CH184288A - Verfahren zum künstlichen Altern alkoholhaltiger Flüssigkeiten. - Google Patents

Verfahren zum künstlichen Altern alkoholhaltiger Flüssigkeiten.

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CH184288A
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  • Distillation Of Fermentation Liquor, Processing Of Alcohols, Vinegar And Beer (AREA)

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  Verfahren zum künstlichen Altern alkoholhaltiger Flüssigkeiten.    Spirituosen aller Art, wie Branntwein,       Weinbrand,    Liköre, sowie Parfüms, brauchen  bekanntlich eine lange Lagerzeit, bis sie einen  vollen, reinen und abgerundeten Geschmack       Lind    Geruch annehmen. Unmittelbar nach  ihrer Herstellung enthalten sie scharf       sehmeckende    und riechende Stoffe, die sieh       erst    allmählich beim Lagern zersetzen und       in    indifferente oder mild schmeckende und  riechende Verbindungen übergehen.

   Beson  ders enthält der aus Kartoffeln oder ähn  lichen stärkehaltigen Rohstoffen     erbrannte     Sprit, der die Grundlage der meisten Trink  brannt;weine, Liköre und Parfüms bildet,  auch nach sorgfältigster Reinigung noch  scharfe, kratzige Bestandteile, die das  Aroma der später hinzugesetzten Ge  schmacks- und     Creruchstoffe    überdecken und  nicht zur Entfaltung kommen lassen. Frisch  bereitete Spirituosen und Parfüms sind daher  fast unverkäuflich; eine längere Lagerung  aber     bedeutet    eine unerwünschte Belastung  der Produktion wegen des Bedarfes an in-         vertiertem    Kapital, Lagerraum und Lager  gefässen.  



  Zur Vermeidung dieser Nachteile werden  alkoholhaltige Flüssigkeiten erfindungsgemäss  dadurch künstlich gealtert, dass man sie mit       oligodynamisch    wirksamer Substanz in     oligo-          dynamischen        Konzentrationen    innig in Be  rührung bringt, das heisst     finit        oligodyna-          misch    wirksamem Metall oder. Metallverbin  dungen, zum Beispiel wie dies bei der     oligo-          dynamischen    Sterilisation von Flüssigkeiten  bekannt ist.

   Durch diese Behandlung wird  in den behandelten Flüssigkeiten eine chemi  sche     Reaktion    hervorgerufen, bei welcher, wie  Versuche ergaben, eine Verstärkung des       Estergehaltes    und eine Abnahme des Al  dehyd-,     Fuselöl-    und Säuregehaltes erfolgt,  derart, dass die     behandelten    Flüssigkeiten in  überraschend kurzer Zeit einen abgerundeten  und milden Geschmack und Geruch an  nehmen.  



  Für das erfindungsgemässe Verfahren       verwendbare    Metalle sind vor allem Silber      t  und Kupfer, aber auch andere Metalle, deren  bakterizide Wirkung weniger stark ist, zum  Beispiel Platin,     Irridium,    Gold, Cadmium,  Kobalt und Nickel. Als sehr wirksam hat  sich Silber     erwiesen,    besonders, wenn man  es in einer Beschaffenheit verwendet, wie sie  sich bei der     .oligodynamischen        Flüssigkeits-          sterilisierun(r    bewährt hat, nämlich mit einer  mikroskopisch muhen, feinschichtigen Ober  fläche. Ausser den genannten Metallen kom  men auch ihre Legierungen sowie ihre anor  ganischen und organischen Verbindungen in  Betracht.  



  Die aufgeführten Metalle werden in klei  nen Konzentrationen verwendet, die an sieh  bei den verschiedenen Metallen schwanken ;  bei Silber zum Beispiel liegt die obere Grenze  bei 0,5 bis 0,7 mg, bei Kupfer bei 2,0 mg  pro Liter Flüssigkeit.  



