Radioempfangsgerät mit selbsttätiger Selektivitätsregelung. Es ist bekannt, ein Radioempfangsgerät mit einer Vorrichtung zu versehen, die selbst tätig die Selektivität in Abhängigkeit von der Amplitude der empfangenen Schwingun gen regelt.
Eine derartige Selektivitätsrege- lung wird zum Beispiel dadurch erhalten, dass parallel zu einem .oder mehreren abgestimm ten Kreisen des Hoch- oder Zwischen frequenzverstärkers eine Entladungsröhre ge schaltet und der innere Widerstand dieser Röhre entsprechend der Amplitude der emp fangenen Schwingungen geregelt wird, zum Beispiel in der Weise, dass dem Gitter der Entladungsröhre eine von dieser Amplitude <B>i</B> abhängige Gleichspannung zugeführt wird.
kD 23 Die Röhre führt in diesem Fall eine von der Amplitude abhängige Dämpfung des abge stimmten Kreises herbei, derart, dass bei gro sser Signalstärke die Dämpfung gross und da her die Selektivität gering ist, während bei geringer Signalstärke die Dämpfung klein und die Selektivität gross ist.
Den bekannten selbsttätigen Selektivitäts regelungen haftet jedoch der Nachteil an, dass bei geringer Signalstärke und damit ein hergehender grosser Selektivität der vom Empfangsgerät wiedergegebene Schall einen dumpfen Charakter annimmt infolge des Umstandes, dass die den hohen Tonfre quenzen entsprechenden Seitenbandfrequenzen im Hoch- oder Zwischenfrequenzverstärker unterdrückt sind, so dass bei der Wiedergabe die niedrigen Tonfrequenzen in bezug auf die mittleren Tonfrequenzen stark hervor treten.
Der Charakter des wiedergegebenen Schal- les wird nun erfindungsgemäss dadurch ver bessert, dass die selbsttätige Selektivitätsrege- lung gleichzeitig den Niederfrequenzteil des Empfangsgerätes derart steuert, dass bei klei ner Amplitude der empfangenen Signale (grosser Selektivität des Empfangsgerätes) die niedrigen Tonfrequenzen in bezug auf die mittleren Tonfrequenzen unterdrückt werden.
In der beiliegenden, ein Ausführungsbei spiel der Erfindung darstellenden Zeichnung ist nur derjenige Teil der Schaltung eines Radioempfangsgerätes dargestellt, in dein die Erfindung angewendet ist. Hoch- oder Zwisehenfrequenzschwingungen werden der Primärwicklung 1 eines Transformtors 2 zu geführt. Die mittels eines Kondenstors 4 ab gestimmte Sekundärwicklung 3 dieses Trans formators ist über einen Kondensator 5 mit dem Gitter einer Verstärkerröhre 6 verbun den.
Die im Anodenkreis auftretenden ver stärkten Schwingungen werden mittels eines Transformators 7, dessen Sekundärwicklung 8 mittels eines Kondensators 9 abgestimmt ist, einem Diodengleichrichter 10 einer Duo diode-Triode 11 zugeführt: Nach Gleichrich tung tritt über einen Widerstand 12 eine von der Amplitude der Hoch- oder Zwischen frequenzschwingungen abhängige Gleichspan nung, sowie eine von der Modulation der Hoch- oder Zvischenfrequenzschwingungen abhängige Niederfrequenzwechselspannung auf. Beide Spannungen steuern das Gitter des Verstärkersystemes der Duodiode-Triode 11.
Die in dem Anodenkreis des Verstärker- systemes auftretenden Niederfrequenzschwin- gungen werden über eine Drosselspulen-Kon- densatorkupplung, die aus den Drosselspulen 13 und 14 und dem Kondensator 15 besteht, der Primärwicklung eines Niederfrequenz- transformators 16 zugeführt. Die Sekundär wicklung dieses Transformators ist, gegebe nenfalls unter Zwischenschaltung eines Nie derfrequenzverstärkers, mit dem Lautsprecher des Empfangsgerätes verbunden.
Die Anodenspannungen für die Ver- stärkerröhren werden einer gemeinsamen Spannungsquelle entnommen, die an die Klemmen 17 und 18 eines aus Widerständen 19, 20 und 21 zusammengesetzten Span- nungteiler angeschlossen ist.
Der Anodenstrom des Verstärkersyste- mes der Duodiode-Triode 11 fliesst von der Kathode 22 über einen Widerstand 23. Dieser Strom und daher auch der Span nungsabfall am Widerstand 23 ist also von der Amplitude der über die Sekundär wicklung 8 des Transformators 7 auftreten den Hoch- oder Zwischenfrequenzschwingun- gen abhängig. Der Widerstand 23 liegt in Reibe mit dein Widerstand 21, dem Wider stand 25 und einem Teil eines Spannungs teilers 26 in dem mit der Diode 27 der Duo diode-Triode verbundenen Kreis.
