CH191548A - Verfahren zum Frischhalten von flüssigen oder halbfesten Lebens-, Nahrungs- und Genussmitteln. - Google Patents
Verfahren zum Frischhalten von flüssigen oder halbfesten Lebens-, Nahrungs- und Genussmitteln.Info
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Description
Verfahren zum Frisghiialten von flüssigen oder halbfesten Lebens-, Nahrungs- und Genussmitteln. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Frischhalten von flüssigen und halb festen Lebens-, Nahrungs- und Genussmitteln, insbesondere Molkereierzeugnissen.
In dem deutschen Patent Nr. 613707 ist vorgeschlagen, flüssige Molkereierzeugnisse dadurch frisuhzuhalten, @dass, sie bei niedri ger, etwa bei + 10 C liegender Temperatur entgast, ihnen Sauerstoff unter Überdruck von 3 bis 1 0 Atmosphären, zugesetzt und dieser Sauerstoffdruck ständig aufrecht er halten wird. Die so behandelten Stoffe mussten aber bei Temperaturen unter + 12! C aufbewahrt werden, wenn sie längere Zeit haltbar sein sollten.
Diese Bedingung bedeu tet für das bekannte, an sich befriedigende Verfahren einen wirtschaftlichen Nachteil, weil die Erzeugung niedriger Wärmegrade natürlich mit einem Aufwand an Kosten und Arbeit verbunden ist, insbesondere dann, wenn die Nahrungsmittel in. heissen Gegenden lange auf Vorrat gehalten werden sollen.
Vielfache ältere Versuche, Milch und an dere flüssige oder halbfeste Lebensmittel durch Abkühlen oder Erwärmen in Gegen wart von Sauerstoff unter Druck frischzu- halten, sind wenig erfolgreich, gewesen. Wenn es gelang, -die Lebensmittel einige Tage vor dem Verderben zu schützen,
so wurde durch hohes Erwärmen ihre Zusammensetzung und infolgedessen auch ihr Geschmack schädlich verändert. Zumeist wurden die Lebensmittel unter künstlicher Abkühlung gelagert und dadurch die Kosten unverhältnismässig er höht.
Durch das Verfahren gemäss vorliegender Erfindung ist es .gelungen, flüssige und halb feste Lebensmittel und insbesondere Milch mehrere Wochen: hindurch bei jeder Tempe ratur, in jeder ,Tahresveit und in jedem Klima völlig frisch zu erhalten und dabei ihren Rohcharakter unverändert zu lassen, ohne durch hohe Erwärmung Zersetzungen herbei zuführen oder durch kostspielige Kühlung das Verfahren unwirtschaftlich zu machen.
Das Verfahren kombiniert bekannte Mit tel (Entfernung der gelösten Gase; Erwär mung in einer Sauerstoffatmosphäre unter Druck), in solcher Weise, dass Nahrungsmit- tel, wie z. B. Milch, wochenlang ihren Roh charakter beibehalten., der bei allen älteren, mit Erhitzung arbeitenden Konservierungs verfahren verloren ging.
Besonders vorteilhaft ist das Austreiben der gelösten Gase mit unter Druck durch das Behandlungsgut hindurchgeleitetem Sauer stoff, der dabei mit der Flüssigkeit in innige Berührung kommt.
Das Verfahren zum Frischhalten von flüssigen; oder halbfesten Lebens-, Nahrungs- und Genussmitteln, insbesondere Molkereier zeugnissen, ist .gekennzeichnet durch die Vereinigung der Massnahmen des Austrei- bens der in dem Behandlungsgut gelöstan Gase,
der Erwärmung des Behandlungsgutes auf eine 80 C nicht überschreitende Tem peratur in einer Atmosphäre von unverdünn tem -Sauerstoff unter einem Druck von 5 bis 20 Atmosphären, des Abkühlenlassens und des Lagerns des Behandlungsgutes in der Atmosphäre von komprimiertem Sauerstoff.
Insbesondere für Milch bietet dieses Ver fahren den wichtigsten Fortschritt. Bei Er wärmung auf 5,0 bis 5,5 C bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung eines Sauerstoffdruckes von etwa 10 Atmosphären tritt eine Bakte rienabtötung ein, die weit über das Mass .der Abtötung hinausgeht,
die von den üblichen Pasteurisierungsverfalhren bei sehr viel höhe ren Temperaturen erreicht wird. Alle nicht sporenbildenden Bakterien und -ein Teil der Sporen werden; vernichtet, .die nicht abgetäte- ten Sporen vermögen sich in der Sauerstoff atmosphäre unter hohem Druck nicht zu ent wickeln.
In bezug auf BBakterienabtötung ent spricht die Wirkung .des neuen Verfahrens der Einwirkung einer Temperatur von 100 C während mehrerer Minuten, ohne dass jedoch Veränderungen des chemisch-physika- lischen Zustandes, also der Roh milcheigen- schaften, oder ungünstige Beeinflussungen des Geschmackes auftreten.
Insbesondere sämtliche in der Milch vorkommenden patho- genen Keime werden vernichtet. Durch den Fortfall der einen besonders hohen Kosten aufwand verursachenden Tiefkühlung ist eine hohe Wirtschaftlichkeit des neuen Ver fahrens gegeben.
