Verfahren, um gebrauehtes Schmieröl wieder verwendbar zu machen. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren, um gebrauchtes Sehmieröl wieder verwendbar zu machen.
<B>Es</B> ist bekannt, dass Schmieröl, welches für eine Verbrennungskraftmaschine verwen det wird, seine Eigenschaften nach einiger Gebrauchszeit wesentlich'ändert. Es sam meln sich im gebrauchten -Öle feste Fremd körper, zum Beispiel Russteile an. Ebenso wird sich, wenn die Verbrennungskraftma- schine lange Zeit gelaufen ist, Metallstaub im<B>01</B> ansammeln.
Weiterhin mischt sich das <B>01</B> mit Wasser und Brennstoffen, Gasolin, leicht flüssigen Petrolkomponenten ete., und zwar in solchem Masse, dass es dem Motor schaden kann.
Versuche wurden bereits früher schon -Liu- ternommen, um solche Öle wieder verwend- #bar zu machen, aber die so zurückgewonne nen Sehmieröle wurden ungünstig aufge nommen, hauptsächlich deshalb, weil deren Farbe zu dunkel war im Vergleich mit den frischen normalen Ölen.
Zurückgewonnenes Schmieröl besitzt grösseren Schmierwert als neues ScUmieröl, weil die niehtgesätfigten Kohlenwasserstoffe des frischen ungebrauch ten Öls sieli zersetzen und auch durch die Wirkung des Motors auf das<B>01</B> abgetrieben werden ete.
Die Erfahrung zeigt, dass- Sc'hwierigkei- ten bestehen, Gasolin und andere leichte Kolilenwasserstoffe und das Wasser aus den Schmierölen zu entfernen, ohne dass gleich zeitig ein "Krac'ken" des Öls oder Verflüch tigen seiner leichteren Bestandteile und eine Herabsetzung seines Schmierwertes statt findet.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet nun ein Verfahren, um gebrauchtes Sehmieröl wieder verwendbar zu machen. Zu diesem Zwecke wird das<B>Öl</B> zunächst von schlammigen Abscheidungen befreit und ihm hierauf ein Klärmittel beigemischt. In einer geschlossenen Retorte wird die Mischung un ter stetem Umrühren auf eine Temperatur von zirka<B>177 ' C</B> gebracht, und der hierbei entstandene Wasserdampf nach und nach entweichen gelassen, während die Tempera- tur soweit erhöht wird, dass die leicht flüch tigen Bestandteile der Mischung ausgetrie ben werden.
In die erhitzte Mischung wer den dann geringe Mengen Wasser einge führt, das durch sein plötzliches Übergeben in Dampfform ein Entfernen noch vorhan dener flücUtiger Bestandteile bewirkt. Ilier- auf wird die Mischung noch filtriert.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform eines Apparates zum Durchführen des neuen Verfahrens schema tisch dargestellt.
Fig. <B>1</B> zeigt den Apparat im Schnitt; Fig. 2 zeigt eine Rührvorrichtung in An sieht.
Der gezeichnete Apparat weist einen offenen Behälter<B>1</B> auf; der Boden 2 ist an eine Leitung<B>3</B> angeschlossen. In den Be hälter<B>1</B> mündet eine gelochte Leitung 4, durch welche komprimierte Luft in das im Behälter<B>1</B> befindliche <B>01</B> eingetrieben wer den kann, zum Zwecke, dieses<B>01</B> in Bewe gung zu halten. Am Behälter<B>1</B> ist eine Lei tung<B>5</B> angeschlossen, die nach einem Ein- laufstutzen <B>6</B> einer zylindrischen Retorte<B>8</B> führt. In die Überleitung<B>5, 6</B> ist ein Regel ventil<B>9</B> eingebaut.
Das<B>Öl</B> fliesst in regel barer Menge durch sein Eigengewicht aus dem Behälter<B>1</B> in die Retorte<B>8.</B> Die Retorte<B>8</B> besitzt -oben --einen ver hältnismässig kleinen Auslass <B>10</B> für die Gase und Dämpfe. Der Auslass <B>10</B> kann mittelst eines Ventils<B>11</B> geregelt werden. Am Ventil<B>11</B> ist eine Leitung 12 ange schlossen, die als Kühlschlange durch einen Kondensator<B>13</B> geführt ist. An die Retorte ist eine Ausflussleitung 14 angeschlossen, in welcher mittelst Stutzen<B>16</B> ein Regelventil <B>15</B> eingebaut ist. An das Ventil<B>15</B> schliesst sieh eine Rohrselilange <B>17</B> an.
Letztere steht mittelst einer Leitung<B>18</B> mit einem Behäl ter<B>19</B> in Verbindung. Dieser ist geschlossen. Er besitzt einen durch Ventil abschliessbaren Ablauf. Im Behälter<B>19</B> liegen Filter 20, die an eine gemeinsame Leitung 21 angeschlos sen sind. Die Filter 20 sind sackförmig aus gebildet. Sie bestellen aus einem Rahmen aus festem Material, zum Beispiel aus einem Drahtgestell 22, das mit Gewebe belegt ist. Das<B>Öl</B> muss durch das Gewebe hindurch, aus dem Behälter<B>19</B> in die Leitung 21 über fliessen.
