CH179065A - Verfahren zur Herstellung von Käse. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Käse.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Käse. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfah ren zur Herstellung eines Käses, der dadureh gekennzeichnet ist, dass die Herstellung des Käses bei Gegenwart von Pektinen durehge- führt wird.
Die Herstellung von Fr2schkä-se, Quark bezw. Weichkäse und Labkäse aus Sahne bezw. Vollmilch bezw. Magermilch wurde bisher so vorgenommen, dass mit Lab ferment und Milchsäure Kasein von der 14lileh abgetrennt und dann abgepresst wurde. Man erhielt auf diese Weise ein Produkt, welches den bekannten.
Nachteil besitzt, dass die Absaheidung erst bei einem Säuregrad von 28 bis 35 nach Soxleth-Henkel erfolgt, ferner dann bei gewissen Sorten Frischkäse ein unerwünschter bitterer und saurer Ge- scbma,ck eintritt, der das Erzeugnis unver- käuflich macht.
Die Käsegewinnung aus Milch beruht be kanntlich darauf, dass das Casein aua der Milch abgeschieden wird. Bei der Durchfüh rung des erfindungsgemässen Verfahrenst tritt das Casein in Reaktion mit der Galacturon- säure, dem wesentlichen Bestandteil des Pek tine und bildet mit dieser ein Aeid-Casein. Die Säurebindung wird hierbei wahrschein lich an der endständigen Aminogruppe des durch peptidartig aneinandergekettete Ami nosäure entstanden gedachten Proteinmoleküls stattfinden.
Schreibt man sehematiseh für da-s Pro tein Casein die Formel
EMI0001.0037
und schreibt man für dae Pektin nur schema tisch den wirksamen Bestandteil, nämlich das Wasserstoffion so kann man die chemische Reaktion, :die sich bei der Käsebereitung nach der neuen Erfindung abspielt, schematisch wie folgt darstellen:
EMI0002.0001
Die Bildung des Aoidkaseins ist besonders deshalb vorteilhaft, weil ein solcher Käse be reits bei solchen Temperaturen entquillt, bei denen die Entwicklung unerwünschter Mi- kroorganissmen, welche dem Käse einen sau ren und bitteren Geschmack verleihen, noch nicht eintritt.
Man hat erfindungsgemäss also dafür. Sorge zu tragen, dass im Käsekuchen, wäh rend seiner Herstellung Pektine zugegen sind. Dies kann entweder dadurch erreicht werden, dass man die Abscheidung des Käse kuchens aus ,der Milch, sei es Magermilch, Vollmilch, Sahne, mit Lab und Pektin vor nimmt, bezw.,dass man dem Käsekuchen nach an sich bekannter Abscheidung mit Lab und nach Absonderung ,der Molke das Pektin be sonders zusetzt und dann so weiterverarbei tet, bis eine innige Verteilung erreicht ist und jetzt erst reifen lässt.
Die Abseheidung des Käses aus der Milch durch gleichzeitige Einwirkung von Pektin und Labferment bietet den Vorteil, dass man bei einer solchen Arbeitsweise die Menge des Labferments, vor allem aber die Temperatur des Enzylverfahrens stark her absetzen kann. Während man bei reinen Labverfakren eine Temperatur von 28' an wenden muss, um die Gerinnung des Eiweisses zu erzielen, kann man bei Anwendung von Lab und Pektin zugleich schon mit einer Temperatur von<B>10'</B> C etwa, man wird kaum über 16 C hinausgehen, auskommen.
Diese niedrige Temperatur hat aber weitgehende Vorteile: Bei<B>28'</B> C, das isst bei einer Tempe ratur, die fast im Brutschrank angewendet wird, wirkt nicht nur das Labferment, son dern es gehen auch noch andere biologische Vorgänge vor ssich, insbesondere eine Ent wicklung von Mikroorganismen, die dann auch später in dem erzeugten Quark weiter wirken. Diesen Organismen ist es zuzuschrei ben, dass ein allein mit Lab hergestellter Quark oder Rahmkäse innerhalb von weni gen Tagen einen stark sauren und bitteren Gesehmack annimmt, so dass er fast ungeniess-. bar wird.
Arbeitet man aber, wie vorher angegeben, mit Lab und Pektin zugleich, dann ist die Entwicklung der schädlichen Mikroorganis men stark gehemmt, wenn nicht unterbunden. Diesem Umstande hat man es zu verdanken, dass -der so erzeugte Quark bezw. Rahmkäse um viele Tage haltbarer ist als gewöhnlicher Labkäse. Der sonst saure und bittere Ge- schmack stellt sich überhaupt nicht ein, son dern es tritt nur eine normale Reifung des Quarkes ein, wie sie sich bei jedem norma len Käse zeigt.
Darüber hinaus bekommt aber der mit Lab und Pektin erzeugte Quark bezw. Rahmkäse eine Struktur, die sich eben falls geschmacklich auswirkt, denn die au sserordentlich feine gelartige Beschaffenheit des gewonnenen Käsekuchens bleibt auch im ausgepressten Zustand weiter bestehen und verleiht :dem Quark bezw. Rahmkäse einen sämigen, vollkommen glatten und ausseror dentlich feinen Geschmack. Diese billigen Käsesorten kommen durch dieses Verfahren den teueren Gervaiskäsen bezw. feinen Rahm käsen gleich.
Es werden zum Beispiel 50 Liter Mager milch, Vollmilch bezw. Sahne mit 0,5 bis 3 % Pektinegtrakt (welcher selbst IM- ist) verrührt.
