CH178502A - Wagenspinner mit mindestens zwei Antriebsmotoren. - Google Patents

Wagenspinner mit mindestens zwei Antriebsmotoren.

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CH178502A
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Inventor
Aktieng Siemens-Schuckertwerke
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Siemens Ag
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  Wagenspinner mit mindestens zwei Antriebsmotoren.    Es sind bereits Wagenspinner bekannt,  die     :durch    zwei und mehr Motoren angetrie  ben werden. So verwendet man beispielsweise  einen sogenannten Spinnmotor zum Antrieb  der Spindeln und einen Motor für die Wa  genausfahrt; die übrigen Arbeitsvorgänge  können beliebig auf .diese     beiden    oder noch  weitere Motoren verteilt sein. Man hat den  Spinnmotor auch bereits zum Abschlagen  benutzt, musste jedoch bisher dafür ein Dif  ferentialgetriebe oder andere     umsteuerbare     Getriebeteile verwenden, die durch besondere  Bremsen oder Kupplungen     gesteuert    wurden.

    Hierdurch     verteuert    sich .der Wagenspinner  nicht     unbeträehtlich;    auch ist seine Wartung  erschwert, weil diese empfindlichen Teile.  die einer sorgfältigen Einstellung bedürfen.  meist schwer zugänglich sind.  



  Die Erfindung bezweckt die Beseitigung  dieser Nachteile, ohne jedoch die Vorteile des       Mehrmotorenantriebes    aufzugeben, die vor    allem darin bestehen, dass das Verhältnis       zwischen    Lieferung. Verzug und Drehung  beliebig geändert werden kann.  



  Nach der Erfindung wird     .dies    dadurch  erreicht, dass .der Spinnmotor zum Abschla  gen elektrisch umgesteuert und am Ende der       Absehlagperiode    durch Schaltmittel, die  durch beim Abschlagen bewegte Teile ge  steuert werden, vom Netz getrennt     wird,    :so  dass er bei     Beginn    des     Anlaufens    in entge  gengesetzter Drehrichtung abgefangen wird.  



  In der Zeichnung ist als     Ausführungs-          beispiel    ein Schaltbild für einen Antrieb nach  der Erfindung veranschaulicht, und zwar  für einen     Streichgarnwagenspinner.     



  Zum     Antrieb    dienen zwei Motoren, von  denen der eine, Motor 1, das Lieferwerk an  treibt und die Wagenein- und Wagenaus  fahrt besorgt, während der andere, Motor 2;  zum Antrieb der Spindeln beim Spinnen und  Abschlagen dient. Der Motor 1 befindet sich      am     H@eadstock    und wird im folgenden als       Headstockmotor    bezeichnet, während der Mo  tor 2, der .Spinnmotor, in den Wagen einge  baut     ist    und in bekannter Weise über bieg  same Leitungen,     Stromsohienen    oder     @derglei-          ehen    gespeist wird.

   Dieser Motor ist unmit  telbar oder über ein     Vorgelege    dauernd mit  den     Spindeltrommeln    gekuppelt.  



  Zum Steuern .des     Headstockmotors    1 dient  das Schütz 11, während der - Spinnmotor 2  durch zwei Schütze 21 und 22 wechselweise  auf Rechts- und Linkslauf oder ausgeschaltet  werden kann. Vor dem Einschalten des gan  zen Antriebes wird zunächst der Hauptschal  ter 3 eingelegt, sowie der Sicherheitsschalter  4 ,der     Steuerleitungen    geschlossen.     Nunmehr     kann der Antrieb in Betrieb genommen wer  den. Hierzu dient     entweder    der am Vorder  bock befindliche     Einschaltdruckknopf    5 oder  der ihm parallel geschaltete Druckknopf 6.  der von einer am Wagen befindlichen Schalt  stange bedient wird.

   Beim Drücken eines  der Knöpfe 5 oder 6 erhält die Erregerwick  lung des     Schützes    11 Spannung; das Schütz       springt    an und hält sich über seine     Selbst-          ha.Itekontakte    12 und die in Reihe liegenden       Ausschaltdruckknöpfe    7 und 8, sowie den  Druckknopf 9. Der Druckknopf 7 sitzt wie  der Druckknopf 5 am Vorderbock, während  .der Druckknopf 8 von der Schaltstange aus  bedient wird. Der Zweck des Druckknopfes  9 wird später erläutert. Durch das Schütz  11 wird der     Headstockmotor    1 eingeschaltet  und zugleich der     Bremslüftmagnet    10 erregt,  der eine einstellbare     Bremse    für diesen Mo  tor löst.

