Verfahren zur Herstellung feuchtigkeits- und luftdichter Schichten. Die Verwendung von Kautsebuklatex zur Herstellung feuchtigkeits- und luftdichter Schichten ist bereits in Vorschlag gebracht worden. Da auf diese Weise jedoch keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt werden konnten, hat man den Kautschuklatex mit verschiedenen Zusätzen versehen, mit deren Hilfe es jedoch ebenfalls nicht gelang; die Aufgabe zu lösen.
Es ist nun gefunden worden, dass man voll kommen feuchtigkeits- und luftdichte Schich ten aus Kautschuklatex herstellen kann, wenn man zu diesem Zweck einen Kautschuklatex an wendet, welcher einerseits durch Auswaschen mit ammoniakhaltigem Wasser von seinen hygroskopischen und zersetzlichen Bestand teilen, insbesondere Eiweissstoffen, befreit und anderseits durch Ausschleudern auf etwa 60 % Trockengehalt konzentriert worden ist. Einen solchen Kautschuklatex kann man zum Beispiel dadurch erhalten,
dass man ihn wiederholt unter Benutzung schnell umlau fender Zentrifugen ausschleudert und wäh- rend des Zentrifugierens mehrere Male sorg fältig mit ammoniakhaltigem Wasser aus wäscht, um seine hygroskopischen und zer- setzlichen Bestandteile zu entfernen.
Zur Erzielung der feuchtigkeits- und luftdichten Schicht kann die hiermit zu ver- sehende Unterlage in einen solchen konzen trierten, keine hygroskopischen und zersetz- liehen Bestandteile enthaltenden Latex ge taucht oder in anderer geeigneter Weise damit überzogen werden, worauf man die Schicht trocknen lässt.
Es lassen sich zum Beispiel in Kästen oder in Papier verpackte Waren mit einem luft- und feuchtigkeitsdichten Überzug ver sehen. Ebenso kann man aber auch Eier, Würste und sonstige Räucherwaren, getrock nete Fische, sowie sonstige Nahrungs- und Genussmittel mit luft-und feuchtigkeitsdichten Überzügen versehen, um sie auf diese Weise zu konservieren, was besonders für den Ver sand in und aus warmen Gegenden von grosser Bedeutung ist, weil man auf diese Weise die Anwendung von Kühlschiffen er sparen kann.
Bei Stoffen, beispielsweise Würsten und Räucherwaren, auf deren Ober fläche schädliche Keime sitzen können, wer den diese zweckmässig vor Anbringung des Latexüberzuges durch Eintauchen in sieden des Wasser, dem ein Konservierungsmittel, wie Benzoesäure, zugesetzt werden kann, entfernt. Leicht zerbrechliche Gegenstände, wie zum Beispiel Eier, werden zweckmässig in Rahmen eingelegt und dann samt ihrer Verpackung in eine Latexlösung zwecks Her stellung des Überzuges eingetaucht.
Einzeln zu überziehende Gegenstände können mit Hilfe von Sieben in die Lösung gebracht werden, worauf man den Überschuss abtropfen lässt, oder in gegebenenfalls übereinander angeordnete Behälter, durch welche die La texlösung fliesst.
Zur Erzielung von zuverlässigen Überzügen können nach dem Trocknen der ersten Schicht noch eine zweite oder mehrere weitere Schich ten in gleicher Weise angebracht werden. Ebenso kann der für die Herstellung der Schicht benutzte Latex mit Zusätzen desin fizierender Mittel, zum Beispiel Benzoesäure, färbender Stoffe; zum Beispiel Anilinfarbe, sowie Füllmitteln, zum Beispiel China-Clay, versehen werden.
Da mehrere getrocknete Latexschichten, wenn sie -fest aneinander gepresst werden, zusammenkleben und sich gegebenenfalls ver einigen, ist es zweckmässig, bei Überzügen, die solche klebenden Eigenschäften nicht besitzen dürfen, auf die getrocknete Latex- schiebt einen Schutzüberzug aus einem Zellu- loseesterlack, zum Beispiel eine Lösung von Acetylzelluloseester in Aceton, folgen zu lassen.
