CH182966A - Verfahren zur Herstellung einer glänzenden, hochreflektierenden Oberfläche eines Gegenstandes aus Aluminium oder dessen Legierungen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer glänzenden, hochreflektierenden Oberfläche eines Gegenstandes aus Aluminium oder dessen Legierungen.

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CH182966A
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  Verfahren zur Herstellung einer glänzenden, hochreflektierenden     Oberfläche    eines  Gegenstandes ans Aluminium oder dessen Legierungen.    Die vorliegende Erfindung betrifft ein  Verfahren zur Herstellung einer glänzenden,  Hochreflektierenden Oberfläche eines Gegen  standes aus Aluminium oder dessen Legie  rungen.  



  Die Verwendung von glänzenden Alumi  niumoberflächen für dekorative Zwecke und  besonders für Reflexion von strahlender       Energie    verschiedener Art, wie zum Beispiel  Lichtreflexion, ist weit verbreitet. Diese  glänzenden Aluminiumoberflächen können  entweder durch Ätzung zwecks Erzeugung  diffus reflektierender Oberflächen oder durch  mechanisches Glätten und Polieren zwecks  Erzeugung spiegelnder Oberflächen herge  stellt werden.

   Im Gegensatz zu diesen allge  mein üblichen Methoden kennzeichnet sieh  das Verfahren gemäss der Erfindung da  durch, dass die Oberfläche des Gegenstan  des     anodisch    in einem Elektrolyten behandelt  wird, der     Chromsäure    und Fluorwasserstoff-    säure oder eine in Lösung mit Chromsäure       Fluorwasserstoffsäure    abgebende     Fluorver-          bindung    enthält.  



  Man hat bisher verschiedentlich versucht,  reflektierende Aluminiumoberflächen mit  durchsichtigen Schutzüberzügen zu versehen,  um ihr Reflexionsvermögen zu erhalten und  sie starker Benutzung gegenüber widerstands  fähig zu machen. Man hat auch versucht,  solche durchsichtige Schutzüberzüge durch       anodische    Oxydation in verschiedenen Elek  trolyten herzustellen. Diese Versuche haben  jedoch im allgemeinen zu keinem Erfolg ge  führt, weil die     Oxydüberzüge,    um einen  wirksamen Schutz darzustellen, in einer  Schicht von gewisser Dicke aufgetragen wer  den müssen; das macht sie mehr oder weni  ger durchscheinend oder trübe, wodurch das  Reflexionsvermögen der behandelten Ober  fläche beträchtlich verringert wird.

   Die Trü  bung des     Oxydüberzuges    wird offenbar      durch     Unreinheiten    im Aluminium und  Schmutz,     Fett    oder sonstige auf der Alumi  niumoberfläche haftende Fremdstoffe verur  sacht. Auch erscheinen einige der fertigen       Oxydüberzüge    leicht gefärbt, was gleichfalls  das Reflexionsvermögen der behandelten  Oberfläche beeinträchtigt. So haben zum Bei  spiel in     Chromsäureelektrolyten    hergestellte       anodische    Überzüge gewöhnlich einen gelb  lichen Ton und gelten im allgemeinen als  nicht zweckentsprechend.  



  Es     wurde    nun gefunden, dass durch Zu  satz von     Fluorwasserstoffsäure    zu Chrom  säureelektrolyten die normale Oxydations  wirkung solcher Elektrolyten auf Aluminium  als Anode so verändert werden kann, dass  das Aluminium     gleichzeitig    Glanz erhält und  mit einem Überzug versehen wird, und dass  ein Aluminiumgegenstand durch     anodische     Behandlung in einem Chromsäure und Fluor  ,     wasserstoffsäure    enthaltenden Elektrolyten  von auf der     Aluminiumoberfläche    befind  lichen Unreinheiten und Fremdstoffen be  freit werden kann, wobei zugleich ein dünner  und ziemlich durchsichtiger Überzug auf der  Oberfläche erzeugt wird.

   Auf diese Weise  erhält man eine reflektierende Oberfläche von  grösserer Dauerhaftigkeit, die im allgemeinen  ein erhöhtes Reflexionsvermögen besitzt. Des  weiteren kann die so erzeugte     mit    einem  glänzenden Überzug versehene reflektierende  Aluminiumoberfläche noch einer weiteren  Behandlung durch     anodische    Oxydation un  terworfen werden, was ihre Widerstands  fähigkeit erhöht, ohne dass ihr Reflexionsver  mögen nennenswert     beeinträchtigt    wird.

