CH184325A - Flachdruckform, insbesondere Offsetdruckform, und Verfahren zu ihrer Herstellung. - Google Patents

Flachdruckform, insbesondere Offsetdruckform, und Verfahren zu ihrer Herstellung.

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CH184325A
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Anthonius Boekelman Willem
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Anthonius Boekelman Willem
Elfers Alberthus
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Description


  Flachdruckform, insbesondere     Offsetdruckform,    und Verfahren zu ihrer Herstellung.    Die Erfindung bezieht sich auf eine  Flachdruckform, insbesondere, jedoch nicht  ausschliesslich, auf eine     Offsetdruckform    und  auf ein Verfahren zur Herstellung einer der  artigen     Druckform.     



  Die Flachdruckform kann eine     Offset-          druckplatte    sein, die in einfachster Weise       herstellbar    und zum Erhalten besserer Ab  drücke in grösserer Auflage geeignet ist als  schon     bekannte        Offsetdruckplatten    und bei  der die Bildelemente auf der Platte selbst  ohne besondere     Schwierigkeiten    bildgemäss  in Tonwert kleiner geätzt werden können.  



       Die    Herstellung einer     Offsetdruckplatte     erfolgt bisher meist in nachstehender Weise:  Man geht von einer Zink- oder Alumi  niumplatte aus, welche gekörnt und mit einer  lichtempfindlichen Eiweiss- oder     Fischleim-          schiebt    versehen     wird.    Nachdem die Kopie  hierauf fertig gemacht worden ist, wird diese  Platte     bepulvert,    mit     Streckersalz    behandelt  und danach mit Wasser ausgewaschen.    Darauf wird dieselbe gummiert und ge  trocknet, worauf noch ein Auswaschen mit       '.ferpentin,    eine Behandlung mit einer Tink  tur und nach Trocknung ein     Auswaschen.    mit  Wasser erfolgt.

    



  Danach wird die     Platte    mit     Bestän-          digungsfarbe    eingerollt, nochmals getrocknet  und mit     Talkpulver    eingepulvert. hierauf  zum zweiten Male mit     Streckersalz    behan  delt und mit     Terpentin    gewaschen.  



  Erst jetzt kann die Platte mit der ge  wünschten Farbe eingerollt werden     urid    das  Abdrucken stattfinden. Zur Kontrolle und  zur     Feststellung,    ob der Bildträger gut ist,  werden die obengenannten Bearbeitungen je  doch in den meisten Fällen     wiederholt.     



  Falls es sieh um eine     Offsetplatte    mit       verschiedenen.    Tonwerten in einer einzigen  Farbe handelt, so sind vom Original Raster  negative für diese Farbe     herzustellen.    Ein  derartiges Rasternegativ ist im wirklichen       Tonwert    bisher nie dem Original gleich, so      dass es stets erforderlich ist, eine Negativ  retusche und/oder     Positivretusche    auszu  führen, wobei der richtige Erfolg nie  mals sicher ist. Das Mass der Genauig  keit dieser Retusche ist für die Güte  der Druckplatte und für das Endergeb  nis des Druckes entscheidend.

   Aber erst  hei der Herstellung der Versuchsabdrücke  stellt es sich heraus, ob die Retusche genü  gend war; in der Regel mangelt daran viel,  und in vielen Fällen ist sogar die Herstel  lung einer     neuen        Druckplatte    erforderlich.  Solches bedeutet neue Behandlung und neue  Retusche. Für Mehrfarbendruck werden die  obengenannten Nachteile noch erheblich  grösser.  



  Die Anwendung einer Flachdruckform  gemäss der Erfindung macht eine Negativ  retusche überflüssig und ermöglicht die Re  tusche der Flachdruckform selbst.  



  Die Flachdruckform gemäss der Erfin  dung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie  zwei     Metallschichten        aufweist,    von welchen  die obere Metallschicht hauchdünn und     far-          beannehmend    ist,     und    an den bildfreien Stel  len bis auf die untere     ätzbeständige    Metall  schicht mit wasserannehmenden Eigenschaf  ten     durchgeätzt    worden ist. Unter     "hauch-          dünn"    ist eine Stärke von höchstens 0,01 mm  und vorzugsweise     nichtgrösser    als 0,005 mm       zii    verstehen.

   Die     farbeannehmende    Schicht  kann beispielsweise aus einem elektrolyti  schen,     durchgeätzten    Metallniederschlag be  stehen, der auf einer     Metallschicht    mit     un-          gekörnter    Oberfläche ruht.  



  Die untere wasserannehmende Schicht  der Flachdruckform kann aus Blei oder einer  Bleilegierung bestehen, so dass sie dem     Ätz-          mittel    gegenüber, mit dem die     farbeanneh-          mende    Oberfläche geätzt worden ist, bestän  dig ist.  



  Die     farbeannehmende    hauchdünne Ober  schicht kann aus Kupfer oder einem andern  Metall bestehen.  



