CH183463A - Kraft- oder Heizstoff, insbesondere Treibmittel für Fahrzeugbrennkraftmaschinen. - Google Patents

Kraft- oder Heizstoff, insbesondere Treibmittel für Fahrzeugbrennkraftmaschinen.

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CH183463A
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  Kraft- oder     Heizstoff,    insbesondere Treibmittel für     Fahrzeugbrennkraftmaschinen.       Die Erfindung betrifft einen Kraft- oder  Heizstoff, der hauptsächlich als     Treibmittel     für Fahrzeugmotoren verwendbar ist.  



  Es sind die verschiedensten gasförmigen  Betriebsstoffe für     Brennkraftmasehinen,    spe  ziell für Fahrzeuge vorgeschlagen worden.  Unter anderem hat man das beider     Leucht-          gasgewinnung    anfallende Methan zum Be  trieb von Kraftwagen benutzt,. und zwar hat  man das gasförmige, hochkomprimierte Me  than in Stahlflaschen auf dem Fahrzeug mit  geführt.

   Abgesehen davon, dass     dieses    Gas  in seiner     Herstellung    verhältnismässig     teuer     ist und als Abfallprodukt den sehr grossen  allgemeinen Kraftstoffbedarf nicht befrie  digen kann, hat die genannte Verwendung  dieses Gases den grossen Nachteil, dass in die  Stahlflaschen nur eine verhältnismässig ge  ringe Gasmenge gepresst werden kann und  dass demzufolge der Aktionsradius so gering  ist, dass diese Betriebsweise beispielsweise für  Personenwagen überhaupt nicht in Frage  kommt.    Man hat dann vorgeschlagen, das Methan  in     verflüssigtem    Zustand in entsprechenden  Behältern auf dem Fahrzeug mitzuführen.

    Auch dieser Vorschlag kommt für die Praxis  nicht in Frage, und zwar     hauptsächlieh    aus  dem einfachen Grunde, weil Methan bei nor  maler     Temperatur    unter keinen     Umständen,     auch nicht bei sehr hohem Druck, flüssig ge  halten werden kann. Es verhält sich also  ähnlich wie flüssige Luft.     Das    in     besonderen     doppelwandigen, wärmeisolierenden Gefässen  aufzubewahrende flüssige Methan kann dem  gemäss nur ganz kurze Zeit flüssig gehalten  werden.  



  Weiterhin hat     das    flüssige Methan den  grossen     Nachteil,    dass es nicht in der für den  Betrieb von     Brennkraftmaschinen    erforder  lichen Menge verdampft werden kann, ohne  dass eine erhebliche Drucksteigerung eintritt.  Es ist daher das Methan nicht in gasför  migem, sondern nur in flüssigem Zustand als  Betriebsstoff für Verbrennungskraftmaschi-           nen    zu verwerten, ähnlich wie ein anderer  flüssiger Treibstoff.  



  Es ist ferner bekannt, flüssiges Propan  für Heiz- und Kochzwecke zu benutzen. Pro  pan besitzt eine grosse     Verdampfungswärme,          und    es ist daher ebenfalls nicht möglich, die  zum     Betrieb    von     Brennkraftmaschinen    be  nötigten gasförmigen Betriebsstoffmengen  aus flüssigem Propan rasch zu entwickeln.  Es hat sich gezeigt, dass wegen der hohen       Verdampfungswärme    im Betrieb eine starke  Abkühlung der     Brennstoffzuführungsleitun-          gen    und eine Vereisung derselben eintritt.

    Versuche haben gezeigt, dass pro Stunde     un-          P        01        fähr        nur        ein        m'        Gas        aufs        flüssigem        Propan     gebildet werden kann.  



  Neben diesem     schRrerwiegenden    Nachteil  ist     noch    zu     berücksichtigen,        @dass    Propan nur  in geringen Mengen bei der     Kohlenverflüssi-          gung    anfällt, und     dass    die Herstellungskosten  verhältnismässig hoch sind.  



  Die     Erfindung    schlägt einen neuen Kraft  stoff vor, der die vorstehenden Mängel nicht  aufweist und der allen Anforderungen der  Praxis gerecht wird. Erfindungsgemäss ent  hält der neue, insbesondere als Treibmittel  für Fahrzeugmotoren verwendbare Kraft  und Heizstoff vorwiegend     Äthan    und Me  than. Der Kraft- und Heizstoff kann bei  spielsweise gasförmig oder flüssig sein.  