Die Ausbildung der Filter besitzt den Vorteil, dass alle Filter gleichzeitig aus dem Behälter<B>19</B> als Ganzes ausgehoben und gereinigt werden können, was häufig not- -%vendig ist, da sieh an den äussern Wandun gen der F iltersäcke 20 Unreinheiten an setzen.
Die Retorte<B>8</B> wird mittelst eines elek trischen Heizelementes 25 geheizt. In der Retorte ist eine mechanische Rührvorrich- tung angebracht. Diese Rührvorrichtung be sitzt eine die Stirnwände der Retorte durch setzende Welle<B>27,</B> die ausserhalb der Re torte eine Antriebsselieibe <B>28</B> trägt. Mittelst Lenker 29# (Fig. 2) und der auf der Welle <B>27</B> sitzenden Lager<B>30</B> sind zwei Stangen<B>26</B> verstellbar auf der Welle<B>27</B> angeordnet.
Diese Stangen<B>26</B> können, wie F ig. 2 zeigt, eng an die Welle<B>27</B> angelegt und damit die ganze Rühreinrichtung durch eine verhält nismässig kleine Öffnung<B>31</B> in der Stirn wand der Retorte<B>8</B> eingeführt werden. Die Öffnung<B>31</B> ist durch eine Platte<B>392</B> abge schlossen, in welcher auch das Lager für die Welle<B>27</B> angeordnet ist. Beim Lauf der Rührvorrichtuug werden die Stangen<B>26</B> in folge der Zentrifugalkraftwirkung nach au ssen, von der Welle<B>27</B> weggetrieben. Sie nehmen dabei die in Fig. <B>1</B> gezeigte Lage ein.
Nahe dem Boden der Retorte<B>8</B> ist eine perforierte Röhre<B>35</B> vorgesehen, die über ein Absperrventil an eine Kaltwasserleitung aii- geschlossen ist.
Das Verfahren kann mit dieser Vorrieli- tung wie folgt durchgeführt -werden. Das zu reinigende<B>01</B> wird in den Behälter<B>1</B> einge füllt. Dem<B>Öl</B> wird 'Schwefelsäure beige mengt, um im<B>Öl</B> vorhandene Fremdkörper auszuscheiden. Die Menge Schwefelsäure, die zugefügt wird, hängt von der Art des Öls und von der Verunreinigung desselben ab. Die zugesetzte Säuremeuge wird empirisch festgelegt.
Das<B>01</B> und die Säure wird durch Ein leiten von komprimierter Luft durch die Röhre 4 innig gemischt. Nach erfolgter Mi- sehung lässt man das<B>101</B> stehen und dabei setzen sich die Fremdkörper als Schlamm am Boden ab. Letzteren kann man durch die Leitung<B>3</B> auslaufen lassen.
Nachdem der Schlamm entfernt worden ist, wird eine Base, zum Beispiel Kalk ein geführt,<B>um</B> die Säure zu neutralisieren. Es wird dann aufs neue, durch Einleiten von komprimierter Luft mit Hilfe des Rohres 4 ein inniges Mischen mit dem<B>Öl</B> und der Säure bewirkt, Es entsteht ein weiterer Nie derschlag, welcher durch das Rohr<B>3</B> ent fernt werden kann. Nun wird dem<B>01</B> ein Klärmittel, zum Beispiel Fuller's Erde bei gemischt, und zwar etwa 225 bis 340<B>g</B> auf <B>0,08</B> in'. Dann wird diese Mischung durch die Röhre<B>5</B> nach der Retorte<B>8</B> abgelassen.
Die Mischung wird durch die Rührvorrich- tung <B>26</B> weiter in Bewegung gehalten, und zwar ununterbrochen, damit sich das Klär mittel, zum Beispiel Fuller's Erde nicht am Boden der Retorte<B>8</B> ansetzenkann. Die Ventile<B>9</B> und<B>11</B> werden geschlossen. Das elektrische Heizelement <B>25</B> wird eingeschal tet. Es wird die Temperatur auf etwa<B>177 '</B> erhöht. Es wird dabei ein Druck- von etwa <B>2,812</B> kg/em' erhalten. Dabei wird das Was ser frei.
Ist das Wasser aus dem<B>01</B> ausgetrieben, was ungefähr nach einer Stunde der Fall sein wird,<B>je</B> nach der Art des zu behandeln den Öls, so wird das Ventil<B>11</B> geöffnet, ,so dass der Dampf nur langsam entweicht. Der Druck fällt langsam auf Atmosphären druck. Der Dampf entweicht durch das Rohr 12 in den Kondensator<B>13.</B> Dort wird der Dampf verflüssigt und abgeleitet. Das Ent weichen des Dampfes in die Luft wird ver mieden, um keinen lästigen Geruch entstehen zu lassen.
