CH185257A - Verfahren zum Schwärzen von Oberflächen, insbesondere von Elektroden und anderen Bestandteilen von Entladungsröhren, sowie von Strahlungskörpern. - Google Patents
Verfahren zum Schwärzen von Oberflächen, insbesondere von Elektroden und anderen Bestandteilen von Entladungsröhren, sowie von Strahlungskörpern.Info
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Description
Verfahren zum Schwärzen von Oberflächen, insbesondere von Elektroden und anderen Bestandteilen von Entladungsröhren, sowie von Strahlungskörpern. Bei verschiedenen Konstruktionen, Instru menten, Apparaten, insbesondere aber bei Entladungsröhren, wie es,die Radioempfangs und -senderöhren, Gleichrichterröhren usw.
sind, sind oft Bestandteile gebräuchlich, in der Hauptsache Metalle, deren physikalische und chemische Eigenschaften zwar den durch die Eigentümlichkeiten der Konstruktion be dingten Anforderungen genügen, deren Ober fläche aber in den vorteilhaftesten und er- wünschtesten Eigenschaften abweicht.
So werden zum Beispiel Gitter und Anode der Radiosenderöhren am vorteilhaftesten aus Nickel, Molybdän oder Wolfram hergestellt, wobei aber die Strahlungsfähigkeit dieser Metalle nicht in allen Punktenden Anforde- rungen entspricht.
Abgesehen davon, dass Wolfram und Molybdän an .der Duft leicht oxydieren, weisen beide letzteren Metalle noch die Eigenschaft auf,
da.ss sie selektiv strahlen und. infolgedessen die während des Betriebes der Röhre entwickelte Wärme- menge nicht in dem Masse durch Strahlung abzuführenimstande sind, wie die schwarzen Körper. Bei Empfänger- und Senderöhren ergibt sich daher die Notwendigkeit, aus Nickel, Molybdän, Wolfram und andern Me tallen hergestellte Elektroden künstlich zu schwärzen.
Das in dieser Beschreibung an gegebene Verfahren beschränkt sieh aber nicht auf diese Fälle, beispielshalber sei aber dieser Fall herausgegriffen.
Verfahren zum Überziehen von Metall flächen ,mit andern Stoffen, zum Beispiel mit andern Metallen, sind bekannt. Ein der- artiges Verfahren stellt zum Beispiel die Galvanoplastik dar. Es kann aber auch not wendig sein, Metalle, im vorliegenden Falle zum Beispiel die Oberfläche eines Gitters oder einer Anode oder eines Strahlungs körpers, mit Stoffen zu überziehen, die auf elektrolytischem Wege nicht -auftragbar sind.
Auch kommt es vor,,dass die elektrolytischen Verfahren mit verschiedenen Schwierigkeiten oder Nachteilen behaftet sind. Die vor liegende Erfindung ermöglicht nun ein Ver fahren, das auf jeden Stoff anwendbar ist, mit dessen Hilfe also beliebige Metalle oder Halbleiter geschwärzt werden können. Ge mäss der Erfindung wird der eine schwarze Schicht liefernde Stoff aus einer kolloidalen Lösung auf die zu überziehende Oberfläche auf elektrophoretisohem Wege abgeschieden.
Gemäss Versuchen hat sich für Anoden und Gitter von Elektronenröhren kolloidaler Graphit als Überzugsstoff als zweckmässig erwiesen. Wenn man zum Beispiel aus dem allgemein bekannten kolloidalen Graphit eine 0,01 % ixe wässerige Kolloidlösung herstellt,
die zu überziehende Anode oder das 'Gitter als positive Elektrode und eine Platinplatte aJs negative Elektrode schaltet und zwischen diese beiden Elektroden eine .Spannung von zirka 8 bis 10 Volt anlegt, so erhält man auf der Oberfläche der Anode nach einigen Mi nuten eine guthaftende, zusammenhängende, gleichmässige Graphitschicht,
.deren -Stärke naturgemäss 'von .der Stromdichte und der Zeitdauer der Elektrophorese abhängt. Bei einer der Versuchsreihen betrug beispiels weise .die ;Stromdichte 1,4 mA/em@, wobei sich nach ungefähr 7 Minuten eine 0,001 .mm starke Schicht ausbildete. Es erschien zweck mässig, während der Dauer der Elektro phorese die Alkalinität der Lösung durch Zusatz von Ammoniak zu steigern. Bei den Versuchen hat die Ammoniakmenge 0,03 betragen.
Die elektrophoretisch abgeschie dene Graphitschieht haftet an der Anoden oberfläche sehr .gut; sie ist durch Reiben nur schwer zu entfernen und verträgt alle Be- handlungen sehr gut, die zur späteren Be handlung der Anode notwendig sind.
Zur Sehwärzung oder Karbonisierung der Anoden von Empfangs- und Senderöhren sind auch andere Verfahren bekannt. So zum. Beispiel ein Verfahren, bei .dem das zu schwärzende Nickelmaterial in keuch bas oder einem Gas erhitzt wind, das andere Kohlenwa.sserstoffe enthält. Gegenüber die sen Verfahren haben die kolloidalen Ver fahren zahlreiche Vorteile; sie sind einfach, billig, rein, und die hergestellte Schicht ist gleichmässig, .dauerhaft usw.