    



  Das Schütz 11 schliesst ferner über seine  Hilfskontakte 12 einen Stromkreis zum In  gangsetzen des Spinnmotors 2, der über .die  Druckknopfschalter 15 und 14 durch die  Erregerwicklung des Schützes 21 und Ruhe  kontakte 24 am Schütz 22 führt. Das Schütz  21     springt    an und legt den Ständer des Mo  tors 2 in Rechtslauf an Spannung. Der Läu  fer des Spinnmotors 2 ist über Ruhekontakte  2.6 des     Schützes    22 an die Widerstände     ?7     und<B>20</B> angeschlossen.

   Zunächst liegen beide    Widerstände im Läuferkreis, so dass der  Spinnmotor 2 sanft beschleunigt wird.     Nach     einer bestimmten     einstellbaren    Zeit wird der  Widerstandsteil 29 durch das Schütz 30  kurzgeschlossen, so dass dann nur noch der       WiderAand    27 im Läuferkreis liegt und der  Spinnmotor auf die     gewünschte,    an die  sem Widerstand eingestellte Geschwindigkeit  hochläuft.  



  Zum Einschalten des Läuferschützes 30  dient ein Kontakt 25 am Schütz 21, der ein       Zeitrelais    33     einschaltet.    Der Erregerkreis  dieses Relais ist über Ruhekontakte 31 am  Läuferschütz 30 geführt. Nach einer gewis  sen Zeit schliesst das Relais.     331    seine Kon  takte 34 und schaltet damit das Schütz 30  ein, das sich über die     Selbsthaltekontakte    3?  hält. Das     Zeitrelais.    33, fällt dann wieder ab-,  da sein     Erregerstromkreis    bei 31 unterbro  chen ist.  



  Die     ,Spindeln    laufen nun mit voller Ge  schwindigkeit bis zum Ende der Ausfahrt,  wo in an :sich bekannter Weise der Wagen  durch Lösen der     Ausfahrtkupplung    stillge  setzt wird. Der Spinnmotor 2 läuft so lange  weiter, bis der gewünschte Drahterteilt ist.  Dies wird in bekannter Weise vom Draht  zähler überwacht, der beim Erreichen der  gewünschten Drehungen den Druckknopf  schalter 14 bedient. Dadurch wird der Er  regerstromkreis des Schützes 21 unterbro  chen, so dass das Schütz abfällt. Gleichzeitig  wird der untere Kontakt     16@    des Druckknopf  schalters 14 geschlossen, der das Ansprechen  des Schützes 22 vorbereitet.

   Es spricht an,  sobald das Schütz 21 vollständig abgefallen  ist und seine Kontakte 23.     schliesst.    Durch  .das, Schütz 22 wird der Spinnmotor zum  Zweck des     Ahschlagens    mit Gegenstrom er  regt; er kommt dadurch sehr rasch. zum Still  stand und läuft in der andern Drehrichtung  an.

   Der Grad der Gegenstrombremsung und  des dann folgenden     Geschwindigkeitsanstiegs     werden jedoch nicht mehr durch die Wider  stände 27     bezw.    29 bestimmt, da diese beim  Ansprechen des     Schützes        2@2    durch Öffnen  ,des Kontaktes 26 abgeschaltet sind, sondern  durch einen andern Widerstand 35 (Ab-      schlag     widerstand),    der durch     Kontakte    28  am Schütz 22 eingeschaltet wird.  



  Der Spinnmotor 2 kann sich nur wenig  in der entgegengesetzten Richtung drehen,  da dann der     Druckknopfschalter    15 bedient  wird, der den Erregerstromkreis des     Schützes     22 unterbricht. Der Druckknopfschalter 15  wird in dem Augenblick geöffnet, wo das  Abschlagen beendet ist. Dadurch wird der  Spinnmotor bei Beginn des.     Anlaufens    in ent  gegengesetzter Drehrichtung vom Netz abge  schaltet. Der Schalter 15 bleibt     während,    der  Wageneinfahrt offen und wird erst zum Be  ginn der erneuten     Wagenausfahrt    wieder ge  schlossen. Der Druckknopfschalter 14, der  vom Drahtzähler bedient     wurde,    gelangt bei  Beginn der Wageneinfahrt wieder in seine  dargestellte Lage.  



