Einrichtung zur Tonwiedergabe in Lichtspieltheatern. Die Einrichtungen zur Vorführung von Tonfilmen in Lichtspieltheatern besitzen meist an irgend einer Stelle der Verstärker- oder Lautsprecherschaltung einen veränder baren Widerstand, der zur Regelung der Lautstärke des in den Zuschauerraum aus gestrahlten Tones dient.
Befindet sich dieser Regelwiderstand in der Vorführerkabine, die von dem Zuschauerraum vollständig getrennt ist, so mu3 sich der Vorführer bei der Be dienung des Regelwiderstandes zur Laut stärkeregelung nach einem Kontrollautspre- cher richten, der in dem Vorführerraum auf gestellt ist. Hierdurch werden aber nicht die tatsächlich in dem Zuschauerraum auftreten den Lautstärken erfasst, denn diese hängen z. B. sehr stark davon ab, ob der Saal voll oder leer ist.
Man hat daher auch schon dem Vorführer durch Fernsprecher Anweisungen vom Zuschauerraum aus gegeben oder den Regelwiderstand selbst im Zuschauerraum aufgestellt und zur Bedienung einer unge schulten Platzanweiserin überlassen. Auf diese Weise wird eine einwandfreie Regelung nicht erzielt.
Gemäss der Erfindung ist deshalb. im Zuschauerraum eine Schallempfangseinrich tung zur Umwandlung der Schallwellen in elektrische Ströme aufgestellt, zum Zwecke, dass die hier erzeugten Ströme direkt oder indirekt zur Regelung des in den Zuschauer raum ausgestrahlten Tones verwendet wer den können. Hierdurch werden alle die Laut stärke beeinflussenden Ursachen an Ort und Stelle ihrer Wirkung mitberücksichtigt, und die Unzulänglichkeit des menschlichen Ge hörs kann ausgeschaltet werden. Die elek trischen Ströme lassen sich dann in vielfäl tiger Art zur Lautstärkenregelung nutzbar machen.
In den Abbildungen sind Ausführungs beispiele der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 zeigt das Schaltbild einer Einrich tung, bei der noch eine Handregelung im Vorführerraum stattfinden muss; Fig. 2, zeigt eine vollkommen selbsttätige Regeleinrichtung.
Bei der Anordnung nach Fig. 1 stellt 1 ein Mikrophon dar, das sich in dem Zu schauerraum befindet. Dieses Mikrophon liegt im Stromkreis einer Batterie 2, der über die Primärwicklung 3 eines Transformators 4 geschlossen ist. - Die .Sekundärwicklung 5 des Transformators ist zu einem Strommesser 6, z. B. einem Mikroamperemeter geführt, das in dem Voriührerraum angeordnet ist.
Die in den Zuschauerraum ausgestrahlten Töne treffen auf das Mikrophon 1 und rufen in dessen Stromkreis übergelagerte Wechsel ströme hervor. In dem Sekundärkreis des Transformators sind dann Stromschwingun gen vorhanden, die dem Ton im Zuschauer raum entsprechen und deren Amplitude oder Effektivwert durch das Messinstrument 6 in der Vorführerkabine gemessen wird.
Da der Vorführer die Tonverhältnisse im Zuschauer raum kennt, hat er durch Ablesung des Mess- instrumentes und gleichzeitiges Abhören am Kontrollautsprecher zwei Mittel in der Hand, die ihm gestatten, .die Lautstärke jeweils auf den richtigen Wert einzuregeln. Bei zu hoher Anzeige am Instrument 6 wird er den Regelwiderstand für die Lautstärkeregelung auf kleinere Stärke verstellen, und bei zu kleiner Instrumentenanzeige auf grössere Lautstärke.
Durch das gleichzeitige Abhören am Kontroll-Lautsprecherwirdvermieden, dass der Vorführer bei vollkommener Stille oder absichtlich sehr leisen Stellen den Wider stand auf grössere Lautstärke einstellt.
Das Messinstrument 6 erhält zweckmässig an einer bestimmten obern und einer be stimmten untern Stellung Grenzkontakte, durch die Stromkreise für optische oder aku stische Signale eingeschaltet werden. Der Vorführer wird hierdurch darauf aufmerk sam gemacht, dass die Lautstärke im Saal je eine bestimmte Lautstärke über- oder unter schreitet.
Bei der Anordnung nach Fig. 2 geschieht die Regelung vollkommen selbsttätig. Hier bedeutet 7 wieder das im Zuschauerraum be findliche Mikrophon und 8 die Batterie. Die Mikrophonströme werden entweder unmittel bar oder über einen Transformator einem Verstärker 9 zugeführt, der sie verstärkt und als Wechselströme oder Gleichströme in den Relaisstromkreis 10 weiterleitet. Hier durch fliessen sie ein Minimalrelais 11 und ein Steuerrelais 12. Mit dem Anker 13 des Steuerrelais sind voneinander isoliert die bei den Kontakte 14 und 15 verbunden. Diese Kontakte sind je an einen Pol der Batterie 1.6 angeschlossen.
