CH182043A - Verfahren zur Herstellung von Nitrilen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Nitrilen.

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CH182043A
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Aktiengesellsc Farbenindustrie
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Ig Farbenindustrie Ag
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      Verfahren    zur Herstellung von     Nitrilen.       Es ist bekannt,     aliphatische        Nitrile    da  durch herzustellen, dass man seifenbildende  Fettsäuren oder deren funktionelle Deri  vate in dampfförmigem Zustand zusammen  mit Ammoniak über wasserabspaltende Ka  talysatoren leitet     (vergl.        Mailhe,    Bulletin de  la     Soe.        Chim.    de France     2,7   <B>[</B>192,0], S. 226  bis     22,9,    und     Mitehell,        Journ.    of     the    Am.

         Chem.        Soc.    53, S. 321 bis 380). Die auf diese  Weise gewonnenen Produkte enthalten be  trächtliche Mengen an     unerwünschten        Zer-          setzungs-    und     Umwandlungsprodukten,    und  die gewünschten     Nitrile    werden nur in  schlechter Ausbeute gewonnen.  



  Es wurde nun gefunden, dass man     in     technisch sehr vorteilhafter Weise dieser       höhermolekularen        aliphatischen        Nitrile    her  stellen kann, wenn man von     Oxygruppen     freie seifenbildende Fettsäuren oder ihre       flüchtigen        funktionellen        Derivate    in     dampf-          Prmgem        Zustand        zusammen    mit Ammoniak       W    Temperaturen     zwischen   <B>320</B> bis 420' C,

      zweckmässig bei 88-0 bis<B>380'</B> C über die  wasserabspaltenden     Katalysatoren    führt.  



  Als Ausgangsmaterialien eignen sich im  vorliegenden Fall z. B.     Laurin-,        Palminn-,     Stearin-, Ölsäure,     Leinölsäure,    Montansäure,  sowie Gemische solcher Säuren,     wie    sie bei  spielsweise durch     Verseifung    von Ölen, Fet  ten oder Wachsen,     wie    Kokosfett, Palmkern  fett, Leinöl, Talg,     Tranen,    Bienenwachs,  Montanwachs und dergleichen erhalten wer  den.

   Auch     Carbonsäuren    oder     Carbonsäure-          gemische,    die durch Oxydation von     Hart-          Paraffin,    Paraffinöl oder Mineralölen ge  wonnen werden, lassen sich bei dem vorlie  genden Verfahren als Ausgangsmaterial ver  wenden. An Stelle der genannten Säuren  können auch deren funktionelle Derivate als  Ausgangsstoffe     Verwendung    finden, z. B.

    ihre     Amide    oder Ester mit     einwertigen,    vor  zugsweise     niedrigmolekularen        einwertigen     Alkoholen oder mehrwertigen Alkoholen,  beispielsweise die     Methyl-,    Äthyl-, Isopro-           pyl-,        Glyzerinester        etc.    Auch     Anhydride,     z. B.     Laurinsäureanhydrid,        Stearinsäure,          Essigsäureanhydrid        etc.,    sind ebenfalls an  wendbar.  



  Als wasserabspaltende Katalysatoren  kommen beispielsweise in Betracht, Bau  xit, Kieselgel, Aluminiumphosphate, aktive  Bleicherden und dergleichen, sowie Mischun  gen derartiger Stoffe. Besonders vorteilhaft  lässt sich das vorliegende Verfahren bei Ein  haltung von Temperaturen     zwischen        330    und  <B>380'</B> C ausführen. In manchen Fällen ist es  zweckmässig, dem     Ammoniakgas        bezw.    dem       Dampfgasgemisch    noch andere Gase, z. B.  Wasserstoff, Stickstoff, Kohlensäure, Luft,  oder Dämpfe, z. B. von Methanol, Essig  säure,     Nitrilen.,        Kohlenwasserstoffen    und  dergleichen zuzusetzen.  



  Man erhält in der beschriebenen Weise  die     höhermolekularen        aliphatischen        Nitrile    in  sehr guter Ausbeute und in hohem Rein  heitsgrad. Es ist oftmals von Vorteil, die ge  wonnenen     Nitrile    vor ihrer     Weiterverwen-          dung        bezw.    vor der Destillation mit -sauer,  alkalisch oder oxydierend wirkenden Mitteln,  z.

   B. verdünnter Salzsäure, Schwefelsäure,  Essigsäure, verdünnten     Alkalilaugen,        Ka-          liumpermanganatlösungen,        Wasserstoffper-          oxydlösungen        etc.    zu behandeln, wodurch der  häufig vorhandene     unerwünschte    Geruch der  Produkte     beseitigt    wird. Die erhaltenen       Nitrile    sind wertvolle     Zwischenprodukte    ins  besondere für die     Herstellung        höhermoleku-          larer        aliphatischer    Amine.

