CH185090A - Splittersicheres Verbundglas. - Google Patents

Splittersicheres Verbundglas.

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CH185090A
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  Splittersicheres Verbundglas.    Die Erfindung bezieht sich auf ein split  tersicheres Verbundglas, bei dem die Deck  scheiben von einer nachgiebigen Zwischen  schicht getragen werden. Ursprünglich wur  den     Zwischenschichten    lediglich zur Splitter  bindung einerseits und zum Verkleben ander  seits verwendet. Sie hatten die Aufgabe, bei  einem Bruch der Deckscheiben das Loslösen  der beim Bruch     entstehenden    Glassplitter zu  verhindern, indem sie sie durch ihr Haft  vermögen festhielten.

   Damit aber war eine  Durchbruchsicherheit solcher Gläser, auf die  es ankommt, wenn sie den Charakter des  Sicherheitsglases aufweisen sollen, noch nicht  gewährleistet, da die dünnen Zwischenschich  ten den Durchbruch nicht zu verhüten ver  mochten.     Diese    Durchbruchsicherheit aber  konnte man dann in der Folge in einem ge  wissen Umfange dadurch erreichen, dass man  dehnungselastische Zwischenschichten von er  heblicher Nachgiebigkeit zur     Anwendung     brachte und ihnen Deckscheiben mit hoher  Schwingfähigkeit     verordnete,    also Deck-         scheiben    von     geringer    Dicke anwandte, wo  bei man erfahrungsgemäss die Stärke der  artiger Zwischenschichten auf die verwen  deten Deckscheiben so abstimmte,

   dass man  die     Zwischenschichten    etwa in der halben  Stärke einer Deckscheibe     ausführte.     



  Es     ist    auch vorgeschlagen worden, Deck  scheiben     unterschiedlicher    Masse oder Ma  terialeigenschaften zu verwenden, weil man  erkannt hatte, dass dabei     Schwingungen.    un  terschiedlicher Grössenordnungen entstehen,  wodurch     wiederum    eine starke Erhöhung der       Formverääderungsarbeit    innerhalb der deh  nungselastischen     Zwischenschichten    herbeige  führt und damit die Dämpfung erfolgreicher  gestaltet wird.  



  Der Grundgedanke bei all diesen Er  kenntnissen     gipfelte    in der Überlegung, dass  nur     schwingfähige,    also relativ dünne Deck  scheiben zur Verwendung gelangen durften,  und dass diesen eine     dehnungselastische    Zwi  schenschicht aus Harzen oder     Kunstharzen     als Bremse und     Schwingungsdämpfer    ent-           gegenzusetzen    ist, die die Aufgabe hat,  durch     Formänderungsarbeit    .die entstandenen       Schwingungen    abzudrosseln.  



  Die Praxis hat .die Richtigkeit dieser Er  kenntnisse erwiesen. Trotzdem verblieb der  Mangel, dass die verhältnismässig :dünnen       Deckscheiben,    die auf verhältnismässig dicke  (etwa halb so starke) Zwischenschichten ge  lagert waren, .die eine grosse Nachgiebigkeit       besassen,    keinerlei Widerstandskraft gegen  über Zusatzbeanspruchungen aus     Einbau-          oder    Fahrtverwindungen aufwiesen, vielmehr  durch die hohe Nachgiebigkeit der Zwischen  schichten bei     Durehbiegungsbeanspruchungen     die Bruchgrenze     erreichten        und    zu Bruch  gingen.  



  Diese Nachteile     entstanden    dadurch, dass       die    an sich sehr erwünschte hohe Form  änderungsarbeit der Zwischenschichten mit  nachgiebigem Charakter ein wichtiges Erfor  dernis nicht erfüllen konnte, nämlich .dem       Durchbiegungswert    schwingfähiger Deck  scheiben einen relativ höheren Bremswider  stand entgegenzusetzen.  



  Konnte man also nach diesem Stande der  Technik     einmal        schwingfähigen    Glasscheiben  nicht eine die normalen     Verwindungs-,    Trans  port- oder     zusätzlichen    Beanspruchungen aus  Fahrtverwindung bei     :

  Strassen-    oder .Schienen  fahrzeugen ausreichend dämpfende und ent  sprechend widerstandsfähige Zwischenschicht  entgegensetzen, indem man     diese        anstatt    mit  hoher Nachgiebigkeit mit entsprechend  höherer Zähigkeit ausrüstete, so konnte man  naturgemäss umso weniger Deckscheiben mit       geringerer    Schwingfähigkeit, also höherer  Stabilität gegen     Verwendungen    oder Zusatz  beanspruchungen aus Fahrarbeit Zwischen  schichten mit hoher     Formänderungsarbeit    ge  genüberstellen,

   weil dem     Durclhbiegungswert     und dem daraus sich ergebenden höheren Be  anspruchungskoeffizienten in .der nachgie  bigen Zwischenschicht kein ausreichender  Bremswiderstand in Form einer     zähelasti-          schen        Zwischenschicht    gegenüberstand.  



