CH170072A - Verfahren zum Frischhalten von flüssigen Molkereierzeugnissen. - Google Patents

Verfahren zum Frischhalten von flüssigen Molkereierzeugnissen.

Info

Publication number
CH170072A
CH170072A CH170072DA CH170072A CH 170072 A CH170072 A CH 170072A CH 170072D A CH170072D A CH 170072DA CH 170072 A CH170072 A CH 170072A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
dairy products
liquid dairy
cream
oxygen
pressure
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Hofius Theodor
Original Assignee
Hofius Theodor
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Hofius Theodor filed Critical Hofius Theodor
Publication of CH170072A publication Critical patent/CH170072A/de

Links

Landscapes

  • Dairy Products (AREA)

Description


  Verfahren zum Frischhalten von flüssigen     Nolkereierzeugnissen.       Die Bemühungen, die sich darauf rich  teten, flüssige Molkereiprodukte vor Zer  setzung und Veränderungen durch Klein  lebewesen zu bewahren, haben zu einer Reihe  von Verfahren geführt, die sich teils physi  kalischer Behandlung, teils des Zusatzes  chemischer Stoffe bedienen.  



  Die bisher bekannt gewordenen Methoden  beeinflussen, soweit sie überhaupt die Hem  mung der Tätigkeit oder Vernichtung der  Kleinlebewesen erzielen, mehr oder weniger  schädlich und unerwünscht die frisch zu hal  tenden Stoffe. Durch staatlichen     Eingriff    ist  deshalb in den meisten Ländern jeder Zusatz  fremder Stoffe verboten und die Anwendung  physikalischer     Behandlung    nur insoweit zu  gelassen worden, als dadurch eine chemische  Veränderung der organischen Stoffe, zum  Beispiel eine Zerstörung der darin enthal  tenen Vitamine tunlichst vermieden wird.  Die Behandlungsmöglichkeiten sind deshalb  eng begrenzt.

      Die Anwendung von Tiefkühlung bringt  nur in beschränktem Umfange einen Erfolg,  nämlich nur dann, wenn eine     Herabkühlung     unter den Gefrierpunkt des Wassers erlaubt  ist, was aber im allgemeinen bei den flüssi  gen Molkereierzeugnissen infolge - der dann  eintretenden     Zersetzungs-bezw.    Veränderungs  erscheinungen nicht angängig ist. Eine über  dem Nullpunkt liegende Temperatur bewirkt  aber in allen Fällen nur eine ausserordent  lich kurzfristige Erhöhung der Haltbarkeit,  so dass zum Beispiel eine normale Trink  milch selbst bei dauernder Kühlung auf 10   C  auch unter günstigen atmosphärischen     Be#     dingengen schon nach etwa 56 Stunden so  weit gesäuert ist, dass sie beim Kochen gerinnt.  



  Man versuchte, die flüssigen Molkerei  erzeugnisse unter Verwendung sogenannter  indifferenter Gase durch Aufbewahren unter  Gasdruck vor dem     Angriff    der Mikroorganis  men zu schützen und dadurch vor Zersetzung  und Veränderung zu bewahren. Nach An-      sieht der Fachkreise, z.

   B. nach     gnoch,        "Hand-          buchderneuzeitlichen        MilchverwertuDg"    1927,  S. 170 letzter Absatz, konnte aber dabei mit  den sogenannten indifferenten Gasen, wie Luft,       Sauerstoff,    Stickstoff, Kohlensäure, Kohlen  oxyd,     Kohlenwasserstoffen,        Stickoxydul,    selbst  bei Konzentrationen, die Druckhöhen bis 25  Atmosphären entsprechen, eine einwandfreie  Konservierung nicht erzielt werden.  



  Es hat sich nun ergeben, dass die bisher  beobachteten Misserfolge dadurch     verursacht     wurden, dass bei allen bisherigen Versuchen  von den beiden erwähnten Behandlungsmög  lichkeiten; der Tiefkühlung und der Druck  behandlung, stets nur die eine oder die andere  getrennt, niemals aber beide gleichzeitig an  gewendet wurden. Auch     Knoch    a. a. 0. be  richtet nur von Versuchen der Druckbehand  lung,     die    bei Temperaturen zwischen 12 und  37 0 C ausgeführt wurden.  



