Elektrische Sicherungsanlage für. Eisenbahnübergänge. Im Hauptpatent ist eine Warnanlage für Wegübergänge an Eisenbahnstrecken be schrieben, in welcher die die Tarnzeichen gebenden Signale durch Schienenkontakte gesteuert werden.
Hierbei wird die Grund stellung der mit Ruhestrom arbeitenden. An lage erst dann wieder hergestellt, wenn die letzte Achse des Zuges den Schienenkontakt verlassen. hat, der sich am Ausgang des die Signaleinrichtung steuernden GleisAtrecken.- abschnittes befindet.
Diese im Hauptpatent beschriebene Sicherungsanlage hat,den Nach teil, dass das Relais, das im Ruhestromkreis liegt, bei der Ausfahrt des Zuges über den am Ende der Steuerstrecke angeordneten Kontakt ebenso oft abfällt und wieder an zieht, als der Zug Achsen, besitzt. Dadurch wird die Lebenszeit dieses Relais bedeutend herabgesetzt und hiermit auch die Betriebs sicherheit vermindert.
Die vorliegende Erfindung vermeidet diese Nachteile dadurch, .dass das im Ruhe stromkreis liegende Relais während "der Zeit, in der der Zug den am Ende der Steuer strecke angeordneten - Schienenkontakt Über fährt, von den Schienenkontakten abgeschal tet wird. In der Zeichnung- sind zwei Ausführungs beispiele der Sicherungsanlage nach der vor liegenden Erfindung durch je ein Schaltbild gezeigt.
Die Relais sind mit den Zahlen 1, 2, 3 usw., ihre Kontakte mit den gleichen- Zahlen bezeichnet und durch Indices vonein-, arider unterschieden.
Es bedeutet G das Gleis, W den Weg übergang, S'1 und S'2 die an dem Wegüber gang W aufgestellten -Warnsignalvorrich- tungen. Die.Schaltung der Signalvorrichtun gen 81 und S'2 ist-im untemn Teil der Figu ren in der Zeichnung dargestellt.
Die Kontakte Bw und Br werden mit einer bestimmten "Häufigkeit pro Minute durch die Magnete Miv und Mr .geöffnet und geschlossen unk. bewirken das Blinken der Lampen Lzv Und Lr. Die Lampe Lw gibt ein weisses, die Lampe Lr ein rotes Signal:
Das weisse Signal blinkt beispielsweise 45mal in der Minute, das rote 90mal. Die Kontakte K1, <I>K2,</I> K.3 sind die Schienenkontakte, die der Zug beherrscht. K1 und K3 sind die als Ruhekontakte ausgebildeten Endkontakte, K2, ist ein als Arbeitskontakt ausgebildeter Überwegkontakt. Die Relais 4 und 5 sind Verzögerungsrelais.
Die Anlagen arbeiten mit Ruhestrom. Im Ruhestromkreis d .er Anlagen liegen die Kon takte K1, K3. und Relais 1, das im Ruhezu stand erregt ist.
Wenn sich bei der Anlage nach Fig. 1 ein Zug von links nähert, wird zunächst Kontakt KI betätigt und hierdurch der über das Relais 1 führende Ruhestromkreis unter brochen. Dessen Haltekontakt la öffnet sich daher, so dass Relais 1 beim Schliessen des Kontaktes KI nicht wieder ansprechen- kann.
Im Signallampenkreis wird der Kontakt 1b auf Stellung II, und damit auf den Strom kreis der roten Lampe Lr umgeschaltet, so dass jetzt rotes Blinklicht, z. B. mit der Blinkzahl 9.0 erscheint. Durch Schliessen des Kontaktes 1c erhält -das Verzögerungsrelais 4 Strom. Kontakt 4a wird sofort geöffnet.
Erreicht der Zug den Kontakt K2, der sich unmittelbar am Übergang TV befindet, so spricht Relais .2, über K2, 2a in Stellung I, 1e an und hält sich über seinen Kontakt 2e, sowie den Kontakt 3e unter Strom. Das Re lais 4 erhält jetzt Strom über den auf Stel lung II umgelegten Kontakt 2a und den Kon takt K2 und fällt als Verzögerungsrelais bei den Unterbrechungen des Kontaktes K2: nicht ab, da es bei den. kurzen impulsweisen Kon taktschliessungen am Kontakt K2 immer wie der vorübergehend Strom erhält.