Die Kontakte 14 und 15 arbeiten zusammen mit vier feststehenden ein stellbaren Kontakten 17, 18, 19 und 20. Je zwei von diesen Kontakten, die einander diagonal gegenüberliegen, sind parallel .ge schaltet und durch die Leitungen 21 und 22 mit. der Regeleinrichtung 23 verbunden. Die eine der beiden Leitungen, in dem Ausfüh rungsbeispiel die Leitung 22, ist über den Kontakt des Minimalrelais 11 geführt. Die Regeleinrichtung 23 besteht aus einer Vor richtung, die zum Antrieb des regelbaren Widerstandes 24 dient, dessen jeweils ein gestellte Grösse die Lautstärke -der in den Zuschauerraum ausgestrahlten Töne be stimmt.
Die Einrichtung arbeitet folgendermassen: Überschreitet die Lautstärke im Zuschauer raum einen bestimmten Wert, dann fliessen in dem Stromkreis 10 sehr starke Ströme. Das Minimalrelais 11 hält seinen Kontakt ge schlossen. Das Steuerrelais 12 zieht seinen Anker 13 an. Der Abstand der Kontakte 17 und 18 von der Mittellage der Kontakte 14 und 15 ist so gewählt, dass diese Kontakte mit den Kontakten 17 und 18 in Berührung kommen, sobald die vorbestimmte. zulässige Höchstlautstärke im Zuschauerraum über schritten wird.
Sind die Kontakte geschlos sen, dann fliesst ein Strom von der "-i-" Klemme der Batterie 16 über die Kontakte 15, 18, die Leitung 22 mit dem jetzt geschlos senen Kontakt des Minimalrelais 11 nach der Regelvorrichtung 23 und über die Leitung 21 und die Kontakte 17, 14 zurück nach der "-" Klemme der Batterie. Die Regel vorrichtung 23 setzt sich infolgedessen in Be wegung und verstellt den Regelwiderstand 24 in einem solchen Sinn, dass die Lautstärke im Zuschauerraum verringert wird.
Unterschreitet jedoch die Lautstärke im Zuschauerraum einen bestimmten Wert, so dass z. B. ein wiedergegebenes Gespräch nicht mehr richtig verstanden wird, dann sinkt auch der .Strom in dem Stromkreis 10 auf einen niedrigen Wert herab. Das Minimal relais 11 ist so eingestellt, dass es auch bei diesem Strom seinen Kontakt noch geschlos sen hält. Der Anker 18 des Steuerrelais 12 geht jetzt nach unten. Die Kontakte 19 und 2,0 sind in solchem Abstand fest eingestellt, dass sie dann von den beweglichen Kontakten 14 und 15 des Ankers berührt werden.
Es fliesst infolgedessen ein Strom von der " Klemme der Batterie 16 über die Kontakte 15, 20, die Leitung 21, die Steuervorrichtung 23 und zurück über die Leitung 22 mit dem geschlossenen Kontakt des Minimalrelais 11. die Kontakte 19, 14 nach der "-" Klemme der Batterie 16. Die Regelvorrichtung er hält infolgedessen einen Strom in umgekehr ter Richtung wie bei dem vorher beschriebe nen Fall, und sie verstellt infolgedessen auch den Widerstand 24 in der entgegengesetzten Richtung, so dass, die Lautstärke im Zu- sehauerraum vergrössert wird.
Diese Regelung auf grössere Lautstärke darf jedoch dann nicht eintreten, wenn die Tonwiedergabe im Zuschauerraum bestim mungsgemäss ganz leise sein oder ganz aus setzen soll. In diesem Fall darf natürlich keine Verstärkung der Lautstärke eintreten. Um dies zu erreichen, ist das Minimalrelais 11 vorgesehen. Sobald der Strom in dem Stromkreis 10 einen bestimmten Kleinstwert unterschreitet, lässt das Minimalrelais 11 seinen Kontakt fallen und jede weitere Rege lung bleibt unterbrochen.
Das Minimalrelais 11 ist so eingerichtet, dass es bei Überschrei tung des Kleinstwertes seinen Kontakt von selbst wieder anzieht, so dass die Regelvor richtung 23 dann sofort wieder bereit ist.
Damit die Lautstärkeänderungen nicht vom Publikum bemerkt werden, ist es erfor derlich, dass die Verstellung des Widerstan des 24 nicht Plötzlich, sondern allmählich vor sich geht. Es ist daher zweckmässig, an der Regelvorrichtung 23 eine Verzögerungs einrichtung, z. B. ein Windrad, einen Dämp- finmgskolben oder dergleichen anzubringen., die keine so schnelle Änderungen erlaubt.
