Verschlusseinrichtung an Photoapparaten. Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Verschlusseinrichtung an Photoappara ten.
Die Verschlusseinrichtung gemäss der Er findung hat ein Paar beweglich angebrachte Verschlussglieder, von welchen das eine eine Belichtungsöffnung aufweist, welche bei un- betätigtem Verschluss durch das andere ab geschlossen wird, und mit welchen Gliedern ein Verschlusseinstellorgan in Wirkungsver bindung steht, derart, dass zwischen dem einen Verschlussglied und dem Einstellorgan nach einer gemeinsamen Anfangsbewegung ein Freilauf eingeschaltet wird, so dass die beiden Verschlussglieder durch das Einstell organ über verschiedene Strecken bewegt werden können.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegen standes nebst zwei Detailvarianten darge stellt, und zwar zeigt: Fig. 1 einen Aufriss der Verschlusseinrich- tung von der Kameravorderseite gesehen, Fig. 2 einen Seitenriss der Einrichtung von der rechten Seite der Fig. 1 gesehen;
Fig. 3 einen Schnitt nach Linie 3-3 in Fig. 1, Fig. 4 einen Schnitt nach Linie 4-4 in Fig. 3, Fig. 5 einen Schnitt nach Linie 5-5 in Fig. 3, in welchem die Verschlussglieder in ihrer Schlusslage ersichtlich sind, Fig. 6 eine-- Schnitt nach Linie 6-6 in Fig. 3, wobei ein Verschlussglied abgenom men ist, Fig. 7 einen ähnlichen Schnitt wie Fig. 6,
bei welchem beide Verschlussglieder durch die Einstellbewegung teilweise gedreht sind, und Fig. 8 einen ähnlichen Schnitt. wie Fig. 4, in welchem die Teile in einer Zwischenstel lung bei Zeitbelichtung gezeigt sind;
Fig. 9 ist ein Aufriss einer abgeänderten Ausführungsform, Fig. 10 ein Schnitt nach Linie 10-10 der Fig. 9, Fig. 11 zeigt Einzelheiten der in Fig. 9 und 10 gezeigten Versehlussauslösemittel in grösserem Massstab, und Fig. 12 eine Ansicht der in Fig. 11 ge zeigten Teile von oben gesehen;
Fig. 13 zeigt eine Bremsvorrichtung für die Hemmung der Ablaufgeschwindigkeit eines Verschlussgliedes, Fig. 14 einen Schnitt nach Linie 14-14 in Fig. 13, und Fig. 15 einen Schnitt nach Linie 15-15 der Fig. 13.
Gleiche Bezugszeichen bezeichnen in den verschiedenen Figuren der Zeichnung gleiche Teile.
Die in Fig. 1 bis 8 dargestellte Ausfüh rungsform der Verschlusseinrichtung kann vorteilhaft mit dem im Patent Nr. 183477 beschriebenen Kameragehäuse verwendet werden.
Die Verschlusseinrichtung umfasst vier gleichachsig angeordnete Gehäuseteile 1, 2, 3 und 4, welche in später beschriebener Weise miteinander so verbunden sind, dass sie das Gehäuseinnere lichtdicht abschliessen. Der Hinterteil 1 hat die Form einer mit einem Flansch versehenen Scheibe, welche zur Auf nahme zweier Verschlüssglieder 5 und 6 und eines Zahnrades 7 mit einer Aussparung ver sehen ist. In einer mittleren Öffnung des Teils 1 ist ein hinteres Linsenelement 8 einer zusammengesetzten Linse befestigt, deren vorderes Element 9 in einer mittleren Öff nung des Vorderteils 4 liegt.
Der benachbarte Teil 2 nimmt ein wei; teres Zahnrad 10 auf und ist selbst als ein Ring ausgebildet, der am innern Umfang Ge triebezähne 12 aufweist. Der Ring ist an Sei tenstücken 13 zentriert, welche am Hinterteil 1 befestigt sind oder mit demselben ein Stück bilden und sich von der Innenfläche des letz teren aus in den Teil 2 erstrecken. Die Zähne 12 greifen in die Zähne des Zahnrades 10 ein.