  Praktisch wird man in der     Regel    schon  mit erheblich geringeren Metallkonzentra  tionen, beispielsweise mit 15 bis 30 Gamma       Ag,IL,        arbeiten,    wobei .die Metallkonzentra  tionen in jedem     Falle    selbstverständlich so       g        o        ewählt        werden        müssen,        dass        sie        zum        Beispiel     bei der Alterung von Wein den Vorschriften  der geltenden gesetzlichen Bestimmungen  über den Verkehr mit Lebensmitteln entspre  chen.  



  Man kann die Behandlung der Flüssig  keiten mit dem     wirksamen    Stoff auf ver  schiedene Weise, vornehmen. Bei dem Kon  taktverfahren zum Beispiel wird die Flüssig  keit kurze Zeit mit dem wirksamen Stoff  in Berührung gebracht. Dies kann     dadurel)     geschehen,     @dass    man sie in ein Gefäss ein  füllt, das mit wirksamem     ,Stoff,    zum Bei  spiel mit Silber,     ausgerüstet    ist. Es ist vor  teilhaft, hierbei nicht nur die Wände des  Gefässes. mit dem wirksamen Stoff zu über  ziehen, sondern das ganze Gefäss mit Ein  sätzen oder Füllkörpern auszurüsten, die aus  dem wirksamen Stoff bestehen oder mit ihm  überzogen sind.

   Beispielsweise kann man das  Gefäss mit kleinen Porzellanringen oder mit  Sand von 2 bis 4 mm Korngrösse, der fein  schichtig mit Silber überzogen ist, füllen.  Man kann die Flüssigkeit entweder kurze    Zeit lang in dem Behandlungsgefäss ruhen  lassen oder sie kontinuierlich durch .das Ge  fäss hindurchlaufen lassen. Je nach dem ge  wünschten     Aktivierungsgrad    kann man die       Durchflussgeschwindigkeit    und die Höhe der       wirksamen.        ,Schicht    gegenseitig so     abstimmen,     dass eine ganz bestimmte Berührungsdauer  zwischen der Flüssigkeit und der wirksamen       Substanz    gewährleistet ist.

   Man kann die  wirksame Schicht auch als Filter ausbilden,  so     .dass    damit in einer einzigen Operation die  Flüssigkeit geklärt und gealtert werden kann.  



  Für das geschilderte Kontaktverfahren  eignen sich ausser den erwähnten Metallen  auch ihre     schwerlöslichen        Verbindungen;    so  kann man zum     Beispiel    die Füllkörper an  statt mit Silber mit Silberphosphat über  ziehen.  



  Eine andere     Ausführungsform    des erfin  dungsgemässen Verfahrens ist .die folgende:  Man lässt die Flüssigkeit der man nötigen  falls durch geeignete Zusätze eine geringe  Leitfähigkeit     erteilt    hat, durch ein Gefäss       hindurebströmen,    in welchem sie einem  schwachen elektrischen Gleichstrom zwischen  Elektroeden ausgesetzt wird, von denen wenig  stens die Anode     aus    einem wirksamen Me  tall, zum Beispiel aus Silber, besteht. Hier  hat man es durch Abstimmen der Strömungs  geschwindigkeit und der elektrischen Strom  stärke in der Hand, den Behandlungsgrad  zu     bemessen.     



  Man kann auch in der Flüssigkeit un  mittelbar eine abgemessene Menge     eines    lös  lichen Metallsalzes auflösen oder sie mit einer  bestimmten Menge einer kolloidalen Metall  oder Metallsalzlösung versetzen.  



  Diese Behandlung soll für Wein nur An  wendung finden, soweit sie nach .den gelten  den     Lebensmittelbestimmungen    angängig ist.  



  Sehr     günstige    Resultate wurden mit ver  schiedenen Branntweinarten, zum Beispiel  Enzian, Kirschwasser, Nordhäuser und der  gleichen erzielt; ebenso konnte man mit Er  folg süsse Liköre und Weine behandeln. Bei  den Weinen tritt, wie Versuche ergaben, noch  eine weitere günstige Wirkung ein. Die  erfindungsgemässe Behandlung verhindert      nämlich das sogenannte     Kahmigwerden    und  Entstehen von Essigbildnern. Man kann zum  Beispiel einen Weisswein nach der erfin  dungsgemässen     Behandlung    tagelang offen an  der Luft stehen lassen, ohne     dass    er kahmig  wird oder einen     Essigsäurestich    bekommt,  was sonst stets eintritt.  



