Sonnenbadeinriehtung. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Sonnenbadeinrichtung, die die Ein- wirkung der Sonnenstrahlen auf den Körper durch Bewegung des Ruheplatzes verteilt und dadurch mildert, so dass Schädigungen der bestrahlten Personen auch bei übermässig langem Gebrauch des Sonnenbades weniger leicht eintreten können.
Die längere Einwirkung der direkten Sonnenstrahlen auf eine und dieselbe Kör perstelle wird von den meisten Menschen sehr unangenehm empfunden. Viele Men schen vertragen sie überhaupt nicht oder er leiden Verbrennungen oder die Bräunung der Haut wird ungleichmässig. Es wurde er kannt, dass diesem Übelstande abgeholfen werden kann, indem der Körper selbsttätig in eine ständig wechselnde Lage zur Strah- lenrichtung gebracht wird.
Zu diesem Zweck wird gemäss der Erfin dung der Ruheplatz mit einem Bewegungs mechanismus verbunden, der ersteren derart bewegt, dass ein auf dem Ruheplatz befind- licher Körper von den Sonnenstrahlen unab hängig von der Sonnenbewegung nachein ander an verschiedenen Stellen getroffen wird. Dadurch wird nicht nur eine zu inten sive Wirkung der Strahlen auf eine und die selbe Körperstelle vermieden, sondern es wer den auch nach und nach verschiedene Teile des Körpers der Wirkung der Strahlen aus gesetzt und auf diese Weise eine gleich mässigere Bestrahlung der Haut bewirkt.
In den Fig. 1 bis 5 der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegen standes wiedergegeben.
Fig. 1 stellt beispielsweise eine der <B>01</B> eichzeitigen Benützung vieler Personen dienende Plattform 1 von der Form eines flachen Daches vor, die von einem zylindri schen Mantel 2 umgrenzt ist und um eine durch den Mittelpunkt 3 geführten Achse zu drehen bestimmt ist. Der zylindrische Umfassungsmantel hat den Zweck, die Ge fahr des Umstossens von Personen durch vor stehende Ecken oder Ränder der Plattform zu vermeiden, da bei grösseren Ausmassen der Plattform infolge des sehr grossen Über setzungsverhältnisses vom antreibenden Mo tor auf die Drehachse sehr grosse Kräfte in Frage kommen.
Die ganze Liegefläche kann durch dünne Leisten 4 oder -demselben Zwecke dienende Farbstreifen oder endlich durch mässig hohe Trennungswände in ein zelne Liegeplätze abgeteilt sein, um Strei tigkeiten zwischen den Badenden weitgehend zu vermeiden. Sie kann aber auch durch hochkantig gestellte Latten in Zellen unter teilt sein, die mit Sand ausgefüllt sind, da, mit auch die Möglichkeit der bei Sonnen bädern üblichen Lagerung im Sande gegeben ist. Endlich können auch Sitzgelegenheiten angebracht sein, um den Badenden jede ge wünschte Ruhelage zu bieten.
Durch die motorbewirkte langsame Dre hung der Scheibe wird erreicht, dass die dar auf ruhenden Körper von den Strahlen der Sonne unabhängig von deren Bewegung nacheinander an verschiedenen Stellen ge troffen werden.
Für einzelne Personen können beispiels weise entsprechend kleinere drehbare Platt formen oder besonders konstruierte Liege stühle verwendet werden.
Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines solchen Stuhls. Der Stuhl. besteht aus einer Liegefläche 5, die um eine horizontale Achse 6 schwenkbar gelagert und durch eine aus einem Scherengestell 7 bestehende Ein stellvorrichtung mit Einstellkurbel 8 und Gegengewinde 9 in verschiedene Schräglagen einstellbar ist. Als Einstellvorrichtung für die Schräglage könnten irgendwelche andere bekannte Mittel benützt werden.