Ferner ist es vorteilhaft, wenn der Wider stand 24 und die Regelvorrichtung 23 eine Einrichtung, beispielsweise eine Feder be sitzen, die sie in ihre Mittellage zurückführt, wenn die Regelung unterbrochen ist. Dies hat folgenden Zweck: Wenn z. B. die Laut stärke beginnt leise zu werden, dann regelt zunächst das Steuerrelais 12. auf grössere Lautstärken. Erst wenn der Ansprechwert des Relais 11 unterschritten ist, setzt die Regelung aus. Vorher ist aber der - Wider stand 24 auf grosse Lautstärke verstellt wor den. Es würden also gerade jetzt, da die Vorführung .ganz leise sein soll, die Stör geräusche, die z.
B. durch Kratzer im Film hervorgerufen werden, in verstärktem Masse wiedergegeben. Durch eine Rückstellvorrich tung, die in diesem Fall :den Widerstand in seine Mittelstellung zurückholt, kann dieser Nachteil vermieden werden.
Es wird oft nicht zweckmässig sein, bei jeder Überschreitung der Grenzwerte, für die das Steuerrelais 12 eingestellt ist, die Regel vorrichtung in Tätigkeit zu setzen. Es kann vorkommen, @dass absichtlich ein überlauter Ton wiedergegeben werden: soll. Um in die sem Falle das Ansprechen des Steuerrelais zu vermeiden, kann man dieses mit einer Zeitverzögerung versehen.
Besser ist es je doch auch für diesen Fall, wenn man die Verzögerungseinrichtung in die Vorrichtung 28 verlegt und ein rasch arbeitendes Steuer relais 12 verwendet, damit jedes Überschrei ten der Grenzwerte auch sicher erfasst wird. Die Regelvorrichtung 23 kann dann für ihre Bewegung in Richtung der Herabminderung der Lautstärke oder auch in Richtung der Heraufsetzung der Lautstärke mit einer ge wissen Leerlaufstrecke versehen werden, damit sie nicht bei jeder einzelnen Grenzwert überschreitung sofort den Widerstand ver stellt.
Man könnte auch eine Integrierein- richtung verwenden, die die lUbersehreitun- gen zusammenzählt und eine Regelung erst dann gestattet, wenn der eine Grenzwert innerhalb eines gewissen Zeitraumes eine gewisse Gesamtzeit lang überschritten war.
Die Regelvorrichtung 23. kann statt aus einem Motor auch aus einem Magneten oder einem andern Apparat bestehen, der bei Um kehr der angelegten Spannung seine Bewe gungsrichtung ändert.
Selbstverständlich lässt sich das Höher- oder Tieferregeln statt mit einem kombinier ten Steuerrelais 12 auch mit Einzelrelais vornehmen. Man kann ferner mit dem Steuerrelais 12. auch gleich das Minimal relais 11 kombinieren.
Will man auf alle Fälle ein Überregeln vermeiden, so empfiehlt es sich, die Rege lung impulsweise vorzunehmen, z. B. in der Art, dass die Regelungsvorrichtung 23 den Widerstand 24 immer nur um kleine Wege verstellt und dann seinen eigenen Stromkreis eine gewisse Zeitlang unterbricht um die Wirkung der Regelung abzuwarten. In die sem Fall muss entweder die Regelvorrichtung 23 mit einem Unterbrecher versehen sein, oder es muss zwischen die Leitung 21 und 22 und die Regelvorrichtung noch ein Relais für die Impulsgabe vorgesehen werden.
Man kann die impulsweise Regelung auch nach Art des Tirillreglers durchführen, bei dem ständig ein Regelwiderstand oder Teile des Wider standes 24 kurzgeschlossen und wieder ein geschaltet werden.
Selbstverständlich lässt sich die beschrie bene Einrichtung statt durch magnetische Relais auch durch Elektronenrelais (Thyra- tron oder dergleichen) trägheitslos durch führen.
Der Widerstand 24 erhält zweckmässig noch eine Handverstellvorrichtung, die es er laubt, jederzeit ohne Störung der selbsttäti gen Regelung die Verstellung willkürlich von Hand vorzunehmen. Durch Handeinstel lung kann dann auch das Durchschnittsniveau verändert werden, das für die selbsttätige Regelung massgebend ist.
Statt nur ein einziges Mikrophon 1 oder 7 zu verwenden, empfiehlt es sich, mehrere Mikrophone an verschiedenen Stellen des Zu schauerraumes aufzustellen und den Mittel wert oder 'die Summe der hier erzeugten Ströme auf das Messinstrument 6 oder den Stromkreis 10 einwirken zu lassen.