  Eine Flachdruckform     kann    beispielsweise  derart hergestellt werden, dass auf einem har  ten Träger aus Kupfer oder anderem Metall  eine Zwischenschicht aus Blei, einer Blei-         legierung    oder einem andern Metall und auf  diese Zwischenschicht die hauchdünne obere  Schicht aus Kupfer oder anderem Metall  elektrolytisch gefällt wird, welche letztere  zwecks Herstellung der Bildelemente mit  einem Ätzmittel geätzt wird, gegenüber wel  chem die Zwischenschicht beständig ist.  



       Die    hauchdünnen Bildelemente aus Me  tall sind dauerhafter als die bis jetzt üb  lichen Bildelemente und können ohne Nach  teil mit einer Bürste leicht und bequem ge  reinigt werden. Bisher war es erforderlich,  nach jeder Betriebsperiode die     Platten    gänz  lich zu reinigen und zu gummieren,

   womit  viel Zeit verloren     ging.    Bei der     Druckform     gemäss der vorliegenden     Erfindung    werden  die Bildelemente nicht mehr von der Farbe  angegriffen und die Farbe kann beim An  fang der     nächsten.    Betriebsperiode mit wenig       Terpentin    leicht von der     glatten    Metallober  fläche     entfernt    werden.  



  Die neue     Druckform    hat eine grosse me  chanische Stärke, besondere Bildschärfe und  ermöglicht Retuschen auch nach der Herstel  lung von Versuchsabdrücken und in jedem  Stadium des Gebrauches. Die Erfindung bie  tet weiter die Möglichkeit, eine im Tonwert       ätzbare        Offsetdruckplatte    zu erhalten mit  allen damit verknüpften Vorteilen.

   Man hat  es in der Hand, nach     Hindurchätzung    der       obern    Metallschicht bis auf die Zwischen  oder Unterschicht die weitere     Ätzung    nur  auf die Grösse der Bildelemente     einwirken    zu  lassen, weil die galvanische Bleischicht oder  andere wasserannehmende Metallschicht     ätz-          beständig    ist, so dass. trotz der Tonätzung  doch keine Tiefätzung     auftritt.    Man kann  deshalb jede Tonätzung ohne Schwierigkei  ten ausführen. Gegebenenfalls kann die  Platte vor dem Drucken     mit    Terpentin oder       Benzin    und Schwefelsäure oder andern Mit  teln behandelt werden.  



  Bei der Flachdruckform gemäss der Er  findung erübrigt es sich, eine Negativretusche  anzuwenden; der Punkt oder irgendein ande  res Bildelement kann auf der Druckform  selbst im Tonwert dünner geätzt werden; die       ätzbeständige    untere Schicht, die die Zwi-           schenschicht    oder unterste Schicht sein kann,  lässt nur ein Angreifen des     Punktes    in der  Grösse, jedoch nicht mehr in der Tiefe zu,  wodurch der Rasterpunkt nadelspitz abgeätzt  werden kann.

   Da die Oberschicht nur eine  Höhe von 0,01 mm, zweckmässig sogar nur       0,005    mm hat, ist die Grundfläche eines     äu-          sser,#t    spitzen Punktes oder einer ganz dün  nen Linie     immer    sehr viel grösser als die  Höhe.  



  Obwohl man annehmen sollte, dass bei  einer so hauchdünnen Metallschicht das     Fer-          tigätzen    unmöglich sei, hat die Praxis er  wiesen, dass man die richtige und reine  Punktform behalten     kann,    wenn die licht  empfindliche Kopierschicht nicht zu dick  aufgebracht wird. Auch beim Kopieren eines  in Tonwert richtigen     Rasternegativs    ist Ver  wendung einer hauchdünnen     Metallschacht    in  der Praxis unbedingt erforderlich. Wenn  nämlich diese obere Schicht dicker ist, wird  die für das     Durehätzen    benötigte -Zeit so  ausgedehnt und dadurch die Punktgrösse der  artig verringert, dass der richtige Tonwert  verloren geht.

   Es ergibt sich nachher beim  Drucken ein graues, kontrastloses Bild und  nach längerem Drucken wird sich die Farbe  um die     Seiten    des Rasterpunktes legen und  die vom Gummituch erhaltenen Abdrücke  laufen voll. Die Anwendung der hauchdün  nen Metallschicht hat zur Folge, dass der  Druckpunkt oder die Linie fast keine Höhe  hat und Einprägung dieser Rasterpunkte in  das Gummituch ist daher ausgeschlossen.  



  Das bekannte "Weglaufen" der Kopie  während des     Abdruckens    infolge     Anfressung     der Bildschicht durch schädliche     Farbbe-          standteile    auf dem hohen oder abdruckenden  teil kommt bei Anwendung der     Erfindung     nicht mehr vor.  