Dann wird ein halber Liter angesäuerte Milch mit i/2 g Labferment ver mischt und zugesetzt. Bei einer Temperatur von 9 bis<B>1.61'</B> C wird das Gerinnen des Käsekuchens abgewartet. Die weitere Be handlung ist .die gleiche wie bei der gewöhn lichen Quarkherstellung; man zerschneidet den Kuchen, lässt in Tüchern abpressen und verpackt die Ware in der üblichen Weise für den Verkauf.
Der Zusatz von Pektin wirkt sich auch derart aus, dass man eine sehr klare, leicht abfliessende Molke erhält und das Gerinnen des Käsekuchens früher als bei Anwendung von Lab allein erfolgt.
Bei der Verarbeitung von Vollmilch oder Rahm zu Rahmkäse ist es vorteilhaft, -die Temperatur möglichst unter<B>10'</B> C zu halten, da auf diese Art und Weise keine Abschei- dung von Fett durch Aufrahmung oder sonst unangenehme Erscheinungen auftreten.
Die so gewonnenen Käsesorten, wie etwa Quark, Vollmilch- bezw. Rahmkäse haben eine ausserordentlich feinkörnige Struktur, sind von sehr glattem, fa=st zerfliessendem Geschmack, halten sich ausserordentlich lange ohne einen sauren bezw. bittern Geschmack aufzuweisen und sind en Käsesorten, welche man durch Lab allein gewinnt, in jeder Be ziehung weit überlegen.
Es sei noch erwähnt, dass man .den Zu satz von Labmengen noch weiter herabsetzen und den Zusatz von Pektinmengen noch wei ter erhöhen kann. Die genannten Zahlen sind lediglich Beispiele.
Man kann aber auch so arbeiten, dass man den Käsestoff erst in an sich bekannter Weise abscheidet und man zu dem so ge wonnenen Quark, welcher etwa durch Filter tücher von der Molke befreit ist, erst eine gewisse Menge Pektin hinzusetzt, dann die ganze Masse unter Zusatz von Rahm knetet und weiter verarbeitet, bis das Pektin sich mit dem Quark gut verbunden hat und schliesslich auch noch durch ein feines Sieb durchbringt, damit eine feine Körnung er zielt wird.
Man erzielt auch dadurch, eine wesentliche Geschmacksverbesserung, welche wohl dadurch herbeigeführt wird, dass das Pektin als amorphes Kolloid die durch Milchsäurebakterien erzielte Milchsäure ab stumpft, den Säuregrad beeinträchtigt und schliesslich durch Säureherabminderung den Geschmack vollmundiger macht und ihn ab rundet. Darüber hinaus wirkt das Pektin als Schutzkolloid -und bringt eine Verlängerung der Haltbarkeit mit sich.
Man arbeitet beispielsweise wie folgt: Sahne, Vollmilch bezw. Magermilch wird entweder durch Labfermentverfahren bezw. durch irgend eine Säure, wie Salzsäure, Zi tronensäure oder dergleichen oder schliesslich durch ein natürliches Mil-cUsäureverfahren zur Gerinnung gebracht, der Käsekuchen wird durch Tücher abgeseiht und hierauf mit 0,1 bis 5 % Pektin in Form eines 10 %igen Pektinextraktes versetzt.
Bei Weichkäse, der aus Sahne hergestellt wird, genügen 0,1%, bei Vollmilohkäse U,5%, bei Mager milohkäse 1%, bei Vollmilch- bezw. Mager milchkäse, der durch natürliches Säurever fahren gewonnen wird und dementsprechend einen höheren Säuregrad aufweist, als Käse aus Labfermentverfahren wird zweckmässig 2 % Pektin zugesetzt. Es kann natürlich auch in Fällen, wo der Säuregrad sehr hoch ist, bis zu 5 % Pektinzusatz erfolgen.
Das Gemisch wird nun gründlich ge knetet und verarbeitet, gegebenenfalls mit Rahm vermischt, und kann schliesslich auch noch durch ein feines Sieb hindurchpassiert werden und ist :dann für den Verkauf fertig. Diese Arbeitsweise bietet den Vorteil der restlosen Ausnutzung des Pektins, da das gesamte ' Pektin in den Käse eintritt und nicht zum Teil mit der Molke abgeschieden wird. Auch kann man durch diese Ausfüh rungsform .der Arbeit die Menge des Pektins genau nach dem Säuregrad in dem Kä@se- kuchen abstimmen.
Das Verfahren ist nicht nur .darauf be schränkt, einen Pektinegtrakt zu verwenden, sondern es können auch jede beliebigen Pek- tinpulver in Form von entsprechenden Lö sungen verwendet bezw. direkt der Mischung eingerührt und dann zum Lösen gebracht werden.
Das neue Verfahren besitzt den Vorteil, dass die Haltbarkeit des erzielten Produktes wesentlich gesteigert wird, dass ,der Geschmack verbessert wird und da.ss das Gefüge und die Körnung des erzielten Käses wesentlich verfeinert werden kann und da durch einen sämigen, glatten und vollmundi gen Gesohma-ck annimmt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Käse, da ,durch gekennzeichnet, dass die Herstellung .des Käses bei Gegenwart von Pektinen durchgeführt wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspru ch, dadurch gekennzeichnet, dass Magermilch als Aus gangsstoff verwendet wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch g ekennzeiehnet, dass Vollmilch als Aus gangsstoff verwendet wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da.ss Sahne als Ausgangs stoff verwendet wird. 4. Verfahren nach Patentauspruch, dadurch gekennzeichnet, :dass die Pektine zugleich mit dem Lab den Ausgangsstoffen zuge setzt werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der abgeschiedene Käsekuchen nach Absonderung der Holke mit Pektin versetzt wird. 6.Verfahren nach Patentanspruch und L n- teranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass 0,1 bis 5 % Pektin in Form eines 10%igen Pektinextraktes zugesetzt und dann verarbeitet wird, bis eine innige Verbindung erreicht ist.
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