CH182055A - Verfahren zur Herstellung von Wasserdruckfarben. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Wasserdruckfarben.

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CH182055A
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  Verfahren zur Herstellung von     Wasserdruekfarben.       Das Bestreben, unbrennbare und gesund  heitsunschädliche Druckfarben zu verwenden,  besteht besonders in     Tiefdruckbetrieben,    weil  die aus     Kohlenwasserstoffen,    sowie     Natur-          und    Kunstharzen und Asphalt hergestellten  Tiefdruckfarben brennbar und gesundheits  schädlich sind.  



  Als Ersatz für diese Druckfarben hat  man versucht, solche aus unbrennbaren     Lö.-          surigsmitteln    mit schwachem     Gerueh    und  Harzen oder aus in     )Vasser-Alkali    gelöstem  Schellack, Kolophonium,     Akaroidharz    usw.  herstellen. Auch Mischungen von     Ilarzversei-          fungen    mit unbrennbaren Lösungsmittel  Harzgemischen sind im Verkehr angetroffen  worden. Einer praktischen grösseren Verwen  dung dieser Zusammensetzungen standen     i-m-          iner        folgende    Hindernisse im Wege:  a) Die Farben sind zu teuer in der Her  stellung.  



  b) Die Farben haben zwar gute Eigen  schaften hinsichtlich     Unbrennbarkeit    und       Wasserfestigkeit,    lösen sich aber in Betriebs-    pausen nach der Trocknung am Druckzylin  der nicht wieder auf und neigen leicht zum.  Absetzen und Schmieren an den Wende  stangen.  



  c) Die Farben lassen sich schwer im Ro  tationstiefdruck verdrucken, weil hier eine       aussergewöhnliehe    Dünnflüssigkeit der Farbe  verlangt wird und bei der     Verdiinnung    obiger  unbrennbarer Färben die     Rakelfähigkeit     nachlässt, eine Entmischung der Bestandteile  der Farbe erfolgt oder die Farben durch  schlagen und infolge Nachlassens der erfor  derlichen     Klebkraft        bezw.    Zügigkeit die  Atzungen schnell zusetzen.  



  d) Die Verdünnung der Farben muss mit  Spezialgemischen erfolgen, die alle Lösungs  mittel enthalten. Billige wasserlösliche     Lö-          sungsmittel    sind brennbar und wasserlösliche  unbrennbare oder schwer brennbare     Lösungs-          mittel    sind sehr teuer oder sie besitzen  schlechten     Geruch.     



       ,Gemäss    der Erfindung werden diese       Naeliteile    dadurch vermieden, dass ein was-           serlösliches,    mit Wasser versetztes 01, eine       Kopal    - Alkohol -     Türkischrotöllösung,    deren       Harzsäurezahl    durch Alkalien herabgesetzt  wurde,. und ein mit Wasser vermengtes       Äthanolamin        miteinander    gemischt werden,  worauf das Anfärben des fertigen Firnisses  mit Farbstoffen erfolgt.  



  Als wasserlösliche Öle eignen sich zum  Beispiel     sulf.    Rizinusöl,     sulf.        Klauenöl,        eulf.          Olein    usw., die man mit Wasser in bestimm  ten     1bTengenverhältnissen    mischt. Umfang  reiche Untersuchungen der verschiedensten  Natur- und Kunstharze haben ergeben, dass  für vorliegendes     Veifahren    der     Manila-Kopal     besonders gut .geeignet ist. Im Vergleiche zu  Kolophonium, Schellack usw. hat er einen  hohen Schmelz- und     Erweiehungspunkt,     trocknet schnell auf Papier und schlägt nur  schwer durch. Die Drucke sind deshalb in  wenigen Sekunden klebfrei und trocken.

    Durch den     Kopalzusatz    wird der Firnis sehr  gut     rakelfähig;    die an sich schon vorhandene  Wasserfestigkeit wird noch mehr verstärkt  und der     Kopal    hat ausserdem die Eigenschaft,  mehr oder weniger als Glanzbildner zu wir  ken. Je nach dem     Druckmaschinensystem     und der     Geschwindigkeit    der Druckmaschine  hat man     es    in der Hand, durch kleineren oder  grösseren Zusatz an     Kopal    dickere oder     dün-          nero    Firnisse     bezw.    Druckfarben herzustellen.

    Es zeigte sieh ferner bei den praktischen  Versuchen, dass der     'iUanilakopalzusatz    die  Verdünnungsmöglichkeit der Farben mit  Wasser nicht nachteilig beeinflusst, was zum       Beispiel    bei ,der Verwendung- von     Kolopho-          nium.    oder gar     Akaroidharz    der Fall ist, die  bei der geringsten Gegenwart von Wasser  trüb, milchig und stumpf werden und Tren  nung der Lösung mit viel Ausfällung herbei  führen. Zum     Färben    können wasserunlös  liche Teerfarbstoffe oder die üblichen Pig  mente und Füllstoffe zur Herstellung von  Tiefdruckfarben,     Anilindruckfarben    usw.  dienen.  



  Das zu verwendende     Ithanolamin    kann  Mono-,     Di-    oder     Triäthanolamin        sein.     Obwohl die Rohmaterialien stets die glei  chen bleiben, bestehen verschiedene Wege zur    Herstellung der neuen Firnisse     bezw.    Farben,       wie    nachstehendes Beispiel zeigt:

    <I>Beispiel:</I>  <I>a)</I>     Lösung        .T     Zuerst stellt man sich eine Lösung 1 her,  bestehend aus zum Beispiel     \?400    kg Wasser  und<B>600</B> kg     Türkischrotöl.       <I>b)</I>     Lösung   <I>2:</I>    Dann stellt man sich eine Lösung 2 her,       bestehend    aus 800 kg     Manilakopal,    800 kg  Alkohol und 200 kg     Türkisehrotöl.    -Die Lö  sung dieser     Bestandteile    kann kalt erfolgen  oder warm.

