CH191019A - Verfahren zum Entkalken von geäscherten Häuten und Fellen. - Google Patents

Verfahren zum Entkalken von geäscherten Häuten und Fellen.

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CH191019A
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Fabrik Joh A Benckis Chemische
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Benckiser Gmbh Joh A
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  Verfahren zum Entkalken von     geäscherten    Häuten und Fellen.    Bekanntlich wird die Entkalkung von       geäscherten    Häuten und Fellen entweder durch  anorganische oder organische Säuren wie  Salzsäure, Ameisensäure, Milchsäure oder der  gleichen oder aber durch     Ammoniumverbin-          dungen    durchgeführt. Beide Entkalkungsarten  bergen gewisse     N@-chteile    in sich.

   Die Säure  anwendung ist mit     Quellungserscheinungen     und Substanzverlusten durch sauren Protein  abbau verknüpft, während die     Ammonsalze,     unter Einwirkung der alkalischen     Äschermittel     Kalk und Schwefelnatrium, Ammoniak     bezw.     Schwefelammonium freimachen, welche die al  kalische Proteinhydrolyse unnötig verlängern.  



  Es wurde nun gefunden, dass chemische       dissozierbare    Verbindungen die im Anion       5-wertigen    Phosphor und Sauerstoff enthalten,  ausgesprochene Entkalkungsmittel darstellen.  Besonders eignen sich von diesen Verbindun  gen dafür die höher polymeren     Metaphosphor-          säuren        bezw.    Polyphosphorsäure sowie deren  Alkali- und     Ammoniumsalze    -als wirksame         Entkalkungs-    und     Abstumpfungsmittel    von  ausgesprochen milder und das Hautprotein  schonender Wirkung.  



  Geeignet hierfür sind vor allem die     Hexa-          metaphosphorsäure        bezw.    ihre Salze. Im Ge  gensatz zu den bekannten Entkalkungsmitteln  bilden die polymeren     Metaphosphatanionen     Komplexe, welche das     Calcium    in nicht ioni  sierter Form binden, so dass also auch spätere  Umsetzungen von gelöst im Hautmaterial  verbliebenen Kalksalzen etwa mit dem Am  monsulfat der     Beizpräparate    oder mit den  pflanzlichen     Gerbstoffen    ausgeschlossen sind.

    Darüber hinaus üben die neutralen     Meta-          phosphate,    welche sich bei dem     Entkalkungs-          prozess    stets bilden, sogar selbst eine gewisse       Beizwirkung    aus.  



  Die polymeren     Metaphosphorsäuren    sowie  die     Ammoniummetaphosphate    gehen infolge  ihrer Umsetzung mit Schwefelnatrium und  Kalk in die komplexen     Natriumcalciummeta-          phosphate    über, während die Alkalimeta-      Phosphate sofort das     Calciumoxyd    oder auch  im     Äscherprozess    bereits entstandenes Cal  ciumkarbonat oder Kalkseifen (bei naturfetten  Häuten) unschädlich machen.

   Für die mut-         masslich    beim     Hexametaphosphatanion    ein  tretenden Umsetzungen dürften hauptsächlich  nachstehende Reaktionsgleichungen in Frage  kommen    1.     H6Ps01s+2Na2S+Ca0=Nas[Na2CaPo01s]+2H2S+Hs0.     



  2.     (NH4)sPs01s        -f-        2Na2S        +        Ca0    =     Na2[Na2CaP801s]        --i--        2(NH4)2S        +        2NHs        +        1120.     3.

       Na6P601s        +        20a0        +        2H20    =     Na2[CasPeOls]        -J-        4Na0H.       Man kann auch zusammen mit den     Meta-          phosphatanionen    die üblichen     Entkalkungs-          mittel    anwenden, was besonders im Falle  der Anwendung von Ammonium- oder Alkali  metaphosphaten am Platze ist.  



  <I>Beispiele:</I>  1.     Geäscherte    Kalbfelle werden gründlich  mit weichem Wasser gespült und dann mit       einer        Lösung        von        3,5        %        HexametaphospIor-          säure    vom     Blössengewicht    in weichem Wasser  während 24 Stunden entkalkt und abge  stumpft.  



  2.     Geäscherte    Schaffelle werden gut     ge-          wässert        und        mit        2,5        %        Ammoniumhegameta-          phosphat    und l0/0     Ammoniumchlorid    vom       Blössengewicht    24 Stunden in kurzer Flotte  entkalkt, gespült und ohne weitere Beize  gegerbt.  



  3. Rindblössen aus dem Kalk werden ge  waschen und dann mit     31/o        Natriumhexa-          metaphosphat        und        1,5%        Ameisensäure        vom          Blössengewicht    während 24 Stunden entkalkt.  



  Man erhält auf diese Weise nach den  Beispielen 1 und 3 Blössen von neutraler  Reaktion und äusserst geschonter Beschaffen  heit, während nach Beispiel 2 eine leicht       ammoniakalische    Blösse von bereits gebeiztem  Charakter anfällt. An Stelle von     Hexameta-          phosphorsäuren    oder ihren Salzen können  auch Polyphosphorsäuren, Polyphosphate oder  andere polymere Phosphorsäuren, insbesondere       Okto-    oder     Dodekametaphosphorsäure        bezw.     ihre Salze zur Anwendung gelangen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Entkalken von Häuten und Fellen, dadurch gekennzeichnet, dass als entkalkende Stoffe dissozierbare Verbindun- gen, die im Anion 5-wertigen Phosphor und Sauerstoff enthalten, zur Anwendung ge langen. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren gemäss dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die 5-wertigen Phosphor und Sauerstoff enthaltenden Ver bindungen polymere Metaphosphorsäuren sind. 2.
    Verfahren gemäss dem Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die 5-wertigen Phosphor und Sauerstoff enthaltende Verbindung Hexametaphosphor- säure ist. 3. Verfahren gemäss dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die 5-wertigen Phosphor und Sauerstoff enthaltenden Ver bindungen Alkalisalze der polymeren Meta- phosphorsäuren sind. 4.
    Verfahren gemäss dem Patentanspruch und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die 5-wertigen Phosphor und Sauer stoff enthaltenden Verbindungen Ammo- niumsalze der polymeren Metaphosphor- säuren sind. 5. Verfahren gemäss dem Patentanspruch,. da durch gekennzeichnet, dass die 5-wertigen Phosphor und Sauerstoff enthaltenden Ver bindungen Alkalisalze der Hegametaphos- phorsäure sind. 6.
    Verfahren gemäss dem Patentanspruch und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die 5-wertigen Phosphor und Sauer stoff enthaltenden Verbindungen Ammo- niumsalze der Hexametaphosphorsäure sind. 7. Verfahren gemäss dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die 5-wertigen Phosphor und Sauerstoff enthaltenden Ver bindungen Polyphosphorsäuren sind. B. Verfahren gemäss dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die 5-wertigen Phosphor und Sauerstoff enthaltenden Ver bindungen Alkalisalze der Polyphosphor säuren sind. 9.
    Verfahren gemäss dem Patentanspruch und Unteranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die 5-wertigen Phosphor und Sauer- Stoff enthaltenden chemischen Verbindun gen Ammoniumsalze der Polyphosphor säuren sind.
CH191019D 1936-03-31 1936-06-08 Verfahren zum Entkalken von geäscherten Häuten und Fellen. CH191019A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2736093A (en) * 1956-02-28 Fix finder

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US2736093A (en) * 1956-02-28 Fix finder

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