Die oben beispielsweise angegebene Ar beitsweise ist nicht nur mit kolloidalem Gra phit durchführbar, sondern kann auch mit andern, auf irgend eine Weise in kolloidale Lösung gebrachten Kohlenstoff-.Modifika- tionen, zum Beispiel mit aktivem Kohlen stoff, @durchgeführt werden, der ausser seiner die Strahlung erhöhenden Eigenschaft-auch gasbindende und .gasreinigende Eigenschaf ten besitzt.
Das Verfahren .kann auch mit Metallen, Metalloxyden und andern Verbin- dungen durchgeführt werden, die in kolloi dale Lösung gebracht werden. Das Auf bringen derartiger Stoffe auf die Elektroden von Elektronenröhren ist aus zahlreichen technischen Gründen notwendig; solche Gründe sind .zum Beispiel .die Gasabsorption, die Verminderung oder Erhöhung der sekun dären Elektronenemission usw.
Der Überzug der Elektroden von Ent ladungsröhren mit andern Stoffen kann zum Beispiel auch dann notwendig werden, wenn die Entladungsröhre Gas enthält, wie zum Beispiel bei gasgefüllten Röhren, bei Leucht röhren, bei denen durch Änderung der Ober flächeneigenschaften der Charakter der Ent ladung, zum Beispiel die Zündspamnung"dei Kathodenfall usw. auf .geeignete Weise be- einfdusst werden kann.
Das Schwärzen von Oberflächen kann bei Entladungsröhren, Vakuumröhren, ferner bei Strahlungsapparaten auch zu dem Zwecke notwendig sein, die zu überziehende Ober- flä chA zu selektiver Strahlung zu veranlas sen. Auch in diesem Falle wird der Über zugsstoff aus einer kolloidalen Lösung auf elektrophoretischem Wege auf die Oberfläche abgeschieden.
Zur endgültigen Erreichung des Ober flächenüberzuges kann es oftmals vorkom men, @dass die Elektrophorese nur einen Teil des .gesamten Überzugsverfahrens bildet.
Wenn zum Beispiel die Nickelanode einer Senderöhre auf elektrophoretischem Wege mit Wolfram überzogen werden soll, so kann man zweckmässig derart vorgehen, dass eine kolloidale Wolframoxydlösung angefertigt, die Oberfläche auf elektrophoretischem Wege mit Wolframoxyd überzogen und darauffol- gend die überzogene Elektrode durch Glühen in Wasserstoff reduziert wird. Dadurch er hält man einen Wolframüberzug aus reinem Metall.
Diese Arbeitsweise hat besondere Bedeutung zum Beispiel beim Überziehen von Antikathoden von Röntgenröhren.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Schwärzen von Ober flächen, insbesondere von Elektroden und an dern Bestandteilen von Entladungsröhren, sowie von Strahlungskörpern, dadurch ge kennzeichnet, dass der eine schwarze Sch -oht liefernde Stoff aus einer kolloidalen Lösung auf,die zu überziehende Oberfläche auf elek- trophoretischem Wege abgeschieden wird. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Überzugsstoff aus einer Kohlenstoffmodifikation be steht. 2. Verfahren nach Patentanspruch, wobei nach erfolgtem elektrophoretischem Ver fahren die überzogenen Flächen einer che mischen Behandlung unterworfen werden. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Oxyd eines Me- talles von hohem Schmelzpunkt aus einer kolloidalen Lösung desselben auf elektro- phoretischem Wege auf die Oberfläche des zu überziehenden Körpers 9,bgesehie- den wird,wobei nach nachträglicher Re duktion des Oxyds in Wasserstoff ein reiner Metallüberzug gewonnen wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| HU185257X | 1934-06-20 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH185257A true CH185257A (de) | 1936-07-15 |
Family
ID=10977920
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH185257D CH185257A (de) | 1934-06-20 | 1935-06-07 | Verfahren zum Schwärzen von Oberflächen, insbesondere von Elektroden und anderen Bestandteilen von Entladungsröhren, sowie von Strahlungskörpern. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH185257A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1077796B (de) * | 1959-07-04 | 1960-03-17 | Ringsdorff Werke Gmbh | Graphitelektrode fuer elektrische Vakuumgefaesse |
| DE1111745B (de) * | 1958-08-07 | 1961-07-27 | Schunk & Ebe Gmbh | Graphitanoden mit einer glatten und festen Aussenschicht fuer Quecksilberdampf-Gleichrichter, Gluehkathoden-Gleichrichter und Senderoehren |
-
1935
- 1935-06-07 CH CH185257D patent/CH185257A/de unknown
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1111745B (de) * | 1958-08-07 | 1961-07-27 | Schunk & Ebe Gmbh | Graphitanoden mit einer glatten und festen Aussenschicht fuer Quecksilberdampf-Gleichrichter, Gluehkathoden-Gleichrichter und Senderoehren |
| DE1077796B (de) * | 1959-07-04 | 1960-03-17 | Ringsdorff Werke Gmbh | Graphitelektrode fuer elektrische Vakuumgefaesse |
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