CH184926A - Verfahren zur Herstellung eines Gleitlagerwerkstoffes mit feinem Gefüge. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Gleitlagerwerkstoffes mit feinem Gefüge.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung eines Gleitlagerwerkstoffes mit feinem Gefüge. Bei Gleitlagern für umlaufende oder schwingende Maschinenteile hat sich ge zeigt, dass der übliche W eissmetallausguss bei hohen Gleitflächenbelastungen leicht rissig wird und infolgedessen ein sicherer Betrieb nicht mehr gewährleistet ist. Bei Verwen dung von Bleibronze als Lageranguss ist zwar die Neigung zur Rissbildung erheblich geringer, solche Lager sind aber bei hohen Belastungen in bezug auf ihre Lauffähig keit sehr empfindlich, neigen zum Fressen und nutzen die Wellen stark ab. Versuche haben gezeigt, dass einige Leichtmetall-Legierungen, insbesondere auf Aluminiumgrundlage, Lagermetalle ergeben, die erheblich höhere Belastungen aushalten als Weissmetall und Bleibronze und dabei den Vorteil höherer Warmfestigkeit haben. Unter andern sind vor längerer Zeit auch Legierungen von Aluminium mit Nickel vorgeschlagen worden, die aber im prak tischen Betrieb sich nicht bewährt haben, da sie zum Schmieren und Fressen neigten. Auch neuere Aluminiumlegierungen, bei welchen primär ausgeschiedene sehr harte Kristallkörper (sogenannte Tragkristalle) in eine weichere Grundmasse eingebettet sind, wie z. B. hochsiliziumhaltige, die an und für sich gute Laufeigenschaften haben, nei gen zu derartigen Betriebsstörungen. Eingehende Untersuchungen haben nun ergeben, dass die Neigung zum Fressen mit dem Gefügeaufbau der Leichtlegierungen in engem Zusammenhang steht. Die primären Tragkristalle sind als intermetallische Ver bindungen meist sehr spröde und bröckeln daher umso leichter aus, je gröber sie ausgeschieden sind. Beispielsweise zeigt eine übereutektische Silizium-Aluminium- legierung nach der Bearbeitung auf ihrer Lauffläche unter dem Mikroskop feine Lö cher, in denen vorher Primärkristalle geses sen hatten, die infolge ihrer Härte nicht durch den Drehstahl abgeschnitten, sondern zerbröckelt und teilweise oder ganz heraus gerissen waren, oder bei denen wenigstens die Verbindung mit der Grundmasse ge lockert wurde. Diese nur locker sitzenden Kristalle bezw. T#-ristallbruchstücke lösen sich nun im Betriebe des Lagers leicht voll ends aus .der Grundmasse heraus und geraten zwischen Welle und Lagerschale, wobei sie zu Riefenbildung und schliesslich zum Fres sen der Welle führen. Aus diesem Grunde erweist es sich auch als unzweckmässig, die Gleitfläche von Lagern aus derartigen Legierungen der Welle durch Schaben genau anzupassen, weil durch das Schaben die Tragkristalle besonders stark beschädigt und gelockert werden. Auch übereutektische Legierungen des Aluminiums mit einem oder mehreren Me tallen, deren Kernladungszahl, das ist die Anzahl der Elektronen, die zusammen mit dem Atomkern ein Atom.des betreffenden Elementes bilden, zwischen 24 und 2!8 liegt (Chrom, Mangan, Eisen, Kobalt, Nickel) verhalten sich ähnlich, wenn sie in gewöhn licher Weise vergossen werden. Diese Legie rungen neigen zu besonders grober, nadliger bezw. schuppiger Ausscheidung von Primär kristallen, die dann bei der Bearbeitung der Lauffläche in ähnlicher Weise, wie oben geschildert, ausbrechen können. Eingehende Versuche haben nun gezeigt, dass es durch besondere mechanische oder auch metall urgische Behandlung solcher übereutektischer Legierungen gelingt, an Stelle der groben, nadligen oder schuppigen Primärkristalle solche in Gestalt kleinerer, mehr rundlicher Körner zu erzielen, .die nun in der Grund