CH183680A - Verfahren zur Herstellung hochkonzentrierter Salpetersäure aus verdünter Salpetersäure. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung hochkonzentrierter Salpetersäure aus verdünter Salpetersäure.

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CH183680A
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Hobler Thaddaeus
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Hydro Nitro S A
Hobler Thaddaeus
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  Verfahren zur Herstellung hochkonzentrierter Salpetersäure aus verdünnter  Salpetersäure.    Die gebräuchliche Ammoniakoxydation  mit Luft liefert in der Absorption bekannt  lich unmittelbar nur Salpetersäure mittlerer  Konzentration, und zwar etwa 50 % ige  Säure ohne und etwa 62-64%ige Säure  unter Druck. Hochkonzentrierte Salpeter  säure wird aus diesen Säuren unter Anwen  dung wasserentziehender Mittel, insbeson  dere konzentrierte Schwefelsäure, erzeugt.

    Ferner wird konzentrierte Salpetersäure un  mittelbar aus den Stickoxyden der     Am-          monialkoxydation    erzeugt, indem man die  Stickoxyde unter oder ohne Druck, je nach  dem die Ammoniakoxydation mit Luft  oder mit Sauerstoff durchgeführt wird,  verflüssigt und hierauf die verflüssig  ten Stickoxyde unter Druck, vorteilhaft  bei Temperaturen bis zu 70' oder auch  darüber, mit Sauerstoff und Wasser un  mittelbar zu Salpetersäure vereinigt.  



  Wirtschaftlich lässt sich das     Druckver-          flüssigungsverfahren    nur bei sehr niedrigen    Stromkosten durchführen; die Ammoniak  oxydation mit Sauerstoff stellt sich eben  falls nur     dann.    wirtschaftlich,     wenn    billiger  Sauerstoff, etwa als Abfallprodukt, zur  Verfügung steht. Sonst aber,     und    insbeson  dere dort, wo bereits eine Anlage zur Her  stellung verdünnter Salpetersäure besteht,  ist die allgemein gebräuchliche Art der Ver  arbeitung,der verdünnten Säure auf konzen  trierte     HNO3,    das heisst unter     Anwendung     von Schwefelsäure, den obenerwähnten Ver  fahren vorzuziehen.

   Die Nachteile der Ar  beitsweise unter     Anwendung    von .Schwefel  säure bestehen bekanntlich insbesondere  darin, dass die     Denitrierung    und Konzentrie  rung der Schwefelsäure einen beträchtlichen  Wärmeaufwand erheischt, wobei auch der  Aufwand an Schwefelsäure nicht unerheb  lich ist; schliesslich gestaltet sich die Ge  samtbetriebsführung recht umständlich und  kostspielig.  



  Das vorliegende Verfahren ermöglicht      die     Hochkonzentrierung    der in der Salpeter  säureanlage der Ammoniakoxydation anfal  lenden verdünnten     Salpetersäure    mit bestem  wirtschaftlichem Erfolg ohne     Anwendung     von Schwefelsäure.  



  Die Grundlage des     Verfahrens    gemäss  der Erfindung bildet die bekannte Zer  setzungsreaktion der Salpetersäure in Ge  genwart von Stickoxyden:  N0 + 2 HNO3 = 3 Nag + H,0.  



  Es wurde bereits vorgeschlagen, die  Stickoxyde aus der     Ammoniakoxydation    an  N02 anzureichern, indem man diese Gase,  ehe noch das N0 zu N02 oxydiert würde,  mit HNO3 im Gegenstrom in Berührung  brachte. Eine gewisse Anreicherung der  Gase an     N02    konnte zwar auf diese Weise  erzielt werden, aber,     insbesondere    wegen des  vielfachen Überschusses an inertem Stick  stoff, bei weitem nicht in hinreichendem  Masse, um aus NO, hochkonzentrierte Sal  petersäure herstellen zu können.  



  Gemäss vorliegendem Verfahren wird  die in der wässrigen Salpetersäure enthaltene  HNO3 grösstenteils mit NO-haltigen Gasen  zersetzt, wobei die hierfür erforderlichen  Gase durch Spaltung von N02 bei hoher  Temperatur gewonnen werden:  
EMI0002.0008     
  
    NO2#NO <SEP> + <SEP> ¸ <SEP> O2.       Nach der oben angeführten Zersetzungs  reaktion genügt es, auf zwei Moleküle Sal  petersäure ein Molekül NO einwirken zu  lassen, um drei Moleküle NO, zu erhalten.  



