Verfahren zur Herstellung von Gegenständen mit erhaben gemusterter Oberfläche aus Textilzeug und Gummi. Gegenstand der Erfindung ist ein Ver fahren zur Herstellung von Gegenständen, insbesondere Schuhoberteilen, mit erhaben gemusterter Oberfläche - d. h. solcher Ge genstände, deren Oberflächenmusterung aus Erhöhungen und Vertiefungen besteht aus Textilzeug, vorzugsweise Leinwand und Gummi, durch mittels Pressens erfolgende Vereinigung von Gummiplatten mit dem Textilzeug.
Das Aufpressen von unvulkanisierten Gummiplatten auf Leinwand nebst gleich zeitiger Musterung der CTummioberflä.che ist bekannt und es ist auch ein Verfahren zur Herstellung von nur stellenweise mit Gummi bedeckten Leinwandschuhoberteilen bekannt,
bei dem auf die Leinwand eine unvulkani- sierte Gummiplatte aufgelegt und mittels einer kombinierten Stanz- und Pressplatte aus der Gummiplatte die Gummistücke entspre chender Form ausgestanzt, auf Jie Leinwand aufgepresst,
entlang der Umrisslinien stumpf verschweisst und gegebenenfalls an der Gummioberfläche gleichzeitig auch mit einer erhabenen. AZusterung versehen werden, wo bei die Pressplatte und Unterlagplatte, zwi schen. welchen .das Pressen erfolgt, beheizt werden, um das Gummimaterial zu erweichen und dadurch sein Eindringen in die Maschen der Leinwand zu erleichtern.
Hierbei wird das Austreten des erweichten Gummimate rials aus der beim Pressen im Wesen ge schlossenen Pressform der Press.platte und,die hierdurch verursachte Verunreinigung der überzugsfrei zu haltenden Leinwandteile durch die zum Stanzen benützten, aus der Ebene ,derselben emporragenden Kanten der Pressplatte, .die sich ,dichtend an die Lein- wandoberflächeanpressen, verhindert.
Gemäss der Erfindung erfolgt nun das Aufpressen der unvulkanisierten Gummiplat- ten auf das Textilzeug, z.
B, Leinwand oder anderes Gewebe, Wirk- oder Strickware, aus beliebigen Faserstoffen, zwischen; einer geheizten, vorteilhaft starren und ebenen Pressplatte und einer gekühlten, aus elasti schem und nachgiebigem Material bestehen den, vorteilhaft oberflächlich erhaben gemu- sterten Werkzeugplatte,
wobei die beim An fang des Pressens herrschende Temperatur der mit der Gummiplatte in Berührung ste henden Werkzeugplattenoberfläche minde- stens um 1,5 C unter d er Pressplattentempe- ratur liegen muss.
Die aufzupressende unvulkanisierte Gum miplatte kann hierbei auf die Werkzeug platte gelegt und mit :dem Textilzeug bedeckt werden, wodurch erreicht wird, dass: die Be- heizung des Gummimaterials nur einseitig und mittelbar, d. h.
mittels der durch das Textilmaterial auf die Gummiplatte über- tragena Wärme der Pressplatte erfolgt. Nach derart erfolgter Vereinigung des Textilzeugs und der Gummiplatte kann letztere in belie biger bekannter Weise lackiert und vulkani siert werden.
Überraschenderweise ist dieses Verfahren gleich gut .dazu geeignet, Textilzeug mit ,das selbe ganz oder nur stellenweise bedeckenden, scharf abgegrenzten Gummiüberzügen mit klaren, unverwischten Umriss.linien und schar fer Oberflächenmusterung zu versehen und weist in beiden Fällen bedeutende Vorteile gegenüber sämtlichen bisher bekannten Ver fahren auf.
Im Falle der Herstellung von vollständig mit Gummi überzogenem Textilzeug besteht der Vorteil, dass, die Werkzeugplatte mit einer beliebigen, das Original haargenau und täuschend ähnlich nachahmenden erhaben gemusterten Oberfläche durch Pressen in der entenstehend beschriebenen Weise sehr leicht, schnell und billig hergestellt werden kann. Es ist daher möglich, z. B.
