DE668302C - Verfahren zur kuenstlichen Alterung von Parfuem - Google Patents

Verfahren zur kuenstlichen Alterung von Parfuem

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DE668302C
DE668302C DEK144729D DEK0144729D DE668302C DE 668302 C DE668302 C DE 668302C DE K144729 D DEK144729 D DE K144729D DE K0144729 D DEK0144729 D DE K0144729D DE 668302 C DE668302 C DE 668302C
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metal
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B9/00Essential oils; Perfumes
    • C11B9/02Recovery or refining of essential oils from raw materials
    • C11B9/022Refining

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  • Fats And Perfumes (AREA)

Description

  • Verfahren zur künstlichen Alterung von Parfüm Parfüm besitzt kurz nach seiner Herstellung, hauptsächlich infolge der Eigenschaften des als Ausgangsstoff dienenden Alkohols, noch kein volles, abgerundetes Aroma. Man muß es vielmehr nach seiner Herstellung zunächst längere Zeit, oft über ein Jahr, lagern. Diese Notwendigkeit bedeutet für den Erzeuger wegen des investierten Kapitals und wegen des Bedarfs an Lagerräumen und Lagerfässern eine große Belastung.
  • Um die Lagerzeit des Parfüms durch künstliche Alterung zu verkürzen oder ganz zu vermeiden, hat der Erfinder anderwärts vorgeschlagen, das Parfüm oder einzelne seiner Ausgangsstoffe, z. B. Sprit oder Wasser oder Mischungen derselben, mit oligodynamisch wirkenden Metallen ionaler Form in Berührung zu bringen, und zwar derart, daß das.Behandlungsgut durch eine Schicht filtriert wird, deren Teilchen mit den wirksamen Metallen imprägniert oder überzogen sind.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls ein Verfahren zur künstlichen Alterung von Parfüm, das auf der Verwendung oligodynamisch wirkender Metalle beruht und darin besteht, daß durch einen schwachen elektrischen Gleichstrom, vorzugsweise bei einstellbarer Stromstärke und/oder Geschwindigkeit des Flüssigkeitsstromes, das Metall in ionaler Form aus einer in die Flüssigkeit tauchenden Anode gelöst wird. Um zwischen den in die Flüssigkeit tauchenden Elektroden, von denen mindestens die Anode aus dem wirksamen Metall besteht, einen ausreichenden Stromdurchgang zu gewährleisten, kann der zu behandelnden Flüssigkeit nötigenfalls durch geeignete Zusätze eine geringe Leitfähigkeit erteilt werden. Die zu alternde Flüssigkeit kann im Standverfahren behandelt werden. Man kann die Flüssigkeit aber auch an den Elektroden vorbeiströmen lassen.
  • Die Benutzung oligodynamisch wirksamer Metalle ist für Sterilisationszwecke bekannt. Auf dem davon völlig verschiedenen Gebiet der künstlichen Alterung alkoholhaltiger Flüssigkeiten hat man schon die Kombination von ultravioletten Strahlen oder von Wechselstromfeldern mit Katalysatoren, z. B. Kupfer, vorgeschlagen. Auch Verdampfungs- und Oxydationsprozesse im Verein mit Katalysatoren sind bekannt. Soweit bei bekannten Alterungsverfahren Elektrizität zu Hilfe genommen wurde, geschah es, um unmittelbare elektrische Wirkungen, insbesondere elektrolytische, auf die Flüssigkeit auszuüben.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich einerseits durch eine ungewöhnlich günstige, zuverlässige und starke Wirkung, andererseits durch eine Einfachheit und Schnelligkeit aus, die überraschend sind. Versuche zeigen, daß ein kurzzeitiges, z. B. nur wenige Sekunden dauerndes Einschalten des elektrischen Stromes genügt, um durch das dabei in Lösung gehende Metall den Säure-, Aldehyd- und Fuselölgehalt des benutzten Sprits merklich zu senken und den Estergehalt zu steigern, wodurch das Parfüm ein weiches, liebliches Aroma, frei von scharfen, kratzenden und stechenden Bestandteilen, erhält. Ein erheblicher Vorzug des neue Verfahrens liegt auch darin, daß das ein behandelte Erzeugnis seine günstigen E'g,@ schaften nicht nur unmittelbar nach der stellung entfaltet, sondern auch nach längere. Lagern behält. Geruchsfixierüngsmittel, wie Moschus, Ambra u. dgl., brauchen dem nach der Erfindung gewonnenen Parfüm nicht zugesetzt zu werden.