   Es ist angebracht, den Weg der  Warmherstellung zu benutzen, weil die bei  der Lösung von     Manilakopal    in Alkohol im  mer zurückbleibenden Sehnen und schleimi  gen Bestandteile bei     Erwärmung    in Gegen  wart von     Türkischrotöl    in Lösung gehen und  nur geringe Mengen Verunreinigungen zu  rückbleiben.

   Ausserdem ist der     Manilakopal     durch die Gegenwart des     Türkischrotöls    und  die gleichzeitige Erhitzung in einen für vor  liegendes Verfahren besonders geeigneten Zu  stand übergegangen, denn eine     nachträglich     mit     Türkischrotöl    versetzte     Maniläkopal-Al-          kohollösung    hat nicht die guten Eigenschaf  ten wie eine nach oben beschriebener Arbeits  weise hergestellte. Vor allen Dingen ist eine  heiss in Gegenwart von     Türkischrotöl    herge  stellte Lösung viel weniger wasserempfind  lich.

   Die hergestellte     Manilakopal-Alkähol-          Türkischrotöllösung    wird noch heiss mit  120 kg Ammoniak 0.910 versetzt. Dann  wartet man, bis die nach .dem Zusatz des  Ammoniaks eingetretene Reaktion unter  Selbsterhitzung der Lösung vorüber ist und  mischt die Lösung mit einer     Mischung    aus  80 kg     Triäthanolamin    in 2000 kg Wasser,       die    vorher ebenfalls auf die gleiche Tempe  ratur der     Manilakopallösung    gebracht worden  ist.

   Beide Lösungen vertragen sieh beim  Mischen ausgezeichnet und ergeben nach dem  Erkalten einen sehr hellen, gleichmässigen  Firnis, der an     Rührern,    Gefässen usw. beim  Antrocknen nicht milchig wird, sondern lack  artig klar bleibt und hart wird.      Zur Abstumpfung der Harzsäure kann  auch Natronlauge verwendet werden.     In    die  sem Fall sind aber die Drucke nicht     wasser-          fest,    weshalb man die Wasserfestigkeit durch  Zusatz von etwas Borsäure zum Firnis wieder       herbeiführen        müsste.    Auch Borax kann ohne  Bedenken zur Herabsetzung der Harzsäure  zahl in die heisse     Manilali:

  opal-Alkohol-Tür-          kischrotöllösung    eingerührt werden. Im vor  liegenden Verfahren ist dem Ammoniak nur  deshalb der Vorzug zu geben, weil es billig  ist, schnell vom     Manilakopal    aufgenommen  wird und die Wasserfestigkeit nicht     beein-          flusst.     



  Aus den gewonnenen Lösungen 1 und 2  kann man sich nun durch Mischung jede be  liebige     Firniskonsistenz    herstellen, ohne dass  durch mehr oder weniger Zusatz der einen  oder andern Lösung die     Wasserfestigkeit    der  Drucke später leiden würde. Da die Lösung  2 nur 20% Alkohol enthält und mit Lösung 1  unbedingt für die Praxis gemischt werden  muss, sinkt der Alkoholgehalt der fertigen  Farbe auf 10 % und sogar auf 5 % herab, also  auf Mengen, die weder eine Brennbarkeit her  beiführen noch gesundheitsschädlich sind  oder gar der ganz milden Farbe einen unan  genehmen Geruch erteilen.

   Auch die Auf  lösung der am Druckzylinder angetrockneten  Farbe erfolgt sehr schnell wieder im Farb  kasten,      eil    die Farbe infolge des hohen Ge  haltes an     Türkischrotöl    auf dem Metallzylin  der nur schwer antrocknen kann.  



  Lösung 1 und Lösung 2     hergestellten        Firnis     Um nun aus dem durch Mischung von  fertige Druckfarben herzustellen, setzt man  dem Firnis wasserunlösliche Teerfarbstoffe  oder Pigmente zu. Es ist angebracht, die    Farbstoffe zuerst in einem Teil des zur Ver  wendung kommenden Firnisses warm zu  lösen und dann erst zuzugeben.  



  Eine blaue Tiefdruckfarbe     besteht    zum  Beispiel aus:  94 kg Firnis  4 " Russ  2 "     Viktoriablaubase        B.     



  Eine braune Tiefdruckfarbe     besteht    zum  Beispiel     aus.-          92,5    kg     Firnis     2 " Sudanbraun     RRN     0,5 " Sudanrot G  5 " Russ.  



  Falls     beim    Druck je nach Papier, Tiefe  der Atzung und Druckgeschwindigkeit eine  weitere Verdünnung der Farbe erforderlich  ist, kann diese ohne irgendwelche Gefahr mit       kaltem.    Wasser erfolgen, dem man wenige       Prozente        Türkischrotöl    zugesetzt hat.  



  Zur Herstellung glänzender Tiefdruck  farben oder anderer     Wasserdruckfarben    kön  nen den oben     beschriebenen    Firnissen einige  Prozente     Tannin    zugesetzt     werden.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Wasser druckfarben, dadurch gekennzeichnet, dass ein wasserlösliches, mit Wasser versetztes 01, einegopal-Alkohol-Türkischrotöllösung,deren Harzsäurezahl durch Alkalien herabgesetzt wurde, und ein mit Wasser vermengtes Äthanolamin miteinander gemischt werden, worauf das Anfärben des fertigen Firnisses mit Farbstoffen erfolgt.
CH182055D 1934-05-29 1935-03-14 Verfahren zur Herstellung von Wasserdruckfarben. CH182055A (de)

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