  Dieser     Kraftstoff        kann.    sehr billig aus  einem in genügenden Mengen vorhandenen  Rohstoff, nämlich aus Braunkohle     bezw.          Braunkohlenteeröl,        wie    im einzelnen     weiter     unten beschrieben, hergestellt werden. Ein  Gasgemisch aus     Äthan    und Methan hat wei  terhin den erheblichen Vorzug, dass es mit  geringem Energieaufwand verflüssigt und in  diesem Zustand bei normaler Temperatur und  unter geringem Druck in leichten, dünnwan  digen Behältern auf dem Fahrzeug mit  geführt werden kann.

   Gegenüber Methan und  Propan hat ein verflüssigtes, hauptsächlich  aus     Äthan    und Methan bestehendes Gemisch  eine     verhältnismässig.    niedrige     Verdampfungs-          ziffer,    so :dass bei der Verdampfung des flüs  sigen Gemisches keinerlei Vereisungsgefahr  besteht.    Wie bereits angeführt, wird als Aus  gangsstoff für das neue Gemisch vorzugs  weise     Braunkohlenteeröl    verwendet, wobei in  diesem Fall die billigsten Öle, also schweres  Paraffinöl oder Heizöl, verwendet werden  können.

   Diese können zum Beispiel in einer  Retorte oder dergleichen bei Temperaturen  von 250 bis 700  C, je nach dem verwendeten  01, vergast, darauf durch verschiedene Reini  gungsanlagen, wie zum Beispiel     Teerabschei-          der    und Wäscher, geschickt, in einem Kühler  entsprechend abgekühlt     und.    schliesslich in  einen Gasbehälter eingeleitet werden. Dieses  Gas kann dann entweder durch Komprimie  ren oder durch Kühlen, zweckmässig durch  beide Massnahmen     zusammen,    verflüssigt und  in     Behälter,    wie zum Beispiel .dünnwandige  Stahlflaschen, gefüllt werden.  



  Das so aus     Braunkohlenteeröl    erzeugte Gas  enthält beispielsweise etwa 50 %     Äthan,    27  Methan, 14% andere     Kohlenwasserstoffe    von  der Formel     C.Hn    und noch kleine Prozent  sätze von Wasserstoff,     Kohlensäure,    Sauer  stoff und dergleichen. Die sehr schwer zu  verflüssigenden Gase, insbesondere Wasser  stoff und ein Teil der     Kohlenwasserstoffe     können abgesaugt und     zweckmässig    zur     Be-          heizung    der Retorte verwendet werden.

   Das  zu verflüssigende Gasgemisch besteht dann  im wesentlichen nur aus     Athan    und Methan,  etwa im     Mischungsverhältnis    2 : 1.  



  Diese     Gasmischung    hat den grossen Vor  teil,     dass    sie mit     geringem    Energieaufwand  verflüssigt werden kann, und zwar verhält  sich bei der Verflüssigung diese Gasmischung  im wesentlichen so, als ob nur     Äthan    vorhan  den wäre. Es hat sich gezeigt, dass die Sätti  gungstemperatur, sowie die     kritische    Tempe  ratur und der kritische Druck dieses     Äthan-          Methangemisches    mit den entsprechenden  Werten von     Äthan    praktisch übereinstimmen,  dass also dieses Gasgemisch bei den für     Äthan     geltenden Temperaturen und Drücken ver  flüssigt werden kann.

   Dabei wird das sich  zuerst verflüssigende     Äthan    mit Methan ge  sättigt und bindet somit das für sich allein  unter normaler Temperatur nicht     flüssig    zu  haltende Methan.      Auf Grund dieses Verhaltens kann das  verflüssigte Gasgemisch in leichten Behältern  bei normaler Temperatur und unter ver  hältnismässig geringem Überdruck, der nor  mal etwa nur 4 bis 10 atü beträgt, auf  bewahrt werden.  



  Mit .diesem Kraftstoff können die als Ver  gasermotoren ausgebildeten Fahrzeugmotoren  ohne besondere bauliche Veränderung betrie  ben werden. Es ist lediglich in die Saug  leitung für das anzusaugende Gasgemisch  ein entsprechendes Ventil     bezw.    Drossel  klappe einzuschalten. Die grösste Zahl der  jetzt im Verkehr befindlichen Fahrzeug  motoren kann also ohne weiteres mit dem  neuen Kraftstoff betrieben werden.

   Versuche  haben gezeigt, dass die Leistung der Motoren  ganz erheblich bei Benutzung eines     Äthan-          Metha.n-iGa.sgemisches    als Betriebsstoff ge  steigert wird, was     unter    anderem auf die hohe       Verbrennungswärme    (zirka     22000    W.     E:/m3)     dieses Gemisches zurückzuführen ist.  



