CH191574A - Verfahren zur Herstellung mechanisch hochwertiger Folien aus schwer verwalzbaren Polymeren der Vinylgruppe. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung mechanisch hochwertiger Folien aus schwer verwalzbaren Polymeren der Vinylgruppe.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung mechanisch hochwertiger Folien aus schwer verwalzbaren Polymeren der Vinylgruppe. Bei der Verarbeitung von Zellulosederi- vaten oder künstlichen Hochpolymeren mit leicht flüchtigen Lösungsmitteln oder allein durch Wärmebehandlung ist es üblich, eine Erleichterung der Verwalzbarkeit dadurch zu erzielen, dass man ein oder mehrere schwer flüchtige Lösungsmittel, sogenannte Weich macher, hinzusetzt.
Während für die plasti schen lassen auf Basis von Zellulosederi- vaten durch einen solchen Weichmacherzusatz tatsächlich eine Verbesserung, nicht nur wäh rend der Walzarbeit, sondern auch hinsicht lich der Eigenschaften des Endproduktes, erzielt wird, erreicht man bei den künst lichen Hochpolymeren der Vinylgruppe, vor nehmlich für das Polyvinylchlorid, das nach chlorierte Polyvinylchlorid und .1 < Iischpoly- merisate des Chlorids mit Acrylsäurederiva- ten, zwar eine gute Verwalzbarkeit,
jedoch bezüglich der Eigenschaften der fertigen Folie gerade das Gegenteil; so werden z. B. Erweichungspunkt, mechanische Festigkeiten und die dielektrischen Eigenschaften so weit verschlechtert, dass eine Verwendbarkeit der Folie nicht möglich ist. Ohne Weichmacher zusatz sind aber die Folien aus Polymeren der Vinylgruppe, z. B. Polyvinylchlorid, zu spröde, das nachchlorierte .Polyvinylchlorid ist praktisch überhaupt nicht verwalzbar und man erhält lediglich völlig unebene, stark schrumpfende, nicht verwendbare Folienbruch- stücke.
Überraschenderweise hat sich nun gezeigt, dass man die Verwalzbarkeit der Polymeren der Vinylgruppe, insbesondere des nachchlo rierten Polyvinylchlorids in hervorragender Weise verbessern kann, wenn man an Stelle der bisher üblichen Weichmacher solche Poly mere der Vinylgruppe, die leichter verwalz- bar sind, wie z. B. Polyvinylchlorid, zusetzt. Es gelingt in dieser Weise mühelos, zu sammenhängende, völlig ebene, nicht mehr schrumpfende Folien jeder Stärke auf der Walze durch thermische Plastifizierung zu gewinnen.
In gleicher Weise mit gleichem Ergebnis hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften lässt sich die Verwalzbarkeit eines schwer verwalzbaren Mischpolymerisates aus Vinyl- chlorid und Acrylsäurederivaten oder des Polystyrols erleichtern.
Es wurde weiterhin festgestellt, dass durch die gemeinsame Verwalzung auch die me chanischen Eigenschaften, z. B. des Polyvinyl- chlorids, um vieles erhöht werden. Während eine Folie aus Polyvinylchlorid von 0,12 mm Stärke überhaupt keine messbaren Festig- keiten aufweist, erhält man an einer Folie gleicher Stärke aus Polyvinylchlorid und nachchloriertem Polyvinylchlorid im Ver hältnis 1 :
1 eine Festigkeit von 6-7 kg pro mm' und einer Dehnung von 25-30 % in der Längsrichtung und 5-6 % in der Querrichtung.
Ebensowenig sind die dielek- trischen Eigenschaften der durch gemeinsame Verwalzung entstandenen Folie irgendwie nachteilig beeinflusst worden. Während bisher der Erweichungspunkt bereits durch einen kleinen Prozentsatz Weichmacher stark herab gedrückt wurde,
' erfährt der Erweichungs- punkt des nachchlorierten Polyvinylchlorids durch das zwecks Erleichterung der Verwalz- barkeit zugesetzte nichtnachchlorierte Poly- vinylchlorid überhaupt keine Beeinflussung.
Setzt man zu nachchloriertem Polyvinylchlo- rid, um überhaupt eine Verwalzbarkeit zu erzielen, z. B. 20 % Phthalsäureester hinzu, so resultiert eine Folie mit einem Erwei- chungspunkt von etwa 35-40 0, die also für die weitere gewerbliche Verarbeitung völlig unbrauchbar ist.
Erleichtert man jedoch die Verwalzbarkeit des gleichen nachchlo rierten Polyvinylchlorids durch nichtnach- chloriertes Polyvinylchlorid z. B. im Verhält nis 1: 1, so erhält man Folien vom Erwei- chungspunkt 77-800. Neben der mechani schen Festigkeit kommt aber gerade dem Erweichungspunkt eine ausschlaggebende Be- deutung für die weitere Verarbeitung des Polymeren zu Gebrauchsgegenständen belie biger Art zu.
Es muss deshalb als ein besonders über raschender Fortschritt in der Technik der plastischen Massen auf Basis künstlicher Polymerisate angesehen werden, dass man, entgegen allen Erwartungen, durch gemein sames Verwalzen von an sich nicht oder nur sehr schwer verwalzbaren Produkten wie nachchloriertes Polyvinylchlorid mit sehr spröden Polymerisaten einmal die Verwalz- barkeit erleichtert, zum andern eine Verbes serung der mechanischen Eigenschaften ohne Herabsetzung des Erweichungspunktes erzielt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung mechanisch hochwertiger Folien mit hohem Isolierver- mögen und hohem Erweichungspunkt aus schwer verwalzbaren Polymeren der Vinyl- gruppe, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Erzielung genügender Verwalzbarkeit leichter verwalzbare Polymere dieser Gruppe zusetzt. UNTERANSPRVCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man schwer verwalz- bares nachchloriertes Polyvinylchlorid ver wendet und demselben zur Verbesserung der Verwalzbarkeit nichtnachchloriertes Polyvinylchlorid zusetzt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als schwer ver- walzbares Polymeres der Vinylgruppe ein Mischpolymerisat aus Vinylchlorid und Acrylsäurederivaten verwendet. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als schwer ver- walzbares Polymeres der Vinylgruppe Polystyrol verwendet.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE191574X | 1935-04-20 |
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| CH191574D CH191574A (de) | 1935-04-20 | 1936-04-02 | Verfahren zur Herstellung mechanisch hochwertiger Folien aus schwer verwalzbaren Polymeren der Vinylgruppe. |
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| CH (1) | CH191574A (de) |
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1936
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