Elektrische Anlass- und Reguliervorrichtung. Feinstufige Anlass- und Reguliervorrich tungen kommen in neuerer Zeit immer mehr für die Steuerung von Triebmotoren in elek trischen Fahrzeugen zur Verwendung, einer seits um die bei Anfahrten und Bremsungen auftretenden Zugkraftschwankungen auf ein Mindestmass zu vermindern, anderseits zum Zwecke, praktisch stossfrei grössere Anfahr- beschleunigungen zu ermöglichen.
Für Gleich strombetrieb sind Anordnungen bekannt, bei welchen die Kontakte in Form eines fest stehenden Kollektors angeordnet sind, dessen einzelne Lamellen mit den Anzapfungen von Anlass- oder Regulierwiderständen verbun den sind und die Stromabnahme :durch um laufende, meistens mittels Elektromotoren an- ,getriebene Bürsten oder Kontaktfinger erfolgt. Es ist auch versucht worden, die Widerstände unmittelbar an die Lamellen anzubauen, um die vielen Verbindungsleitungen zu ersparen. Sobald aber grössere Leistungen in Betracht kommen, kann erfahrungsgemäss die in den Widerständen entwickelte Wärmemenge nur noch durch künstliche Kühlung abgeleitet werden.
Eine künstliche Luftkühlung der angebauten Widerstände bietet aber erheb liche Schwierigkeiten bezüglich des benötig ten Platzbedarfes. Die Vorrichtung soll mög lichst klein und gedrängt bleiben, da bei spielsweise bei Triebwagen die Anbaumög lichkeit auf beschränktem Raum unter dem Wagenkasten gegeben sein soll. Unerwünscht sind zusätzliche Rohrleitungen, Ventilatoren ausserhalb der Vorrichtung, ferner zusätzliche Schaltvorrichtungen für die elektrische Steue rung des Ventilators.
Vorliegende Erfindung will nun den Ein bau einer künstlichen Luftkühlung für An lass- und Regulierapparate mit einer Kontakt bahn in Kollektorform, ohne irgend welche nennenswerte Vergrösserung der Vorrichtung, ermöglichen. Zu diesem Zweck ist der Trä ger der Kontaktvorrichtung und der Wider stände als Rohr ausgebildet, durch welches Kühlluft den Widerständen zugeleitet wird.
In der beiliegenden, schematischen Zeich nung zeigt Fig. 1 im Schnitt und teilweise in Ansicht ein Ausführungsbeispiel des Er findungsgegenstandes, und zwar für eine An lassvorrichtung mit zwei Widerstandskollek toren, wie sie für Reihen- und Parallelschal tung von zwei Motorgruppen zur Anwen dung gelangen und mit gemeinsamem Motor für Antrieb der Stromabnahmebürsten und der Ventilatorflügel; Fig. 2 zeigt als Variante dazu teilweise im Schnitt und in Ansicht einen einzelnen Widerstandskollektor mit ge trennten Motoren für Regulierantrieb und für den Ventilator; Fig. 3 zeigt in Ansicht die radial angeordneten Widerstandselemente.
In den Figuren bedeuten: 1 und 1' die zum Gestell gehörenden Tragplatten, welche starr mit einem Tragrohr 2 verbunden sind. Auf dem Tragrohr 2 sitzen die radial an geordneten Widerstandselemente 6 neben einer als Kollektor ausgebildeten Kontakt vorrichtung mit den festen Kontakten 3 und den sie am Umfang bestreichenden beweg- lichen. Kontaktbürsten 4, die ihrerseits mit tels eines Ringes 5 drehbar auf dem Trag rohr gelagert sind. 7 sind Umlenkscheiben, welche dem Luftstrom die gewünschte Rich tung gegen die Widerstandselemente 6 hin erteilen.
In F ig. 1 bedeutet ferner 8 den An triebsmotor, der über Welle 9, Kegelrad getriebe 10 und Stirnradübersetzung 11 die Kontaktbürstenringe 5, 5 antreibt. 12 sind auf der Welle 9 angebrachte Ventilatorflügel, die in einer kreisrunden Öffnung 13 des Tragrohres umlaufen können. In Fig. 2 ist 14 der Antriebsmotor für den Kontakt bürstenring, 15 der Ventilatorantriebsmotor mit den Ventilatorflügeln 16, welche kon zentrisch in dem Tragrohr angeordnet sind. Die eingezeichneten Pfeile geben- die Rich tung der Kühlluft an.
Die Wirkungsweise .ist aus der Zeichnung ohne weiteres ersichtlich. Nach Fig. 1 wird die Kühlluft von aussen durch den Ventila tor angesaugt und in das Tragrohr 2 gepresst, wo sie sich praktisch gleichmässig auf beide Seiten verteilt und an den Rohrenden durch die Umlenkscheiben 7 gegen die Wider- standselemente 6 gerichtet wird, deren Zwi schenräume sie radial nach aussen durch streicht. Der Ventilator 12 und damit die künstliche Kühlung wirken in diesem Falle nur solange die Bürsten verstellt werden, das heisst solange die Anfahrtperiode oder die Regulierperiode dauert. Wird nicht mehr reguliert, so ist die Ventilation eingestellt.
Nach Fig. 2 wird die Luft in analoger Weise angesaugt und durch das Tragrohr zwischen die Widerstandselemente 6 geleitet. Die Einschaltdauer des Ventilators 16 kann beliebig gewählt werden, doch ist es aus wirtschaftlichen Gründen zweckmässig, die elektrische Steuerung des Ventilatormotors in Abhängigkeit vom Antriebsmotor der Reguliervorrichtung zu bringen. Durch be kannte elektrische Schaltungsweisen kann die Einschaltdauer des Ventilatormotors auf die Dauer des Anlass- oder Reguliervorganges beschränkt werden.