  In manchen Fällen ist es vorteilhaft, nicht  das fertige Produkt, sondern bereits die Aus  gangs- oder     Zwisehenprodukte    vor Zusatz  der Aroma- und     Typisierungsstoffe    mit     oligo-          dynamisch    wirksamen Metallen zu behandeln.

    So ist es zum     Beispiel    vorteilhaft, bei Wein  brand zunächst     Idas    junge und rohe Wein  destillat nach entsprechender Verdünnung  mit Metallen zu behandeln und ihm dann  erst die     Aromastoffe    hinzuzusetzen oder zum  Beispiel den allfällig zu verwendenden, zu  nächst passend' verdünnten Sprit oder zur  Verdünnung dienendes Wasser mit     oligo-          dynamisch    wirksamen Metallen zu behandeln  und dann erst die     Geschma.eksstoffe    hinzu  zusetzen.  



  Das erfindungsgemässe Verfahren lässt  sich mit grossem     Vorteil    auch bei der Berei  tung von reinem, 96%igen Alkohol aus  rohem     Kartoffelsprit    anwenden.  



  Auch bei Parfüms ist es zweckmässig die  Ausgangsflüssigkeit vor Zusatz der Duft  Stoffe zu behandeln, also zum     Beispiel    den  zu verwendenden Alkohol,     bezw.    wässerigen  Alkohol, dem erfindungsgemässen Verfahren  zu unterwerfen, oder destilliertes Wasser, das  nachträglich mit Alkohol gemischt wird,       oligodynamisch    zu aktivieren. Fügt man  nach der     Behandlung    die Riechstoffe hinzu,  so tritt, wie sich zeigte, in dem Parfüm  sofort das gewünschte Aroma voll und ab  gerundet in Erscheinung, während scharfe  und kratzende     Geruchbestandteile,    die ohne  die erfindungsgemässe Behandlung den Riech  stoff überdecken würden, ganz verschwunden  sind.  



  Die bei dem Verfahren nach der Erfin  dung in die Flüssigkeiten übergehenden Me  tallmengen sind äusserst gering und meist  mit den üblichen analytischen Mitteln kaum  nachweisbar.    Erwähnt sei,     dass,    das Verfahren nach :der  Erfindung ohne jede äussere Energiezufuhr,  insbesondere ohne Erwärmung durchgeführt  werden kann, wodurch es sich vorteilhaft von  andern künstlichen     Alterungsverfahren    unter  scheidet.

   Es hat sich gezeigt,     .dass    nachdem       erfindungsgemässen        Alterungsverfahren    :die  Produkte ihr volles, weiches Aroma nicht nur  sofort nach der     Herstellung    entfalten, son  dern dass auch bei längerem Lagern ge  gebenenfalls kein Rückschlag auftritt, wie  es bei andern     Schnellalterungsverfahren    vor  kommt. Es hat sich .auch .gezeigt, dass man  den nach der Erfindung hergestellten Par  fums nicht unbedingt     Geruchsfixierungs-          mittel,    wie     Moschus    und Ambra, zuzusetzen  braucht.

   Schliesslich ist .darauf hinzuweisen,  dass die Parfüms, wenn das Verfahren mit  einem stark     oligodynamisch    wirksamen Me  tall, zum Beispiel mit Silben durchgeführt  worden ist, je nach dem     Aktivierungsgrad     eine mehr oder minder     starke,Sterilisierungs-          wirkung    haben; man kann also auf diese  Weise ein Parfüm gewinnen, das gleichzeitig  als Desinfektionsmittel wirkt.  



  <I>Ausführungsbeispiel:</I>  Sprit, der zur Herstellung von Parfüm  bestimmt ist, wird im Strömungsverfahren  durch ein zylindrisches Gefäss ,geführt, das  eine Schicht versilberten Sandes enthält. Die       Durchlaufgeschwindigkeit        beträgt    4,5 Liter  pro Stunde.