   Für diese Zwecke  können sie vielfach sogar ohne weitere Reini  gung Verwendung finden. Die Amine lassen  sich als solche oder nach weiteren Umsetzun  gen sehr vorteilhaft auf dem Gebiete der  Farbstoffe, Textilhilfsmittel oder Pharma  zeutika verwenden.    <I>Beispiel 1:</I>  Über 30 Liter eines     Aluminiumphosphat-          Katalysators    leitet man bei 340 bis     350     C pro  Stunde ein Gemisch aus 1500- Litern Am  moniak, 50 Litern     Stickstoff    (gemessen bei  gewöhnlicher Temperatur und unter gewöhn  lichem     Druck)

      und 4 kg     dampfförmiger            P'almkernfettsäure.    Man erhält ein Gemisch  der den     Palmkernfettsäuren    entsprechenden       Nitrile    in Form eines schwach gelbgefärbten  Öls, das sich leicht von dem bei der Reak  tion gebildeten Wasser trennen lässt. Das  rohe     Nitrilgemisch    siedet bei 9 mm Druck  bis zu über 95 % zwischen 70 und 210' C.  Das destillierte     Nitrilgemisch    ist praktisch  rein.  



  <I>Beispiel 2:</I>  Über<B>40</B> Liter eines aus Bauxit bestehen  den     Katalysators    leitet man zwischen 350  und<B>'370'</B> C innerhalb 24 Stunden ein Ge  misch aus<B>62;,5</B>m' Ammoniak (gemessen bei  gewöhnlicher Temperatur und unter ge  wöhnlichem Druck) und 125 kg verdampfter       Kokosfettsäure.    Das so gewonnene rohe       Nitrilgemisch    wird mit etwa 7 %     iger    Salz  säure und anschliessend mit verdünnter  Natronlauge gewaschen, danach getrocknet  und destilliert.  



  Hydriert man das gewonnene     Nitrilge-          misch    in Gegenwart eines     Kobaltkatalysators     mit Wasserstoff bei etwa<B>100'</B> C     und    unter  200     at    Druck, so entsteht in sehr guter Aus  beute ein Gemisch     höhermolekularer        alipha-          tischer    Amine, das nach der Destillation in  Form einer wasserhellen Flüssigkeit gewon  nen wird.  



  Wäscht man das rohe     Nitrilgemisch    statt  mit verdünnter Salzsäure und verdünnter  Natronlauge solange mit alkalischer Kalium  permanganatlösung, bis keine     Entfärbung     der Lösung mehr     stattfindet,    um es danach  zu trocknen, zu destillieren und zu hydrieren,  so erhält man ein     Amingemisch,    das nach der  Destillation schon bei gewöhnlicher Tempe  ratur teilweise kristallinisch erstarrt.  



  Verwendet man an Stelle von Kokosfett  säure     Palmkernfettsäuremethylester    als Aus  gangsmaterial und hydriert das gebildete       Nitrilgemisch,    so erhält man ein den Palm  kernfettsäuren entsprechendes, bei gewöhn  licher Temperatur teilweise erstarrendes Ge  misch von Aminen.  



  Sofern in den als Ausgangsmaterial an  gewandten Fettsäuren     aliphatische    Doppel  bindungen vorhanden sind, werden diese bei      der Hydrierung unter den oben genannten  Bedingungen nur teilweise gesättigt.  



  <I>Beispiel 3:</I>  Ein gehärtetes     Palmkernfett    wird durch  Behandlung mit Alkali verseift; die aus den  Seifen     gewonnenen    Fettsäuren werden in  Dampfform zusammen mit Ammoniak bei  <B>360'</B> C über einen     Kieselgel-Katalysator     geführt. Man erhält auf diese Weise ein  Gemisch von     höhermolekularen        aliphatischen          Nitrilen,    das destilliert und sodann wie in  Beispiel 2     katalytisch    hydriert wird. Hierbei  erhält man ein     Amingemisch,    das durch  Destillation gereinigt werden kann; beim  Abkühlen auf gewöhnliche Temperatur er  starrt es zum Teil kristallinisch.  



  <I>Beispiel</I>  Bei einer Temperatur von etwa 3:70 bis  375   C leitet man über Bauxit ein     dampf-          förmiges    Gemisch, das gleiche Gewichtsteile  technische     Stearinsäure    und     Cyclohexan    ent  hält und ferner Ammoniak in der 1,5- bis     3-          fachen    der theoretisch zur     Nitrilbildung    er  forderlichen Menge.

   Nach dem Abtrennen  des gebildeten Wassers und des     Cyclohexans     erhält man in sehr guter Ausbeute ein sehr  reines     Stearinsäurenitril,    das ohne weiteres  katalytisch zur     Oktodecylamin        hydriert    wer  den kann.  



  Arbeitet man bei Temperaturen von etwa  400   C, so ist es zweckmässig, bei gleich  bleibendem Zulauf an     Stearinsäure    die Am  moniakmenge beträchtlich, beispielsweise auf  das 10fache der theoretisch erforderlichen  Menge, zu erhöhen.  