Erst wenn die letzte Achse des Zuges den Kontakt K2 verlassen hat, fällt Relais 4 nach Ablauf seiner Verzögerungszeit ab, und damit wird Kontakt 4a geschlossen. Relais 1 erhält daher über Kontakt 4a, den in Stellung II befindlichen Kontakt 2h, sowie über Kontakt 2g Strom und schaltet das weisse Licht statt des roten ein.
Der Übergang W ist also wie der freigegeben. Durch das Ansprechen des Relais 1, erhält Relais 3 über die Kontakte <I>5a, 2f,</I> 1f ,Strom. Relais 3 hält sich über den Kontakt 3f eingeschaltet.
Durch Umlegen des Kontaktes 3a in Stellung II wird das Relais 2 über die Kontakte <I>KI, K3</I> trotz Öffnen des Kontaktes 3e weiter erregt gehal ten. Das Relais 4 zieht über den Kontakt 1d wieder an und öffnet seinen Kontakt 4a.
Wenn,der Zug jetzt den Kontakt K3 be fährt, wird der Stromkreis des Relais 2 un terbrochen. Relais 4 erhält daher Strom über die Kontakte.gc, .3d, <I>3c,</I> 2b -und die Kontakte K3 und K1, bleibt aber erregt, weil die Zeit der Unterbrechungen des Schienenkontaktes K3 zu kurz .ist, um es abzuerregen. In dem Augenblick, in dem das Relais - 2! stromlos wird, erhält auch das Verzögerungsrelais 5 über .die Kontakte<I>3c,</I> 2b,
K3, KI. Strom. Es spricht aber nicht an, @da der Strom immer wieder durch Öffnen; des Kontaktes K'3 un terbrochen wird. Der Kontakt 5a bleibt also vorläufig geschlossen. Erst wenn die letzte Achse den Kontakt K3 verlassen hat, erhält das Relais 5 ununterbrochen Strom, so dass es nach Ablauf seiner- Verzögerungszeit seinen Anker anzieht und dadurch den Kon takt 5a öffnet.
Dieser Kontakt unterbricht die .Stromzuführung zum Relais 3., welches in die Ruhestellung zurückgeht und den Kon takt 3a in die Stellung I und damit auf Re lais 1 umschaltet.
Durch das Relais 3 wer den über den Kontakt 3e die Relais 4 und 5 aberregt. Letzteres bringt seinerseits. durch den Kontakt 5a das Relais 3 zum Abfallen, so dass die Anlage sich wieder in der An- fangsstellung befindet, in. der nur das Relais 1 erregt ist.
Das Relais. 1 darf ,grundsätzlich nur während ,der Zeit, während der der Zug mit der ersten Achse den ersten Kontakt K1 oder K3 (je nach der Richtung, aus welcher der Zug kommt) und mit seiner letzten Achse den zweiten Kontakt K2 der Steuerstrecke überfährt, abfallen, denn nur dann darf Warnlicht erscheinen.
Es muss daher stets verhütet werden, dass zu andern Zeiten durch andere Schaltvorgänge ein Abfallen des Re lais bewirkt wird. So wird beim Ansprechen von Relais 3 .das Abfallen von Relais 1 da- durch verhütet, dass der Kontakt 3g das Re lais 1 unmittelbar an die .Stromquelle legt.
Wenn der Zug den letzten Kontakt der Steuerstrecke überfährt und während dem Ausfahren ein Kabelbruch in den Drähten entsteht, welche zu den Schienenkontakten führen, kann das Relais 1 nicht abfallen, da es während dieser Zeit auf einem andern Wege, nämlich über den Kontakt 3g unter Strom gehalten wird.
Um den Nachteil, dass bei einem Kabelbruch, der beim Überfahren des Endkontaktes der Steuerstrecke auftritt, kein rotes Licht auftritt, was jedoch unbe dingt notwendig ist, zu vermeiden, ist .der Kontakt 4a vorgesehen, der, nachdem das Relais 4 infolge Stromloswerdens abgefallen ist, das Relais 3 nach einer gewissen Ver zögerungszeit kurzschliesst. Der Kurzschluss von Relais 3 bewirkt eine A;berregung .des Relais 1 über den Kontakt 3g, so dassi schliess lich doch rotes Licht eingeschaltet wird.