Leder imitationen, ferner Imitationen von Stroh geflecht, Matten und dergleichen aus Textil zeug und Gummi billig, schnell und daher den jeweiligen Bedürfnissen der bekannt lich oft wechselnden Mode sofort entspre- chend, herzustellen. Diese Imitationen sind z. B. zur Herstellung von Aktentaschen, Reisetaschen und sonstigen Gebrauchs-, Reise- und Toilettengegenständen oft besser geeignet, als das nachgeahmte Originalmate rial, z.
B. Krokodilleder, Schlangenhaut oder dergleichen selbst, da man ihre Eigen schaften dem jeweiligen Zweck weitgehend anpassen kann.
Im Falle .der Herstellung von nur stel lenweise mit Gummi überzogenem Textil zeug, z. B. hreinwandschuhoberteilen, ergeben sich noch bedeutendere Vorteile. Erstens be trägt der Preis der Werkzeugplattere nur einen geringen Bruchteil des Preises der ent sprechenden bekannten kombinierten Stanz- und Pressplatten aus Meta.11. Dieser Umstand besitzt besonders bei der Schuhfabrikation,
wo bisher für jede Grösse ein besonderes Presswerkzeug notwendig war, deshalb aus schlaggebende Bedeutung, weil es mittels des erfindungsgemässen Verfahrens möglich ist, mittels denselben Werkzeugplatte Schuh oberteile verschiedener Grösse herzustellen, und demzufolge -der Preis eines, für die Schuhfabrikation geeigneten erfindungsge mässen Werkzeugsatzes ,
gegebenenfalls nur etwa ein Hundertstel des Preises des bekann ten Werkzeugsatzes beträgt. Dies wird durch die Nachgiebigkeit und Elastizität :
der erfin dungsgemässen Werkzeugplatten ermöglicht, an welchen das Entstehen der zur Verhinde rung des Verschmierens der Ränder -der auf zupressenden Gummiplatten notwendigen, ,die Gummiplatten in sich aufnehmenden Vertiefungen nicht durch vorangehende Be arbeitung der Plattenoberfläche, sondern durch die Form und Grösse der aufgelegten Gummiplatten selbst bedingt ist und dem nach beim Aufpressen der aufgelegten Gummiplatten selbsttätig erfolgt.
Demzu folge können mit derselben Werkzeugplatte Gummiplatten verschiedener Grösse richtig aufgepresst, und daher auch Schuhobea-teile verschiedener Grösse hergestellt werden.
Die Lebensdauer der erfindungsgemässen Werk- zeuge ist zwar geringer als diejenige der Metallwerkzeuge, doch ist dies beim obigen Preisunterschied belanglos, ja sogar oft vor teilhaft, da anlässlich der Herstellung neuer Werkzeuge neue, der jeweiligen Mode besser entsprechende Muster gewählt werden kön nen.
Ferner ist .das Verfahren auch deshalb vorteilhaft, weil man mit demselben sehr schnell und sicher arbeiten und an verschie denen Stellen der Leinwand Gummiüberzüge verschiedener Dicke, z. B. stärkere Kappen, herstellen und das Textilzeug an .den Rän dern gegebenenfalls sehr einfach, billig, dauerhaft und in gefälliger Weise auch ein säumen kann. Zu diesem Zwecke bestreicht man die Ränder mit Gummilösung, legt sie um, und drückt sie, z.
B. mit einer Rolle, leicht zusammen, damit sie aneinanderkleben und presst .sie nach Verflüchtigung,des Lö sungsmittels im Arbeitsgäng des Aufpressens der Gummiplatten zwischen der Werkzeug und Heizplatte stark zusammen. Nach dem Vulkanisieren sind die aufeinander gepressten Leinwandflächen durch die zwischenliegende Gummischicht beinahe unzertrennbar ver einigt.
Im Falle der Herstellung von nur stel lenweise mit Gummi überzogenen Textilmate- rial kann,die freie Gummioberfläche der auf gepressten Gummiplatten sowohl glatt, wie erhaben gemustert sein, da im ersteren Falle ebenfalls ein Gegenstand erhaben: gemuster ter Oberfläche entsteht.
