CH188314A - Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd. Es sind bereits verschiedene Verfahren zur Herstellung von )Vasserstoffperoxyd aus Lösungen, in denen diese Verbindung -durch Erhitzung entsteht, bekannt, Man kann hierzu zum Beispiel Lösungen von Persul- faten, Perschwefelsäure, usw. verwenden.
So ist zum Beispiel bereits ein Verfahren bekannt, nach dem eine einzige Destillation in der Weise durchgeführt wird, da.B man ein, saure Persulfa.tlösnng im Vakuum durch erhitzte Röhren leitet, wobei Dampf einge blasen werden kann.
Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, solche Lösuncen in einem evakuierten, von aussen oder von innen erhitzten Gefä.ss, mittels übexhitzten Wasserdampfes zu zer stäuben.
Bei diesen Verfahren ist die zu konzen trierende und zur Hydrolyse, bezw. H-A.- Abspaltung züi bringende Persulfat- (Per- schwefelsä,ure-) lösung in Berührung mit einer erhitzten Oberfläche, gewöhnlich einer Blei- oberfläche, wodurch sich infolge hatalyti- scher Wirkun- Verluste an aktivem Sauer- kn stoff ergeben.
Weiter haben sämtliche bekannten Ver fahren den Umstand gemein, dass zur Durch führung der Elektrolyse und zur Verdamp fung des Wassers und des Wasserstoffper oxyds, Erhitzungsmittel, in der Regel Dampf, verwendet werden, deren Tempera tur ziemlich niedrig, jedenfalls stets unter etwa<B>300 ' C</B> liegt.
Es hat sich nun herausgestellt, dass durch Anwendung von gas- oder dampfförmigen Erhitzungsmitteln mit einer Temperatur zwischen<B>300</B> und<B>600 ' C,</B> die also bedeutend über<B>300 '</B> liegen kann, wobei die Erhitzungs- mittel direkt mit der zu erhitzenden Lösung in Kontakt gebracht werden, sowohl die, Ge schwindigkeit der Hydrolyse als die Ge- schwindickeit der Entfernung des Wasser stoffperoxyds aus dem Reaktionsgemisch be sonders erhöht wird.
Versuche zeigten zum Beispiel, dass es möglich ist, dtirel-1 Einwirkung von auf<B>500</B> bis<B>525'</B> C erhitztem Dampf auf eine schwefelsaure Ammoniumpersuliatlösung, mit guter Ausbeute Wasserstoffperoxyd zu bilden, das sofort in Dampfform aus dem Reaktionsgemisch entwieli und in der üb- lielien Weise unter herabgesetztem Druck kondensiert werden konnte.
Überraschend ist die, Beobachtung, dass die Verwendung dieser sehr holien Dampf temperaturen keinen Anlass zu grösseren Ver lusten an aktivem #Sauerstoff gibt, obgleich sich sowohl Persulfate als Perscliwefelsäure, Carosche Säure und Wasserstoffsuperoxyd bei erhöhter Temperatur rasch zersetzen.
Mit dem Verfahren gemäss der Erfindung sind noch weitere verschiedene Vorteile ver bunden: <B>1.</B> die Ilydrolyse verläuft so schnell, dass ein kleiner Reaktionsraum gentigt; 2. die, zur Reaktion benötigte Wärme kann mit einer relativ kleinen Menge Dampf zugeführt werden, so dass demzufolge das Waaserstoffperoxyd sofort in konzentrierter Form gewonnen wird.
Anstatt überhitzten Dampfes von<B>300</B> bis<B>600 '</B> kann man auch ein auf oder zwi schen diesen Grenzen liegende Temperatur erhitztes, indifferentes Gas, wie zum Bei spiel Luft, Sauerstoff, Stickstoff, oder eine Mischung von überliitztem Dampf und einem indifferenten Gas, im genannten Temperatur bereich verwenden.
Vorzugsweise führt man das Verfahren in einer Quarzapparatur aus.
Obgleich man das ErUitzungsmittel mit einer Temperatur, die zwischen<B>300</B> bis<B>600'</B> liegt, verwenden kann, arbeitet man doch vorzugsweise im Temperaturgebiet über 450', weil bei diesen höheren Temperaturen mit der gleichen Menge des Erliitzungsmittels mehr Wärme zugeführt werden kann.
Die Abmessungen des, Raumes oder des Rohres, in demdie --Reaktion stattfindet, und die, Einfülirungsgeschwindigkeiten der Fläs- sigkeit und des Dampfes oder des Gases, wie auch die. Temperatur des letzteren, werden einander zweckmässigerweise sorgfältig an- gepasst.
