Radioempfangssehaltung. Die Erfindung bezieht sich auf eine Radio empfangsschaltung, bei der durch Verwendung zweier Detektoren eine erhöhte Selektivität erhalten wird.
Es ist bekannt, dass, wenn zwei modu lierte Schwingungen verschiedener Intensität und nur wenig verschiedener Frequenz gleich zeitig einem linearen Detektor zugeführt wer den, die Modulation des schwächeren Signals von dein stärkeren unterdrückt wird. Diese Erscheinung lässt sich wie folgt erklären Angenommen, es werde ein schwaches moduliertes Signal<I>X</I> cos cot (1 -I- <I>m</I> cos pt) gleichzeitig mit einem starken unmodulierten Signal<I>Y</I> cos (co -I- <I>q) t</I> empfangen,
in welchen Formeln co die Kreisfrequenz der Trägerwelle des schwachen Signals, p die Kreisfrequenz der Niederfrequenzschwingung, mit der dieses Signal moduliert ist und (co -f- q) die Kreis frequenz des starken Signals ist.
Die dem Detektor zugeführte Spannung beträgt in diesem Fall: <I>Y = X</I> cos mt (1 -i- <I>m</I> cos pt) -i- Y cös (m -I- <I>q) t</I> =<I>[</I>X (1 -f- <I>m</I> cos pt)
+ Y cos qt] # cos wt -<I>Y</I> sin qt # sin cot. Es kann dafür geschrieben werden:<I>Y =</I> R cos (cot -f- #9), in der
EMI0001.0043
und
EMI0001.0044
R stellt die einhüllende Kurve der dem Detektor zugeführten Spannung dar;
bei 1i- nearer Detektion ist die Ausgangsnieder frequenzspannung des Detektors dieser ein hüllenden Kurve gleichförmig.
Es ist nun<I>X</I> < c <I>Y,</I> so dass
EMI0002.0001
Wird der Wurzelausdruck in eine Reihe entwickelt und werden die Glieder mit
EMI0002.0002
und mit höheren Potenzen von
EMI0002.0003
vernachlässigt, so wird gefunden
EMI0002.0005
Wenn angenommen wird, dass die Schwin gungen mit einer Kreisfrequenz<I>(q -p)</I> und höher, wie üblich, mittels eines Tonfilters unterdrückt werden, so steht der dem Laut sprecher zugeführte Strom in geradem Ver hältnis zu
EMI0002.0007
oder annähernd zu:
EMI0002.0008
während erwartet werden konnte, dass dieser Strom proportional zu sein würde.
EMI0002.0009
Die Modulation des schwachen Signals ist also in dem Verhältnis
EMI0002.0010
unterdrückt
EMI0002.0011
wird der Demodulationsfaktor genannt.
Die beschriebene Wirkung tritt nur dann ein; wenn der Detektor eine genügend geringe Trägheit hat, um der Frequenzdifferenz q zu folgen, so dass tatsächlich die einhüllende Kurve reproduziert wird. Die Zeitkonstante des Detektors soll also klein sein. Wird diese Zeitkonstante grösser gemacht, so wird der Demodulationsfaktor kleiner.
Es ist also einleuchtend, dass, wenn zwei modulierte Signale verschiedener Intensität gleichzeitig empfangen und zwei Detektoren mit verschiedener Zeitkonstante zugeführt werden, das Verhältnis zwischen den Ampli tuden der beiden Signale in der Ausgangs- niederfrequenzspannung der Detektoren ver schieden sein wird.
Gemäss der Erfindung wird bei ,einer Ra dioempfangsschaltung eine erhöhte Selektivi tät dadurch erhalten, dass die empfangenen modulierten Schwingungen zwei Detektoren zugeführt werden; die eine verschiedene Zeit konstante besitzen, und dass die Nieder frequenzausgangsspannungen der beiden De tektoren derart gegengeschaltet sind, dass bei gleichzeitigem Empfang zweier modulierter Schwingungen verschiedener Stärke die Mo dulation einer der Schwingungen vollkommen oder nahezu vollkommen unterdrückt wird.
Die Erfindung ist anhand der Zeichnung näher erläutert, in der ein Ausführungsbeispiel des Cxegeirstandes der Erfindung dargestellt ist.
Die über den Schwingungskreis K auf tretenden Hochfrequenzschwingungen werden über die Kondensatoren C, und C2, die Hoch frequenzdrosselspulen Si und b'2 und die Kon densatoren Cs und C4 zwei Diodenelektroden Di und D2 zugeführt, was zur Folge hat, dass in den Widerständen Bi und R2 ein nieder frequenter Spannungsfall auftritt.
Die Kon densatoren Ct und C2, sowie die Widerstände Ri und R2 sind derart gewählt, dass die beiden Detektoren eine verschiedene Zeitkonstante und somit einen verschiedenen Demodulations- faktor besitzen. Der Niederfrequenzspannungs- abfall über einen Teil der Widerstände Ri und Bz wird den Steuergittern der in Ge gentaktschaltung verbundenen Verstärker röhren B1 und B? zugeführt.
Die Anzapf- punkte auf den Widerständen Ri und R2 werden derart gewählt, dass die Amplitude des unerwünschten Signals an den Steuer gittern der beiden Verstärkerröhren gleich ist. In der Sekundärwicklung S' des Gegen takttransformators ist in diesem Fall nur das erwünschte Signal vorhanden.
Es ist bei geeigneter Wahl der Wider stände und Kondensatoren möglich, das Ver hältnis zwischen den Amplituden des er wünschten und des unerwünschten Signals in der Ausgangsspannung des einen Detek tors z. B. viermal so gross zu machen als in der Ausgangsspannung des zweiten Detektors. Es bleiben in diesem Fall also 75 % der Amplitude des erwünschten Signals erhalten.