CH184619A - Verfahren zum Aeschern von tierischen Häuten und Fellen. - Google Patents

Verfahren zum Aeschern von tierischen Häuten und Fellen.

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CH184619A
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C1/00Chemical treatment prior to tanning
    • C14C1/06Facilitating unhairing, e.g. by painting, by liming

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  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Processing Of Solid Wastes (AREA)

Description


  Verfahren zum     Aeschern    von tierischen Häuten und Fellen.    Die Erfindung betrifft ein Verfahren  zum     Äschern    von tierischen Häuten und  Fellen und bezweckt die Erhaltung der Haare  unter gleichzeitiger Schonung der Hautsub  stanz.  



  Erfindungsgemäss verwendet man eine       alkalimetallionenfreieÄscherlösung,    die durch  Einleiten von     Schwefelwasserstoffgasen    in eine       Erdalkaliionen    und Ammoniak enthaltende  Lösung hergestellt und beim Verdünnen auf  einen     pH-Wert    von 9 bis 10 eingestellt wird.  Zur Festigung des     Narbens    ist es     besonders          vorteilhaft,    eine Ascherlösung zu verwenden,  welche noch Arsensalze enthält.  



  Da bei der Verwendung     derartiger          Ascherlösungen    der Angriff mitunter un  gleichmässig erfolgt, so dass beispielsweise im  Rücken und an den Klauen der Angriff ver  zögert ist gegenüber andern Teilen der Haut,  ist es vorteilhaft, wenn man diesem     Aescher     noch ein Netzmittel, wie     Ilegamethylentetra-          min,    zusetzt. Derartige Netzmittel beein  trächtigen in keiner Weise die günstige Wir  kung des gasförmig eingeleiteten Schwefel-         wasserstoffes    in bezug auf die Erhaltung der  Haare.  



  Die Häute können in üblicher Weise ent  weder in Gruben, im Fass oder dergleichen  der Einwirkung der Ascherbrühe eventuell  mit Kalkzusatz ausgesetzt und     dann    nach  Bedarf in bekannter Weise im     Weisskalk-          äscher    nachbehandelt werden. Die Haare  lassen sich nach beendeter Behandlung leicht  entfernen und sind nicht im     geringsten    an  gegriffen.  



       Ausführungsbeispiele:     Zur Herstellung der Ascherlösung kann  man wie folgt verfahren:  1. Zu 40 bis 50 Teilen konzentriertem  Ammoniak (25 %     NH3)    gibt man 50 Teile  Wasser, in welchem 0,5 Teile Barium  hydrogyd (Ba [OH] 2     8H20)    gelöst sind und  leitet dann in die Lösung 1,5 bis 2,5 Ge  wichtsteile     Schwefelwasserstoffgas    ein. Man  kann dann noch 1 %     arsenige    Säure oder ein  ähnlich wirkendes     Mittel    zugeben.  



  2. Zu 50 Teilen konzentrierter Ammoniak-           lösung    (25 %     NH3)    gibt man 50     Teile    Wasser,  in welchem 0,5     Teile        Strontiumhydrdxyd          (Sr[OH]28H20)    gelöst sind, und leitet     einen     Gewichtsteil     gasförmigen    Schwefelwasser  stoff ein.  



  3. Zu<B>50</B> Teilen konzentrierter Ammoniak  lösung (25 %     NH3)    gibt man 50 Teile Wasser,  in welchem 0,2 Teile     Strontiumhydroxyd    und  0,8 Teile     Bariumhydroxyd    (Ba [OH] 2     8H20)     gelöst sind, und leitet     dann    3     Gewichtsteile          Schwefelwasserstoffgas    ein.  



  4. Zu 50 Teilen konzentrierter Ammoniak  lösung (25 %     NH3)    gibt man 50 Teile Wasser,  in welchem 0,333 Teile     Strontiumhydroxyd,     0,333 Teile gelöschter Kalk (Ca     [0H2])    und  0,333 Teile     Bariumhydroxyd    gelöst sind, und  leitet dann 1 Gewichtsteil Schwefelwasser  stoffgas ein.  



  5. Zu 25 Teilen konzentrierter Ammoniak  lösung (25 %     NH3)    gibt man 50 Teile Wasser,  in welchem 1 Teil     Bariumsulfid        (BaS)    und  1 Teil     Kalziumsulfid        (CaS)    gelöst sind. Dann  leitet man 2 Gewichtsteile     Schwefelwa.sser-          stoffgas        ein.     