Wenn mittels des erfindungsgemässen Verfahrens das Textilmaterial nur stellen weise bedeckende Gummiplatten aufgepresst werden, ist es zwecks Erzielung :scharfer Umrisslinien vorteilhaft, den grössten Press- druck von z. B. 13 bis 2:5 kg/cm' plötzlich, d. h. während eines Bruchteils der gesamten Presszeitdauer, auszuüben:
Hierdurch kann die am Anfang des Pressens noch unbeheizte und daher unerweichte unvulkanisierte Gummiplatte plötzlich in .die elastische und nachgiebige Werkzeugplatte gedrückt und dadurch in derselben eine der jeweiligen Form der aufzupressenden Gummiplatte ent sprechende Vertiefung geschaffen werden,
deren Tiefe - je nach .dem Pressdruck und sonstigen Umständen. - gleich oder kleiner als die Stärke der aufzupressenden Gummi- platte ist und die nach dem Pressen infolge .der Elastizität des Pressplattenmaterials,
wie der verschwindet. Im Laufe des Aufpressens wird nun .die auf dem Textilzeug aufliegende Seite der Gummiplatte durch die Beheizung plastisch und dringt im gewünschten Masse in die Maschen des Textilzeugs ein, indem der hierzu erforderliche Druck auf die an ,dere,
auf die Werkzeugplatte aufliegende Seite derselben .durch die Elastizität des Materials der Werkzeubgplatte und gegebe nenfalls der ebenfalls elastischen Unterlag platte derselben: ausgeübt wird. Das Pressen kann nach plötzlicher Entfaltung des, maxi malen Pressdruckes mit stetig abnehmendem Pressdruck, vorteilhaft in einer K:niehebel- presse oder einer andern .geeigneten Presse, z.
B. derart ausgeführt werden, dass@ die Plat ten der Presse plötzlich .gegeneinander ge drückt werden, ihr hierdurch erzielter gegen seitiger Abstand aber während @derPressdauer unverändert bleibt. Der .gegenseitige Ab stand der Pressplatten während,d-er Press.dauer wird bei gniehebelpressen infolge deren; Bau konstant gehalten., hei andern. Pressen kann dies z. B. durch geeignete Distanzstücke ge sichert werden.
Das Pressen. kann aber auch in üblicher Weise, d. h. mit langsam zuneh mendem Press.druck, erfolgen.
Die Beheizung der meistens aus Eisen, im Falle von grossen, Höhenunterschieden der Musterung aber gegebenenfalls auch aus gut wärmeleitendem Gummi oder dergleichen be stehenden und gegebenenfalls auch eine er haben gemusterte Oberfläche aufweisenden Pressplatte kann beliebig, z. B. elektrisch oder mittels Heizschlangen usw. erfolgen, ihre Betriebstemperatur liegt in der Regel etwa zwischen 40 und<B>150'</B> C.
Je höher .die Temperatur der Pressplatte ist, desto :geringer kann im allgemeinen die z. B. zwischen etwa ss und 65 Sekunden liegende Presszeitdauer sein, doch sind meistens mittlere Tempera turen von etwa 160, bis<B>90'</B> C vorteilhaft,
@da dann Vulkanisationsgefahr sicher vermieden wird und für die elastischen Werkzeugplat ten oft schon die näDtürliche Luftkühlung ausreicht.
Die vor .dem Pressen, d. h. beim Anfang des Pressens herrschende Tempera tur der #Verkzeuagplattenoberfläche soll näm lich um mindestens 15 bis 20 C unter .der Temperatur der geheizten Pressplattenober- fläche liegen, im Falleder Verwendung von Gummiplatten, die aus dem üblichen Gummi- materia1 bestehen, etwa<B>50'</B> C aber nicht übersteigen,
da während des Pressens eine Temperaturerhöhung der Werkzeugplatte stattfindet und allzuhohe Werkzeugplatten- temperatur wegen der Gefahr des Verschmie- rens und Festhaftens der Gummiplatte ver mieden werden muss. Die natürliche Luft kühlung kann :durch künstliche Luftkühlung, Wasserkühlung, oder beiden, unterstützt werden, indem z.
B. diejenige Platte der Presse, auf welcher die Werkzeugplatte oder deren Unterlagplatte aufliegt, durch Lei- ttrngswasser von z. B. 10 bis 15 C durch strömt wird.
Das Material der Werkzeugplatte und die Stärke derselben inne den jeweiligen Arbeitsbedingungen entsprechend gewählt werden, damit die Oberfläche derselben mit der gewünschten Musterung versehen werden und sich in der Werkzeugplatte die zur völli gen oder teilweisen Aufnahme der Gummi platte geeignete Vertiefung ausbilden kann. Zu letzterem Zwecke ist es meistens erfor derlich, dass die Stärke der Werkzeugplatte das mehrfache, z.