  • Ein erheblicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei welchem der elektrische Strom lediglich als Hilfsmittel zur Lösung des Metalls, nicht aber zur Einwirkung auf die Flüssigkeit benutzt wird, besteht ferner darin, daß man durch Regelung der Stromstärke und, soweit die Flüssigkeit an den Elektroden vorbeiströmt, durch Einstellung der Strömungsgeschwindigkeit bzw. durch Einstellung von Stromstärke und Strömungsgeschwindigkeit zueinander eine genaue Dosierung des in die Flüssigkeit einzutragenden Metallgehalts erzielt.
  • Schließlich wird durch die Verwendung oligodynamisch wirksamer Metalle auch erreicht, daß das behandelte Parfüm je nach dem Aktivierungsgrad auch eine sterilisierende Wirkung erhält und somit zugleich als Desinfektionsmittel wirkt.
  • In der Regel wird es sich empfehlen, nicht das fertige Parfüm zu behandeln, da gewisse empfindliche Riechstoffe unter der unmittelbaren Einwirkung der wirksamen Substanzen leiden. Vorzugsweise wird man daher die Ausgangsflüssigkeit des Parfüms, also den Alkohol selbst, u. U. auch das destillierte Wasser oder Mischungen beider Flüssigkeiten, behandeln. Fügt man dann die Riechstoffe hinzu, so tritt in deni Parfüm sofort nach seiner Herstellung der gewünschte Duft voll und abgerundet in Erscheinung.
  • Als besonders wirksames Metall erweist sich Silber. Die geringen in Betracht kommenden Metallmengen kann man nach Belieben entweder in der Flüssigkeit belassen oder sie, wenn man beispielsweise bei empfindlichen Riechstoffen eine schädliche Wirkung auf das Aroma befürchtet, vor Zugabe der Riechstoffe wieder beseitigen.
  • Zum Nachweis der günstigen Ergebnisse des erfindungsgemäßen Verfahrens mögen folgende Vergleichsversuche dienen.
  • Unter Verwendung von Lavendel, Chypre und roter Rose wurden Parfümproben hergestellt, die je 3,3 °4 des Duftstoffes enthielten und deren Spritgrundlage zuvor in fier erfindungsgemäßen Weise künstlich ge-
    tert worden war, während einer Vergleichs-
    ; öbe, aus ungealtertem Sprit hergestellt,
    Duftstoff zugesetzt wurden. Sämtliche
    Froben wurden mit Primasprit von 94,32 Volumprozent Alkoholstärke hergestellt. Mittels eines Gerätes, bei welchem zwei etwa 8o mm lange ünd 4 mm starke Silberstäbe im Abstand-von 5 mm angeordnet waren und durch eine Taschenbatterie von 3 V Spannung gespeist wurden, sind je ioo ccm Primasprit 40 bzw. 6o bzw. 8o Sekunden aktiviert worden. In der nachstehenden Tabelle ist das Ergebnis dieser drei Versuche. unter B, C und D im Vergleich zu dem ungealterten rohen Primasprit, A, dargestellt. -
    A B C D
    Säure ..... 2,4 2,4 1,8 1,2
    Ester ...... 19,36 25,7 3414 45,41
    Aldehyd ... 1,3 0,53 0,48 0,36
    Fuselö1 .... 2,8 1,28 1,24 424
    Alle angegebenen Daten beziehen sich auf Milligramm in ioo ccm reinen Alkohol. Der Säuregehalt wurde berechnet als Essigsäure, der Estergehält als Essigsäureäthylester, der Aldehydgehalt als Azetaldehyd. Erblickt man in dem Vorgang der Alkoholalterung eine Veresterung des Sprits, so ist ein derartiger Vorgang aus vorstehender Tabelle unter B bis D unzweideutig festzustellen. Aber auch geruchlich war der Unterschied zwischen dem ungealterten Primasprit und den behandelten Spritproben bzw. den mit den Spritproben hergestellten Parfüms unverkennbar, und dies, trotzdem der Rohspritprobe, wie oben angegeben, erheblich mehr Duftstoff als den erfindungsgemäß behandelten Proben zugesetzt worden war.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur künstlichen Alterung von Parfüm durch Berührung des Parfüms oder einzelner seiner Ausgangsstoffe, z. B. Sprit oder Wasser oder Mischungen derselben, mit oligodynamisch wirksamem Metall ionaler Form, dadurch gekennzeichnet, daß durch einen schwachen elektrischen Gleichstrom, vorzugsweise bei einstellbarer Stromstärke und/oder Geschwindigkeit des Flüssigkeitsstromes, das Metall ionaler Form aus einer in die Flüssigkeit tauchenden Anode gelöst wird.
DEK144729D 1933-02-05 1933-02-05 Verfahren zur kuenstlichen Alterung von Parfuem Expired DE668302C (de)

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