  Starken     Deckscheiben    von etwa 2,5     bis     3 mm, .die relativ geringes     Schwing-    oder       Durchbiegungsvermögen    zeigen; die aber ge-         genüber        Verwindungs-    oder zusätzlichen Be  anspruchungen aus Einbau- oder Fahrbetrieb  widerstandsfähig sind, können nicht Zwi  schenschichten beigeordnet werden, die nach  giebig und .dünn sind, man muss ihnen viel  mehr einen Träger geben, der in der Lage ist,  auch bei stärkster     Beanspruchung    auf     Durch-          ;

  Z     nur unter äusserstem -Widerstand auf  Grund von Zähigkeit und Dehnzügigkeit die       Durchbiegungskräfte    aufzunehmen und sie  vor Erreichung der ersten Halbschwingung  zu amortisieren.    Dieser Erkenntnis trägt die Erfindung  Rechnung, .die die Herstellung von Verbund  gläsern mit höchster     Splitter-    und Durch  bruchsicherheit auch bei     Verwendung    stärk  ster, also fast     schwingungsunfähiger    Deck  scheiben ermöglicht, bei denen* auch stärkste       Beanspruchungen    aus Einbau-,     Transport-          oder    Fahrbetrieb auf Grund ihrer Stabilität  kaum eine     Halbschwingung    zu erzeugen ver  mögen.  



  Nach     ,der    Erfindung wird das Ziel durch  zwei Mittel erreicht.     Die        Zwischenschichten     mit dem geforderten Arbeitsvermögen wer  den aus hochmolekularen     Polymerisaten    der  in Frage kommenden organischen Verbindun  gen von hoher Viskosität hergestellt,     :die    aber  noch lös- und schmelzbar sein müssen.  



  Derartige Zwischenschichten weisen zweck  mässig etwa drei Vierteile der Stärke auf, die  die     stärkste    der verwendeten     Deckscheiben     zeigt, wobei der Umstand     unbeachtliclh    bleibt,  dass Deckscheiben verschiedener Stärken zur       Verwendung    gelangen können.  



  Es ist im Hinblick auf die Verwendung  derartiger     Zwischenschichten    zur Erreichung  dieser hohen     Leistung    gerade die Erkenntnis  von ausserordentlicher Bedeutung,     dass    bei  spielsweise organische Verbindungen durch  ihre     Polymerisation    mit den unterschiedlich  sten Eigenschaften gewonnen     bezw.    durch die,       Polymerisation    unterschiedlich modifiziert  werden können.

      Es wird     insbesondere    darauf hingewiesen,  dass nach dem heutigen Staude der Technik  die     aus    einer Mittelstufe der     Polymerisation         stammenden     Produkte    von erheblicher Deh  nungselastizität und Nachgiebigkeit als her  vorragend geeignet zur Darstellung von  splittersicheren Gläsern mit ausreichender  Durchbruchsicherheit angesehen wurden, aber  erst insbesondere     bei    derartigen Gläsern mit       dicken     wurde neuerdings  festgestellt, dass diese bis zu einem bestimm  ten Umfange     erreichte    Durchbruchsicherheit  auch restlos gebunden war an ganz bestimmte  Temperaturen.  



  Solche Zwischenschichten aus     @olymeri-          sationsprodukten    sollen weder     endpolymeri-          sierte    noch     Mittelstufenprodukte    sein, und  zwar aus folgendem Grunde:

    Die überhaupt in Frage kommenden, das  heisst einer     Polymerisation    zugänglichen Pro  dukte, die sich für diese Zwecke eignen, ins  besondere das in     erster    Linie rangierende       Vinylacetat,    sind dann sowohl von hoher  Kältebeständigkeit, als auch mit hoher Wi  derstandskraft gegen erhebliche Wärmen aus  gestattet, wenn die     Polymerisation    soweit  vorgetrieben wird, dass restliche     Monomere     nur noch als sogenannte     Homogenitätsträger     vorhanden bleiben.         Bekanntlich    besteht die     Polymerisation     darin, dass die Moleküle aus den Seitenketten  sich zu einem Molekül vereinigen.

