CH191078A - Einrichtung zur Anzeige der Betriebsdauer einer Entladungsröhre. - Google Patents
Einrichtung zur Anzeige der Betriebsdauer einer Entladungsröhre.Info
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Description
Einrichtung zur Anzeige der Betriebsdauer einer Entladungsröhre. Die Erfindung betrifft eine Einrichtung an einer Entladungsröhre, welche zu erken nen gestattet, wie lange die betreffende Röhre bereits im Betrieb gewesen ist.
Ein Bedarf für derartige Einrichtungen liegt in vielen Fällen vor. Es sei daran er innert, da.ss in gewissen mit Röhren bestück- ten Anlagen, wie zum Beispiel Verstärker ämtern, Funkbaken usw., auf deren einwand freie Funktion man sich verlassen muss, eine :.\.usw.echslung der Röhren nach einer be stimmten Betriebsdauer, zum Beispiel nach 1000 Stunden vorgeschrieben wird., und zwar auch dann, wenn die Röhre noch nicht erschöpft ist.
Um beurteilen zu können, wann diese Zeitgrenze erreicht ist, muss man über die Ein- und Ausschaltzeiten genau Buch führen. Dies bedeutet, wenn es über haupt durchführbar ist, eine Belastung des Bedienungspersonals, die man gern vermei- den möchte. In andern Fällen, insbesondere dort, wo es sich um unbemannte Anlagen handelt,
die sich automatisch in Abhängig keit von bestimmten äussern Umständen ein schalten, zum Beispiel in Abhängigkeit von der Belichtung einer Photozelle bei unsieh- tigem Wetter und dergleichen, oder von ver schiedenen Benutzern zeitweilig eingeschaltet werden,
ist eine solche Buchführung natür lich nicht möglich. Man nimmt die Aus wechslung .der Röhren in bestimmten Zeit abständen vor, ohne d ass man dabei die Ge wissheit hat, ob die vorgeschriebene Betriebs- dauer auch nur annähernd wirklich erreicht wurde. Naturgemäss ist eine derartige Hand habung nicht wirtschaftlich.
Für die ein gangs erwähnte Einrichtung besteht auch Interesse, wenn auf Grund einer Röhren beanstandung ein Urteil darüber zu fällen ist, ob die Unbrauchbarkeit d er Röhre eine Folge ihres natürlichen Verbrauches oder eines Fa- brikationsfehlers ist.
Es ist nun bereits bekannt, mit einem sich betriebsmässig erwärmenden Gerät, zum Bei- spiel einer Glühlampe, einen Indikator zu verbinden, welcher die Zahl !der zurück- gelegten Betriebsstunden abzulesen gestattet. Ein solcher Indikator soll so beschaffen sein, dass, er durch die in der Röhre während des Betriebes entwickelte Wärme eine dauernde Veränderung erfährt.
In vielen Fällen wer den an die Genauigkeit dieser Anzeige keine besonders grossen. Anforderungen gestellt. Die' Anzeige kann nach verschiedenen Ge sichtspunkten erfolgen, beispielsweise derart, dass eine solche erst nach einer bestimmten Betriebszeit, z. B. nach l000 .Stunden, über- haupt auftritt.
Der Indikator muss in diesen Fällen eine Schwellwerteigenschaft auf weisen, wobei .der .Schwellwert durch eine be- stimmte Betriebszeit bezw. Wärmeeinwir- kungsdauer gegeben ist.
Man kann die An zeige auch so vor sich gehen lassen, dass sie zum mindesten von einem bestimmten Zeit punkt an ein unmittelbares Mass für die zu- rückgelegte Betriebsdauer bildet. Der Indi kator wird also in. diesem letzteren Falle den Integralwert aus der entwickelten Wärme und der Einwirkungsdauer -angeben.
Für die Realisierung bieten sich verschie dene Möglichkeiten, von denen eine bereits bekannte .die Erscheinung .ausnutzt, dass sich gewisse Farbstoffe organischer Art unter Einwirkung von Wärme zersetzen und dabei ihr Aussehen verändern.
Der Grad der Zer setzung bildet dann ein Mass für die Wärme- einwirkung. Da die in einer Röhre entwik- kelteWärme als konstant und gegeben an zusehen ist,
kann aus dem Aussehendes In dikators unmittelbar ein Schluss auf die Be triebsdauer gezogen werden. Man hat nun einen Farbstoffträger etwa in Form eines mit dem Farbstoff getränkten oder gestri chenen Papierstreifens auf den Kolben der Röhre aufgeklebt oder den Indikator in Form eines auf dem Röhrenkolben haftenden Anstriches aufgetragen. Die erstgenannte Ausführungsart ist z. B. in Fig. 1 der Zeichnung veranschaulicht.