Der Flüssigkeit muss man, damit die<B>Hy-</B> drolyse schnell stattfinden kann, eine ge wisse Menge, Wärme zuführen. Falls dieselbe ausschliesslich vom hoch erhitzten Gas oder Dampf geliefert werden soll, wird man die Menge und die Temperatur derselben so be messen müssen, dass die erforderliche Anzahl Kalorien abgegeben werden kann.
Der Durch messer des Rohres oder des Raumes muss weiter derartig sein, dass die Flüssigkeit gegen die ;Schwerkraft vom gasförmigen Er- hitzungsmittel mitgeführt wird, indem die Geschwindigkeit, welche das Erhitzungsmit- täl der Flüssigkeit gibt, im Hinblick auf die Länge des Apparates auch deraxtig gewählt sein muss, dass genügend Zeit zur Reaktion zur Verfüoun- sieht.
Es ist natürlich die Aufgabe des, Fachmannes, weiter ausfindig zu machen, wie diese Grössen für jede ge wünschte Kapazität des Apparates sorgfältig ,0,ewählt werden sollen.
Es ist zweckmässig, die Reaktion unter herabgesetztem Druck auszuführen. Der Druck, im Apparat, gemessen am Ort, wo das gasförmige Erhitzungsmittel und die Flüs sigkeit austreten, kann zwischen<B>1</B> und<B>10</B> cm Quecksilbersäule schwanken. Vorzugsweise wird jedoch der Druck möglichst niedrig ge halten.
Da der Druck im Apparat die Zeitdauer, die das Reaktionsgemisch im Rohre oder im Raum verbringt, beeinflusst, hängt aueli diese Grörsse mit den obengenannten Faktoren, die zum Gelingen der Wasserstoffperoxydher- stellung massgebend sind, zusammen.
Nachdem das Reaktionsgemisch aus dem Appa,rat tritt, müssen die Dämpfe vom De- stillationsrücksta,nd geschieden werden. Dies kann man durch bekannte Mittel, wie die Verwendung von Stossflächen, Zyklonen, Ra- schigringen und dergleichen bewerkstelligen.
Es ist auch möglich, die Flüssigkeit, bevor sie in den Apparat eintritt, auf eiTie Temperatur von<B>50</B> bis<B>100 ' C,</B> vorzugsweise auf t85 bis<B>95 ' C,</B> vorzuwä.rmen. Man braucht dann dem Apparat weniger Wärme zuzuführen und kann also entweder die Menge oder die Temperatur des Erhitzungs- mittels niedriger wählen.
Die Zusammensetzung der Lösungen, aus welchen das 'MTasserstoffperoxyd gewonnen wird, kann in weiten Grenzen variiert werden.
So kann die Ammoniumpersulfatkonzen- tratian zwischen<B>100</B> bis<B>250</B> gr per Liter, der Schwefelsäuregehalt zwischen 200 bis <B>900 g</B> pro Liter, die Ammoniumsulfatkonzen- tration zwischen<B>0</B> bis 400<B>g</B> pro Liter, liegen.
Bei Verwendung von Perschwefelsäure- lösungen kann die H,-"S.-,0"-Konzentration zwischen<B>100</B> und<B>300</B> a pro Liter liegen, in dem die Schwefelsäurekonzentration <B>150</B> bis <B>250 -</B> H2S04 pro Liter sein kann.
Obgleich mit Lösungen obengenannter Zusammensetzung die besten Ergebnisse er zielt werden, kann das Verfahren auch mit Lösungen ausgeführt werden, deren Zusam mensetzung ausserhalb dieser Grenzziffern liegt.
Die nach Abdestillation des Wasserstoff peroxyds zurückbleibende Restflüssigkeit kann man nach Verdünnun-# mit Wasser auf <B>kn</B> ,die gewünschte Konzentration aufs neue elek- frolysieren und aus der dabei gebildeten Per- sulfat- oder Perschwefelsäurelösung kann man wiederum Wasserstoffperoxyd ge winnen.