   Die Untersuchung .des so be  handelten     Sprites    zeigt, dass sein Säuregehalt,  verglichen mit unbehandeltem Sprit, um  25 % abgenommen, sein     Estergehalt    um mehr  als 20 % zugenommen, sein Aldehyd- und       Fuselölgehalt    um<B>50%</B> abgenommen hat, der  Sprit somit die kennzeichnenden Eigenschaf  ten eines gealterten Alkohols zeigt;

   setzt  man dem so behandelten Sprit beispielsweise  5 %     Extrait    zu, durchschüttelt die Mischung  und überlässt sie für kurze Zeit sich selbst,  so erhält man ein Parfüm, -das ein völlig ab  gerundetes und gleichmässiges Aroma, frei  von jener scharfen und kratzigen Beschaffen  heit besitzt,     wie    sie sonst in üblicher Weise  hergestellte Parfüms nach der Komposition  besitzen.

Claims (1)

  1. PATitN'rÄxSPIt$CLg Verfahren zum künstlichen Altern al koholhaltiger Flüssigkeiten, dadurch ge kennzeichnet, dass der Alkohol mit oligo- ,dynamisch wirksamer Substanz in oligo- dynamischen Konzentrationen in innige Berührung gebracht wird.
    II. Apparat zum Altern alkoholartiger Flüs sigkeiten gemäss dem Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeich net, .dass ein als Alterungsmittel dienen des oligodynamisch wirksames Metall in einem, zur vorübergehenden Aufnahme der zu alternden Flüssigkeit bestimmten Gefäss untergebracht ist. III. Nach ;dem Verfahren gemäss Patentan spruch I gealtertes Parfüm. UNTERANSPRüCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als Alterungs- mittel oligodynamisch wirksame Metalle dienen. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als Alterungs- mittel Verbindungen oligody namisch wirksamer Metalle dienen. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man die Flüs sigkeit durch eine Schicht kleiner Kör per hindurchschickt, von denen zumin dest die Oberfläche aus dem Alterungs- mittel besteht. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man die Flüs sigkeit durch ein mit einem Alterungs- mittel ausgerüstetes Filter hindurch schickt. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als Alterungs- mittel eine aus oligodynamisch wirk samem Metall bestehende Anode verwen det wird und aus dieser elektrolytisch, mittels schwachem elektrischem Strom, Metall gelöst wird.
    6. Verfalhren nach dem Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeich net, dass man die zu alternde Flüssig keit mit löslichen Verbindungen eines wirksamen Metalles in oligodynamischen Konzentrationen versetzt. 7. Verfahren nach Patentanspruch I, :da durch gekennzeichnet, dass man der zu alternden Flüssigkeit eine kolloidale Lö sung eines oligodynamisch wirksamen Metalles zusetzt. B.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass bei .der Al terung von Parfüm der Sprit vor Zusatz der Aromastoffe mit dem oligodynamisch wirksamen Metall in Berührung ge bracht wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch .I, -da durch gekennzeichnet, dass zu alternder Alkohol mit oligodynamisch aktiviertem Wasser gemischt wird. 10.
    Apparat nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass ein als Al- terungsmittel dienendes oligodynamisch wirksames Metall in Form von kleinen Stücken in dem zur Aufnahme der zu alternden Flüssigkeit bestimmten, Gefäss enthalten ist. 11. Apparat nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass ein als Al terungsmittel dienendes oligodynamisch wirksames Metall in einer Filterschicht untergebracht ist. 12.
    Apparat nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass ein als Al terungsmittel dienendes oligodynamisch wirksames Metall in Form von Anoden in einem Gefäss untergebracht ist, durch welches man die zu alternde Flüssigkeit hindurchfliessen lassen kann, und dass die Elektroden über Schalt- und Regelein richtungen an eine Stromquelle an schliessbar sind.
CH184288D 1932-08-16 1933-08-12 Verfahren zum künstlichen Altern alkoholhaltiger Flüssigkeiten. CH184288A (de)

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