  Das Verfahren gemäss der vorliegenden  Erfindung zum Frischhalten von Molkerei  erzeugnissen ist dadurch gekennzeichnet, dass  die flüssigen Molkereierzeugnisse bei niederer  Temperatur mittelst Sauerstoff oder sauer  stoffhaltiger Gase, unter einem Sauerstoff  teildruck, der oberhalb     1/s        Atm.    liegt, ge  halten werden. Es wurde gefunden, dass  Sauerstoff von allen indifferenten Gasen ein  zig und allein den Ansprüchen an Wirksam  keit und Wirtschaftlichkeit entspricht. Die  Zeitdauer der Frischhaltung richtet sich  nach der Tiefe der Kühlung und der Höhe  des angewendeten Sauerstoffdruckes. Voraus  setzung für den Erfolg ist, dass die beiden  Behandlungsmassnahmen während der Zeit  der Aufbewahrung beibehalten werden.  



  Da dieses Verfahren sich des     Sauerstoffes          bedient,    mit dem die frischzuhaltenden Stoffe  ohnehin in Berührung stehen, dessen Ein  wirkung sie also an sich schon ausgesetzt  sind, so kann bei der Behandlung eine Ver  änderung der natürlichen Eigenschaften der  Produkte vermieden werden. Vor der Ver  wendung des     frischgehaltenen    Produktes lässt  man zweckmässig den über den normalen Sauer  stoffgehalt hinausgehenden     Gasüberschuss    ohne  weitere Behandlungsmassnahmen durch Auf-         hebung    des Druckes wieder entweichen.  Der behandelte     Stoff    befindet sich dann wie  der in demselben Zustande wie vor der Be  handlung.  



  Da die flüssigen Molkereierzeugnisse vor  der Behandlung schon gewisse Mengen von  Luft oder andern Gasen enthalten, und diese  nur schwer abgeben, kann die konservierende  Wirkung des Verfahrens begünstigt werden,  wenn man durch geeignete Massnahmen, zum  .Beispiel durch vorhergehende     Evakuation    oder  durch Rühren bei Einsetzen der Gasbehand  lung, auf einen wirksamen Austausch der  im flüssigen Molkereierzeugnis enthaltenen  Gase gegen den zugedrückten Sauerstoff hin  wirkt.  



  Man kann die Behandlung mit Vorteil  auch bei solchen flüssigen Molkereierzeug  nissen vornehmen, die bereits biologisch,  physikalisch oder chemisch vorbehandelt  sind, so zum Beispiel bei bereits pasteuri  sierter Milch.  



  Das Verfahren kann in stetigem oder un  terbrochenem Gange ausgeführt werden. Der  für die Behandlung verwendete Sauerstoff  kann wieder. nutzbar gemacht werden, in  dem man ihn bei Beendigung der Druck  behandlung abpumpt und in beliebiger Weise  weiter- beziehungsweise wieder verwendet.  



  Ein besonderer Vorteil ergibt sich zum  Beispiel bei der Anwendung des Verfahrens  auf Sahne. Sahne, die zu Schlagrahm ver  arbeitet werden soll, bedarf eines gewissen  Mindestfettgehaltes, der die Schlagfähigkeit  und eine zeitlich genügende Stehfestigkeit  des geschlagenen Rahmes verbürgt. Als Min  destfettgehalt für Schlagrahm wird im all  gemeinen ein solcher von 28 0% angesehen.  Ein Schlagrahm mit solch niedrigem Fett  gehalt ist aber noch weich und fliessend und  scheidet schon bei kurzem Stehen Milch  flüssigkeit ab.

   Deshalb verwendet man in  der Praxis zur Herstellung von Schlagrahm       zweckmässig        nur        Rahm        zwischen        33        und        35        %     Fettgehalt. Abgesehen von der Verteuerung  wird aber durch den hohen Fettgehalt auch  der Geschmack des Schlagrahmes ungünstig  beeinflusst. Schlagrahm von 30 % Fettgehalt      hat einen besseren Geschmack als ein sol  cher von 35 %.  



  Durch die Anwendung des Verfahrens  gemäss der Erfindung auf Sahne, wird diese,  wie Versuche ergaben, in ihrer Eignung als  Schlagrahm beträchtlich verbessert.  