Die Teile 3 und 4 zusammen besitzen Vertiefungen für die Aufnahme eines Sperr- rades 14 und von Klinken 15 und 16. Die letzteren sind auf der Innenseite des Teils 4 bei 17 und 18 drehbar gelagert und mit Be tätigungsknöpfen 19 und 20 versehen, welche durch für diesen Zweck vorgesehene Öffnun gen 21 und 22 (Fig. 8) in der Zylinderwan dung der Teile 3, 4 hindurch zugänglich sind. Diese Teile 3 und 4 sind ausserdem zusam men zur Aufnahme zweier Scheiben 23 und 24 eingerichtet, von welchen die Scheibe 23 dazu dient, eine Mehrzahl Lichtfilter 25 auf zunehmen und die Scheibe 24 bei 26 mit Öff nungen versehen ist, um eine Anzahl Blenden zu erhalten.
Die Scheibe 23 ist auf einer Drehachse 27 und die Scheibe 24 auf einer Drehachse 28 angeordnet, welche entweder in einem oder beiden Teilen 3 oder 4 gehalten ist.
Die Verschlussglieder sind auf einem Zap fen 11 gelagert, dessen eines Ende Schrau bengewinde aufweist und in den Boden des Teils 1 eingeschraubt ist (Fig. 3). Das äussere Ende des Zapfens 11 besitzt Kopfform, um die Glieder 5 und 6 so in ihrer Lage zu hal ten, dass sie genügend Freiheit haben, sich auf dem Zapfen 11 zu drehen.
Das Verschlussglied 6 ist am besten aus Fig. 5 ersichtlich; es weist einen gezabnten Antriebsring auf, welcher eine grosse Öff nung 29 und einen verhältnismässig schmalen Sektor 30 besitzt, dessen inneres Ende den Zapfen 11 umfasst.
Das Verschlussglied 5 weist eine sektorförmige Öffnung 31 auf, welche, wenn die zwei Verschlussglieder in der Schliesslage nach Fig. 5 sind, durch den Sektor 30 bedeckt ist, um den Durchtritt von Licht durch das Linsensystem hindurch in die Kamera zu verhindern. Am Umfang des Verschlussgliedes 5 sind Getriebezähne 32 vorhanden, welche sich nur über einen klei nen Bogen des Umfanges erstrecken und die bereits erwähnte teilweise Verzahnung bil den.
Die Zähne 32 und die Zähne 33 auf dem Antriebsring des Verschlussgliedes 6 greifen beide in die Zähne des Zahnrades 7 ein. Ein Zapfen 34 erstreckt sich von dem Verschluss- glied 5 aus nach hinten und liegt zwischen den Schenkeln einer haarnadelförmigen Fe der 75, wie aus Fig. 6 ersichtlich ist. Die Schlaufe der Feder ist in einer Ringnut des Drehzapfens 11 abgestützt, und befindet sich in einer sektorförmigen, für ihre Aufnahme im Teil 1 gebildeten Vertiefung 36.
Die Zahnräder 7 und 10 (Fix. 3) und das Sperrad 14 sind auf einer Achse 37 befestigt, welche mit ihren Enden in Lagerbohrungen der Teile 1 und 4 gelagert ist. Das eine Ende einer Spiralfeder 38 ist auf der Achse 37, und das andere Ende bei 39 (Fix. 6) am Teil 1 befestigt.
Ein Bolzen 40, welcher in der Nähe des Umfanges des Sperrades 14 von dessen Sei tenflächen nach hinten vorsteht, kann mit einem am Ende der Klinke 16 vorgesehenen Zahn 41 zusammenwirken. Ein zweiter Zahn 42 dieser Sperrklinke greift in die Zähne des Sperrades 14 ein. Ein von der Sperrklinke 16 nach hinten vorstehender Bolzen .43 wirkt mit dem Ende 44 der Sperrklinke 15 zu sammen.
Schmale Teile des Umfanges der Licht filter- und Blendenscheiben 23 und 24 grei fen in Vertiefungen, welche für diesen Zweck in den zylindrischen Wandungen der Teile 3 und 4 gebildet sind, ein.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Einrichtung ist folgende: Zum Spannen und Einstellen des Ver schlusses wird der Ring 2 in Uhrzeigerrich tung gedreht, wie in Fig. 1, 5, 6, 7 und 8 ver anschaulicht. Um das Drehen des Ringes 2 zu erleichtern, ist dessen Umfangsrand ge rippt. Bei der Drehung des Ringes 2 wird das Zahnrad 10 in der in Fig. 5 mit einem Pfeil angedeuteten Richtung und das Zahn rad 7 und das Sperrad 14 in gleicher Rich tung gedreht. Das Zahnrad 7 dreht beide Verschlussglieder, aber zufolge der teilweisen Verzahnung 32 erhält das Glied 5 nur eine teilweise Drehung und gelangt dabei von der in Fig. 6 gezeigten Lage in diejenige nach F ig. 7.