  <I>Beispiel 5:</I>  Man sprüht Ölsäure in einen     Ver-          dampfungsapparat    ein, dem gleichzeitig  überhitztes Ammoniak zugeführt wird. Das  Dampfgemisch, das die 5fache der zur Ni  trilbildung erforderlichen Menge Ammoniak  enthält, wird sodann in dem Kontaktraum,  der mit einem natürlich vorkommenden,  durch Erhitzen teilweise entwässerten     Alu-          ttiniumogyd    gefüllt ist, auf<B>380</B> bis<B>390'</B> C    erhitzt. Das gebildete     Ölsäurennitril    wird  bei     12,0,    bis<B>150'</B> C kondensiert und nach  weiterem Abkühlen in trockener,     praktisch     reiner Form erhalten.  



  <I>Beispiel 6:</I>       ,Ölsäuremethylester,    geringe Mengen Was  sterstoff und etwa das 3- bis 5fache der zur  Bildung von     Olsäurenitril    theoretisch erfor  derlichen Menge Ammoniak werden in einen  Verdampfer eingeführt. Nach dem Ver  dampfen der Ölsäure     wird    das Gemisch in  einem Kontaktraum bei 870   C über     einen     Katalysator aus Kieselgel geführt.

   Die  Menge an     @Ölsäuremethylester,    die innerhalb  24     Stunden    über den Katalysator geführt  wird, beträgt (in flüssigem Zustand gemes  sen:) etwa das 5fache des     Katalysatorvolu-          mens.    Der Ester     wird    nur. einmal über den  Katalysator     geführt,    wobei die Umwandlung  in     Olsänrenitril    praktisch vollständig ist.  Das die Apparatur verlassende Reaktions  gemisch wird in der in Beispiel 5 beschriebe  nen Weise aufgearbeitet.  



  An Stelle von     Ölsäuremethylester    kann  man auch ein Gemisch .der     Methylester    von  Fettsäuren, die im Kokosfett enthalten oder  durch Oxydation von     höhermölekularen          Paraffinkohlenwasserstoffen,    z. B. Hart  paraffin, erhältlich sind, .als Ausgangsmate  rial verwenden.  



  <I>Beispiel 7:</I>  In den Kontaktraum einer Apparatur,  die     mit    drei     Vorerhitzern    für Öl, Ammoniak  und das vereinigte Gemisch von     Glyceriden     und Gasen versehen ist, füllt man 5 Liter  granulierten Bauxit. Bei einer Arbeits  temperatur von<B>380'</B> C im Kontaktraum  führt man in der ,Stunde ein Gemisch von  0,75 bis 1 kg     Palmkernfett,    20 Liter Stick  stoff und 5 Liter     Ammoniakgas    durch die  Apparatur. Man erhält so eine Mischung  der     Nitrile    der im     Palmkernfett    enthaltenen  Säuren in einer Ausbeute von     etwa    98 bis  <B>100%</B> der Theorie.

   Das     Nitrilgemisch    wird  von dem bei der Reaktion gebildeten Wasser  abgetrennt. Sofern bei der Trennung des           Nitrilgemisches    vom Wasser durch     Emul-          sionsbildung    infolge Anwesenheit geringer  Mengen     Ammoniumseifen    Schwierigkeiten       eintreten,        kann    man diese leicht durch Zu  satz ,geringer Mengen Kochsalz beseitigen.  



  Das erhaltene     Nitrilgemisch    kann vor  irgendwelcher Reinigung oder auch nach  vorangehender     Destillation    für verschieden  artige Zwecke Verwendung finden. Durch  Waschen des     Nitrilgemisches    mit verdünnter       Chlorwasserstoffsäure        und/oder    verdünnter  Natronlauge     kann    der eventuell vorhandene  unangenehme Geruch     beseitigt    werden. Das       Nitrilgemisch    lässt sich zu den entsprechen  den Aminen hydrieren, wobei besonders  reine Produkte erhalten werden, wenn man  von gereinigten     Nitrilen    ausgeht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: _ Verfahren zur Herstellung von höher molekularen aliphatischen Nitrilen, durch Überleiten von oxygruppenfreien, seifenbil denden Fettsäuren oder ihre funktionellen Derivate in dampfförmigem Zustand zusam- men mit Ammoniak über wasserabspaltende Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, dass man bei Temperaturen zwischen 320 und 420' C arbeitet. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren 'gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man bei Tem peraturen zwischen 830 und<B>380'</B> C ar beitet. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man als Ka talysator Bauxit verwendet. 3. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man dem Am moniakgas andere Gase zusetzt. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man dem Am moniakgas Dämpfe organischer Stoffe zu setzt.
CH182043D 1934-02-08 1935-02-04 Verfahren zur Herstellung von Nitrilen. CH182043A (de)

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