B. 2- bis, 8fache, der Stärke der aufzupressenden Gummiplatten beträgt. Als Werkzeugplattenmaterial sind verschiedene Kunstmassen, insbesondere die bekannten sogenannten "halbharten" Gummi massen geeignet. Oft ist es vorteilhaft, wenn die Werkzeugplatte aus mehreren Schichten verschiedener Härte besteht, z.
B. einer ober sten verhältnismässig dünnen und harten, oberflächlich erhaben gemusterten Schicht, einer darunterliegenden stärkeren und wei cheren Schicht und einer noch stärkeren und weicheren Unterlagplatte. Die mit der un- vulkanisierten Gummiplatte in Berührung gelangene Oberfläche ,der Werkzeugplatte ist mit einem das Festhaften der Gummiplatte verhindernden Überzug, z.
B., Lacküberzug, versehen. Es sind aber auch diese Oberfläche nur an edengewünschten Stellen bedeckende andere Überzüge, z. B. dünne Metallüber züge, verwendbar. Vor dem Auflegen der un- vulkanisierten Gummiplatte kann man die Werkzeugplattenoberfläche auch mit Ulkum oder dergleichen bestäuben:, eventuell be spritzen., um das Festhaften der Gummi- platte sicher zu verhindern.
Falls die Werkzeugplatte eine erhaben gemusterte Oberfläche besitzt, kann sie zweckmässig ebenfalls durch Pressen im war men Zustande hergestellt werden, indem auf die noch weiche oder erweichte Platte aus z. B. halbhartem Gummimaterial, das die ge wünschte Musterung tragende Original, z. B. präpariertes Leder, gravierte Metall platte oder dergleichen aufgepresst wird.
Überraschenderweise wurde ,gefunden, dass hierdurch das Original haarscharf kopiert werden kann, so dass z. B. bei Benützung eines aus Leder, oder Textilmaterial und Leder,
bestehenden Schuhoberteils als Origi nal selbst dessen Nähte an der Werkzeug- platte naturgetreu erschienen und beim mit dieser Werkzeugplatte durchgeführten Pres sen als erhabene Musterung der auf das Textilmaterial aufgepressten Gummiplatte genau wiedergegeben werden. Die Herstel lung solcher Werkzeugplatten erfolgt z. B.
derart, dass auf die unvulkanisierte halb harte Gummiplatte das zu kopierende Origi nal aufgelegt und mittels einer geheizten Pressplatte unter stetig oder stufenweise er höhtem Drucke langsam aufgepresst wird. Nach Erreichung der erforderlichen Schärfe der Musterung wird das Original von der Gummiplatte abgehoben, dieselbe lackiert und vulkanisiert.
Falls mehrschichtige Werk zeugplatten hergestellt werden, wird die här teste ;Schicht allein in der obigen Art ge presst und mit der weicheren Schicht durch einmaliges Zusammenpressen, und Vulkani sieren vereinigt.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird nachstehend mit Bezugnahme auf die Zeich nung in einigen Beispielen näher beschrie- ben, ohne jedoch auf die Beispiele beschränkt zu sein.
<I>Beispiel 1:</I> Zwecks Herstellung einer Ei.dechsenhaut- imitation wird :die gegebenenfalls voran gehend durch entsprechende Präparierung in bekannter Weise oberflächlich gehärtete Eidechsenhaut auf eine unvulkanisierte halb harte Gummiplatte von etwa 4 bis 5 mm Stärke gelegt und an dieselbe mit absatz weise erhöhtem Drucke in einer handbetätig- ten Kniehebelpresse,
deren auf die Eidech- senhaut aufliegende Pressplatte auf etwa 80 C beheizt ist, angepresst. Das die ent sprechenden bekannten Füllstoffe etc, enthal tende Material dieser Gummiplatte besitzt nach dem Vulkanisieren eine Shore-Härte von etwa 90 bis 97 und eine Shore-Elastizität von etwa. 15 bis, 25 .
Nachdem :die durch das Pressen entstandene erhabene Oberflä- chenmusterung der Gummiplatte die ge wünschte Schärfe .erlangt hat, :d. h. nach etwa 1.2, bis 16 Minuten, wird die Eidechsen- haut von der Gummiplatte entfernt, dieselbe lackiert und in üblicher Weise vulkanisiert.