Sein Erfolg ist vornehmlich her Kombi nierung des Austreibens der gelösten Gase mit der Erwärmung in einer .Sauerstoff atmosphäre unter hohem Druck zuzuschrei ben. Die in der Milch gelösten Gase haben bisher den Sauerstoff nicht zur vollen Wir kung .gelangen lassen, vielmehr den; Bakterien und Sporen noch die Möglichkeit des Wei terlebens gelassen. In unverdünntem Sauer stoff ist den Keimen und .Sporen jede Le bens- bezw. Entwicklungsmöglichkeit abge schnitten.
Eingehende Untersuchungen haben erge ben, dass eine gewisse Abhängigkeit der Wärmevirkuug unter Sauerstoffdruck auf die Mikroorganismen von dem Nährstoff gehalt des Ausgangsgutes besteht und dass es sich empfiehlt, bei Anwesenheit höherer Nährstoffkonzentration grösseren Sauerstoff druck bezw. höhere Temperaturen bezw. län gere Einwirkungszeit anzuwenden als bei nährstoffärmeren Ausgangsstoffen.
In allen Fällen liegen die anzuwendenden Tempera turen wesentlich niedriger als die sonst zur Pasteurisierung oder Sterilisierung notwen digen Temperaturen, so dass hie sich aus sol chen Temperaturen. ergebenden Nachterle vermieden werden.
Beissiel 50 kg Fleischbrühe werden in einen Druckbehälter gebracht und die darin vor handenen Gase durch Einleiten, von Sauer stoff verdrängt. Hierauf wird der Sauer stoffdruck auf etwa 10 Atmosphären erhöht und die Brühe unter diesem Druck 4 bis 8 Stunden. auf etwa<B>50'</B> C erwärmt. Man lässt den Behälter mit seinem Inhalt unter Auf rechterhaltung des Saueratoffdruokes von 10 Atmosphären abkühlen. Der Inhalt kann wochenlang unverändert bei jeder Aussentem peratur gelagert werden.
<I>Beispiel 2:</I> 100 kg Vollmilch, die auf 58 bis 60 C erwärmt sind, werden in ein Druckgefäss ge leitet. Sauerstoff wird vom Boden her in die Milch eingedrückt, um etwa vorhandene Gase zu entfernen. Nach kurzem Durchleiten des Sauerstoffes wind .der Sauerstoffdruck auf etwa 10 Atmosphären erhöht und der Behäl ter nun auf 58 bis<B>60'</B> C erwärmt und 4 bis 8 Stunden bei dieser Temperatur gehalten. 'Darauf wird unter Erhaltung eines Sauer stoffdruckes von etwa 8 bis 12 Atmosphären in beliebiger Weise abgekühlt. Die Milch im Behälter bleibt jetzt wochenlang ohne jede Kühlung auch bei hoher Aussentemperatur frisch.
Sie besitzt besonders gegenüber pasteurisierter oder sterilisierter Milch den Vorzug, dass sie keinen Kochgeschmack auf weist, und dass ihre Eiweissstoffe nicht nach teilig beeinflusst sind, so dass ihr Nährwert und ihre Ver.daulichkeit praktisch unverän dert sind. Ihr Geschmack ist dank der Ent fernung .der in ihr gelösten Gase reiner als der Geschmack der rohen Milch. Beispiel <I>3:</I> 25 kg eingedickte Milch mit 18 % fett reicher Trockensubstanz werden bei 65 C in einen Druckbehälter eingefüllt und wie nach Beispiel 1 oder 2 durch Durchspülen mit Sauerstoff von den gelösten Gasen be freit.
Dann wird im Behälter ein Sauer stoffüberdruck von etwa 10 Atmosphären eingestellt und der Behälter 4 bis 8 Stunden auf 65 C erwärmt. Nunmehr lä.sst man den Inhalt des Behälters unter Aufrechterhaltung eines Sauerstoffdruckes von 10 Atmosphären abkühlen oder kühlt ihn unter Anwendung eines Kühlmittels ab. Die Milch kann jetzt bei gewöhnlicher Temperatur, z. B. 20 bis 35 " C gelagert werden und bleibt wochen lang unverändert frisch.
Es genügt, die Wärmebehandlung je nach dem Ausgangsgut bei 50 bis<B>60'</B> C 4 bis 8 Stunden in einer Sauerstoffatmosphäre unter einem Druck von 10 bis 12 Atmosphären durchzuführen. Handelsüblicher Sauerstoff kann verwendet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Frischhalten von flüssigen oder halbfesten Lebens-, Nahrungs- und Ge- nussmitteln, insbesondere Molkereierzeugnis sen unter Verwendung von Sauerstoff unter Druck, gekennzeichnet durch die Vereini gung der Massnahmen des Austreibens der in dem gelösten Gase, der Er wärmung .des Behandlungsgutes auf eine <B>80'</B> C nicht überschreitende Temperatur in einer Atmosphäre von unverdünntem Sauer stoff unter einem Druck von 5 bis 20 Atmo sphären,des Abkühlens und des Lagerns des Behandlungsgutes in der Atmosphäre von komprimiertem Sauerstoff. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, da- ,durch .gekennzeichnet, dass die Austrei bung der Gase aus dem bereits erwärmten Behandlungsgut erfolgt. 2. Verfahren gemäss- Patentanspruch, da durch .gekennzeichnet, dass- die Austrei bung der Gase durch H:indurchpressen von Sauerstoff durch das Behandlungsgat er folgt.B. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass ,die Erwärmung nicht über 65 C erfolgt. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Druck nicht über 12, Atmosphären erhöht wird. 5. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Behand lungstemperatur, der Druck und die Er wärmungsdauer des Behandlungsgutes proportional seinem Gehalt an Nährstof fen gewählt werden.
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