masse viel fester eingebettet sind und sich bei der Bearbeitung nicht lockern, Lager aus einer so behandelten übereutektischen Aluminiumlegierung können daher auch in üblicher Weise eingeschabt werden und wei sen vorzügliche Laufeigenschaften auf, wäh rend die bekannten Lagerleichtmetalle mit harten Tragkristallen nur dann eine befrie digende Lauffähigkeit zeigen, wenn sie mit dem Diamant bearbeitet worden sind. In rein mechanischer Weise. kann die Verfeinerung der Tragkristalle von derarti gen übereutektischen Leiehtmetall-Legierun- gen erfolgen, indem die Gusslegierung mit noch zunächst grob ausgeschiedenen Primär- kristallen einem Knetvorgang (Schmieden, Pressen, Walzen, Hämmern usw.) unter worfen wird, wobei die Primärkristalle zer trümmert und so fester in die Grundmasse eingebettet werden. Da durch diese Behand lung, wie an sich bekannt, auch die Festig keitseigenschaften der Legierung verbessert werden, so ergibt sich daraus gleichzeitig noch eine höhere Belastbarkeit des Lagers als bei Benutzung eines nur gegossenen Werkstoffes, dessen Gefüge nicht durch eine besondere Behandlung verfeinert wurde. Es ist aber auch möglich, die Verfeine rung der Tragkristalle auf metallurgischem Wege herbeizuführen, indem den eine über- eutektische Legierung ergebenden Haupt bestandteilen noch Titan in einer so geringer Menge, dass sich noch keine primären Kri stalle von Titan-Metalliden bilden (unter 0,5 vom Hundert), hinzugefügt wird. Dieser Titanzusatz hat nicht nur, wie an sich be kannt, eine Verfeinerung des Gefüges der Grundmasse zur Folge, sondern er bewirkt vor allem die Bildung kleinerer, fester in der Grundmasse haftender Primärkristalle, die bei der Verwendung der Legierung als Gleit lagerwerkstoff als Tragkristalle wirken. Ein besonders gute Laufeigenschaften aufweisender Werkstoff für Gleitlager er gibt sich, wenn einer Aluminium-Nickel- legierung mit 6,5 % Nickel ein Zusatz von höchstens 0,5 % Titan hinzugefügt wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Verfahren zur Herstellung von Gleit- lagerwerkstoffen mit feinem Gefüge, da durch gekennzeichnet, dass .eine übereutek- tische Legierung aus Aluminium und einem oder mehreren Elementen mit einer Kern ladungszahl zwischen 24 und 2,8, bei welcher grob ausgeschiedene härtere Tragkristalle in einer weicheren Grundmasse eingebettet sind, einem Kornverfeinerungsverfahren unterwor fen wird. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass das Kornver- feinerungsverfahren eine mechanische Knetbehandlung ist. Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die Kornver feinerung auf metallurgischem Wege, und zwar durch Zusetzen von nicht mehr als <B>0,5%</B> Titan erfolgt.rATENTANSPR,UCH 1t Gleitlagerwerkstoff, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch 1, und Unteranspruch 2, bestehend aus<B>6,5</B> oder mehr % Nickel, höchstens 0,") % Titan und Aluminium als Rest.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH184926T | 1935-07-05 |
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| CH184926D CH184926A (de) | 1935-07-05 | 1935-07-05 | Verfahren zur Herstellung eines Gleitlagerwerkstoffes mit feinem Gefüge. |
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| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH184926A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE739742C (de) * | 1937-05-11 | 1943-10-04 | Ver Leichtmetallwerke G M B H | Verwendung von Aluminiumlegierungen als Werkstoff fuer Maschinenteile mit gleitender Bewegung |
-
1935
- 1935-07-05 CH CH184926D patent/CH184926A/de unknown
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