   Je     weiter     man also die     Polymerisation    treibt, desto  restloser geht dieser Vorgang der Molekül  zusammenballung zu einem Hauptmolekül  vor sich. Wenn die in den Seitenketten vor  handenen Moleküle sich zu einem     Sammel-          molekül        vereinigt    haben, so     besitzt    das letz  tere eine ausgezeichnete Zähigkeit und Zügig  keit und kann als fast rundes Gebilde ange  sprochen werden.  



  Diese Form der das Produkt beherrschen  den Sammelmoleküle ist verantwortlich für  den Grad der Zügigkeit und Dehnzähigkeit  und sie kennzeichnet den Stand der     Poly-          merisation    als nahezu vor der Beendigung  stehend. Würde die     Polymerisation    bis zu  Ende getrieben, so wäre das Produkt nur  sehr schwer lösungsfähig, das heisst es kön  nen einwandfreie Lösungen nur noch schwer    zustande gebracht werden, weil der     Quellvor-          gang    das     Arbeitscharakteristikum    darstellt.  



  Damit aber, dass man das Produkt in der       vorbeschriebenen    Form als     Polymerisations-          produkt    verwendet, hat man wohl das zur  Darstellung von hoch leistungsfähigen     Zwi-          schenschiähten    im Sinne dieser Erfindung zur  Erlangung einer nicht zu     überbietenden     Splitterbinde- und Durchbruchsfähigkeit er  reicht, man hat aber noch nicht damit auch  die     'Dauerhaftigkeit    dieser Eignung gefun  den.

   Gewiss sind derartige Zwischenschichten  schon nach dieser Erkenntnis in dem gefor  derten Umfange     kälte-    und     wärmebeständig,     wobei ausdrücklich betont wird,     dass    sie auch  bei praktisch auftretenden tiefsten und höch  sten     Temperaturen    ebenso splitterbindend wie  durchbruchsicher sind, es mangelt ihnen aber  der     dauerhafte        Bestand    dieser     Leistungs-          fähigkeit.     



  Es wurde im Gegensatz zu der     früheren     Auffassung gefunden,     dass    man diesen hoch  molekularen Produkten nur in bescheidenen  Mengen weichhaltende Zusätze beizumengen  braucht, und zwar je nach ihrer mehr oder  minder hohen Viskosität, um die dauerhaft  und stets gleichbleibende     Beibehaltung    der  vorher ,geschilderten Eigenschaften zu errei  chen.  



  Da die Zwischenschichten nach der Erfin  dung nach vorgenommener     Polymerisation     nicht unter Verwendung von     Lösungsmitteln     zur Erreichung eines fliessfähigen Zustandes  dargestellt werden dürfen, so erfolgt der Zu  satz     .der    zur dauerhaften     Weichhaltung    be  stimmten Mittel folgendermassen:

    Ein bis zur     Erreichung    der vorher be  schriebenen     Polymerisationsstufe        bearbeitetes     Produkt, welches eine hochviskose Masse von  ganz ,ausgezeichneter Zügigkeit und Dehn  fähigkeit     darstellt,    ohne dass dieselbe jedoch  hart und brüchig wie Kristall oder Glas ist,  wie sie sich in jedem Falle als     endpolymeri-          siertes    Produkt darstellen würde,

   wird zer  kleinert und mit einem Zusatz von beispiels  weise 7 bis 2.0 % eines hochsiedenden Esters  - etwa     Phtalsäureester    oder dergleichen   mit hohem Siedepunkt in einem     Autoklaven         unter Anwendung einer entsprechenden       Rührvorrichtung    zu einer homogenen Masse  verarbeitet, wobei die Temperatur bis zu etwa  <B>80'</B> C gesteigert wird.

   Die so dargestellte  homogene Masse ist an sich nicht fliessfähig,  sie muss deshalb, nachdem die absolute Homo  genität erreicht ist, beschleunigt, damit nicht       Weiterpolymerisation        eintritt,    unter An  wendung erheblich höherer Hitzen, gege  benenfalls bis etwa 140   C, in einen     ffiess-          bezw.        abdrückfähigen    Zustand gebracht wer  den, wobei dann diese Masse in der so er  reichten Fliessfähigkeit unter Anwendung  hoher     Pressdrücke        unmittelbar    aus dem Auto  klaven heraus in die gewünschte Form von       Platten    oder Folien abgedrückt wird.  