   Die  glänzende dauerhafte reflektierende Ober  fläche, die man     mittels    des Verfahrens ge  mäss Patentanspruch erhält, kann auch gege  benenfalls mit andern Arten von zusätzlichen  Schutzüberzügen, wie klaren Lack- oder       Firnisüberzügen,    versehen werden.  



  Durch Hinzufügen von     Fluorwasserstoff-          säure    zu dem     Chromsäureelektrolyten    wird  die normale Einwirkung der Chromsäure auf  die Aluminiumoberfläche verändert, indem die  Eigenschaft der Chromsäure,     Oxy        düberzüge     zu bilden,     herabgemindert        wird    und der Elek-         trolyt    die Fähigkeit erhält, in und auf der  Aluminiumoberfläche befindliche Unreinhei  ten zu beseitigen. Diese Fähigkeit ist offen  bar auf die     Erhöhung    der lösenden Wirkung  des Elektrolyten zurückzuführen.

   Unter dem  Einfluss des dabei angewandten elektrischen  Stromes ist diese lösende Wirkung jedoch so  gleichförmig, dass selbst wenn eine polierte,  spiegelnde reflektierende Aluminiumober  fläche als Anode in einem eine kleine  Menge von     Fluorwasserstoffsäure    enthalten  den     Chromsäureelektrolyten    behandelt wird,  auch diese Oberfläche gereinigt wird und  Glanz erhält; zugleich wird das Reflexions  vermögen der Oberfläche erhöht, entspre  chend der Menge von Unreinheiten und  Schmutz, von der sie befreit wird; das Spie  gelungsvermögen der Oberfläche wird dabei  nicht wesentlich verändert.

   Für die Zwecke  dieser Erfindung kann die     Fluorwasserstoff-          säure    durch entsprechende Mengen von     Kie-          selfluorwasserstoffsäure    und andern Fluor  verbindungen, die, wie zum Beispiel     Fluo-          ridsalze,    in einer Lösung mit Chromsäure       Fluorwasserstoffsäure    ergeben, ersetzt wer  den.  



  Die Minimalmenge von     Fluorwasserstoff-          säure,    die nötig ist, um den     Chromsäureelek-          trolyten    die gewünschten Eigenschaften zu  verleihen, ist verschieden. Schon sehr kleine  Mengen von     Fluorwasserstoffsäure    in der       Chromsäurelösung    geben die gewünschten  Eigenschaften in gewissem Masse. Im allge  meinen ist es jedoch     wünschenswert,    dass im  Elektrolyten nicht weniger als 0,2 Gewichts  prozente HF vorhanden sind.

   Wenn grössere  Mengen     Fluorwasserstoffsäure    vorhanden  sind, so wird die Möglichkeit direkter chemi  scher Einwirkung des Elektrolyten auf die  Aluminiumoberfläche grösser und die Strom  dichte des angewandten elektrischen Stromes  muss erhöht werden, um diese direkte chemi  sche Einwirkung, die Unregelmässigkeiten  auf der reflektierenden Oberfläche hervor  rufen kann, zu verhindern. Es können also  bei hohen Stromdichten höhere Konzentra  tionen von     Fluorwasserstoffsäure    angewandt  werden; doch ist es im allgemeinen     nicht    rat-           sam,    dass im Elektrolyten mehr als 1,5 Ge  wichtsprozente HF enthalten sind, da dann  zur Erzielung befriedigender Ergebnisse sehr  viel Strom verbraucht werden muss.

   Für die  meisten Zwecke benutzt man am besten einen  Elektrolyten, der zwischen 0,5 und 1,0 Ge  wichtsprozente HF enthält.  



  Entsprechend dieser Erfindung können  befriedigende Ergebnisse durch Hinzufügung  von     Fluorwasserstoffsäure    zu Chromsäure  elektrolyten, die ungefähr 1,0 bis 25,0 Ge  wichtsprozente     Cr03    enthalten, erzielt wer  den. Auf die Konzentration der Chromsäure  lösung innerhalb dieser Grössenordnung  kommt es nicht genau an; man benutzt je  doch im allgemeinen Elektrolyten, die unge  fähr 5,0 bis 10,0 Gewichtsprozente     Cr0;    ent  halten.    Die elektrolytische Behandlung erfolgt  am besten bei über Zimmerwärme liegender  Temperatur des Elektrolyten; es hat sich ge  zeigt, dass Temperaturen zwischen ungefähr  30 bis<B>70'</B> C am geeignetsten sind.