  Bei dem Verfahren findet ein Kreislauf  statt; an einer als Zersetzungssäule ausge  bildeten Stelle geht die     Salpetersäurezer-          setzung    vor sich, an einer andern in einem  erhitzten Raum     untergebrachten    Stelle wird  ein Teil des entstandenen<B>NO,</B> in NO und  ¸ OZ gespalten; die Spaltprodukte werden  wieder der Stelle der Salpetersäurezer  setzung zugeführt. Auf diese Weise entsteht  im Gaskreislauf, nach Massgabe der einge  führten verdünnten Salpetersäure, allmäh  lich ein Überschuss an NO, und O2; der  Überschuss an N02 und OZ wird aus dem  Gaskreislauf abgeleitet und mit der nötigen    Menge H20 unmittelbar auf hochkonzen  trierte Salpetersäure verarbeitet.  



  Der Kreislauf wird zweckmässig unter  Unterdruck durchgeführt; dadurch wird  einerseits die weitgehende Zersetzung der  eingeführten HN03 erheblich gefördert,  anderseits die Spaltung des N02 bei nicht  allzuhoher Temperatur begünstigt. Auch  wird, infolge des vorherrschenden Unter  druckes, die etwaige Reoxydation des aus  der Spaltung gewonnenen NO sehr verlang  samt.  



  Das erfindungsgemässe Verfahren zur  Herstellung hochkonzentrierter Salpeter  säure aus verdünnter ;Salpetersäure ist dem  nach dadurch gekennzeichnet, dass man die  zu verarbeitende     wässrige    Salpetersäure in  die Zersetzungssäule eines noch einen ge  heizten Spaltofen für     Stickstoffoxydgase          umfassenden    Gaskreislaufes einfliessen lässt,  sie in dieser Säule durch unten eingeführte,  in Gegenstrom zu der herabfliessenden  Säurelösung emporsteigende heisse     NO-hal-          tige    Gase aus dem Spaltofen zu     N02    und       H20    zersetzt, unter Ableitung des aus der  Salpetersäure     verbliebenen,

      nur Reste     un-          zersetzter    Salpetersäure enthaltenden Was  sers am untern Teil der Zersetzungssäule,  sodann einen Teil des in dem Gaskreislauf  gebildeten Stickstoffdioxyds in den Spaltofen  überführt zwecks Bildung von NO +     1/2        OZ     und diese zur Zersetzung weiterer     HN0.     Mengen in die Zersetzungssäule zurück  führt, den Überschuss an<B>NO,</B> aber, samt  dem aus der     NO2-Spaltung    herrührenden  Sauerstoff und dem aus der Zersetzungs  säule     stammenden    Wasserdampf, aus dem  Gaskreislauf abführt und zu     HNO3    um  setzt.  



  Die Zeichnung stellt schematisch ein  Beispiel einer Gesamtanordnung zur Durch  führung des Verfahrens dar.  



  Durch Rohr 1 .fliesst die in- der Salpeter  säureabsorption .der     Ammoniakoxydation    ge  wonnene,     etwa        50%ige    Salpetersäure der  mit Füllkörpern     (Raschig-Ringen)        versehe-          nen    Zersetzungssäule     2@    oben zu. Durch das      kurze Rohr 8 treten in die Zersetzungssäule  2 unten die heissen Spaltgase aus dem Spalt  ofen 9 ein und steigen im Gegenstrom zu  der herabfliessenden Salpetersäure in die  Höhe.

   Die durch das NO der Spaltgase zer  setzte, nur noch Reste unzersetzt gebliebener  HNO3 enthaltende, sehr verdünnte Salpeter  säure läuft durch das Rohr 10 dem Behälter  11 zu und wird von hier in eine der letzten  Stufen der Salpetersäureabsorption zurück  befördert. Die Temperatur in der Zer  setzungssäule 2 wird durch die Kühler 3, 4  geregelt; die nötige Wärme zur Zersetzung  der Salpetersäure wird durch die Eigen  wärme der eingeführten heissen NO-Gase  gedeckt.  