       Nach    beendetem Abschlagen     erfolgt    !die  Wageneinfahrt in bekannter Weise von dem  durchlaufenden     Headstockmotor    1 aus, indem  die Einzugskupplung     eingerückt    wird. Das  Aufwinden     besorgt    in bekannter Weise der  Quadrant. Dabei wird der Läufer des, ab  geschalteten Spinnmotors 2 leer     mitgedreht.     



  Wenn der Wagen ganz eingefahren ist,  schliesst der Druckknopfschalter 15, und das  nächste     Wagenspiel        beginnt    durch das be  kannte Einrücken der Ausfahrt- und der       Lieferwerkkupplung,    sowie durch das. Anlas  sen des Spinnmotors 2 in der vorgeschriebe  nen Weise.  



  Soll der Wagenspinner während des Be  triebes stillgesetzt werden, so wird entweder  der am Vorderbock befindliche Ausschalt  druckknopf 7 oder :der von der Schaltstange  gesteuerte Druckknopf 8 geöffnet. Damit  wird sowohl der     Selb.sthaltestromkreis    des       Schützes   <B>11</B> für den     Headstockmotor,    als auch  der Steuerstromkreis für die Schütze 21 22  und 30, sowie auch das Zeitrelais 33 unter  brochen. Der Antrieb wird sofort vollkom  men ausgeschaltet. Der Spinnmotor kommt  infolge der grossen Reibung der Spindel  schnüre auf den Trommeln sehr rasch zum  Stillstand. Damit bei der Wagenausfahrt  auch der     Headstockmotor    schnell angehalten    wird, hat er die durch den Bremsmagneten  10 gesteuerte Bremse erhalten.

   Diese wird  zweckmässig .einstellbar gemacht,     damit    man  einen möglichst     eynchronen    Auslauf zwi  schen den beiden Motoren erreichen kann.  



  Dem     Druckknopf    9, der sich     zweckmässig     am Vorderbock der Maschine befindet, und  als Handschalter dient, kommt folgende     Be-          deutunb    zu:  Bei Beendigung eines Abzuges; müssen  .die Fäden an das untere Ende der Spindeln  geführt und dort festgelegt werden, damit sie  beim Abziehen der     vollen.        Kötzer    an den  Spindeln bleiben und nach dem Aufstecken  der neuen Hülsen oder beim     Spinnen.    auf die  nackte Spindel sofort den neuen Ansatz bil  den.

   Den Vorgang des     Herunterwindene    der  Fäden an das untere     Spindelende    nennt man       Unterwinden.    Zu diesem Zweck .müssen die  Spindeln bei etwa halb eingefahrenem Wa  gen gedreht werden, wobei der Wind er von  Hand in ,seine     tiefste    Stellung     gebracht    wird.  Wird der     DTuekknopf    9     gedrückt,    so. wird  nur das     Vorwärtsschütz    21 und damit der  Spinnmotor 2 in Rechtslauf eingeschaltet.  Aus .Sicherheitsgründen wird der Erreger  stromkreis des     Schützes.    11 durch die obern  Kontakte des     Druckknopfes    9 unterbrochen.

    In gleicher Weise kann :der     Druckknopf     auch zum     Anwinden    benutzt werden.  



  Mit der     Einrichtung        nach    der Erfindung  ist es auf einfachste Weise möglich, mit       Rechts-    oder Linksdraht zu arbeiten. Hierzu  braucht lediglich die Drehrichtung des  Spinnmotors umgesteuert zu werden, was  durch einen Polwender 20 in der Zuleitung  zu diesem Motorgeschehen. kann.  



  Der Schalter 4 in den Steuerleitungen  dient Sicherheitsgründen; er ist     verriegelbar     und kann vom Spinnmeister durch einen       Steckschlüssel    bedient werden: Dadurch  werden Unfälle verhütet, wenn     beispielsweise     an der Maschine gearbeitet wird und der  Schalter 3 versehentlich nicht ausgeschaltet  worden sein sollte.  



  Wie ersichtlich, sind beim Erfindungs  gegenstand das sonst übliche Differentialge-      triebe oder andere umsteuerbare Getriebe  teile vollkommen vermieden und der Wagen  spinner ist in seinem gesamten Aufbau und  Betrieb wesentlich vereinfacht worden. Ge  genüber dem gewöhnlichen Wagenspinner  mit nur einem Motor fallen auch die einem  hohen     Verschleiss    unterliegenden Seile für die       Spindeltrommeln,    die verschiedenen aus  wechselbaren Zwirnscheiben und der beson  dere     Hilfswellenantrieb    fort. Durch einfache  Regelung des     Spinnmotors,    mit Hilfe dar  Widerstände 27     bezw.    2<B>1</B>9 lässt sich jede<B>ge-</B>  wünschte Drahtgebung erzielen.