  Für die hohe Verbrennungsleistung des  neuen Kraftstoffes ist     kennzeichnend,    dass  dieser mit     ungewöhnlich    viel Luft gemischt  werden kann, nämlich in einem Mischungs  verhältnis von etwa 1 : 14.  



  Gegenüber bei gewöhnlicher Temperatur  und normalem Druck     flüssigen    Brennstoffen  für     Brennkraftmaschinen    hat der neue     Kraft-          stoff,den    Vorteil, dass der Motor stets gleich  mässig     betriebsbereit    ist und zum Beispiel  auch bei     grösster        Kälte    anspringt. Ausserdem  ist gegenüber Benzin oder dergleichen eine  viel bessere Ausnutzung des gasförmigen  Treibstoffes vorhanden, die durch die restlose  Verbrennung gegeben ist. Ein Verrussen der  Zündkerzen und der Zylinderköpfe oder eine  sonstige Bildung von Rückständen tritt nicht  ein, wodurch wiederum die Lebensdauer von  Kolben, Ventilen usw. erhöht wird.

   Der  grösste Wert des neuen Kraftstoffes liegt  aber darin, dass er ganz erheblich billiger  als Benzin, Benzol oder dergleichen zu be  schaffen ist, und dass er in grossen Mengen  aus Braunkohle hergestellt werden kann.  Daneben kann aber auch beispielsweise der    neue Kraft- und Heizstoff aus     Masut    ge  wonnen werden.  



       '\#Tie    oben bereits erwähnt, kann mit dem  neuen Kraft- oder Heizstoff, wenn er in ver  flüssigtem Zustand vorliegt, eine höhere Lei  stung als mit Benzin oder dergleichen er  zielt werden. Diese Tatsache ist zum Bei  spiel für Flugmotoren von besonderem Wert,  da damit der Aktionsradius .der Flugzeuge  erhöht werden kann.  



  Einen     weiteren;    sehr     wichtigen    Einfluss  hat der neue Kraftstoff auf die     Entwick-          iung    des     Dieselmotorbaues.    Es     wird    jetzt er  möglicht, eine Art von Leichtdieselmotor zu  schaffen, da die Entzündungstemperatur  dieses Brennstoffes bedeutend niedriger als  diejenige des" bisher für Dieselmotoren ver  wendeten Brennstoffes ist. Aus diesem  Grunde ist nicht mehr die hohe Kompres  sion wie bisher erforderlich, so     :dass    der hohe       Kompressionsdruck    nunmehr wegfällt, da  durch die Leistung gesteigert und ausserdem  eine     leichtere    Bauart der Motoren ermöglicht  wird.

    



  Für     ortsfeste    Kraft- oder Heizanlagen ist  es     selbstverständlich    nicht erforderlich, das       Äthan-Methangemisch    vor der     Verwendung     zu verflüssigen, sondern es kann in Gasform       unmittelbar    aus der     Gaserzeugungsanlage     verwendet werden.  



  Ebenso ist auch möglich, einen Generator,  ähnlich dem bekannten     Holzgasgenerator,    für  die Erzeugung des     Xthan-Methangemisches     auf einem Fahrzeug mitzuführen und den  Motor unmittelbar mit dem gasförmigen Ge  misch zu speisen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Kraft- oder Heizstoff, insbesondere Treib- mittel für Fahrzeugbrennkraftmaschinen, da durch gekennzeichnet, dass er vorwiegend Äthan und Methan enthält. UNTERANSPRUCH 1. Kraft- oder Heizstoff nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass er zwecks leichter Verflüssigung vorwiegend einGas- gemisch aus Äthan und Methan etwa im Mischungsverhältnis 2 : 1 (Sättigungsver hältnis) enthält.
    PATENTANSPRUCH II: Verfahren zur Herstellung des Kraft- oder Heizstoffes nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass als Rohprodukt Braun- kohlenteeröle verwendet und vergast werden. UNTERANSPRüCHE 2. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass schwere Paraf finöle verwendet werden. 3. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass schwere Heiz öle verwendet werden. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass das dur^h die Vergasung erhaltene Athan-Methan- gemiseh nach Reinigung desselben ver flüssigt und die schwer zu verflüssigen den Gase abgesaugt werden. Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet. dass die abgesaugten Gase zur Heizung der Vergasungsanlage verwendet wer.1.en.
CH183463D 1934-02-10 1935-02-09 Kraft- oder Heizstoff, insbesondere Treibmittel für Fahrzeugbrennkraftmaschinen. CH183463A (de)

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