Durchfährt ein Zug die Steuerstrecke in der andern Richtung, so arbeitet ,die Anlage ebenso, @da sie symmetrisch aufgebaut ist, und die Kontakte<I>KI,</I> K3 in Reihe liegen.
Da ,die Anlage mit Ruhestrom arbeitet, ist bei einer Störung der :Stromversorgung, zum Beispiel infolge einer Störung im speisenden Netz, die Anlage nicht in der Grundstellung, wenn die Störung wieder behoben ist, d 'a der Ruhestromkreis am Kontakt la unterbrochen ist, und nicht mehr durch das Wiederherstel len der Stromversorgung von selbst herge stellt werden kann.
Es -wird dann dauernd rotes Licht gezeigt, denn der Kontakt 1b des Relais 1 liegt bei aberregtem Relais in der Stellung Il. Auch wenn der Zug den Weg übergang überfährt, ändert sich nichts an der Stellung des Relais 1, da der Kontakt 1a ge öffnet ist, und der Kontakt 2h in der Stel lung I liegt. Es würde also bei Befahren des Zuges eine Umschaltung des Lichtes nicht er folgen. so dass der Übergang bis zur Ankunft des nächsten Zuges ein falsches Signal anzei gen würde.
Dies ist bei der Ausführungsform der _lulage nach Fig. 2 durch ein zusätzliches i"berwachungsrelais vermieden, welches nach beseitigter Störung den Ruhestromkreis. der Anlage schliesst.
Die Relais 1 bis 5 sind dieselben, wie in der Anlage nach Fig. 1 und erfüllen :die in Verbindung mit,der Beschreibung dieser An lage angegebenen Funktionen.. Es ist ange nommen, dass die Anlage aus, einem öffent lichen Netz gespeist wird. Mit 6 ist das zu sätzliche Netzüberwachungsrelais bezeichnet, das an einen Gleichrichter G1. angeschlossen ist.
Der Gleichrichter liefertgleichzeitig die Gleichspannung für den Betrieb der Relais 1 bis 5. In einer der Zuleitungen. des Relais 6 liegt der Ruhekontakt 1g, zu dem der Selbsthaltekontakt 6b parallel liegt.
Parallel zu dem Kontakt .2,1a liegt ein anderer Kon takt 6a des Netzüberwachungsrelais G, der als Ruhekontakt ausgebildet äst. Der Kon takt Sle ist ein Kontakt am Hauptschalter ,der Anlage, .der nur vorübergehend beim Ein schalten der Anlage geschlossen wird und den Ruhestromkreis des Relais 1 schliesst. Wenn eine Netzstörung entsteht, wird das Relais 6 stromlos und öffnet seinen Halte kontakt 6b.
Der Ruhestromkreis des Rela1S 1 wird ebenfalls stromlos. Ist die Netzstö rung behoben, so erhält d as Relais 6 nicht ge nügend lange Strom, um seinen Anker an ziehen zu können, jedoch bekommt,das Ruhe- stromr-elais 1 über den geschlossenen Kontakt 6a Strom und hält sich sofort selbst. Die Anordnung ist so getroffen. dass der Kontakt 1g geöffnet wird, ehe,das Relais 6- zum An sprechen kommen kann.
Die Anlage ist jetzt wieder in der Grundstellung, doch ist das Relais 6 noch stromlos. Wird die Netzstö rung behoben, wenn :gerade ein Zug den Schienenkontakt K1 von links kommend überfährt, so wird der Ruhestromkreis des Relais 1 durch eine Achse des Zuges unter brochen.
Kontakt 1g schliesst sich und bringt das Relais 6 zum Ansprechen. Infolgedessen besteht nach dem VTiderscbliessen :des: Kon taktes K1 nach der Darüberfahrt der ersten Zugachse keine Möglichkeit des W.iederein- schaltens des Ruhestromkreises, da Kontakt 6a offen ist. Da jetzt Kontakt 6c .geschlos sen: und Kontakt 1 b in der Stellung II ist, wird rotes Blinklicht gezeigt, so dass, die Anlage in der vorgeschriebenen Weise arbeitet.