Das Glied 6 kann um irgend einen gewünschten Betrag gedreht werden, wo durch eine Winkelverschiebung zwischen den zwei Gliedern erreicht und der Sektor 30 um eine gewünschte Winkeldistanz über die Öff nung 31 hinaus bewegt wird. Ein Bolzen 45 des Ringes 2 und ein mit demselben zusam- menwirkender Anschlag 46 am Teil 3 dienen zur Begrenzung der Winkelbewegung des Ringes 2 auf höchstens eine ganze Um drehung. Beim Drehen des Ringes 2 wird die Feder 38 gespannt und ist dann bestrebt, die Teile in ihre ursprüngliche Lage zurückzu führen, was jedoch durch das Eingreifen des Klinkenzahnes 42 in die Sperrzähne des Ra des 14 verhindert wird.
Für Momentbelichtung wird der Knopf 20 vollständig niedergedrückt, um das Sperr- rad 14 durch den Zahn 42 freizugeben und den Klinkenzahn 41 aus dem Weg des Bol zens 40 herauszubewegen. Die Belicbt,izngs- dauer hängt von der den beiden Verschluss gliedern erteilten Winkelverschiebung ab. Beim Auslösen wird das Glied 5 in die Lage nach Fig. 6 zurückkehren und die Öffnung 31 kommt in Übereinstimmung mit der Lin senöffnung. Die Belichtung ist beendigt, wenn sich das Glied 6 in die Lage nach Fig.5 gedreht hat, so dass der Sektor 30 die Öffnung 31 bedeckt.
Das Übersetzungsverhältnis des Getriebes ist derart, dass eine vollständige Drehung des Ringes 2 die Zahnräder 7 und 10 und das Sperrad 14 viermal und das Verschlussglied 6 zweimal dreht. Die maximale Momentbelich tung wird erhalten, wenn der Ring 2 voll ständig gedreht wurde. Der Sektor 30 läuft während seiner ersten Umdrehung über die Öffnung 31 hinweg, aber die für diese mo mentane Schliessung benötigte Zeitdauer ist so klein, dass sie vernachlässigt werden kann.
Für Zeitbelichtung wird der Ring 2 um eine halbe Umdrehung gedreht. Dies wird durch Einstellung des Bolzens 45 gegen eine Einstellmarke auf der Aussenseite des Teils 3 reguliert. Durch diese Bewegung wird das Sperrad 14 zweimal gedreht, so dass der Bol zen 40 von seiner Ruhelage (Fix. 4) zweimal unter dem Klinkenzahn 41 hindurch wieder in die Lage nach Fig. 4 gelangt. Das Aus lösen für Zeitbelichtung wird nun durch Nie derdrücken des Knopfes 19 bewirkt, wobei die Klinke 15 um ihre Achse 17 schwingt und ihr Ende 44 anhebt, wodurch der Bolzen 43 an der Sperrklinke 16 und diese selbst ge hoben wird. Die Lage der Achse 17 ist derart, dass diese Bewegung nur zum Abheben des Zahnes 42 aus den Zähnen des Sperrades 14 dient.
Das Sperrad 14 dreht sich nun unter dem Einfluss der Spiralfeder 38 entgegen dem Uhrzeigersinn, bis der Bolzen 40 hinter dem Zahn 41 anschlägt (Fig. 8). Gleichzeitig kehrt das Verschlussglied 5 in die Lage nach Fig. 6 zurück, während das Verschlussglied 6 dieses erst nur auf einem Teil seines Weges begleitet, und nach einer halben Umdrehung angehalten wird, so dass der Sektor 30 gerade diametral gegenüber der Öffnung 31 liegt und der Verschluss nicht geschlossen wird. Die Teile befinden sich in. der Zwischenlage nach Fig. B.