  Bei diesem Vorgang ist die Verwendung  solcher hoch 'siedenden Ester von ausser  ordentlicher Wichtigkeit, die sich auch bei An  wendung derartiger Hitzen weder hinsicht  lich ihrer Farbe, noch in bezug auf ihre       Weichmachungseigenschaften    ändern, da als       Grundbedingung    bei der Darstellung einer  dauerhaft leistungsfähigen Zwischenschicht  auch die Bedienung der dauerhaften     Licht-          oder    Farbechtheit erfüllt werden muss.  



  Das     splittersichere    Verbundglas, bei wel  chem die Deckscheiben von einer nach  giebigen     Zwischenschicht    getragen werden.       zeichnet    sich gemäss der     Erfindung    dadurch  aus, dass die     Zwischenschicht    aus einem hoch  molekularen und hochviskosen     Polymerisat     organischer Verbindungen in einer Stärke  von etwa<B>70%</B> der stärkeren der benachbar  ten Glasscheiben besteht, in welchem ledig  lich 7 bis     20%    Weichhalter mit hohen Siede  punkten enthalten sind.  



  Die     Herstellung    -der Zwischenschichten  nach der Erfindung erfolgt unabhängig von  der zu erzielenden Stärke stets in einem Ar  beitsgange, wohingegen bisher     zeitraubende     Behandlung zur Wiederbeseitigung der     Lö-          sungsmittelentblasung    und     -evakuierung          nötig    waren.

   Da Glasscheiben jeder Stärke       zum    Einbau eines Verbundes benutzt werden  können, so ist auch die Möglichkeit zur     Her-          stellung    von     Schaufensterscheiben    und der-    gleichen     aus        splittersicheren    Verbunden ge  geben.  



  Da die nach der Erfindung hergestellten  Zwischenschichten mit Rücksicht .darauf, dass  zu ihrer Darstellung keinerlei Lösungsmittel  verwandt wurden und sie keinerlei Klebe  fähigkeit besitzen, so besteht die weitere Auf  gabe darin, zur Erreichung der geforderten       Splitter-    und Durchbruchssicherheit .diese  Zwischenschichten in eine dauerhafte Verbin  dung mit den sie begrenzenden Glasscheiben.  zu bringen, und zwar so, dass auch bei stärk  ster Zertrümmerung     Glassplitter    oder Glas  stücke sich nicht loslösen können.  



       Es    empfiehlt sich, zur Erreichung einer  derartigen Haftfähigkeit eine stark klebende  Lösung anzuwenden, die aus einem     Mittel-          stufenpolymerisat,    gelöst in hochsiedenden,  sogenannten echten     Lösungsmitteln,    herge  stellt ist.

   Neben der ausserordentlich hohen  Klebefähigkeit, die eine     derartige    Lösung  aufweist, wird dabei erreicht, dass die mit  dieser Lösung bestrichenen Folien, die nach  der Erfindung als     Zwischenschichten    ver  wendet werden, Teile der in der Lösung ent  haltenen hochsiedenden Lösungsmittel auf  nehmen, mit der     klebenden    Lösung also eine  innige Verbindung     eingehen,    wobei die in  die Folien     hineindiffundierten    hochsiedender.       Lösungsmittelteile    eine sehr wirkungsvolle  Verstärkung der weichhaltenden Zusätze       bilden.     



  Verbundgläser und Schichtprodukte nach  dieser Erfindung bewähren sich auch als  Schutzwände gegen Wärme und     Schalleitung.     Die Verbundgläser nach der Erfindung  eignen sich deshalb insbesondere auch für  die Herstellung von     Telephonzellen    in öffent  lichen Fernsprechanlagen, Mikrophonzellen  für drahtlose Übermittlung oder dergleichen  Anlagen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Splittersicheres Verbundglas, bei welchem ,die Deckscheiben von einer nachgiebigen Zwischenschicht getragen werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht aus einem hochmolekularen und hochviskosen, noch lösbaren und schmelzbaren Polymerisat organischer Verbindungen in einer Stärke von etwa<B>70%</B> der stärkeren der benachbar ten Glasscheiben besteht, in welchem ledig- !ich 7 bis 20 % Weichhalter mit hohen Siede punkten enthalten sind.
CH185090D 1935-01-04 1935-08-22 Splittersicheres Verbundglas. CH185090A (de)

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