1 stellt den Glaskolben einer Röhre dar, innerhalb dessen sich das Elektrodensystem 2 befindet. Um den Glaskolben ist ein Strei- fen 3 .geklebt, der mit einem durch Wärme einwirkung veränderlichen Farbstoff ge tränkt oder bestrichen isst. Statt dessen war gegebenenfalls auch ein die ganze Kolben oberfläche bedeckender Farbanstrich aufge tragen.
Statt nun, wie bisher, als Indikator einen Farbstoff zu verwenden, der unter dem Ein fluss erhöhter Temperatur eine fortschreitende chemische Umwandlung oder einen Zerfall erleidet und dabei seinen Farbton ändert, wird gemäss der Erfindung zur Betriebs- daueranzeige die temperaturbedingte Zu standsänderung eines chemischen Stoffes,
.der selbst keine .sichtbare oder keine hinreichend sichtbare Zustandsänderung erleidet, dazu verwendet, einen beigefügten besonderen In dikatorstoff hinreichend sichtbar zu verän dern. Der chemische Stoff und der Indikator- sto.ff können beispielsweise auf die bezüg lich Fig. 1 beschriebene Art auf der Röhre befestigt werden.
Diese Art der Betriebs daueranzeige besitzt gegenüber der Verwen- dung unmittelbar anzeigender Indikatoren den grossen Vorzug, idass die Zahl der ver wendbaren Stoffe ausserordentlich vergrössert wird. Infolgedessen lassen sich für die ver schiedensten Betriebsverhältnisse ,geeignete Indikatoren finden.
Ausserdem sind die Me thoden der Kenntliehmachungderartiger chemischer Umwandlungen in der Chemie seit langem bekannt und zu hoher Vollkom menheit entwickelt.
Besteht zum Beispiel ein Salz ans einer leicht flüchtigen ,Säure und einer schwer flüchtigen Base, so wird mit der Zeit die Reaktion eines Gemisches, in dem dieses Salz enthalten ist, basisch werden,
was durch einen beigefügten geeigneten pH-Indikator an dessen Farbumschlag zu sehen ist. In ent sprechender Weise kann durch ein Salz, das aus einer leicht flüchtigen Base und einer schwer flüchtigen Säure besteht, mit der Zeit eine saure Reaktion und ein entsprechend an derer Farbumschlag erzielt werden.
Ein Bei spiel für ein .Salz der ersteren Art ist Barium acetat, ein Beispiel. für ein Salz der zweiten Art ist sekundäres Ammoniumphosphat. Als pH-Indikator können die für diesen Zweck allgemein bekannten Verbindungen Verwen dung finden.
Es gibt ferner Stoffe, die bei ihrem ther mischen Zerfall Chlor oder andere bleichende Reagenzien frei werden lassen, so dass ein als Indikator beigefügter Farbstoff fort- schreitend ausgebleicht wird; ein Beispiel für einen derartigen Stoff ist Kalium-Chloro- Chromat. Um .sich .dem zu kontrollierenden Organ und dessen Betriebstemperatur anpassen zu können, hat man die Wahl einerseits des zer- fallenden Stoffes und anderseits des bei gefügten, sich verfärbenden Indikators frei.
Ausserdem kann man die Reaktionsgeschwin- digkeit weitgehend durch die Art und durch die Menge eines Bindemittels beeinflussen, welches .gleichsam als Scheidewand zwischen dem zerfallenen Stoff und .dem Farbindikator eingebaut werden kann.
So bewirkt zum Bei spiel arabischer Gummi eine geringe, Gela tine eine starke Erniedrigung der normalen Farbänderungsgeschwindigkeit. Insbesondere besteht die Möglichkeit, auf diesem Wege zu erreichen, dass für Röhren verschiedener Grösse und Leistung, welche eine verschieden hohe Temperatur annehmen, ein bestimmter Farbumschlag nach derselben Betriebsdauer eintritt.
Versuche haben ergeben, dass die Tem peratur des Glaskolbens eines Entladungs gefässes nicht nur von der elektrischen Be- lastung desselben, sondern auch von den thermischen Eigenschaften des Gerätes, in dem die Röhre verwendet wird, abhängt.