  Sahne von zum Beispiel 30 0% Fettgehalt,  die nur ein oder zwei Tage im geschlosse  nen Behälter unter     Sauerstoff    von mehr als       '/s        Atm.        Partialdruck    unter Kühlung auf etwa  <B>50</B> C gelagert wurde, zeigt eine Schlagfähig  keit, die derjenigen der gleichen unbehan  delten Sahne weit überlegen ist. Die Ver  besserung der     Schlagfähigkeitseigenschaften     des Rahmes wächst mit der Steigerung des  Sauerstoffdruckes. Die behandelte Sahne lie  fert einen lockeren aber festen Schlagrahm.  Als weiterer Vorteil kommt noch hinzu, dass  der aus der behandelten Sahne hergestellte  Schlagrahm viel voluminöser ist als der aus  der unbehandelten Sahne hergestellte.

      <I>Beispiel 1:</I>  1000 Liter auf<B>10'</B> C gekühlte Milch  werden in ein druckfestes Gefäss eingefüllt.  Man entfernt die Luft durch Auspumpen und  setzt die Milch unter einen     Sauerstoffdruck     von 8     Atm.    Nach 30tägiger Aufbewahrung  bei einer Temperatur unterhalb 120 C ist  die unter Druck stehende Milch noch voll  kommen frisch und kann nach Aufhebung  des Sauerstoffdruckes in rohem Zustande ge  nossen oder zur Herstellung von Dickmilch  benutzt werden. Auch beim Kochen verhält  sie sich normal und gerinnt nicht.

      <I>Beispiel 2:</I>  Sahne wird nach Kühlung auf etwa<B>100</B> C  fortlaufend durch ein mit 10     Atm.    Sauer  stoff gefülltes Gefäss gepumpt, in dem sich  ein Verteilungssystem     befindet.    Die Sahne  tritt oben in das Gefäss ein, rieselt über den  Verteiler hinab, wird in einem andern druck  festen Gefäss aufgefangen, darin unter einem  Sauerstoffdruck von 10     Atm.    abgeschlossen  und so bei einer Temperatur unterhalb 120 C  aufbewahrt. Sie hält sich in diesem Zustand  wochenlang frisch.    <I>Beispiel 3:</I>  Sahne wird nach Kühlung auf etwa<B>80</B> C  in ein mit Rührwerk versehenes druckfestes  Gefäss eingefüllt. Man setzt das Rührwerk  in Gang und leitet Sauerstoff zu, bis ein  konstant bleibender Druck von 10     Atm.    er  reicht ist.

   Das Rührwerk wird nunmehr ab  gestellt. Die Aufbewahrung erfolgt unter  halb 12 o C. Aus dem Druckgefäss kann zu  beliebigen Zeiten Sahne abgezapft werden.  Es empfiehlt sich aber, zur Gewährleistung  einer wochenlangen Frischhaltung den An  fangsgasdruck     mittelst    einer angeschalteten       Sauerstofflasche    annähernd konstant zu halten.    <I>Beispiel</I>  Milch wird nach Kühlung auf etwa<B>100</B> C  in ein druckfestes Gefäss eingefüllt. Durch  die Milch wird dann von unten her Sauer  stoff hindurchgeleitet, bis der Druck in dem  Gefäss 10     Atm.    erreicht hat. Der durch  strömende Sauerstoff spült die in der Milch  enthaltenen Gase mit in den obern Gasraum  und erleichtert die Aufnahme des nachströ  menden Sauerstoffes durch die Milch.

   Die  Aufbewahrung des gefüllten Druckgefässes  erfolgt bei Temperaturen unterhalb 12" C.  Der Inhalt hält sich auf diese Weise mehrere  Wochen lang frisch.    <I>Beispiel 5:</I>       Sahne        mit        30        %        Fettgehalt        wird        in     einem Druckbehälter unter     Sauerstoffdruck     von 8     Atm.        Partialdruck    gesetzt und dann  kühl, das heisst bei zirka     611    C gelagert.

   Die  nach einigen Tagen entnommene Sahne hat  ihren ursprünglichen     Säuretiter    nicht verän  dert, sie ist vollkommen frisch und kann  sofort geschlagen werden.  