Wenn nun der Knopf 20 nieder gedrückt und das Sperrad 14 freigegeben wird, kehrt letzteres in seine Ruhelage und das Glied 6 in die Lage nach Fig. 5 zurück und die Belichtung ist beendigt.
Es wird bemerkt, dass die Feder 35 die Wirkung hat, die Endzähne der teilweisen Verzahnung 32 des Verschlussgliedes 5 immer nachgiebig in Eingriff mit den Zäh nen des Zahnrades 7 zu halten, so dass durch dieses Zahnrad die Verzahnung 32 sogleich mitgenommen wird.
Ein in die Vorderseite des Teils 4 einge. sehraubter Ring 146 dient zum Festhalten der Linse 9. In der in Fig. 10 bis 12 veranschaulichten Ausführungsform wirken die Teile gleich zusammen wie in der bereits beschriebenen Ausführung, mit der Ausnahme. dass die An ordnung einzelner Teile verschieden ist und die Verschlussauslösemittel abgeändert sind. Es ist ersichtlich, dass der Ring 2 das Zahn rad 10 nur teilweise übergreift und eine bessere Führung au Lagerflächen einer nicht drehbaren Scheibe 47 erhält, welche zwischen die Teile 1 und 2 eingesetzt ist.
Die Scheibe 47 dient ferner dazu, das Zahnrad 10 teil weise und das Zahnrad 7 vollständig aufzu nehmen. Die Verschlussglieder 5 und 6 sind auf der Hinterseite des hintern Linsen elementes 8 angeordnet und nur die Scheiben 28, 24 sind zwischen den vordern und hin- tern Linsenelementen eingesetzt.
An Stelle des Sperrades 14 ist ein Kron- rad 48 angewendet, dessen Zähne geben die Vorderseite gerichtet sind. Die Sperrklinken 15 und 16 sind auf Zapfen 49 und 50 ange ordnet, deren Achsen in Ebenen liegen, die rechtwinklig zu denjenigen der Sperrklinken 15, 16 der vorhergehenden Ausfübrung sind. Aus diesem Grunde sind die Sperrklinken vermittels Pressknöpfen 19 und 20 betätigbar, welche über die Vorderseite des Teils 4 vor stehen. Einer der Zähne des Kronrades ist länger als die andern, wie bei 51 gezeigt ist und dient an Stelle des Bolzens 40 der vor hergehenden Ausführungsform.
Im übrigen ist die Wirkung der Auslöseinittel gleich wie früher beschrieben und wie aus Fig. 12 er sichtlich ist, erstreckt sich der Klinkenzahu 41 nun einwärts gegen die Zähne des fron rades 48.
Bei beiden Ausführungsformen werden die Sperrklinken 15 und 16 auswärts ge drückt durch Federn 52, welche bewirken, dass der Sperrzahn 42 nachgiebig in die mit ihm zusammenwirkenden Sperrzähne gedrückt wird. In der zweiten Ausführungsform ist der Bolzen 43 nicht notwendig, da die Nase 44 unmittelbar gegen das Ende der Klinke 16 drückt.
Wenn es erwünscht ist, die Ablaufge schwindigkeit des Verschlusses nach dessen Auslösung zu hemmen, können die in den Fig. 13 bis 15 gezeigten Mittel angewendet werden. Nach diesen Figuren sind der Ring teil 47 und der Teil 2 so geformt, dass sie eine Aussparung 53 bilden. deren äussere Wandung 54, das heisst diejenige Wandung, die durch den Teil 2 gebildet wird, exzen trisch zu der innern Wandung ist. Ein bei 55 an der Scheibe .47 drehbar gelagerter Bremsdaumen 154 hat einen nachgiebigen Endteil 56 in Gestalt einer kurzen Flach feder, deren Spannung vermittels einer Schraube 57 einstellbar ist.
Der Bremsdau men 154 liegt in der Aussparung 53 in einer solchen Lage geneigt, dass bei Beginn der Auslösebewegung des Verschlusses wenig oder nicht gebremst wird, bis das Glied 5 in die Lage nach Fig. 6 bewegt wurde. Nach dem diese Winkeldistanz durchlaufen ist. verursacht die Exzentrizität der Wandung 54, dass letztere mit dem Bremsdaumen zu sammenwirkt. um die Rückkehrbewegung des Gliedes 6 in gewünschtem Masse zu hemmen.