Kurbelgetriebe für Kolbenmaschinen mit sternförmig angeordneten Zylindern. Bei Kolhenmaschinen mit in Sternform angeordneten Zylindern ist es bekannt, nur eine der Pleuelstangen, die Hauptpleuelstange, direkt am Kurbelzapfen angreifen zu lassen und die andern Pleuelstangen, die Neben pleuelstangen, am Kopf der Hauptpleuelstange anzulenken. Diese Ausführung hat den Nach teil, dass der Kolben der Hauptpleuelstange infolge der Einwirkung der Stangenkräfte der Nebenpleuelstangen einen zusätzlichen Gleitbahndruck aufzunehmen hat und somit höher beansprucht ist und eine grössere Ab nützung aufweisen wird als die Kolben der Nebenpleuelstangen.
Dieser Nachteil kann dadurch vermieden werden, dass man alle Pleuelstangen. an einer den Kurbelzapfen lose umgebenden Büchse konzentrisch zu letzterem angreifen lässt und die Pleuelstangenköpfe als Gleitschuhe aus bildet, welche nur auf einem Teil des Um fanges der Büchse aufliegen, und welche am Abheben vom Kurbelzapfen durch zwei die selben umgreifende Ringe gehindert werden. Bei Anordnung von mehr als drei solcher Pleuelstangen wird aber der Umgriffswinkel der einzelnen Gleitschube so klein, dass die selben nicht mehr sicher geführt werden können bezw. zum Aufliegen an der Büchse gebracht werden können.
Die Erfindung er möglicht Beseitigung dieses Übelstandes, in sofern, als man die Gleitschuhe vorn und hinten nicht parallel zur Kurbelachse be grenzt, sondern mit Lappen und Aussparungen versieht, wobei die Lappen der Gleitschuhe je in die Aussparungen der benachbarten Gleitschuhe eingreifen. Auf diese Weise wird es möglich, den Urngriffswinkel der einzelnen Pleuelstangenköpfe wesentlich zu vergrössern.
Die Zeichnung betrifft Ausführungsbei spiele des Erfindungsgegenstandes; und zwar zeigt Fig. 1 einen Kurbelzapfen mit den daran angreifenden Pleuelstangen im Querschnitt; Fig. 2 eine zugehörige Seitenansicht, zum Teil im Schnitt, Fig. 3, 4 und 5 verschiedene Formen des Gleitschuhes in Draufsicht auf dessen Gleit fläche, Fig. 6 und 7 einen Kurbelzapfen mit Halteringen für einen zweireihigen Zylinder stern.
Auf dem Kurbelzapfen a, Fig. 1, sitzt lose die zweiteilige Büchse b, gegen die sich die Pleuelstangen ei, cs ete. mittelst ihrer Gleitschuhe di, d2 etc. konzentrisch um den Kurbelzapfen herum abstützen. Die Zylinder der Kolbenmaschine, mit den darin arbeiten den Kolben, welche an die Stangen ei, c2 ete. angelenkt sind, sind in der Zeichnung nicht gezeigt, sind aber um den Kurbelzapfen a in Sternform angeordnet.
Die Gleitschuhe di, d2 etc. der Pleuelstangen<B>ei,</B> c2 etc. sind im Längsschnitt nach Fig. 2 beidseits abgesetzt und daselbst durch die übergreifenden zwei teiligen Ringe e zusammengehalten. Die Ringe e und die Bordflanschen f der Büchse b greifen bei ei nut- und federgriffartig inein ander ein, wodurch eine achsiale Verschiebung der Ringe e verhindert wird.
Die Bordflanschen sind sehr vorteilhaft als Versteifung der Büchse b und erlauben, die Nut- und Feder verbindung ei von dem das Lager bildenden Teil der Büchse fernzuhalten und relativ kräftig auszubilden. Mit Vorteil werden die zweiteiligen Ringe e so ausgebildet, dass sie beim Anziehen der Schrauben g die zwei teilige Büchse b zusammenpressen und auf diese Weise mit der Büchse b zusammen ein festes Ganzes bilden. Es wird dadurch der Vorteil erzielt, dass Zünddrücke und Massen drücke sich über die Büchse b, e als Ganzes gegenseitig ausgleichen können.
In Fig. 3, 4 und 5 sind verschiedene Gleitschuhe in der Draufsicht auf die Gleit fläche gezeigt. Die Gleitfläche wird durch den Linienzug lt-hl-712-hs-h4-hä-h be grenzt. Der mittlere Lappen i der (-lleitschuhe greift je in die Ausnehmung k des benach barten Gleitschuhs ein.