  Falls man eine nach     bekannten    Verfah  ren hergestellte Druckplatte wieder zu einem  neuen Bilde geeignet machen will, geht da  mit viel Zeit verloren. Durch     Anwendung     einer     Druckform        gemäss    der Erfindung kann  diese Zeit erheblich abgekürzt werden.  



  Auf die hauchdünne Metallschicht kann  mit Anwendung von Kaltemail oder Eiweiss    leicht kopiert werden, worauf man späterhin  mit     Abdeckfarbe    und Fettkreide die bereits  auf Ton geätzten Partien zeitweilig abdecken  kann. Dies kann wiederholt werden, bis alle       gewünschten    Tonwerte in den verschiedenen  Partien vorhanden sind.  



  Falls beim Andrucken die     ätzbeständige     Schicht aus Kaltemail, Pack- oder anderem       Deckschichtmaterial        verschwundeü    sein sollte.,  so kann zur Ausbesserung eine Farbschicht  oder eine andere     ätzbeständige    Schicht auf  gebracht werden. Retusche ist bei einer       Flachdruckform    nach der Erfindung zu je  der Zeit möglich, ohne dass, man mit der Be  handlung von     vorn    anfangen müsste.  



  Danach können die zeitweilig aufgebrach  ten Deckungen, zum     Beispiel    mit einer Bürste       und    Terpentin entfernt werden, ohne dass die  Abdruckfläche beschädigt wird.  



  Eine nach obigen Angaben hergestellte       Offsetdruckplatte    nimmt schnell viel Farbe  an und gibt dieselbe schnell und leicht wie  der an die Kautschukoberfläche ab, so dass  die     Maschine    für     Auflagerdruck    mit Höchst  geschwindigkeit arbeiten und die     Leistung          gesteigert    werden     kann.    Die Druckplatte  gibt bei gleicher     Farbschichtdicke    viel  mehr Farbe an den Kautschukzylinder  ab als bis jetzt möglich war, wodurch  ein sehr kräftiges Druckbild entsteht, ohne  dass man die Platte mit Farbe überladen  muss.  



  Falls die Schicht aus Kupfer oder ande  rem Metall für die Bildelemente auf einem  dünnen galvanischen Niederschlag aus Blei,  Bleilegierung, oder einem andern wasseran  nehmenden Metall gebildet ist, wird eine  glatte wasserannehmende Oberfläche als  Grundschicht erhalten, welche vorher nicht  gekörnt zu werden braucht, wie bisher er  forderlich war. Als Träger für das Ganze  kann eine Kupfer- oder Eisenplatte dienen,  die gegenüber Zink den     Vorteil    hat, dass sie  ein geringeres Strecken der     Platte        verursacht.     



  Die Flachdruckform kann ausser Platten  form auch von der Plattenform abweichende  Form,     v@ie    zum Beispiel Zylinderform be  sitzen. Es ist auch ersichtlich, dass es nicht      erforderlich ist, zur Herstellung der neuen  Flachdruckform die Metallschicht oder  -schichten auf     elektrolytischem    Wege auf  zubringen, sondern, dass man auch zum Bei  spiel von     gathodenzerstäubung    oder von       einem        Spritzverfahren    Gebrauch machen  kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜ'CRE: I. Flachdruckform, insbesondere - Offset druckform, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwei Metallschichten aufweist, von welchen die obere Metallschicht hauch dünn und farbeannehmend ist und an den bildfreien Stellen bis auf eine untere, ätzbeständige Metallschicht mit wasser annehmenden Eigenschaften durchgeätzt worden ist.
    IL Verfahren zur Herstellung einer Flach druckform, insbesondere einer Offset druckform, gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass auf einer dem Ätzmittel gegenüber beständigen und wasserannehmenden Metallschicht eine hauchdünne Metallschicht angeordnet wird, in der mit diesem Ätzmittel die Bildelemente mittels Hindurchätzung bis auf das wasserannehmende Metall gebil det werden.
    UNTERANSPRüCHE 1. Flachdruckform. nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, da3 die hauch dünne farbeannehmende Schicht aus einem elektrolytischen, durchgeätzten Metallniederschlag auf einer ätzbestän- digen Metallschicht mit ungekörnter Oberfläche besteht.
    2. Flachdruckform nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die wasser annehmende Schicht aus Blei oder einer Bleilegierung besteht und durch Hin durchätzung einer farbeannehmenden hauchdünnen Oberschicht aus einem har ten Metall an den bildfreien Stellen frei gelegt worden ist. 3. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass nach Auf bringung des Bildes die obere Metall schicht an den nichtdruckenden Stellen bis auf die wasserannehmende Unter schicht durchgeätzt wird und zwecks Tonwertberichtigung die Bildelemente in ihrer Ausdehnung kleiner geätzt werden.
CH184325D 1934-02-15 1935-01-15 Flachdruckform, insbesondere Offsetdruckform, und Verfahren zu ihrer Herstellung. CH184325A (de)

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