Eine besondere Ausführungsform des V, erfahrens besteht darin, dass das hocher hitzte Gas oder der hocherhitzte Dampf gleichzeitig dazu dient, die Flüssigkeit in den Apparat zu führen und zu zerstäuben. Bei der richtigen Auswahl der Menge und der Temperatur des Gases oder des Dampfes hann so alle Wärme auf diesem Weg zuge führt werden und eine zusätzliche Wärme übertragung durch die Wände des Apparates macht sieh überflüssi(r Diese Wände können dabei aus solchem Material hergestellt werden, das nicht hat- & - lytisch zersetzend auf die aktiven Sauerstoff enthaltenden Verbindungen einwirkt,
wo- ,durch die Ausbeute der Installation erhöht wird. <I>Beispiel<B>1:</B></I> In einer Quarzapparatur lässt man bei herabgesetztem Druck auf eine wässrige Lö sung, die<B>300 g</B> Schwefelsäure und 200<B>g</B> Ammoniumpersulfat pro Liter enthält, auf <B>525 '</B> überhitzten Dampf einwirken, und zwar in einem Verhältnis<B>1 kg</B> Lösung auf 2<B>kg</B> Dampf. Das sieh bildende Wasserstoff peroxyd, das schnell aus dem Reaktionsge misch entweicht, wird in der üblichen Weise fraktioniert und kondensiert.
<I>Beispiel</I> II: Eine elektrolytisc'h hergestellte Lösung, die pro Liter enthält:<B>200 g</B> Ammoniumper- sulfat, 200<B>g</B> Ammoniumsulfat und\<B>180 g</B> Schwefelsäure, wird mit bis<B>375'</B> überhitz tem Dampf von 4 Atm. Druck in einem Quarzrohr in einem Verhältnis<B>1</B> Liter Elektrolyt -auf etwa 4<B>kg</B> Dampf zerstäubt.
Nach Austritt aus dem Quarzrolir werden in einem säurebeständigen Gefäss die gas förmigen und die flüssigeii Teile voneinan der geschieden, wonach die gasförmigen Teile durch eine geeignete, fraktionierte Kondensation zu Wasserstoffperoxyd der ge wünschten ;Stärke kondensiert werden.
<I>Beispiel</I> III: Eine elektrolytisch hergestellte Lösung, die - pro Liter<B>,</B> 200<B>g</B> Ammoniumpersulfat und<B>300 g</B> Schwefelsäure enthält, wird mit bis<B>525 '</B> überhitztem Dampf von 4 Atm. Druck in einem Quarzrohr in einem Ver- hältnis <B>1</B> Liter Elektrolyt auf etwa, 2<B>kg</B> Dampf zerstäubt.
Die weitere Bearbeitung findet wie im Beispiel II angegeben statt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Wasser stoffperoxyd durch Erhitzung von Lösun gen, in denen dieses entstehen kann, dadurch gekennzeichnet. dass man die Erhitzung in der Weise Jurchführt, dass ein gas- oder dampfförmiges Erhitzungsmittel, dessen Temperatur<B>300</B> bis<B>600 ' C</B> beträgt, direkt mit der Lösung in Kontakt gebracht wird.UNTERANSPRüCHE: <B>1.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als dampfförmi- ges Erhitzungsmittel auf<B>300</B> bis<B>600' C</B> überhitzten Wasserdampf verwendet. <B>2.</B> Verfahren nach Patentanspruell und Un- teransprueh <B>1,</B> dadurch gekennzeichnet, dass man die Lösung mit dem überhitzten Wasserdampf zerstäubt.<B>3.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als gasförmiges Erhitzungsmittel ein auf<B>300</B> bis<B>600' C</B> erhitzt-es indifferentes Gas verwendet. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen<B>1,</B> 2 und<B>3,</B> dadurch ge kennzeichnet, dass man als Erhitzungs- mittel eiii auf<B>300</B> bis<B>600 ' C</B> erhitztes Gemisch von Wasserdainpf mit einem in differenten Gas verwendet.<B>5.</B> Verfahren nach Patentanspruch, und Iln- teransprüe'hen <B>1</B> bis 4, dadurch gekenn- zeichnet, dass man bei vermindertem Druck arbeitet. <B>6.</B> Verfahren nach Patentanspruali und Uu- teransprüchen <B>1</B> bis<B>5,</B> dadurch gekenn zeichnet, dass man die Lösung auf höch stens<B>100 ' C</B> vorwürmt. <B>7.</B> Verfahren nach Patentanspruch und Un- tera.nsprüchen <B>1</B> bis<B>6,</B> dadurch gekenn zeichnet,dass man in einer Quarzapp'ara- tur arbeitet. <B>8.</B> Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen<B>1</B> bis<B>7,</B> dadurch gekenn zeichnet, dass man eine Lösung verwendet, aus der Wasserstoffperoxyd gewonnen wurde und deren Gehalt an<B>11,0,</B> bilden den Stoffen durch Elektrolyse weiter an gereichert wurde.
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