Um den Umgriffs winkel der Gleitsobuhe möglichst gross machen zu können, sind die Gleitschuhe auch in der Partie zwischen Stangenschaft und Büchse auf Seite der Aussparung k nach der unter- schnittenen Fläche l (Fig. 1 bei Stange c4) ausgenommen und in der Partie beidseits ausserhalb des Stangenschaftes nach den Flächen 1i, wie in Fig. 1 gestrichelt ge zeichnet. In diese seitlichen, zwischen den Ringen e und der Büchse b befindlichen Ausnehmungen greifen die Lappen ü der Gleitschuhe ein.
Die innere Tragfläche der (xleitschuhe auf der Büchse b erstreckt sich über den Winkel a (Fig. 1), die äussere Trag fläche an den Ringen e über den Winkel ss. Letzterer Winkel kann durch Auseinander rücken der Punkte n (Stange<B>ei)</B> noch etwas vergrössert werden.
Die Fig. 3 bis 5 lassen auch erkennen, dass die Gleitschuhe symmetrisch zu der die Linie h2 bis he enthaltenden, zur Zeich nungsebene senkrechten Mittelebene sind, die mit der Schwingungsebene der Pleuelstan gen zusammenfällt.
Bei Ausführung der Gleitschuhe nach Fig. 3 und 5 lässt sich einfach durch Än derung der Schrägstellung der Begrenzungs linien hi-Iz#,> und N-hs der Umgriffswinkel verändern bezw. vergrössern, so dass für jede praktisch ausführbare Zylinderzahl die Gleit- schuhe der Pleuelstangen bei relativ grossem Umgriffswinkel in einem Kranz um den Kurbelzapfen untergebracht werden können.
Bei Ausführung der Gleitschuhe nach Fig.4 lässt sich der Umgriffswinkel nur so weit vergrössern, dass die Zylinderzahl auf zirka 6 pro Stern beschränkt ist, weil durch die Form der Lappen<I>i</I> und Aussparungen<I>k</I> im Gegen satz zur Ausführung nach Fig. 3 und 5 der Verlängerung dieser Teile wegen Unterbruch des Materialzusammenhanges bei h6 eine Grenze gesetzt ist.
Die Gleitschuhe können natürlich auch so ausgebildet sein, dass die Flächen L und 1, radial verlaufen, wobei eventuell eine ent sprechende Kürzung der Umgriffsweite der Gleitschuhe nötig ist.
Fig. 6 und 7 betreffen ein Kurbelgetriebe für einen zweikränzigen Zylinderstern. Die Pleuelstangen c und ei liegen in verschie denen Ebenen und werden durch zwei äussere Ringe e, durch einen mittleren gemeinsamen Ring e2 und die innenliegende Büchse b zu sammengehalten.
Zum Ausbau der einzelnen Pleuelstangen wird der Ring es weggenommen, während die Ringe e auf dein Kurbelzapfen verbleiben können, wobei sie die Pleuelstangen zusam- rnenhalten, so dass die Pleuelstangen nicht in den Kurbelraum hinausfallen. An einer Stelle ihres Umfangs sind die Ringe e mit einer Ausfräsung p versehen, durch welche eine einzelne Pleuelstange oder auch eine nach der andern herausgezogen werden kann, nachdem die Ringe e in die dazu erforderli che Stellung gedreht worden sind.
Es können natürlich auch die Ringe e, e2 so ausgebildet sein, dass zum Ausbau der Stangen der mittlere Ring e2 mit Ausfräsun- gen p versehen ist und die beiden äussern Ringe e abgenommen werden, wobei im ab genommenen Zustand der letzteren die Stangen vom Ring e2 zusammengehalten werden.
Auch bei Ausführung nach Fig. 2 kann einer der Ringe mit einer Ausfräsung wie in Fig. 6 versehen sein; der andere müsste dann beim Ausbau der Stangen weggenommen werden.
Die Ausfräsungen p bringen es mit sich, dass einer der Gleitschuhe nur auf einer Seite von einem Ring e bezw. e2 gehalten ist. Will man dies vermeiden, so benützt man mit Ausfräsungen p versehene Halteringe e bezw. e2 nur für den Einbau und den Ausbau der Pleuelstangen, also als Montagewerkzeug, und ersetzt sie zwecks Bringens des Getriebes in Betriebszustand durch geschlossene, also nicht mit Ausfräsungen versehene Ringe.
Die Schäfte können beim Übergang in die Gleitschuhe gegabelt werden, um die Kraftübertragung auf die Gleitschuhe, sofern nötig, zu verbessern bezw. die Druckkräfte besser auf die Gleitschuhe zu verteilen. Da durch wird es auch möglich, den mittleren Lappen i in radialer Richtung kräftiger zu halten.
Die für die Erfindung in Frage kommende Kolbenmaschine kann eine Verbrennungs- kraftmaschine, eine Dampf- oder Druckluft- maschine, aber auch eine Flüssigkeitspumpe oder -Motor sein.