  6. Zu 40     Teilen    konzentrierter Ammoniak  lösung (25 %     NH3)    gibt man 50     TeileWasser,          in    welchem je 0,5     Teile        Bariumsulfid        (BaS)          und        galziumsulfid        (CaS)    gelöst sind. Dann  leitet man 2 Gewichtsteile Schwefelwasser  stoffgas ein.  



  7. Zu 50 Teilen konzentrierter Ammoniak  lösung (25 %     NH3)    gibt man 50     TeileWasser,     in welchem 0,5 Teile     Bariumhydroxyd    gelöst  sind, und leitet 1 Gewichtsteil . Schwefel  wasserstoffgas     ein.     



  B. Zu 50 Teilen konzentriertem Ammo  niak     (25%        NH3)    gibt man 50 Teile Wasser,  in welchem 0,5 Teile     Bariumhydroxyd     (Ba [OH] 2. 8<B>11,0)</B> gelöst sind, und leitet dann  in die Lösung 1,5 bis 2,5 Gewichtsteile       Schwefelwasserstoffgas    ein. Dann gibt man  noch 1 %     Schwefelarsen    zu. Zuletzt versetzt  man die Lösung noch mit     i/2        bis    1 Gewichts  teil     Hexamethylentetramin,    welches sich  leicht auflöst.  



  9. Man löst 10 kg     Ba(OH)i!    . 8 11,0 in  200 Liter Wasser, gibt 200 Liter konzen  trierte     Ammoniaklösung    (25 %     NH3)    zu und    leitet so viel     Schwefelwasserstoffgas        ein,    als  aus 2 kg     FeS    bei Säurezusatz entweicht.  Dann gibt man noch 1 % Schwefelarsen oder  ein entsprechendes Arsensalz zu und zuletzt  3 kg     Hexamethylentetramin.     



  Alle Mengenangaben in obigen Beispielen  beziehen sich auf Gewichtsteile.  



  Mit einer der vorstehend genannten Ascher  lösungen kann das Ascherverfahren wie folgt  durchgeführt werden.  



  1. In eine 10     ms    Wasser enthaltende  Grube gibt man 100 kg der Ascherlösung,  rührt gut um und hängt 30 Häute ein. Vor  dem Einhängen der Häute muss zwecks Er  zielung eines     pg-Wertes    von 9 bis 10 etwas  Salzsäure zugesetzt werden, falls der     p11-Wert     der Lösung mehr als 10 beträgt; oft ist dies  jedoch nicht notwendig. Sobald eine merk  liche Haarlockerung erreicht ist (nach etwa       G_    bis 20 Stunden), lässt man die Häute ab  tropfen und bringt sie in einen normalen       halkäscher,    der häufig     aufgerührt    wird.

    Noch besser verwendet man für     diesen     Zweck     einen        Rühräscher.    Nach 1 bis 3 Tagen  können die Häute leicht enthaart werden.  In die Grube gibt man 10 kg frische Ascher  lösung für 30 neue Häute. Man benutzt die  sen Ascher 10 bis 18 mal bei     jedesmaliger     Zugabe von 10 kg frischer Ascherlösung.  



  2. Man gibt 75 bis 150 kg einer der oben  angegebenen Ascherlösungen in     eine        Grube          mit    10 mg Wasser und hängt 40 Häute für  6 bis 20 Stunden in diesen Ascher, der häufig  aufgerührt wird. Nach ein- bis     treitägiger          Kalkäscherbehandlung    lassen sich die Häute  leicht enthaaren. Nach einer Auffrischung  durch zirka 12,5 kg neue     Ascherlösung    wer  den wieder 40 Häute eingehängt; diese Auf  frischung führt man noch für drei weitere  Partien aus. Dann lässt man die Grube halb  leer laufen, gibt 5     m3    Frischwasser und zirka  50 kg     Ascherlösung    zu.

   Nach dem Äschern  von 40 Häuten können noch weitere vier Par  tien behandelt werden, wenn jedesmal zirka  12,5 kg frische     Ascherlösung    zugesetzt wer  den. Dann lässt man die Hälfte der Grube  wieder ab, gibt 5     m3    Frischwasser und zirka.  25 kg     Ascherlösung    zu; dann können noch-           mals    vier weitere Partien nach Zugabe von  zirka 12,5 kg Ascherlösung behandelt wer  den, worauf die Grube vollständig entleert  und gereinigt wird.  