Wenn aber der Zug bei Behebung der Netzstörung den Kontakt KI bereits verlas sen hat und sich zwischen den Kontakten K1 und K3 befindet, so wird beim Überfah ren von Kontakt K2 an der .Stellung der Relais nichts geändert, da der Kontakt 1e offen ist. Das Relais 1 bleibt also angezo gen, Relais 6 bleibt stromlos. Wenn der Zug jetzt die Steuerstrecke verlässt und den Kon takt K3 betätigt, wird dasselbe erreicht, als ob Kontakt KI betätigt würde, also rotes Blinklicht eingeschaltet.
Da dadurch eine nicht einwandfreie Signalgabe hervorgerufen wird, ist noch ein zusätzliches Relais 7 vorgesehen, das von einer Hilfsbatterie B aus gespeist wird, und nur zur Herstellung des richtigen Betriebs zustandes im Falle von Netzstörungen dient. Die Trockenbatterie B, die zur Speisung die ses Relais dient, wird also nur wenig bean sprucht.
In der Zeichnung sind der Stromkreis und die Kontakte des Relais 7, sowie die an andern Relais zusätzlich notwendigen Kon takte verstärkt eingezeichnet. In der Verbin dungsleitung von Kontakt K2 zum gemein samen Punkt der Kontakte 1d und 2a ist ein Umschaltkontakt 6d eingefügt, der in der Rubestellung (Stellung 1I) den; Stromkreis des Relais 7 über den Schienenkontakt K2 schliesst:
Die Wirkungsweise der Anlage nach Fig. 2 -ist folgende: Ist eine Netzstörung be seitigt, wenn der Zug von links kommend. mit seiner letzten Achse den Kontakt K1 verlassen hat, so dass also Relais 1 erregt ist, Relais 6 -dagegen nicht, so wird beim Betä tigen von Kontakt K2- durch die Zugachsen das Relais 7 eingeschaltet, welches sich über seinen Kontakt 7a unter Strom hä.1t. Der Kontakt 7b,
der den Kontakt 2e überbrückt. ermöglicht ein Ansprechen des Relais 2 und dadurch weiterhin über Kontakt 2f und den geschlossenen Kontakt lf ein Ansprechen des Relais 3. Die Anlage arbeitet also in der vorgesehenen Weise. Durch Betätigung des Kontaktes K3 ist Relais 1 stromlos geworden und dadurch Relais 6 zum Ansprechen ge kommen.
Die Ausgangsstellung ,der Anlage ist also wieder hergestellt, und Relais 7 ist stromlos geworden, :da sein Stromkreis durch die Kontakte 3d und 6d unterbrochen wurde.
Wenn der Zug von links kommend bei Beseitigung der Netzstörung bereits an dem Kontakt K2 vorbeigelaufen ist, sich also zwi schen den Kontakten K2 und K3 befindet, hat Relais 7 über Kontakt K2 und Kontakt 6d angesprochen. Da jetzt die Netzspannung wieder wirksam ist, spricht über Kontakt 7b Relais 2, und über die Kontakte 1 f und 2 f Relais 3 an. Durch Betätigen :des Kontaktes K3 durch den ausfahrenden Zug werden die Relais 2 und 3 aberregt. Relais 1 bleibt je doch erregt. Relais 7 ist durch Öffnen des Kontaktes 3g zum Abfall gebracht worden.
Der nächste Zug unterbricht ;den Stromkreis des Relais 1 durch Betätigen des Kontaktes KI und schaltet das Überwachungsrelais 6 über den Kontakt 1g ein. Die Anlage ist hiermit wieder in der Grundstellung.
Durch die Anordnung des Netzüber- wachungsrelais 6 und des Steuerrelais 7 ist vermieden" dass die Anlage bei Netzstörungen ein falsches Signal zeigt. Kehrt die Netz spannung zurück, so wird eine Zeitlang, und zwar im ungünstigsten Falle bis zum Passie ren des nächsten Zuges, wenn nämlich der Zug :dann gerade den Kontakt K2 passiert hat, kein Lichtsignal gezeigt, jedoch ist dies für die Praxis ohne grosse Bedeutung, da ausser den Lichtsignalen bekanntlich noch andere Mittel, wie Warntafeln und Warn kreuze, auf den kommenden Eisenbahnüber gang aufmerksam machen.
Diese Anlage arbeitet genau wie die nach Fig. 1 symmetrisch, d. h. unabhängig von der Fahrtrichtung -des den Übergang über fahrenden Zuges.