Schwenkachse 6 und Scherengestell 7 sind auf einem Drehrost 10 gelagert, der durch eine Kappe 11 auf dem Ständer 12 leicht drehbar gelagert ist. Die Lagerung könnte zum Beispiel auch aus auf einer kreis förmigen Bahn sich bewegenden Rollen be stehen.
Der Ständer 12 ist auf einem Holzrost 13 befestigt, der einfach in den Sand gelegt wird. Man kann ihn aber auch direkt in den Erdboden fundieren.
Die Kappe 11 trägt ein Gehäuse 14, das den Antriebsmechanismus, zum Beispiel einen Elektromotor, eine starke Uhrfeder oder ein hydraulisches oder sonstiges Ge triebe enthält und die horizontale Drehung des den Liegestuhl tragenden Rostes 10 be wirkt, um zu erreichen, dass der darauf ruhende Körper von den Strahlen der Sonne unabhängig von deren Bewegung an ver schiedenen Stellen getroffen wird.
Das Tempo der Umdrehung kann unab änderlich sein oder es kann im Gegenteil seine Veränderbarkeit erwünscht sein. Emp findliche Peraoneii \verden insbesondere bei grosser ?ritze, zum Beispiel bei hohem Son nenstand oder in südlichen Gegenden eine Beschleunigung des Umdrehungstempos wün schen, während weniger empfindliche eine langsame Umdrehung bevorzugen, die nor maler Weise auf fünfzehn Minuten pro Um drehung eingestellt werden wird. Zu diesem Zwecke ist in der Ausführungsform gemäss Fig. 2 eine entsprechende Vorrichtung vor gesehen und besteht aus in ihrer Schräglage mittels Drehknopf 15 und Seil 16 gegen einen Federzug 17 einstellbaren Wind flügeln 18.
Am Fusse der Liegefläche 5 ist eine ver stellbare Fussleiste 19 angebracht, um ver schieden grossen Personen das Aufstützen der Füsse zu ermöglichen. Am Kopfende ist fer ner durch eine gegenüber der Liegefläche 5 schräg gestellte Kopfauflagefläche 20 für eine bequeme Kopflage vorgesorgt.
Fig. 3 zeigt eine bevorzugte Ausführung der Liegefläche 5. Sie besteht aus einem auf einem Rahmen 21 gespannten Geflecht 22, das aus Rohr-, Gurten-, Strick-, Draht- oder sonst welchem Material gebildet sein mag, dessen.weite Maschen der kühlenden Luft einen Zutritt zum Körper des Aufliegenden gestatten. Das Geflecht kann einfach, also nur über die obere Fläche des Rahmens 21 gelegt oder auch doppelt, das heisst auch über dessen untere Fläche gespannt sein. In die sem Fall ist die Entfernung beider Geflecht- lagen voneinander durch die Dicke des Rah mens 21 gegeben.
Die Doppelbespannung hat den Vorteil, dass die untere Bespannung bei Nachlassen der Spannung des obern Geflech tes dieses entlastet.
Der auf dem Liegestuhl Liegende kann selbst, ohne Zuhilfenahme dritter Personen, die Schräglage der Liegefläche mittels der Kurbel 8 und die Umdrehungsgeschwindig keit mittels des Drehknopfes 15 nach Be lieben regeln.
Drehbare Sonnenbadruheplätze kann man auch als schwimmende Körper ausbilden, die noch den besonderen Vorteil haben, dass, be sonders bei Verwendung von luftdurch lässigen Geflechten als Liegefläche, von der in geringem Abstand darunter befindlichen Wasserfläche aus sich eine wohltuende Küh lung bemerkbar macht, so dass die einer Über hitzung des Körpers an einer Stelle vorbeu gende Wirkung der Drehung der Liegefläche wirksam unterstützt ist.