  3. In eine 10     m3    reinen     Kalkäscher    ent  haltende Grube gibt man 150 kg einer der  oben beschriebenen     Ascherlösungen    und hängt  30 Häute oder die     entspiechende    Menge an  Fellen in diese Flüssigkeit, die häufig auf  zurühren ist. Je nach Art des     Häutematerials     dauert die Behandlung 6 bis 20 Stunden.  Nach dem Abtropfen kommen die Häute drei  Tage in einen     Kalkäscher    und können dann  enthaart werden. Fünf weitere Partien zu  30 Häuten oder eine entsprechende Menge an  Fellen können in der gleichen Weise behan  delt werden, wenn jedesmal 10 kg neuer  Ascherlösung zugesetzt werden.

   Lässt man  dann die Grube halb leer laufen und gibt  5     m3    frische     Kalkäscherbrühe    und 50 kg  Ascherlösung zu, so können fünf Partien zu  30 Häuten oder die entsprechende Menge an  Fellen nach     jedesmaligem    Verstärken durch  10 kg Ascherlösung behandelt werden. Wird  dann die Grube halb entleert, 5     m3        Kalk-          äscherbrühe    nachgefüllt und 25 kg     Äschere          lösung    zugegeben, so kann man nach jedes  maliger Auffrischung durch 10 kg Ascher  lösung nochmals fünf Partien Häute oder die  entsprechende Menge an Fellen behandeln.  Der Ascher ist dann aufgebraucht.

   Wenn  man die     Häute    oder Felle 2 bis 3 Tage im  ersten Ascher belässt, kann die Enthaarung  gleich aus dem ersten Ascher vorgenommen  werden, was für Oberleder am zweckmässig  sten ist.  



  4. Zur     Fassäscherung    gibt man in das  Fass 6     m3    Wasser und 150 kg einer der an  gegebenen Ascherlösungen. Man gibt 90  Häute ein und lässt etwa 6 Stunden laufen.  Nach dem Abtropfen hängt man die Häute  3 Tage in eine Kalkgrube. Die Flüssigkeit,  die erforderlichenfalls in ein anderes Fass'  gepumpt werden kann, wird durch Zugabe  von 30 kg Ascherlösung aufgefrischt und  kann dann wieder 90 Häute aufnehmen. Auf  diese Weise kann man noch fünf bis sechs  weitere Partien behandeln. Dann lässt man    die Hälfte der Flüssigkeit ablaufen, gibt  3     m'    Frischwasser     und    90 kg     Ascherlösung     zu. Die folgenden drei Partien behandelt man  nach Zugabe von je 30 kg Ascherlösung.

    Wird nun die Hälfte der Brühe abgelassen,  so kann man vier     weitere    Partien und nach  her nochmals in der     gleichenWeise    vier Par  tien behandeln, bis der Ascher verbraucht ist.  



  5. Man behandelt im Fass die acht ersten  Partien in der im vorigen Beispiel beschrie  benen Weise, lässt die Hälfte der Brühe ab,  verfährt in der ebenfalls angegebenen Weise  und behandelt vier weitere Partien ebenfalls  wie     angegeben.    Dann lässt man wieder die  Hälfte der Brühe ab und füllt mit 3     m3     Wasser auf und gibt 60 kg Ascherlösung zu,  behandelt 90 Häute, gibt 30 kg     Äseherlösung     zu und behandelt wieder 90 Häute. Nun lässt  man wieder die Hälfte der Brühe ab, füllt  3     m3    Wasser nach und gibt 45 kg Ascher  lösung zu und gibt zum letzen Male 90 Häute  ein.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Äschern von tierischen Häuten und Fellen unter Erhaltung der Haare, dadurch gekennzeichnet, dass eine alkalimetallionenlreie Ascherlösung verwen det wird, die durch Einleiten von Schwefel wasserstoffgas in eine Erdalkaliionen und Ammoniak enthaltende Lösung hergestellt und beim Verdünnen auf einen pH-Wert von 9 bis 10 eingestellt wird. UNTERANSPRCTCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Ascherlösung neben Erdalkalien und Ammoniak noch Arsensalze enthält. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Ascherlösung noch ein Netzmittel enthält. 3.
    Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ascherlösung Hexamethylentetramin enthält.
CH184619D 1935-07-16 1935-07-16 Verfahren zum Aeschern von tierischen Häuten und Fellen. CH184619A (de)

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