Dieser Umstand erschwert die Möglichkeit, aus dem Grad der Zustandsänderung des Tndikators einen sicheren Schluss auf die zu- rückgelegte Betriebsdauer der Röhre zu zie hen, da es unter Umständen notwendig ist, für jede Betriebsgerättype eine besondere Normalskala festzustellen.
Es müsste also bei der Untersuchung einer mit einem der artigen Farbindikator versehenen Röhre stets auch angegeben werden, in welchem Gerät diese arbeitete. Diese Unsicherheit kann dadurch be hoben werden, dass der Brenndauer-Indikator im Innern des Tellerrohres der Röhre ange bracht wird.
Durch Versuchsreihen wurde ermittelt, dass die Betriebstemperatur im Innern des Tellerrohres, und zwar insbesondere in der Nähe des Quetschfusses, verhältnismässig un abhängig von der Röhrentype, der Belastung der Röhre und der Aussentemperatur ist.
Wenn man also den Indikator an dieser Stelle anbringt, gewinnt man mehrere Vorteile: Es ist jetzt nicht nur überflüssig, anzugeben, in welchem besonderen Betriebsgerät die Röhre arbeitete, sondern es genügt ausserdem, eine einzige Type von einem Brenndauer-Indikator zu entwickeln, der bei allen oder wenigstens dem grössten Teil der für gleichartige Zwecke bestimmten Röhrentype Verwendung finden kann.
So ist es beispielsweise möglich, in allen für Rundfunkzwecke entwickelten Röhren einen einzigen Indikator zu verwenden, ganz unabhängig davon, ob es sich um eine ver- hältnismässig schwach belastete Hochfre- quenzverstärkerröhre oder eine Lautsprecher- Endröhre handelt.
Es liegt auf der Hand, dass diese Möglichkeit eine erhebliche Verein fachung bei der Röhrenherstellung bedeutet und ausserdem. die .Sicherheit eines Urteils über die zurückgelegte Brenndauer erheblich festigt.
In Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel die ser Artdargestellt. Es bedeutet 21 den Glaskolben einer Röhre, der mit einem Tel lerrohr 52 verschmolzen ist. Das Tellerrohr ist oben mit einer Quetschung 2,8 versehen, in welche die Haltestreben mit Elektroden- zuführungen des Elaktrodensystems 24 ein- geschmolzen sind.
Die Röhre ist in einem Sockel 25 eingekittet, der mit Anschlussstek- kern ausgestattet ist. In .das Tellerrohr 2:
2 ist ein Zellonstreifen 27 eingelegt, .der sich vermöge seiner Elastizität an die Wand des Tellerrohres anlegt und dort fest haftet. Vor- zugsweise wird der Streifen so tief in das Tellerrohr eingeschoben, @dass er an der Quet schung selbst anliegt.
Der Zellonstreifen 2.7 ist oberflächlich mit einem. Überzug ver- sehen. dessen Aussehen sich unter dem Ein fluss der von der Röhre entwickelten Wärme ändert. Es wird beispielsweise ein Stoff gemisch verwendet, dessen Indikatorfarbe sich im Laufe der Betriebszeit ändert und etwa allmählich von Grün in Weiss übergeht.
Durch Vergleich der jeweiligen Farbe des Zellonstreifens mit einer durch Versuche er mittelten Normalskala ist man jederzeit in der Lage, anzugeben, wie lange .die Röhre gebrannt hat. Wenn man am Boden des Sockels eine Öffnung 28 ausspart, was häu fig bereits aus herstellungstechnischen Grün den geschieht, so kann man .durch diese .den Zellonstreifen betrachten oder gegebenenfalls auch herausnehmen, ohne dass irgendwelche Eingriffe an der Röhre notwendig sind.
Falls die Röhre mehrere Tellerrohre bezw. Quetschfüsse besitzt, wird man den Zellon- streifen zweckmässig in jenes Tellerrohr ein führen, welches :der Kathode zunächst liegt bezw. diese trägt.
Es ist vielfach üblich, den Kolben von Verstärkerröhren aussen zu metallisieren, in dem entweder flüssiges Metall oder eine Sus pension von Metallpulver in einem Lack aufgespritzt oder aufgestrichen wird. Bei solchen Röhren kann man dem flüssigen Metall bezw. der Metallaüfschwemmung das Anzeigegemisch zusetzen.
Selbstverständ lich kann der Röhrenkolben auch aus einem beliebigen andern Material, beispielsweise keramischen Massen oder Metall, bestehen oder vorher metallisiert sein.