   Will man  die     Gesamtarbeitsgesohwindigkeit        des    Wa  genspinners     ebenfalls    verändern, so genügt  es, auch den     Headstockmotor    1 - regelbar zu  machen.  



  Anstatt das Hochregeln der Geschwindig  keit :durch ein Zeitrelais in Stufen vorzuneh  men,     wie    es     -das    Ausführungsbeispiel zeigt,  kann man auch     .das    Ausschalten des Wider  standes 29 durch einen Anschlag in Ab  hängigkeit vom Wagenweg     steuern;    auch ist  es selbstverständlich möglich, mehrere Wi  derstandsstufen nacheinander zu schalten:  Dabei kann eine .dieser Regelstufen auch für  .das. Abschlagen benutzt werden. Beim Aus  führungsbeispiel könnte der     Abschlagwider-          stand    35 beispielsweise fortfallen; die W i  derstände 2:7 und 29 sind in diesem     Falle     ständig an den Läufer angeschlossen.

   Beim  Abschlagen wird     dann    ein bestimmter Wi  derstandswert eingeschaltet.  



       Die    Erfindung ist nicht an das darge  stellte Ausführungsbeispiel gebunden; insbe  sondere kann man auch andere Motoren zum  Antrieb verwenden, beispielsweise Gleich  strommotoren oder verlustlos regelbare     Wech-          sel.stromkollektormotoren,    in welch letzterem  Falle das Regeln zweckmässig durch Bürsten  verschiebung geschieht.  



  In gleicher Weise wie beim Zweizylinder  wagenspinner mit     festem        Lieferwerk    lässt  sich die Erfindung auch bei solchen mit fahr  barem Lieferwerk und auch bei     Mehrzylin-          derwagenspinnern    benutzen.

       Es@    genügt da  für als Spinnmotor unter Umständen sogar    ein nicht regelbarer Motor, beispielsweise ein       Asynehronmotor    mit     Kurzsohlussläufer.        L        m     in diesem Fall eine gewisse Dämpfung beim       Bremsen    und eine sanfte Wiederbeschleuni  gung beim Abschlagen zu erzielen, können  diesem Motor zum Beispiel     ständerseitig     zeitweise Widerstände in einer oder mehreren  Phasen vorgeschaltet werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Wagenspinner mit mindestens, zwei An triebsmotoren, von denen der eine (Spinn motor) zum Antrieb der Spindeln sowohl beim Spinnen, als. auch beim Abschlagen be stimmt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnmotor zum Abschlagen elektrisch um gesteuert und am Ende der Abschlagperiode durch Schaltmittel, die .durch beim Abschla gen bewegte Teile gesteuert werden, vom Netz getrennt wird, so dass der Spinnmotor bei Beginn des Anlaufens in entgegengesetz ter Drehrichtung abgefangen wird. UNTERANSPRüCHE 1.
    Wagenspinner nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass .der Spinnmotor für die Ausfahrt in Abhängigkeit von der Zeit in seiner oder mehreren Regelstufen (Widerstand 27 und 29) hochgeregelt wird, von .denen eine zum Einschalten des Motors beim Abschlagen dient. 2. Wagenspinner nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, -dass für das Ab schlagen eine besondere Regelstufe (35) vorgesehen ist. 3. Wagenspinner nach Patentanspruch, da duroh gekennzeichnet, dass der Spinnmotor zum Erzielen von Rechts- und Linksdraht in seiner Drehrichtung umkehrbar ist. 4.
    Wagenspinner nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die zum Steuern des Spinnmotorantriebes dienen den Schütze (21 und 22) durch von der Maschine geschaltete Kontaktvorrichtun gen (Druckknopfschalter 14 und 15) ent sprechend dem Spinnvorgang am Ende der Drahtgebung, des Abschlagens und der Wageneinfahrt gesteuert werden. 5.
    Wagenspinner nach Patentanspruch, -da durch gekennzeichnet, dass parallel zu der selbsttätigen Spinnmotorsteuerunb ein Handschalter (9) liebt, mit dem der Spinnmotor zwecks Unter indens bez:w. Anwindens für sich allein in Betrieb be nommen werden kann.
CH178502D 1933-09-06 1934-09-01 Wagenspinner mit mindestens zwei Antriebsmotoren. CH178502A (de)

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