da bei werden die Läufer:stromkreiGe nach dem Anlegen der Ständer an Spannung geschlos sen, so dass die Motoren sofort anlaufen können.
Die Stossbeanspruchung isst daher geringer, weil sie sich zum Teil bereits wäh rend des Anlaufvorganges vollzieht.
Die Erfindung sei anhand zweier Aus führungsbeispiele näher erläutert.
Bei dem Mehrmotorenantrieb nach der Abb. 1 dient zum Ein- und Auss;ehalten der Ständer 1, 2 und 3 eines Dreikrempelsatzes ,das gemeinsame dreiphaGzge Ständerschütz 4, während .die Läufer 11, 12, und 1-3, die ebenso wie die Ständer elektrisch miteinan der gekuppelt sind, durch ein gemeinsames Läuferschütz 5 gesteuert werden.
Dieses Schütz .schliesst und öffnet den Sternpunkt des gemeinsamen Anlass- bezw. Betriebswi derstandes 14 im Läuferkreis.
Zum Ein- und Ausschalten dienen die Druckknöpfe 6 und: 7, die über eine Wippe 8 miteinander verbunden sind. Der Ein- s-chaltdruckknopf 6 schliesst die Kontakte 9 und schaltet damit das Ständerschütz 4 un mittelbar ein.
Beim Drücken des1' Knopfeis 6 schliesst auch der Ausschaltdruckknopf 7 seine Kontakte 10 und bereitet damit das Einschalten des Läuferschützes 5 vor. Die Einschaltung dieses Schützes 5 geschieht aber erst durch Kontakte 2'4 am Ständer schütz 4, die in an sich bekannter Weise ver zögert schalten. Diese Verzögerung hat den Zweck, durch, zunächst alleiniges.
Einschal ten der Ständer die Motorläufer in räumlich gleiche Phasenlage zu stellen, falls sie durch irgendwelche Umstände aus dieser Stellung herausgebracht sein sollten. Durch das. An sprechen des Läuferschützes 5 läuft dann der Maschinensatz im Gleichlauf bis auf eine Drehzahl hoch, die durch die Grösse des ge meinsames Läuferwiderstandes- 14 gegeben ist.
Zum Ausschalten wird der Knopf 7 ge- .drückt. Dadurch fällt das @ Läuferschütz 5 sofort ab, und durch das Öffnen des Stern punktes des gemeinsamen Widerstandes 14 laufen die Motoren, die ständerseitig an Spannung bleiben, in bekannter Weise im Gleichlauf aus.
Durch die mechanische Ver- bindung des Druckknopfes 6 mit dem Druck- knopf 7 wird auch der Kontakt 9. geöffnet. Das Ausschalten des gemeinsamen Ständer- schützes 4 ist aber damit nur vorbereitet, da es. sich zunächst noch über die TJmge- hungsleitung 19 selbst hält.
Erst nachdem die Maschinen zum Stillstand gekommen sind, wird: .das Schütz 4 abgeschaltet. Das kann beispielsweise durch einen Unterbre- ahungskontakt im Selbsthaltestromkreis des Schützes 4 geschehen; man kann,das Abfal len des Schützes aber besser selbsttätig her beiführen.
Hierfür gibt die Zeichnung ein Ausführungsbeispiel. Zwischen zwei Leitun gen des Läuferkreisas ist ein von der Läu- ferspannung abhängiges. Wärmerelais:
15 ge legt, dem beispielsweise ein Widerstand 16 vorgeschaltet ist. Über die Kontakte 17 des Relais ist der Erregerkreis des, gemeinsamen Ständerschützes 4 geführt.
Diese Anordnung macht von -der Erscheinung Gebrauch, dass mit abnehmender Drehzahl die Läuferspan nung wächst und damit der das; Wärmere- lais durchfliessende Strom, so d:ass, nach einer gewissen einstellbaren Zeit dieses Relais an spricht.
An die Stelle dieses Relais kann auch beispielsweise ein beim Ausschalten in Gang gesetztes Zeitrelais treten, das beim Drücken des Knopfes 7 oder beim Abfallen des Schützes 5 eingeschaltet wird.
Beim Ausführungsbeispiel der Abb. 1 war für das Einschalten wie auch das Aus laufen die dreiphasige Ständerspeisung ange nommen. Es besteht aber auch die Möglich- keit, diese Vorgänge in einphasiger Schal tung vorzunehmen. Es brauchen dann nur zwei Ständerphasen über das gemeinsame Ständerschütz und die dritte Ständerphase über das: Läufei@,schütz geführt zu werden.
Hierfür gibt die Abb. 2 ein Ausfüh rungsbeispiel. Hierin sind nur ,die Phasen R und S über das gemeinsame Ständerschütz 4 geführt, während die Phase T durch Kon takte am Läuferschütz 5 geschaltet wird. Es ergibt sich dann gegenüber dem ersten Beispiel folgende untersahiedliehe Arbeits weise: Beim zunächst erfolgenden Ansprechen des Schützes 4 werden die Ständer 1, 2 und 3 nur einphasig ans Netz gelegt.
Die da bei auftretende Magnetisierung genügt zu einer Einstellung der Läufer in räumlich gleiche Phasenlage. Erst gleichzeitig mit der Herstellung des Sternpunktes des Läuferwi- derstandes 1,4 wird dann die dreiphasige Ständerschaltung hergestellt. Bei dieser Schaltung besteht die Möglichkeit, den ge meinsamen Läuferwiderstand 14 so, klein zu wählen, .dass die Motoren im Betrieb mit nahezu normaler asynchroner Drehzahl lau fen, wodurch der Wirkungsgrad .des. Antrie bes verbessert wird.
Der Gleichlauf geht dabei während des Betriebes, verloren; die möglicherweise auf tretenden Drehzahlschwankungen sind dabei jedoch so klein, dass, sie keinen nennenswer ten Einfluss auf die gewünschte Garnnummer haben, so dass, insbesondere in der Streich garnspinnerei keine Bedenken gegen diese Schwankungen bestehen.
Die beim Abschal ten .des Läuferschützes 5 wieder eintretende einphasige Schaltung der Ständer zwingt die Motoren jedoch durch dasisynchronisierende Moment .sofort wieder in Gleichlauf, .der bis zum Stillstand aufrechterhalten wird.
Die synchronisierenden Momente beim Übergang aus der dreiphasigen Betriebs8tel- lung in die einphasige Auslaufstellung sind so gross, dass bei starrer Kupplung, zum Bei spiel Zahnrad- oder Kettenautrieb, uner wünschte Stösse und damit mechaniselhe Be anspruchungen auftreten und anderseits, durch die starre Kupplung mit den grossen Schwungzn.assen :
das Einstellen in die räum lich gleiche Phasenlage erschwert wird. Zur Behebung dieses Nachteils können die Mo toren über nachgiebige. Mittel mit den Arbeitsmaschinen verbunden werden. Als besonders zweckmässig erscheinen hierfür Gummikeilriemen oder in die Triebwerke ein- geschaltete elastische Mittel, wie Federn oder dergleichen. Auch Rutschkupplungen sind verwendbar.
An die Stelle der gezeichneten Druck- knopfsteuerung können auch andere Steuer- mittel treten. So kann beispielsweise das Läuferschütz anstatt über den Druckknopf 7 auch mit einem Hilfsrelais geschaltet wer den.
Auch ist es möglich, die Schalteinrich tungen an. verschiedenen Stellen des Ma schinensatzes, zu wiederholen, so.,dass das Ein- und Ausschalten bezw. nur des Ausschalten an mehreren Stellen möglich ist.