Auf die :derart hergestellte Werkzeugplatte wird nun eine unvulkanisierte, .dem Original entsprechend gefärbte, etwa 0,8 mm starke Gummiplatte üblicher Zusammensetzung, die schon die zum Vulkanisieren nötige Zusätze enthält, belegt, hierauf ein etwa .gleichstar- kes Leinwandstück entsprechender Grösse.
Das Aufpressen der Gummiplatte auf die Leinwand erfolgt zwischen einer auf etwa <B>70'</B> C beheizten, auf die Leinwand auflie genden eisernen ebenen Pressplatte und der auf Zimmertemperatur gehaltenen obigen Werkzeubgoplatte in einer beliebigen Presse unter entsprechendem, etwa 20 kg/em@ betra- gendem,
schnell ausgeübtem Druck und dauert etwa 10 bis 15 Sekunden. Hiernach wird das Leinwandstück mitsamt der nun mehr mit ihm vereinigten Gummiplatte von derWerkzeugplatteabgenommen, die Gummi- oberfläche gegebenenfalls dem Original ent sprechend bemalt, lackiert und vulkanisiert.
Genau in der obigen Weise können andere Lederimitationen usw. hergestellt werden, und man kann dieselben in manchen h'ällen., vorteilhaft in unvulkanisierteni Zustande, z. B. zu Schuhen, verarbeiten und erst im fertigen Zustande vulkanisieren.
<I>Beispiel 2:</I> Zwecks Herstellung eines aus Leinwand und Gummi bestehenden, mit einem ihn nur stellenweise bedeckenden Gummiüberzug ver- sehenen Schuhoberteils wird die obere, er haben gemusterte Schicht (der Werkzeug platte in der im Beispiel 1 angegebenen Weise hergestellt,
als Original aber statt der Eidechsenhaut ein aus Leinwand und Leder in üblicher Weise hergestellter Schuhober teil benützt, der auf :eine halbharte Gummi- platte von etwa 2 mm .Stärke gepresst wird. Nachdem die Oberfläche derselben die Mu sterung des, Originals schon aufgenommen hat, legt man eine 2,5 bis 3 mm starke, etwas weichere halbharte unvulkanisierte Gummi platte darunter, presst beide zusammen,
ent fernt dann das Original von der Platten- oberfläche und vereinigt die beiden Platten durch :das nach dem .Lackieren der Ober fläche erfolgende Vulkanisieren endgültig. Nach :
dem Vulkanisieren beträgt die Shore- Härte (H0) der zweisehiclhtigen fertigen Werkzeugplatte - je nach Muster und Ver wendungszweck - etwa 6,5 bis9 94, ihre Shore-Edastizität <B>(EG)</B> etwa 20 bis 3'5. Fig. 1 der Zeichnung zeigt die Draufsicht auf die derart hergestellte Werkzeugplatte 1-,
Fig. 2 eine vergrösserte, das Pressen veranschau lichende .Seitenansicht der Pressplatten mit dazwischengelegter Gummiplatte und Lein wand.
Nach hauchdünner Bestäubung ihrer erhaben ,gemusterten Oberfläche wird auf die Werkzeugplatte eine unvulkanmierte Gummi platte 2 gelegt, deren Form in Fig. 1 durch die punktierte Linie angedeutet ist und die z.
B. ,durch ,Stanzen: oder Ausschneiden aus im Kalander hergestellten grossen Gummi- platten üblicher Zusammensetzung die ge- wünschte Form erhalten hat.
Die Stärke der selben beträgt z. B. 0,9 mm, ihre Shore- Härte etwa 22 bis 30, ihre Shore-,Elastizität <B>16</B> bis 22. Hierauf legt man nun das Lein- wandstüek 3 aus dichtgewebter, zur Vierstel- lung von Schuhoberteilen üblicher Leinwand von z.
B. 0,8 m.m Stärke, .dessen Umrisslinie in Fig. 1 mit gestrichelter Linie angedeutet ist.
Die derart vorbereitete Werkzeugplatte wird nun auf .die aus vulkanisiertem Gummi bestehende Unterlagplatte 4 von etwa 9 mm Dicke gelegt, deren !Shore-Härte etwa 401 bis 55, Shore-Elastizität etwa 7,5 bis 90 beträgt (Fig. 2).