  Aus dem obern Teil der Zersetzungs  säule 2 werden die infolge der Zersetzung  der Salpetersäure an     N02    angereicherten  Gase teilweise durch Rohr 5 mittels des  Injektors 6 abgesogen und in den geheizten  Spaltofen 9 geleitet, wo, bei etwa 55  , die  Spaltung des NO2 in NO + ¸ OZ stattfin  det. Der Spaltofen 9 wird beliebig, z. B.  durch eine Gas- oder     Koksfeuerung    7, 15  oder mittels Feuerungsabgasen geheizt.  



  Nach erfolgter Spaltung werden die NO  und OZ enthaltenden Spaltgase im Kreislauf  durch Rohr 8 wieder in die Zersetzungs  säule 2 geleitet, um weitere     Mengen    der zu  fliessenden verdünnten Salpetersäure zu zer  setzen.  



  Der Überschuss an N02- und OZ-haltigen  Gasen samt Wasser- und Salpetersäure  dämpfen wird aus dem Gaskreislauf, z. B.  dem Oberteil der Zersetzungssäule 2, durch  Rohr 16 mittels der Vakuumpumpe 17 ab  gesogen. Ein Teil der auf etwa 1 Ata ge  drückten Gase wird durch Rohr 13 dem  Injektor 6 zugeführt und in der Injektor  düse entspannt. Die durch den Motor 12  angetriebene Vakuumpumpe 17, welche  z. B. in der Bauart der bekannten Wasser  ringpumpen ausgebildet werden kann, hält  in dem bisher beschriebenen Teil der An  lage, das heisst im Kreislauf, einen Unter  druck von etwa 0,1 Ata aufrecht.    Von der Vakuumpumpe 17 gelangt das  Gas-Dampfgemisch durch das Rohr 18 in  den Kühler 19. Der HNO3-Gehalt des hier  des hier  anfallenden     Kondensates    beträgt etwa 60  bis 70%.

   Das Kondensat wird zusammen  mit den im Kühler 19 nicht kondensierten,  im wesentlichen aus N02 und 02 bestehen  den Gasen durch Rohr 20 der Pumpe 21  zugeführt und darin auf etwa 20 bis 50       Ata    gepresst, schliesslich durch das Rohr 22  in die Drucksäule 23 geleitet. Das NO, ver  flüssigt sich zu     N204,    und zwar teilweise in  der stark gekühlten Pumpe 21, teilweise  beim Eintritt in die Drucksäule 23 infolge  der Kühlung 26. Die Pumpe 21 kann aus  säurefestem Stahl den bekannten     Nassluft-          pumpen    ähnlich gebaut und mit Intensiv  kühlung versehen werden.

   In -der Druck  säule 23 findet, unter dem hier herrschen- ,  den Druck, gemäss der bekannten Reaktion:       N204        +        1/2        0z        -I-        H20    - 2     HNO3,     die Vereinigung der Komponenten zu Sal  petersäure statt. Die entstandene, etwa  98 %     ige    Salpetersäure     wird    in den     Sammel-          behälter    24 abgelassen. Etwa nicht konden  sierte Gasanteile werden durch Rohr 25 in  das System zurückgeführt.  



  Um eine     Reogydation    des NO zu ver  meiden, sollen die gespaltenen Gase aus dem  Spaltofen 9 möglichst rasch in und durch  die Zersetzungssäule 2 geleitet werden, wo  bei das mitgeführte NO weitere Mengen der  in die Zersetzungssäule 2 fortlaufend zuge  führten verdünnten Salpetersäure zersetzt.

    Da hierbei auf je ein Molekül NO drei  Moleküle<B>NO,</B> entstehen, im Spaltofen 9  aber ein Molekül des<B>NO,</B> zu einem Molekül  NO nebst einem halben Molekül     OZ    gespal  ten wird, ist es möglich, den sich fort  laufend bildenden     Gasüberschuss,    ohne  irgendwelche Regelung, aus den Kreislauf  gasen in solcher Zusammensetzung abzu  ziehen, dass im abgezogenen Gasgemisch die  Komponenten     NOZ    und     OZ        zueinander    be  reits in dem für die spätere Salpetersäure  synthese nötigen Mengenverhältnis stehen.  Das zur Bildung der     HNOZ    nötige 11,0  stammt ebenfalls aus der in die Zersetzungs-      säule 2 eingeführten verdünnten Salpetersäure.  Seine Menge kann z.