Der die Diode 2:7 durchfliessende Strom ist in diesem Fall von dem Gleichspannungsverlust,. der durch den Anodenstrom des Verstärker- systemes über den -Widerstand 23 herbeige führt wird, abhängig und, wie ohne weiteres klar ist, der Spannungsverlust über den Widerstand 25 und den Spannungsteiler 26 ist also gleichfalls von der Amplitude der Hoch- oder Zwischenfrequenzschwingungen abhängig.
Dieser Spannungsverlust regelt die Gittervorspannung der Verstärkerröhre 6, wodurch auf bekannte Weise eine selbsttätige Lautstärkeregelung erhalten wird.
Zur Erreichung einer selbsttätigen Rege lung der Selektivität ist parallel zu der ab gestimmten Sekundärwicklung 3 des Trans formators 2 der Widerstand zwischen Anode und Kathode einer Röhre 28 geschaltet. Die ser Widerstand wird durch den Spannungs verlust über einen Widerstand 29 zwischen Gitter und Kathode gesteuert, der gleich zeitig in dem Anodenkreis einer Röhre 30 liegt. Die Gitterspannung der Röhre 30 wird durch den Spannungsverlust über den Wider stand 25 und einen Teil des Spannungsteilers 26 bestimmt.
Die sow=eit beschriebene Schaltung arbei tet nun wie folgt: Bei zunehmender Amplitude der Hoch- oder Zwischenfrequenzschwingungen wird das Gitter der Duodiode-Triode 11 mehr negativ, was eine Abnahme des den Wider stand 23 durchfliessenden Anodenstromes des Verstärkersystemes zur Folge hat. Die Anode der Diode 27 erhält in diesem Fall in bezug auf die Kathode 2 2 eine höhere positive Spannung, so dass der den Widerstand 25 und den Spannungsteiler 26 durchfliessende Strom zunimmt.
Das Gitter der Verstärker röhre 6 wird infolgedessen mehr negativ und die selbsttätige Lautstärkeregelung tritt in Tätigkeit. Gleichzeitig wird auch das Gitter der Röhre 30 mehr negativ, so dass der durch den Widerstand 29 fliessende Anodenstrom, sowie die negative Spannung an dem Gitter der Röhre 28 abnimmt. Der Widerstand zwi schen Kathode und Anode der Röhre 28 nimmt infolgedessen ab, -,vas eine Zunahme der Dämpfung der abgestimmten Sekundär wicklung 3 zur Folge hat: die Selektivität nimmt also ab.
Bei abnehmender Amplitude der Hoch- oder Zwischenfrequenzschwingungen nimmt der Widerstand zwischen Kathode und Anode der Röhre 28 und daher die Selektivi tät der abgestimmten Sekundärwicklung 3 u. Vie in der Einleitung bereits bemerkt z<B>N</B> wurde, geht dies mit einem Abschneiden der höheren Seitenbandfrequenzen der Hoch- oder Zwischenfrequenzschwingungen einher, wo durch bei der Wiedergabe die niedrigen Ton frequenzen zu stark hervortreten. Dieser Wirkung wird nun auf die folgende Weise entgegengewirkt. In Reihe mit der Drossel spule 14 liegt der Widerstand zwischen Anode und Kathode einer Röhre 31.
Dieser Widerstand ist von der Gitterspannung ab hängig, die durch den Spannungsverlust über den -\Viderstand 25 und einen Teil des Span- nungsteilers 26 bestimmt wird. Bei grosser Amplitude der Hoch- oder Zwischenfrequenz- scliwingungen (geringer Selektivität) ist der Widerstand zwischen Anode und Kathode der Röhre 31 gross, bei kleiner Amplitude (grosser Selektivität) jedoch klein.
Im erste ren Fall ist die Gesamt-Impedanz der parallel zu der Primärwicklung des Transformators 16 liegenden Reihenschaltung der Drossel spule 14 und der Röhre 31 sehr gross, so dass diese Reihenschaltung auf den Verlauf der Frequenzcharakteristik des Niederfrequenz teils des Empfangsgerätes keinen nennens werten Einfluss ausübt. Im letzteren Fall, ,also bei grosser Selektivität" ist der Wider stand der Röhre 31 gering, so da.ss die Impe danz der Reihenschaltung nahezu allein durch die Impedanz der Drosselspule 14 be stimmt wird.
Für niedrige Tonfrequenzen ist iii diesem Fall die Impedanz der Reihen sehaltung parallel zii der Primärwicl,:lung des Transformators 16 gering., für höhere Tonfrequenzen nimmt diese Impedanz zu. Es wird auf diese Weise also erreicht, dass bei geringer Stärke der empfangenen Signale und bei grosser Selektivität des Empfangsgerätes die niedrigen Tonfrequenzen in bezug auf die mittleren Tonfrequenzen unterdrückt werden, was subjektiv eine erhebliche Verbesserung der Wiedergabe zur Folge hat.