Dieselbe befindet sich auf der durch Leitungswasser von 13 C durchström ten Kühlplatte .5, in welche das. Wasser durch den Rohrstutzen .5a eintritt und durch den Stutzen 5 b ausströmt und die auf der untern beweglichen Platte 6 der Kniehebel- presse befestigt ist.
Die obere feststehende Platte 7 der Kniehebelpresse ist mittels der schematisch dargestellten, Widerstände elek trisch je nach den Betriebsbedingungen auf etwa 50 bis 11!0 C erhitzt.
Die Presse .wird derart betätigt, @dass! die Platten 6 und 7 durch Hochdrücken -der Platte 6 innerhalb etwa 0,2 bis 1,5 Sekunden in ihre relative Endstellung gedrückt und in derselben dann während der Presszeitdauer von 3 bis, 6 Se- kunden,
gehalten werden. Nach Beendigung des Pressens wird das nun mit der Gummi- platte vereinigte Leinwandstück 3 von ,der Werkzeugplatte 1 entfernt, dieselbe mittels natürlicher oder künstlicher Luftkühlung auf etwa 22 bis<B>50'</B> abgekühlt und weiter in,
der obigen Weise benützt, während der Schuh- oberteil verarbeitet, lackiert und vulkanisiert wird.
Beispiel <I>3:</I> Zwecks Vermeidung desjenigen; Nachteils :der Arbeitsweise des Beispiels 2, dass ,die auf zupressende Gummiplatte ziemlich genau auf die entsprechende Stelle der Werkzeugplatte gelegt werden muss" und,
dass man für jede Grösse eine besondere Werkzeugplatte be nützen muss-, wird .die Werkzeugplatte ,durch Anpressen einer Metallplatte besonderer Oberflächenmusterung hergestellt. Fig. 3 zeigt die Draufsicht auf die derart herge stellte Werkzeugplatte,
wobei die Umrisslinie der aufzupressenden Gummiplatte durch die punktierte Knie, die Umrisslinie des Lein- wandstückes durch die gestrichelte Linie an gedeutet wird.
Der Oberflächenteil la der Werkzeugplatte ist karriert, der Teil 1b glatt, der Teil 1e schraffiert und der Teil 1d grob schraffiert gemustert. Vor Auflegen der aufzupressenden Gummiplatte 2 von z.
B. 0,8 mm Stärke wird aber auf die Werk zeugplatte 1 vorerst die mit strichpunktier- ter Linie angedeutete zweite unvulkanisierte Gummiplatte Zia von z.
B. 0,4 mm Stärke gelegt, um eine verstärkte Kappe am Schuh oberteil herzustellen. Diese Platte 2a wird mit der Platte 2 durch das Pressen und Vul kanisieren vollkommen vereinigt.
Einige der verschiedenen. Arbeitsbedin gungen der Beispiele .2 und 3. zeigt ,die enten stehende Tabelle:
EMI0006.0161
I. <SEP> II. <SEP> III.
<tb> Heizplattentemperatur <SEP> C <SEP> <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 40 <SEP> 60 <SEP> 100
<tb> Werkzeugplattentemperatur <SEP> C <SEP> <SEP> . <SEP> . <SEP> 25 <SEP> 28 <SEP> 45
<tb> Presszeitdauer <SEP> sec. <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 55 <SEP> 2,0 <SEP> b.
<tb> Leinwandstärke <SEP> mm <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 0;8 <SEP> 0;
8 <SEP> 0,55
<tb> Gummiplattenstärke <SEP> mm <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 0,9 <SEP> 00,9 <SEP> -f- <SEP> 0,4 <SEP> <B>0,85</B>
<tb> Gesamtsteke <SEP> nach <SEP> dem <SEP> Aufpres sen <SEP> mm <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 1;6 <SEP> 2;0 <SEP> 1,0 Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens ist, dass, dasselbe selbst bei ziemlich beträcht licher, z.
B. 10 bis. 1,5 %iger Über- oder Un terschreitung der richtigen Press@zeitdauer noch brauchbare Erzeugnisse liefert und, wie aus obigen Daten ersichtlich, an die jeweili- gen Erfordernisse stets sehr leicht anpas- sungsfähig ist.