   B. durch Regelung der  Temperatureinstellung in der obersten  Schicht der Zersetzungssäule 2 so einge  stellt werden, dass das mittels der Vakuum  pumpe 17 abgesogene Gasgemisch nicht  stärker mit Wasserdampf     gesättigt    wird,  als H20 für die HNO3-Synthese notwendig  ist, das heisst, dass das Gasgemisch im End  ergebnis die drei Komponenten H20, NO2  und O2 im für ihre unmittelbare Vereini  gung zu HN03 richtigen stöchiometrischen  Verhältnis enthält.  



  Steht genügend kaltes Kühlwasser zur  Verfügung, so empfiehlt es sich, das Gas  gemisch mit Wasserdampf weniger zu sätti  gen und das für die HNO3-Synthese feh  lende H20 in Form von dünner Salpeter  säure, etwa vor der Pumpe 21, durch das  Rohr 14 zuzuführen, wodurch die Kapazität  der Gesamtanlage erhöht wird.  



  Durch die beschriebene Arbeitsweise  kann die Hochkonzentrierung der in der  Salpetersäureanlage der Ammoniakoxyda  tion anfallenden, etwa 50%igen Salpeter  säure ohne Anwendung von Schwefelsäure  bewirkt werden, und zwar, im Gegensatz  zu den übrigen Syntheseverfahren, unter  Entfallen der Unkosten der Sauerstoff  erzeugung. Bei der Spaltung des N02. zu  NO bildet sich nämlich der als Nebenpro  dukt anfallende Sauerstoff gleich in der  stöchiometrischen Menge für die     HN03-          Synthese,    welche in bekannter Weise unter  Druck     (Druckoxydation)    vorgenommen wer  den kann.  



  Der zur     Durchführung    des Verfahrens  nötige Aufwand an Kraft und Wärme ist  unerheblich.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung hochkonzen trierter Salpetersäure aus verdünnter Sal petersäure, dadurch gekennzeichnet, dass man die zu verarbeitende wässrige Salpeter säure in die Zersetzungssäule eines noch einen geheizten Spaltofen für Stickstoff oxydgase umfassenden Gaskreislaufes ein- fliessen lässt, sie in dieser durch unten einge führte, in Gegenstrom zu der herabfliessen den Säurelösung emporsteigende heisse NO- haltige Gase aus dem Spaltofen zu NO2 und H20 zersetzt unter Ableitung des aus der Salpetersäure verbliebenen, nur Reste un- zersetzter Salpetersäure enthaltenden Was sers am untern Teil der Zersetzungssäule,
    sodann einen Teil des in dem Gaskreis lauf gebildeten Stickstoffdioxyds in den Spaltofen überführt zwecks Bildung von NO + ¸ OZ und diese zur Zersetzung wei terer HNO3-Mengen in die Zersetzungssäule zurückführt, den Überschuss an NO2 aber, samt dem aus der NO2-Spaltung herrühren den Sauerstoff und dem aus der Zersetzungs säule stammenden Wasserdampf, aus dem Gaskreislauf abführt und zu HN03 umsetzt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die HN03- Zersetzung, als auch die NO2-Spaltung unter Unterdruck erfolgt. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass der Wasserdampfgehalt des aus dem Gaskreislauf abgeführten Gasgemi sches derart eingestellt wird, dass das Gas-Dampfgemisch ein stöchiometrisches Gemisch für die unter Druck erfolgende Synthese-Reaktion N'04 + 1/ 02 -f- 115,0- = 2 HNO3 bildet. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass der Wasserdampfgehalt des aus dem Gaskreislauf hinausgeführten Gas gemisches derart eingestellt wird, dass das Wasser nicht ausreicht, um alles im Gemisch vorhandene NO2 und <B>0,</B> zu Salpetersäure umzusetzen, und das feh lende Wasser in die HN03Synthese in Form verdünnter Salpetersäure einge führt wird.
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