   Bei die  sen Temperaturen können befriedigende Er  gebnisse im allgemeinen durch eine 5 bis 30  Minuten dauernde Behandlung erzielt wer  den. In den meisten Fällen ist eine ungefähr  10 Minuten dauernde Behandlung bei einer  Temperatur von ungefähr 50   C vorzuziehen.  



  Die Stromdichte kann je nach der Zusam  mensetzung des Elektrolyten und der beim  Verfahren angewandten Temperatur ver  schieden sein. Die Stromdichte ist zweck  mässig so gross, dass eine unmittelbare chemi  sche Einwirkung des Elektrolyten auf die  Aluminiumoberfläche nicht stattfindet; eine       c;,esentliche    Überschreitung dieser Strom  dichte ist zu vermeiden. Bei grösseren Strom  dichten verringert sich die Einwirkung der       Fluorwasserstoffsäure    auf die     oxydbildenden     Eigenschaften der Chromsäure. Im allgemei  nen sind bei Anwendung höherer Tempera  turen höhere Stromdichten notwendig.

   Bei  Anwendung von Gleichstrom auf Elektroly  ten, die 1 bis 2.5 % Chromsäure und 0,2 bis  1,5 %     Fluorwasserstoffsäure    bei Tempera  turen zwischen ungefähr 30 bis<B>70'</B> enthal-         ten,    können befriedigende Ergebnisse mit       Stromdichten    von ungefähr 2 bis 15 Ampere  auf den     dm'    der Anodenoberfläche erzielt  werden. Bei     geringeren    Stromdichten muss  die Behandlungszeit im allgemeinen ausge  dehnt werden.  



  Es ist manchmal angebracht, dass man,  um möglichst gute Ergebnisse zu erhalten,  die     reflektierende    Aluminiumoberfläche, be  vor man sie der in dieser Erfindung darge  stellten Behandlung unterwirft, von ober  flächlichem .Schmutz und Fett reinigt, wie  sie zum Beispiel durch vorangegangenes Po  lieren ihr anhaften. Zur vorläufigen Rei  nigung kann jedes beliebige Verfahren an  gewandt werden; am besten wäscht man die  Oberfläche mit einer Lösung, die das Metall  nicht in unerwünschter Weise angreift und  die kein die polierte Oberfläche beschädi  gendes Reiben erfordert.  



  Nachdem die reflektierende Aluminium  oberfläche im     fluorwasserstoffhaltigen    Chrom  säureelektrolyten behandelt ist, kann sie  zwecks Bildung eines verhältnismässig dich  ten und durchsichtigen zusätzlichen Schutz  überzuges noch     anodisch    oxydiert werden,  wobei die     in    der Herstellungstechnik bereits  bekannten     Oxydüberzüge    entstehen, die im  wesentlichen aus     Aluminiumoxyd    bestehen.

    Es ist wünschenswert, dass die hergestellten       Oxydüberzüge    im wesentlichen farblos, klar  und durchsichtig sind, damit das     Reflexions-          vermögen    der glänzend gemachten reflektie  renden Aluminiumoberfläche so wenig als  möglich verringert wird. Jeder Elektrolyt,  der solche Überzüge     hervorbringt,    kann an  gewandt werden; es hat sich jedoch heraus  gestellt, dass schwefelsaure und     oxalsaure     Lösungen für diesen Zweck besonders ge  eignet sind.

   Inwieweit eine durch die Über  ziehung der zubereiteten reflektierenden  Oberfläche mit Oxyd hervorgerufene Ver  minderung des Reflexionsvermögens statt  findet, hängt von Fall zu Fall von der Dicke  des     Oxydüberzuges    und der Reinheit der  Aluminiumoberfläche selbst ab. Um den  Überzug dicht zu machen, kann man die mit  einem zusätzlichen Schutzüberzug versehene      Oberfläche einer Behandlung im Wasser von  80 bis<B>100'</B> C unterziehen. Als letzte Stufe  der Behandlung und besonders nachdem die       Warmwasserbehandlung    stattgefunden hat.

    kann die mit einem zusätzlichen Schutzüber  zug versehene reflektierende Oberfläche     ganz     vorsichtig mit einem leicht abschleifenden  Stoff, wie zum Beispiel Magnesium, Silber  politur oder einem leicht abschleifenden Sei  fenpulver, poliert werden, um so alle Abla  gerungen zu entfernen, die sich unter Um  ständen auf der Oberfläche während einer  der vorhergehenden Behandlungen gebildet  haben.  