Als Schwimmkörper kann insbesondere für grosse Plattformen, die nach dem Beispiel der Fig. 1 eine grössere Anzahl von Personen aufnehmen sollen, ein genügend tragfähiger Holzrost oder etwa kreisringförmiger Ponton benützt werden. Für Einzelliegeflächen kann nach dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 4 ein nach dem Prinzip des Fahrrades kreis rund aufgezogener Gummischlauch 23 die nen, auf dem unter Zwischenschaltung eines satt aufliegenden Rahmens 24 eine nach Fig. 3 geformte Liegefläche 25 angeordnet wird. In der geräumigen Nabe 26 dieser Rad konstruktion ist ein Motor untergebracht, der sich über die Drehachse 30 auf den Auflage flächen des Propellers 29 stützend, die Liege fläche in langsames Drehen versetzt.
Hier durch wird erreicht, dass die auf dem Schwimmkörper liegenden Körper von den Strahlen der Sonne unabhängig von deren Be wegung an verschiedenen Stellen getroffen werden. An Stelle des Propellers könnte eine kleine Kapselpumpe vorgesehen sein, dessen Druckwasser durch speichenartig angeord nete und am Ende tangential abgebogene Rohre ausströmend den für die Drehung des Schwimmkörpers nötigen Rückstoss erzeugen würde. Grosse Plattformen können aber auch durch ein oder mehrere Walzenpaare ihre Bewegung erhalten, die an der Peripherie eines um die Plattform angeordneten Lauf kranzes angreifen würden.
Die beschriebene schwimmende Vorrich tung ist mittels Halslager 27 und einem Seil 28 am Land verankert. Das Seil kann durch ein Gestänge ersetzt werden, auch kann es, wie strichliert angedeutet, an am Grunde des Gewässers liegenden Ankern befestigt sein.
Ein letztes Ausführungsbeispiel zeigt die in Fig. 5 in Gestalt von sich langsam um ihren Ständer drehenden Kinderschaukeln. Auf einem an seinem untern Ende mit einem Sockel 31 aus Korbgeflecht verkleideten Ständer 32 ist eine rohrförmige Kappe 33, die einen Querbalken 34 trägt, drehbar be festigt. Eine Antriebsvorrichtung 35 versetzt den Querbalken, der an beiden Armen die als Ruheplätze dienenden Schaukeln 36 trägt, in langsam drehende Bewegung, so dass auf diesen Schaukeln sich vergnügende nackte Kinder in einem Zeitraum von etwa fünf Minuten von allen Seiten von den Strahlen der Sonne bestrahlt werden, dies unabhängig von der Sonnenbewegung.
Zum Antrieb für die Drehung des Quer balkens 34 um den Ständer 32 könnte auch die Pendelbewegung der Schaukeln selbst verwendet werden, indem sie zum Beispiel durch ein Klinkenwerk in eine stets gleich gerichtete Bewegung umgeformt und auf den drehbaren Teil übertragen würde.
Es ist selbstverständlich, dass die erfin dungsgemässe Vorrichtung in jeder Ausfüh rung auch mit Ventilatoren zu Kühlungs zwecken oder mit solchen Überdachungen ausgestattet sein kann, die nur kurzwelliges Licht hindurchlassen, um die schädlichen Wärmestrahlen abzuhalten. An dem Wesen der Erfindung wird dadurch ebensowenig geändert, wie etwa dadurch, dass die Bewe gung des Ruheplatzes eine andere als eine reine Drehbewegung wäre, oder an Stelle einer gleichmässig kontinuierlichen eine ruck- weise fortschreitende Bewegung gesetzt würde.
Es wird auch die gleiche Wirkung er zielt, wenn die Liegestatt an Stelle der dauernd in gleicher Richtung rotierenden eine um einen genügend grossen Winkel in horizontaler Richtung hin- und herpendelnde Bewegung ausführt oder wenn ihr eine zeit weise aussetzende Bewegung erteilt wird.
Zwecks besserer Auswertungsmöglichkeit der vorhandenen Antriebsvorrichtung kann der Bewegungsmechanismus der Liegeflächen zum Beispiel auch zur Betätigung von irgendwelchen mechanischen, akustischen oder Lichtreklamen verwendet werden.