  Da sich     bekanntermassen    eine völlig frische  Sahne von einem     Säuretiter    um 5 SH herum  etwas langsamer schlagen lässt als eine Sahne,  die schon einen     Säuretiter    von 6 SH besitzt,  so wird man gegebenenfalls die aus dem  Druckbehälter entnommene Sahne einen Tag  lang     offen    im Kühlraum stehen lassen, bevor  man sie für Schlagrahm verwendet.           Beispiel   <I>6:</I>  Eine dauerpasteurisierte oder moment  erhitzte Sahne wird nach Abkühlung in glei  cher Weise behandelt und gelagert, wie unter  Beispiel

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Frischhalten von flüssigen Molkereierzeugnissen, dadurch gekennzeichnet, dass die flüssigen Molkereierzeugnisse bei nie derer Temperatur mittelst Sauerstoff oder sauerstoffhaltiger Gase unter einem Sauer stoffteildruck gehalten werden, der oberhalb I/5 Atm. liegt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man bei Beginn der Behandlung die in den flüssigen Molkerei erzeugnissen enthaltenen Gase entfernt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man flüssige Molkerei erzeugnisse verwendet, die biologisch vor behandelt wurden. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man flüssige Molkerei erzeugnisse verwendet, die physikalisch vorbehandelt wurden. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man flüssige Molkerei erzeugnisse verwendet, die chemisch vor behandelt wurden.
CH170072D 1932-06-16 1933-06-15 Verfahren zum Frischhalten von flüssigen Molkereierzeugnissen. CH170072A (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE170072X 1932-06-16

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH170072A true CH170072A (de) 1934-06-30

Family

ID=5688150

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH170072D CH170072A (de) 1932-06-16 1933-06-15 Verfahren zum Frischhalten von flüssigen Molkereierzeugnissen.

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH170072A (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
Kader et al. Responses of pomegranates to ethylene treatment and storage temperature
DE3734025C2 (de) Verfahren zur Entkeimung wasserhaltiger Lebensmittel
DE3874749T2 (de) Konservierungsverfahren fuer fisch.
Bioletti et al. Enological investigations
DE613707C (de) Verfahren zum Frischhalten von fluessigen Molkereierzeugnissen
DE602004011635T2 (de) Verfahren zur behandlung und langzeitkonservierung von fleischprodukten ohne kühlkette
DE69205150T2 (de) Verfahren zur Behandlung von frischem Fleisch zur Erhöhung seiner Haltbarkeit.
DE69106930T2 (de) Wiederverwendbare Sole und Konservierungsmethode für Gurken.
DE1492650A1 (de) Verfahren zur Herstellung von mit Dill eingelegten Essigfruechten
DE102016007646A1 (de) Verfahren zur Reifung von Reifungsgut und Gewinnung von Extrakten aus Reifungsgut sowie Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
AT141505B (de) Verfahren zum Frischhalten von flüssigen Molkereierzeugnissen.
DE2434313A1 (de) Verfahren zur herstellung von wein und branntwein
DE39796C (de) Verfahren zum Konserviren von Milch durch abwechselndes Erhitzen und Abkühlen
DE637411C (de) Verfahren zum Frischhalten von Milch
DE558232C (de) Verfahren zur Herstellung von haltbaren, mit Kohlensaeure versetzten Getraenken aus natuerlichen Fruchtsaeften
CH191548A (de) Verfahren zum Frischhalten von flüssigen oder halbfesten Lebens-, Nahrungs- und Genussmitteln.
DE582467C (de) Verfahren zur Reinigung von Rohkautschuk oder Kautschukmilch
DE384293C (de) Verfahren zur Frischhaltung von Fleisch, Gefluegel, Fischen und anderen Nahrungsmitteln
DE855934C (de) Verfahren zum Leichtsalzen von Heringen
AT160654B (de) Verfahren zum Frischhalten von Milch und andern Molkereierzeugnissen.
DE566394C (de) Verfahren zum Gefrieren von Fleisch
AT203347B (de) Verfahren zur Sterilisierung fließenden Gutes, insbesondere von Milch
DE1000671B (de) Verfahren zur langzeitigen Stabilisierung von Milchprodukten
DE328780C (de) Verfahren zum Konservieren von Gruenfutter in geschlossenen Behaeltern unter Austreiben der Luft durch Kohlensaeure
DE696251C (de) Verfahren zum Frischhalten von Nahrungs- und Genussmitteln