Eine derartige nachträgliche Behand lungsweise empfiehlt sich besonders für in fertigen Packungen befindliche Waren, ferner für getrocknete Fische, Fleisch- und Wurst waren, sowie für als Tapeten, Etiketten, Pla kate, Holzfurniere, usw. bestimmte Stoffe.
Handelt es sich darum, eine feuchtigkeits- und luftdichte Schicht zwischen zwei Lagen aus Papier, Pappe und Gewebe, Holz, Fur nieren oder dergleichen anzubringen bezw. zwischen mehreren Lagen dieser Stoffe je weils eine feuchtigkeite-- und luftdichte Zwi schenschicht einzuschalten, so hat es sich gezeigt, dass man zu keinen zufriedenatellen- den Ergebnissen gelangen kann, wenn die beiden Lagen des zu verbindenden Stoffes in noch feuchtem Zustand der ans konzen triertem und gereinigtem Kautschuklatex be stehenden Schicht durch Zusammenpressen miteinander vereinigt werden.
Die feinen Fäserchen des Papieres, der Pappe, des Ge webes, des Holzes, usw. ragen dann nämlich durch den feuchten Aufstrich hindurch. Die grosse Kapillarität der Fäserchen genügt, um der Feuchtigkeit .und der Luft nach dem Trocknen der Schicht die Möglichkeit zu geben hindurchzudringen und.zu der in dem Stoff verpackten Ware zu gelangen oder hieraus zu verdunsten, wodurch- eine uner wünschte Erhöhung oder Verminderung der Feuchtigkeit herbeigeführt wird. Es ist des halb auf diese Weise nicht möglich, einen auch nur annähernd feuchtigkeits- und luft dichten Überzug zu erzielen.
Die angestellten Versuche haben ergeben, dass sich diese Schwierigkeiten überwinden lassen, wenn man den auf etwa 60 % kon- zentrierten, gereinigten Kautschuklatex auf jede der zu vereinigenden Flächen aufträgt, zum Beispiel aufstreicht oder aufspritzt und die so gewonnenen Schichten zunächst trock nen lässt, was nach etwa<B>15</B> Minuten der Fall ist: Mit Hilfe einer Heizungs- oder Lüftungsvorrichtung lässt sich das Trocknen überdies beschleunigen.
Sobald sich dietrocke- nen Schichten gebildet haben, werden die bei den Stücke des Stoffes, die Kautschukschich ten gegeneinander, zusammengepresst,wodurch ihre vollkommene Vereinigung eintritt. Da es praktisch ausgeschlossen ist, dass die sich in beiden zusammengepressten Kautschuk schichten befindlichen Fäserchen überall ge nau gegenüberstehen, wird der Durchgang von Feuchtigkeit und Luft von der einen zur andern Seite des Stoffes vollkommen ausge schlossen.
Auf diese Weise lassen sich nicht nur feuchtigkeits- und luftdichte Schichten zwi- sehen zwei oder mehreren Lagen aus Papier, Pappe, Gewebe und Holz herstellen, sondern auch zwischen Papier und Pappe, zwischen Pappe und Gewebe, zwischen Pappe und Furnier usw.
Zur Ausführung des Verfahrens können die Schichten durch Aufstreichen, Aufspritzen, Übertragen mit Walzen oder dergleichen mehr auf die Stoffbahnen hergestellt werden. Soll der Stoff aus mehr als zwei Schichten be stehen, zwischen welchen Kautschukschichten angebracht sind, so kann man die mittlere Stoffschicht durch ein Kautsehukmilchbad ziehen und nach dem Trocknen mit zwei äussern Stoffschichten vereinigen, die eben falls mit getrockneten Kautschuküberzügen versehen sind.
Je nach dem Anwendungszweck kann die benutzte Kautschukmilch mit geeigneten Zu sätzen von desinfizierenden Stoffen, zum Bei spiel Benzoesäure, färbenden Stoffen, zum Beispiel Anilinfarbe und Füllmitteln, zum Beispiel China-Clay, versehen werden.
Für das Verfahren wird der Schutz nur soweit beansprucht, als es sich nicht um eine für die Textilindustrie in Betracht kom mende Behandlung - von Textilfasern zum Zwecke deren Veredlung handelt.