  Folgendes     Beispiel    für die Ausführung  des Verfahrens der Erfindung lässt ihre Vor  züge     erkennen.     



  Ein Aluminiumgegenstand mit einer  Aluminiumoberfläche von grosser Reinheit  wurde so poliert, dass man eine spiegelnde  reflektierende Oberfläche mit einem Refle  xionsfaktor von     74,9%    erhielt. Der Gegen  stand wurde dann zur Anode in einer elek  trolytischen Zelle gemacht; in dieser war als  Elektrolyt eine Lösung von Chromsäure, die  10,0 Gewichtsprozente     CrOg    enthielt, und  welcher     1,0,%        Fluorwasserstoffsäurelösung     von 48 % HF Gehalt zugesetzt waren.

   Ein  Gleichstrom von einer     Stromdichte    von unge  fähr 4,9 bis 5,6 Ampere auf den     dm'    und  einem Potential von ungefähr 16 bis 22 Volt  wurde 10     Minuten    lang bei einer Temperatur  des Elektrolyten von ungefähr 49 bis 58   C  durchgeleitet. Nach dieser Behandlung wies  die reflektierende Oberfläche einen Refle  xionsfaktor von  & 7,0% auf. Dann wurde der  Gegenstand in einer     7%igen    Schwefelsäure  lösung bei einer Temperatur von ungefähr  25   C     anodisch    oxydiert; dabei wurde eine  Stromdichte von ungefähr 1,3     Ampere    auf  den     dm'    und ein Potential von 20 bis 22 Volt  10     Minuten    lang angewandt.

   Die so erhal  tene mit einem     Ogydüberzug    versehene re  flektierende Oberfläche wurde ungefähr 10  Minuten lang mit reinem kochenden Wasser  behandelt und mit leicht abschleifendem Sei  fenpulver poliert. Der     Reflexionsfaktor    der  so erhaltenen mit einem Schutzüberzug ver-         sehenen    reflektierenden Oberfläche betrug   & 5,3 %.  



  Der Gegenstand konnte benutzt werden,  ohne dass fortwährend Spuren oder Flecken  auftauchten; man konnte ihn ohne weiteres  waschen oder abwischen, ohne dass sein  Reflexionsvermögen dadurch beeinträchtigt  wurde.  



  Bei der oben erwähnten Messung der Licht  reflexionsfaktoren der Oberflächen wurde  der     Taylorreflektometer,    erfunden von A. H.       Taylor    im "National Bureau of Standards",  beschrieben in den     "Scientific        Papers"    des       "Bureau    of Standards", Nr.     S-391    und 405,  benutzt.  



  Im allgemeinen haben reflektierende  Oberflächen aus einer     Aluminiumlegierund,     wenn sie entsprechend dieser Erfindung  in einem     fluorwasserstoffhaltigen    Schwefel  säureelektrolyten behandelt und     dann        ano-          disch    oxydiert werden, keinen so hohen Re  flexionsfaktor, wie man ihn durch die gleiche  Behandlung einer Aluminiumoberfläche von  grosser Reinheit erzielen kann. Das hier be  schriebene Verfahren lässt sich jedoch auf  viele Aluminiumlegierungen mit Vorteil an  wenden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer glänzen den, hochreflektierenden Oberfläche eines Ge genstandes aus Aluminium oder dessen Le gierungen, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche des Gegenstandes anodisch in einem Elektrolyten behandelt wird, der Chromsäure und Fluorwasserstoffsäure oder eine in Lösung mit Chromsäure Fluorwasser- stoffsäure abgebende Fluorverbindung ent hält. UITTERANSPRüCHE 1.
    Verfahren- nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche ano- disch in einem Elektrolyten behandelt wird, der 1,0 bis 25,0 Gewichtsprozente Cr03 und 0,2 bis 1,5 Gewichtsprozente HF enthält, 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die durch die ano- dische Behandlung entstandene glänzende Oberfläche noch mit einem klaren, durch sichtigen, dichten Schutzüberzug ver sehen wird. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nach der anodischen Behandlung der Oberfläche mittels anodi- scher Oxydation noch ein klarer, durch- sichtiger Schutzüberzug gebildet wird, der im wesentlichen aus Aluminiumoxyd be steht. .1. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zusätzlich gebildete Schutzüber zug durch Heisswasserbehandlung dicht gemacht wird.
CH182966D 1934-02-10 1935-02-01 Verfahren zur Herstellung einer glänzenden, hochreflektierenden Oberfläche eines Gegenstandes aus Aluminium oder dessen Legierungen. CH182966A (de)

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