Durch das Abtreiben des Wassers aus der Mischung in einer geschlossenen Retorte wird der Verlust an #01 verhindert, welch letzteres sonst von den entweichenden Dämp fen mitgerissen werden könnte. Durch die Freigabe des Dampfes und dadurch, dass der Druck nach und nach fällt, kann der ent weichende Wasserdampf kein<B>01</B> mitreissen.
Dadurch dass das #01 in einer Retorte er hitzt wird, währenddem das Wasser abge trieben wird, wird erreicht, dass an Zeit ge spart wird. Würde sonst das<B>01</B> auf diese Tem peratur erhitzt, so würde das<B>01</B> überkochen und würde aus der Retorte austreten. Das <B>(51</B> müsste langsam auf eine Temperatur von etwas mehr als<B>100' C</B> erwärmt werden, um jedes Überfliessen zu verhindern. Tatsächlich würde bei einer Temperatur von<B>177' C</B> bei offener Retorte das<B>01</B> in verhältnismässig kurzer Zeit, das heisst in zirka<B>5</B> Minuten voll überkochen.
Das langsam stetige Fallen des Druckes erlaubt ausserdem eine graduelle Verdamp- fun- des Wasserinhaltes der Mischung.
Das Erhitzen der Mischung wird weiter geführt auf eine Temperatur von annähernd <B>233' C,</B> zur Verdampfung und zum Abtrei ben von Kohlenwasserstoffkomponenten, zum Beispiel von Gasolin und andern leicht flüchtigen Kohlenstoffen, die mit dem<B>Öl</B> vermischt sind.
Während dieser Verfahrensstufe kann, wenn gewünscht, die Temperatur der Mi.- so'hung genügend hoch gebracht werden, da mit alle leicht flüchtigen Komponenten des Schmieröls verdampfen und abgetrieben werden, um so ein schweres Schinieröl zu er zeugen.
Die aus der Mischung entweichenden Gase, die im Kondensator verflüssigt wer den, können entweder als Abfall wegge schafft oder zur weiteren Behandlung aufbe wahrt werden, wobei der Gasolinbestandteil von Wasser und andern unerwünschten Be standteilen befreit wird. Das Verflüssigen der entweichenden Gase ist wichtig. Wür den die Gase in die Atmosphäre entweichen, so könnte speziell bei höheren Temperaturen ein explosives Gemisch entstehen.
Nachdem die leichtflüchtigen Bestand teile der Mischung abgetrieben worden sind, wird eine kleine Menge kalten Wassers durch das Spritzrohr <B>35</B> am Boden der Re torte<B>8</B> eingeführt. Das Wasser wird sofort in Dampf umgeformt. Die Mischung gibt die Wärme ab. Der Dampf reisst noch ver bliebene flüchtige Bestandteile mit sich. Das<B>01</B> wird geklärt und geruchlos gemacht.
# Durch das Einfüllren von kaltem Was ser in die Mischung, das unmittelbar in Dampfform übergeht, wird das Volumen des Wassers etwa 1200 Mal vergrössert. Es wird dadurch eine explosionsartige Wirkung er zielt, wodurch die noch vorhandenen flüch- tigen Stoffe, die mit dem<B>01</B> innig gemischt sind, von letzterem losgerissen werden.
Als letzter Schritt des Verfahrens wird das Ventil<B>15,</B> das den Ausfluss 14 be herrscht, geöffnet. Die Mischung wird durch die Leitung<B>16</B> weggeführt. Sie geht durch die Kühlschlange <B>17</B> zu den Filtern 20. Durch die Filter wird das Klärmittel, zum Beispiel Fuller's Erde und überhaupt alle noch verbleibenden festen Teilchen entfernt. Die Kühlung der Mischung ist wichtig. Bei einer Temperatur von zirka 233 <B>' C</B> hätte das <B>01</B> die Tendenz der Flammenbildung, sobald Luft zum<B>Öl</B> Zutritt erhält. In jedem Fall würde das<B>01</B> oxydiert und dunkel werden, was unbedingt verhindert werden soll.
Um die Anwendung einer Pumpe zum Durchführen der Mischung von der Retorte <B>8</B> durch die Filter<B>19</B> zu vermeiden, wird das Ventil<B>11</B> am Ende der Erhitzungs- periode geschlossen und weiter Wasser ein geführt. Letzteres wird sofort verdampft und erzeugt einen Druck in der Retorte, der gross genug ist, um die Mischung aus der Retorte<B>8</B> durch die Filter<B>19</B> zu treiben.
Durch Verwendung von Wasserdampf zu dem genannten Zweck wird ein Gas benutzt, das mit dem<B>01</B> keine Reaktion eingeht. Die Verwendung von Luft zu diesem Zwecke hätte den Nachteil, dass das<B>Ö1</B> oxydiert und dabei dunkel würde. Ist die Retorte<B>8</B> leer, so wird Wasserdampf durch die Kühl- schlange <B>17</B> entweichen und verflüssigt. Vor her kann sieh das Wasser mi:t dem<B>Ö1</B> nicht vermischen, da die Temperatur des Öls beim Durchlauf durch die Kühlschlangen nur auf etwa<B>100 ' C</B> erniedrigt wird, so dass zu tretendes Wasser sofort wieder verdampfen und als Dampf entweichen würde.