Man kann sich nun Vergleichsstücke anlegen, aus denen die Verfärbung des Indikators nach bestimmten Betriebsdauern hervorgeht, und durch Ver gleich einer zu prüfenden Röhre mit diesen Normalien ist die zurückgelegte Betriebs dauer mit praktisch ausreichender Genanig- keit zu erkennen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Einrichtung an einer Entladungsröhre zur Anzeige ihrer Betriebsdauer mittels eines unter der Wärmewirkung !der Röhre sein Aussehen ändernden Indikators, dadurch ge kennzeichnet, dass einem infolge der Wärme- einwirkung seinen Zustand ändernden, jedoch selber höchstens keine hinreichend sichtbare Zustandsänderung erleidenden chemischen Stoffein besonderer Indikatorstoff beigefügt ist,welcher durch die Zustandsänderung .des thermisch beeinflussbaren chemischen Stoffes seinerseits eine hinreichend sichtbare Zu- standsänderung erleidet. UNTERANSPRüCHE 1.Einrichtung nach Patentanspruch, da durch .gekennzeichnet, @dass die Zustands- änderung des Indikatorstoffes aus einem Farbumschlag besteht und dieser auf -dem Sauerwerden eines Gemisches be ruht, in dem ein Salz mit verschieden schwer flüchtigen Tonen enthalten ist.Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Zustands- änderung des Indikatorstoffes aus einem Farbumschlag besteht und dieser auf .dem Basischwerden eines Gemisches be ruht in dem ein Salz mit verschieden schwer flüchtigen Ionen enthalten ist.3. Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, .dass die aus einem Farbumschlag bestehende Zustandsände rung des Indikatorstoffes durch Wir kung von Zerfallsprodukten verursacht wird, die aus dem thermisch beeinfluss- baren chemischen Stoff durch thermische Zersetzung entstehen. 4.Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, da.ss die Reaktions geschwindigkeit durch Art und Menge eines verwendeten Bindemittels der Art der Röhre angepasst ist. 5.Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass ein mit dem chemischen Stoff und dem Indikatorstoff versehener Träger auf den Röhrenkolben der Entladungsröhre aufgeklebt ist. R. Einrichtung nach Patentanspruch, da ,durch gekennzeichnet, dass eine Lösung des chemischen Stoffes und des Indi- katorstoffes in einem auf dem Röhren kolben haftenden Bindemittel auf dem Röhrenkolben aufgetragen ist.7. Einrichtung nach Patentanspruch, da ,durch gekennzeichnet, .dass der chemische Stoff und der Indikatorstoff innerhalb eines Tellerrohres der Entladungsröhre angebracht sind. B. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch <B>7,</B> dadurch gekennzeich net, dass der chemische Stoff und der Indikatorstoff in der Nähe einer Quet schung der Entladungsröhre angebracht sind. 9.Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch <B>7,</B> dadurch gekennzeich net, @dass der chemische Stoff und .der Indikatorstoff auf einem Streifen auf getragen und mit diesem in das Innere des Tellerrohres eingebracht sind. 10.Einrichtung nach Patentanspruch und Unteransprüchen 7 und 9, dadurch ge kennzeichnet, dass der Streifen aus Zel- lon besteht. 11. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 7, dadurch .gekennzeich- net"dass der Träger des chemischen Stof fes und,des Indikatorstoffes .so ausgebil det ist, @dass er sich federnd gegen die Wand des Tellerrohres anlegt.12. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeich net, dass der Träger des chemischen Stof fes und des Indikatorstoffes so ausgebil det ist, dass er sich federnd gegen eine Quetschung der Entladungsröhre anlegt.13. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeich net, -.ass ,der Sockel der Entladungsröhre mit einer Öffnung versehen ist, durch welche der Zustand des Indikatorstoffes beobachtet werden kann.14. Einrichtung nach Patentanspruch, wo bei .die Entladungsröhre mit Aussen metallisierung versehen ist, dadurch ge kennzeichnet, dass das in flüssigem Zu stand aufgetragene Metall den Chemi schen Stoff und den Indikatorstoff als Zusatz enthält. 15.Einrichtung nach Patentanspruch, wobei die Entladungsröhre mit Aussenmetalli- sierung versehen ist, dadurch gekenn zeichnet, dass die Metallaufschwemmung den chemischen iStoff und den Indikator stoff als Zusatz enthält.
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